Zimmertür: Alt gegen neu

Türen austauschen in zwei Stunden

Eine Innentür zu erneuern, ist keine große Sache und eine willkommene Gelegenheit, bei der Renovierung eines Raumes den Stil der Raumgestaltung zu beeinflussen. Wir zeigen ihnen, wie Sie in etwa zwei Stunden eine Zimmertür alt gegen neu komplett tauschen. 

Türen austauschen in zwei Stunden
Türen austauschen in zwei Stunden© Chris Lambertsen

Eine Innentür zu erneuern, ist keine große Sache und eine willkommene Gelegenheit, bei der Renovierung eines Raumes den Stil der Raumgestaltung zu beeinflussen. Lesen Sie, wie Sie in etwa zwei Stunden eine Zimmertür alt gegen neu komplett tauschen Es gibt viele gute Gründe, eine alte Zimmertür gegen eine neue auszutauschen: Mal sind es Kratzer, Stoßkanten und andere Gebrauchsspuren, die einen Tausch unumgänglich machen. Und mal ist es schlicht die Lust auf Veränderung. Doch das Angebot an Türen ist so riesig, dass es gar nicht so leicht fällt, sich zu entscheiden.

Bei der Auswahl steht sicherlich das Design an erster Stelle. Doch auch der Einsatzbereich ist ein wichtiger Aspekt. So wäre etwa eine Tür mit Glasausschnitt vorteilhaft, um Licht in einen Flur zu werfen; fürs Bad oder das Kinderzimmer ist diese Variante ungeeignet.

Darüber hinaus unterscheiden sich Türblätter durch ihre Mittellage und den damit verbundenen Schallschutz. Türen mit einer Waben mittellage aus Karton sind sehr leicht. Entsprechend gering ist der Schallschutz. Türen mit Röhren spansteg-Mittellage, das sind schmale Spanstege innerhalb des Türblattes, sind da schon robuster und für alle Einsatzbereiche mit durchschnittlicher mechanischer Beanspruchung geeignet.

Noch stabiler und schalldichter sind Röhrenspantüren, die durchgängig mit einer Röhrenspanplatte versehen sind. Türen mit Vollspanmittellage sind die stabilsten: Sie erfüllen höchs te Ansprüche in Sachen Einbruchstabilität und Schallschutz. Ist die Entscheidung für eine Tür dann gefallen, warten die Beschläge.

Welche Tür soll es sein?

1) 

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FOTOS: Prüm, Lebo

1)Glatte Türen bekommt man mit Echtholz furniert und mit Dekorfolie beschichtet. Dabei stellt die beschichtete Tür die preislich interessantere Variante dar und ist dank moderner Beschichtungsverfahren optisch nahezu dem Furnier gleich.

2)Stiltüren bringen ein Stück Behaglichkeit in Ihre Räume. Sie sind in Vollholz, mit furnierter und auch mit beschichteter Oberfläche erhältlich – jedoch immer mit profilierten Echtholz - anleimern kombiniert.

3)Lichtausschnitte werden häufig eingesetzt, um einen fensterlosen Raum wie einen Altbauflur mit Tageslicht zu versorgen. Türen mit durch - scheinendem Glas bieten zwischen zwei Räumen eine an genehme Transparenz und bei satiniertem Glas sehr dekoratives, gedämpftes Licht.

Die passgenaue Tür: Das sind die richtigen Maße zum Türen-Einbau

Der einfache Weg zur passgenauen, neuen Tür samt Zarge: Messen Sie die lichte Weite der Wandöffnung und die Wandstärke (auch als Wanddicke bezeichnet) und entnehmen Sie aus der Tabelle die Abmessungen Ihrer Normtür und der Türzarge.

Wandöffnungen in mm und deren entsprechende Türblattmaße

Breite

Breite

Breite

Breite

Breite

Breite

625-665

750-790

875-915

1000-1040

1125-1165

1150-1290

Höhe

2000-2020

610 x 1985

735 x 1985

860 x 1985

985 x 1985

1110 x 1985

1135 x 1985

2125-2145

610 x 2110

735 x 2110

860 x 2110

985 x 1985

1110 x 2110

1135 x 2110

 

Wanddicken in mm und deren entsprechende Türblattmaße

Wanddicke

75-95

95-115

120-140

140-160

160-180

180-200

Futter

80

100

125

145

165

185 

Wanddicke

200-220

240-260

265-260

285-305

325-345

Futter

205

245

270

290

330

 

1. Innentüren und Zargen montieren

Die Montage von Tür und Zarge ist nicht so schwer, wie sie auf den ersten Blick wirkt. Denn Sie benötigen hierfür neben ein paar einfachen Werkzeugen und einigen Holzkeilen nur etwas Geduld beim Ausrichten der Zarge – das ist alles.

Allem voran steht das Ermitteln der Türabmessungen. Messen Sie dazu bei Neueinbauten die lichten Maße (Höhe und Breite) der Maueröffnungen und bei einem Wechsel einfach nur das alte Türblatt. Darüber hinaus müssen Sie nur noch beachten, ob es sich um eine rechte oder linke Tür handelt. Das genügt, um im Baumarkt oder beim Fachhändler eine neue Tür samt Zarge zu ordern.

Zuletzt noch ein Hinweis zu Feuchträumen: Stellen Sie die Zarge auf etwa 3 mm schmale Holzstreifen, die nach der Montage wieder entfernt werden. So lässt sich gut eine Versiegelungs fuge einbringen. Soll später ein Teppich unter der Zarge verlaufen, empfehlen wir die Verwendung von etwa 5 mm schmalen Holzstreifen.

Materialliste

Verbrauchsmaterial:

Türzargen schaum, Holzleim

Werkzeug:

Türfutter spanner, Zollstock, Holzkeile, Wasserwaage. Alternativ zu den Türfutterspannern: MDF-Plattenstreifen zum Verkeilen und Stichsäge für deren Zuschnitt

Innentüren und Zargen montieren
Breite und Höhe der Maueröffnung messen
© Chris Lambertsen

Schritt 1/10: Breite und Höhe der Maueröffnung messen

Für den Kauf von Tür und Zarge wird die lichte Breite und Höhe der Maueröffnung gemessen und das kleinste Maß genommen

 Leim angeben und den Verbinder montieren.
© Chris Lambertsen

Schritt 2/10: Leim angeben und den Verbinder montieren.

Bei der Montage die Zargenteile auf eine ebene Fläche legen, etwas Leim angeben und den Verbinder (Exzenterverschluss) montieren.

Schrauben und die Gewindehülsen eindrehen
© Chris Lambertsen

Schritt 3/10: Schrauben und die Gewindehülsen eindrehen

Sofort im Anschluss die Schrauben und die Gewindehülsen eindrehen und nochmals die Verbindung auf Passgenauigkeit überprüfen.

 Türzarge vorsichtig in die Maueröffnung
© Chris Lambertsen

Schritt 4/10: Türzarge vorsichtig in die Maueröffnung

Ist der Holzleim abgebunden, wird die neue Türzarge vorsichtig in die Maueröffnung gestellt und mittig ausgerichtet.

Zierbekleidung mit Leim und Verbinder zusammenfügen.
© Chris Lambertsen

Schritt 5/10: Zierbekleidung mit Leim und Verbinder zusammenfügen.

Die Zierbekleidung der Gegenseite, die am Ende auf die Zarge geschoben wird, mit Leim und Verbinder zusammenfügen.

Die Türfutterspanner einspannen.
© Chris Lambertsen

Schritt 6/10: Die Türfutterspanner einspannen.

Die Türfutterspanner, deren Andruckflächen zuvor mit beiliegendem Filz beklebt werden (!), im oberen Bereich der Zarge spannen.

Spanner nach unten ziehen
© Chris Lambertsen

Schritt 7/10: Spanner nach unten ziehen

Anschließend den Spanner nach ganz unten sowie auf Drückerhöhe ziehen. Seine Metallzungen sind in der Zierbekleidungsnut fixiert.

Zarge fixieren
© Chris Lambertsen

Schritt 8/10: Zarge fixieren

Mit einem oder mehreren Holzkeilen wird die Zarge nun ausschließlich im Eckbereich der Zargenteile in der Maueröffnung fixiert.

Mit einer Wasserwaage Flächen und Kanten korrigieren
© Chris Lambertsen

Schritt 9/10: Mit einer Wasserwaage Flächen und Kanten korrigieren

Überprüfen Sie mit der Wasserwaage jede Fläche und Kante. Ist nicht alles im Lot, werden einzelne Keile gelockert und der Sitz korrigiert.

Aufbauhöhe berücksichtigen
© Chris Lambertsen

Schritt 10/10: Aufbauhöhe berücksichtigen

Beachten Sie beim Verkeilen, dass die Zarge zum Fußboden eine Bodenluft von 5 bis (maximal) 7 mm haben muss. Je nach Art des späteren Bodenbelags, sollten Sie dessen Aufbauhöhe ggf. berücksichtigen.

2. Bänder anbringen und Tür einhängen

Bevor Sie den Türzargenschaum einbringen und die Zarge damit felsenfest ins Mauerwerk setzen, müssen Sie das Türblatt einhängen. Überprüfen Sie, ob es gut passt und hoch genug über dem Boden steht.

Bänder anbringen und Tür einhängen
Unterteile der Bänder festziehen
© Chris Lambertsen

Schritt 1/4: Unterteile der Bänder festziehen

Die Unterteile der Bänder werden in die vorgefertigten Löcher der Zarge gesteckt und mit einem Inbusschlüssel festgezogen.

Türbänder in das Türblatt eingedrehen
© Chris Lambertsen

Schritt 2/4: Türbänder in das Türblatt eingedrehen

Die oberen Türbänder werden in das Türblatt eingedreht. Das Eindrehen verlangt viel Kraft, einen Schraubendreher benutzen.

Türblatt einhängen
© Chris Lambertsen

Schritt 3/4: Türblatt einhängen

Das Türblatt einhängen und die Bodenluft kontrollieren und gegebenenfalls die Zarge unterfüttern.

Vorbereiten des Ausschäumens
© Chris Lambertsen

Schritt 4/4: Vorbereiten des Ausschäumens

Sind Zarge und Tür ausgerichtet, wird ein Keil unter das Türblatt gesetzt, damit während des Ausschäumens nichts verrutscht.

3. Verblenden und Feineinstellung

Wenn die herausgetretene Masse ausgehärtet ist, beginnen die Restarbeiten. Sichten Sie nach dem Abschneiden des Schaums die Nut auf Reste, sonst klemmt die Blende beim Einsetzen.

Verblenden und Feineinstellung
Schaum abschneiden
© Chris Lambertsen

Schritt 1/4: Schaum abschneiden

Ist der Schaum ausgehärtet, wird die herausgequollene Masse mit einer Handsäge oder einem scharfen Messer abgeschnitten.

In die Nut der Zierbekleidung einena Tropfen Leim setzten
© Chris Lambertsen

Schritt 2/4: In die Nut der Zierbekleidung einena Tropfen Leim setzten

In die Nut der Zierbekleidung wird punktuell (etwa alle 50 cm) je ein Tropfen Leim gesetzt und die Bekleidung dann aufgeschoben.

Drückergarnituren anschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 3/4: Drückergarnituren anschrauben

Nun werden die Drückergarnituren angeschraubt. Achten Sie darauf, dass der Schlüssel leichtgängig ins Schlüsselloch passt.

Letzte Einstellarbeiten
© Chris Lambertsen

Schritt 4/4: Letzte Einstellarbeiten

Letzte Einstellarbeiten können nun noch an den Türbändern, sowohl in der Zarge als auch am Türblatt, vorgenommen werden.

4. Zarge spreizen – ohne Spanner

Türfutterspanner sind praktisch, wenn Sie mehrere, verschiedene Türbreiten verarbeiten. Doch ein höherwertiges Modell kostet knapp 50 Euro. Wer nur eine einzige Tür setzt (oder nur Türen mit identischem Maß), kann sich leicht mit einem selbstgemachten Spreizrahmen aus MDF helfen. So geht’s:

Zarge spreizen – ohne Spanner
Das Innenbreitenmaß der Zarge messen
© Chris Lambertsen

Schritt 1/4: Das Innenbreitenmaß der Zarge messen

Messen Sie das Innenbreitenmaß der Zarge aus, und zwar ganz oben, zwischen den Winkeln.

Zwei MDF-Streifen auf das Quermaß schneiden
© Chris Lambertsen

Schritt 2/4: Zwei MDF-Streifen auf das Quermaß schneiden

Zwei MDF-Streifen schneiden Sie auf dieses Quermaß. Achtung: Ziehen Sie dabei die Stärke der Streifen zweifach ab!

Zwei lange MDF-Streifen senkrecht in die Zarge stellen
© Chris Lambertsen

Schritt 3/4: Zwei lange MDF-Streifen senkrecht in die Zarge stellen

Zwei lange MDF-Streifen senkrecht in die Zarge stellen und dann mittig und unten mit den Querhölzern spreizen. Danach die Zarge von außen verkeilen.

Vor dem Schäumen: Türblatt einhängen und testen!
© Chris Lambertsen

Schritt 4/4: Vor dem Schäumen: Türblatt einhängen und testen!

Das mittige Querholz ruht auf zwei an geleimten Reststücken. Vor dem Schäumen: Türblatt einhängen und testen! Nach dem Aushärten des Schaums: Keile raus.

Fotos: Chris Lambertsen

 

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