Mit extra Fußteil

Liegestuhl für Garten und Balkon selber bauen

Mit dem Adirondack-Stuhl wird Ihre persönliche Auszeit im Garten und auf dem Balkon richtig bequem. Ein Extra-Fußteil macht das Kultobjekt mit Tradition zum Liegestuhl. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei vorgehen.

Gartenliege bauen
Liegestuhl-Klassiker für den Garten© Christian Bordes

Warme Tage, überall blüht es – jetzt gibt es nichts Besseres als einen richtig bequemen Liegestuhl, um die eigene grüne Oase zu genießen! Hier haben wir ein Modell mit Tradition nachgebaut: Der Adirondack-Stuhl ist seit über 100 Jahren Schmuckstück für Parkanlagen und private Gärten in den Vereinigten Staaten sowie Kanada. Entworfen hat ihn Thomas Lee im Jahr 1903 für sein Ferienhaus. Das lag im Adirondack State Park, im Norden der USA – daher der Name.

Der Gartenstuhl hat von jeher wichtige Merkmale, die ihn so bequem machen: Eine schräg gestellte, gebogene Rückenlehne und die nach hinten abfallende Sitzfläche sorgen für Sitzkomfort. Auf den zwei breiten Lehnen finden Unterarme, Bücher oder Getränke Platz.

Wir haben trotzdem noch etwas verbessert: Durch entsprechende Holzstärken ist der Stuhl leicht, aber dennoch stabil geworden. Man kann ihn gut allein an ein schattiges Plätzchen oder in die Nähe der duftenden Strauchrosen transportieren. Außerdem hat er ein passendes Fußteil bekommen, das den Sitzkomfort wesentlich erhöht. Kommt überraschend Besuch vorbei, wird daraus ein temporärer Hocker, und schon kann man sich zu zweit über üppige Rhododendren freuen.

Die Bestandteile des Liegestuhls:

  • Rückenlehne: Acht Kiefernholzleisten und drei Befestigungsleisten der Sitzlehne werden zugesägt. Die beiden unteren Befestigungsleisten sind aufgedoppelt: Für zweifache Materialstärke wurden sie miteinander verleimt.
  • Sitzfläche: Neun Kiefernholzleisten und die beiden aufgedoppelten Seitenteile aus Leimholzplatte müssen vorbereitet werden.
  • Armlehne: Zum Schluss denken Sie bitte an ergonomisch zugesägte Armlehnen, Seitenstützen und die Stützdreiecke für die Armlehnen – dann kann es losgehen!

In dieser Zeichnung (hier als Download) können Sie alle Maße und Abstände ablesen. Wichtig: Die Seitenteile von Sitzfläche und Fußteil, untere und mittige Sitzlehnenstützen sowie die Stützdreiecke für die Armlehnen sind aufgedoppelt.

Die Zeichnung (hier als Download) erleichtert Ihnen das Aussägen der Bauteile. Übertragen Sie dafür das Raster von 10 x 10 cm auf eine stabile Pappe, und schneiden Sie die Vorlagen aus.

Material für den Liegestuhl:

  • 2 Platten Fichtenleimholz 200 x 40 x 1,8 cm (für 8 Einzelteile für Seitenteile der Sitzflächen, zwei Armlehnen, Befestigungsleisten der Sitzlehne)
  • 1 Glattkantenbrett 200 x 9,4 x 1,7 cm (für 4 vordere Stützen, zwei aufgedoppelte Dreiecke unter Armlehne)
  • 1 Kiefernholzleiste 240 x 80 x 1,0 cm (für die beiden vorderen Abschlüsse der Sitzfläche und die beiden Leisten des Sitzflächenabschlusses)
  • 6 Kiefernholzleisten 240 x 60 x 1,0 cm (für Rückenlehne und die beiden Sitzflächen)
  • 6 Zylinderkopfschrauben M6 x 50 mm
  • 6 Unterlegscheiben für M6
  • 6 Rampa-Muffen M6
  • 8 Schlossschrauben M8 x 70 mm
  • 8 Karosserieunterlegscheiben 8,3 x 30 mm
  • 8 Flügelmuttern M8
  • eine Packung Universalschrauben 3 x 45 mm

Liegestuhl selber bauen: Anleitung

Liegestuhl bauen
Schablone anfertigen
© Christian Bordes

Schritt 1/20: Schablone anfertigen

Übertragen Sie zuerst die Bauteilskizze auf eine stabile Pappe. Mit diesen Schablonen werden die Umrisse von Armlehne, Seitenteilen der Sitzfläche und die gebogenen Befestigungsleisten der Rückenlehne auf Leimholzbretter (Fichte, 18 mm) aufgezeichnet. Markieren Sie auch gleich die Position für die späteren Bohrungen mit einem kleinen Kreuz.

Bauteile aussägen
© Christian Bordes

Schritt 2/20: Bauteile aussägen

Alle Teile werden sauber mit der Stichsäge ausgesägt.

Bauteile aufdoppeln
© Christian Bordes

Schritt 3/20: Bauteile aufdoppeln

Die Seitenteile der Sitzfläche und Befestigungsleisten der Rückenlehne werden aufgedoppelt, so wird die Konstruktion stabiler. Nehmen Sie PUR-Konstruktionskleber, damit lassen sich alle Konstruktionsteile wasserfest miteinander verkleben.

Tipp zum Verkleben
© Christian Bordes

Schritt 4/20: Tipp zum Verkleben

Aufgestreuter grober Sand verhindert das Verrutschen der Einzelteile beim Zusammenpressen über Schraubzwingen. Die kleinen Körner drücken sich unsichtbar in die Holzfasern.

Zulagehölzer verwenden
© Christian Bordes

Schritt 5/20: Zulagehölzer verwenden

Mithilfe von Zulagehölzern wird der Druck gleichmäßig verteilt, und es gibt keine Druckstellen auf den sichtbaren Flächen.

Sägekanten schleifen
© Christian Bordes

Schritt 6/20: Sägekanten schleifen

Hat der Kleber abgebunden, schleift man die Sägekanten plan und entfernt gleichzeitig gehärtete Reste vom Kleber.

Kanten brechen
© Christian Bordes

Schritt 7/20: Kanten brechen

Brechen Sie mit einer Oberfräse die Kanten. Ein halbrunder 6-mm-Fräskopf sorgt für gefällige Außenkanten des Stuhls.

Rückenlehne
© Christian Bordes

Schritt 8/20: Rückenlehne

Dann kommt die Rückenlehne dran: Bei den gebogenen Befestigungsleisten markiert man die Mitte und richtet sie mithilfe von zwei rechten Winkeln aus. Die Kiefern holzleisten haben unten einen Überstand von 1,5 cm. Achten Sie auf den Abstand von unterer zu mittlerer Befestigungsleiste von 43 cm, hier werden die Armlehnen befestigt und sollen waagerecht sein.

Abstand zwischen den Leisten
© Christian Bordes

Schritt 9/20: Abstand zwischen den Leisten

Kleine Klötze (unten 1,0 cm, mittig 1,3 cm) gewähren zwischen den einzelnen Kiefernholzeisten den richtigen Abstand. Befestigen Sie Leiste für Leiste mit Konstruktionskleber und einer Universalschraube (3 x 45 mm).

Schrauben abdecken
© Christian Bordes

Schritt 10/20: Schrauben abdecken

Die leicht versenkten Schrauben werden mit Ölspachtel abgedeckt.

Befestigungslöcher bohren
© Christian Bordes

Schritt 11/20: Befestigungslöcher bohren

In die aufgedoppelten Seitenteile der Sitzfläche werden die Befestigungslöcher für die Rückenlehne gebohrt (Position wurde im Schritt 1 bereits per Schablone übertragen). Die Löcher zuerst mit einem 25-mm- Forstenerbohrer ca. 1 cm tief vorbohren, danach mit 6,5 mm durchbohren.

Seitenteile justieren
© Christian Bordes

Schritt 12/20: Seitenteile justieren

Die Seitenteile im rechten Winkel justieren, die auf 50 cm abgelängten Kiefernholzleisten (50 x 6 x 1,0 cm) wie in Schritt 9 und 10 aufbringen.

Löcher der Rückenlehne
© Christian Bordes

Schritt 13/20: Löcher der Rückenlehne

In die mittlere und untere gebogene Befestigungsleiste der Rückenlehne werden per 10-mm-Bohrer 2,5 cm tiefe Löcher gebohrt. Sie werden leicht angesenkt, das erleichtert das Einschrauben der Rampa-Muffen.

Rampa-Muffen eindrehen
© Christian Bordes

Schritt 14/20: Rampa-Muffen eindrehen

Dann werden die Rampa-Muffen eingeschraubt. Dabei helfen zwei aufgeschraubte gekonterte Muttern als feste Arretierung.

Stütze anschrauben
© Christian Bordes

Schritt 15/20: Stütze anschrauben

Die vordere Stütze wird mit einer Schraubzwinge an den Seitenteilen befestigt und ausgerichtet. Danach bohrt man die 8,5-mm-Löcher für die Schlossschrauben. Befestigen Sie diese anschließend per Flügelmutter.

Rückenlehne befestigen
© Christian Bordes

Schritt 16/20: Rückenlehne befestigen

Mit Zylinderkopfschrauben wird die Rückenlehne angebracht.

Armlehne anbringen
© Christian Bordes

Schritt 17/20: Armlehne anbringen

Nun die Armlehne auf der vorderen Stütze auflegen und hinten bündig ausrichten. Die Position der Muffe übertragen und mit 10-mm-Bohrer 2 cm tief aufbohren, dann mit 6,5-mm-Bohrer durchbohren. Anschrauben.

Armlehnen fixieren
© Christian Bordes

Schritt 18/20: Armlehnen fixieren

Die Armlehnen mit den vorderen Stützen per Konstruktionskleber verbinden, wie in Schritt 9 und 10 anschrauben und verspachteln.

Bläueschutz
© Christian Bordes

Schritt 19/20: Bläueschutz

Die Einzelteile gut mit einem Bläueschutz imprägnieren.

Lackieren
© Christian Bordes

Schritt 20/20: Lackieren

Alle Oberflächen nach dem Durchtrocknen 2- bis 3-mal lackieren.

Zeichnungen: T. Straszburger

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