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Pflasterflächen lebendig gestalten

Große Pflasterflächen müssen nicht langweilig und monoton sein. selber machen zeigt, wie Sie Flächen richtig pflastern und  mit wenigen Tricks ordentlich, aber dennoch interessant gestalten.

Pflasterfläche
Große Pflasterflächen lassen sich durch Beete und Verlegemuster optisch auflockern. © Thomas Aabo

Ein Plattenbelag ist praktisch und hält viele Jahre. Große gepflasterte Flächen wirken jedoch schnell eintönig.

Damit das nicht passiert, wenden wir hier zwei Tricks an: Zum einen kombinieren wir große Betonplatten mit Kopfsteinpflaster in unterschiedlichen Größen und Farben. Dadurch wirkt die Fläche gleich viel lebendiger. Indem wir zwischen Inseln aus je vier oder sechs Betonplatten schmale Reihen aus Pflastersteinen legen, ergibt sich ein gleichmäßiges, und dennoch interessantes Muster.

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© eBay/Selbermachen Media

Als zweite Maßnahme zur Verschönerung der Pflasterfläche legen wir innerhalb des gepflasterten Bereiches zwei kleine Beete an. Dazu sparen wir den ausgewählten Platz vom Pflaster aus und umranden diese mit Beetkanten aus Cortenstahl. Mit Mutterboden gefüllt und üppig bepflanzt erfreuen die Beete nicht nur den Betrachter, sondern auch Insekten und Vögel.

Tipp: Bei großen Flächen lohnt es sich, für die schweren Arbeiten Maschinen zu mieten – um die Erde wegzugraben, den Splitt zu verteilen und auch die schweren Betonplatten zu transportieren.

Material
Betonplatten, zum Beispiel 6x 50 x 50 cm
Kopfsteinpflaster
Schotter/Kies, Körnung 0/32 mm für die Tragschicht
Splitt Körnung 0/8 mm für das Pflasterbett
Fugensplitt und Fugensand
Kastenrinne mit Schmutzgitter
Fertigbetonmischung
Beeteinfassungen aus Cortenstahl

Werkzeuge
Besen | Gummihammer | kleine Schaufel | Kreuzlinienlaser | lange Wasserwaage | Maurerschnur | (Mini-) Bagger | (Motor-) Schubkarre | Plattenheber | Rechen | Rüttelplatte |verstellbare Abziehlatte | Zollstock

Beeteinfassung vor dem Pflastern anlegen

Beeteinfassungen aus Metall gibt es in verschiedenen Höhen und Stärken. Sie können nach Maß bestellt werden. Wir verwenden Beeteinfassungen aus Cortenstahl. Cortenstahl bildet mit der Zeit eine rötlichbraune Patina. Dieser Effekt ist optisch erwünscht. Zugleich schützt diese Sperrschicht den Stahl vor Witterungseinflüssen.

1. Rinne graben und Metallkante mit einem Holzblock an der Richtschnur ausrichten.

Pflasterfläche
© Thomas Aabo

2. Zweite Metallkante anlegen und mit Holzklötzen fixieren. Dabei Platz für das T-Profi l lassen.
3. Das T-Profi l mittig bis 3 cm unter der Oberkante der Beeteinfassung einschlagen.

Vor dem Pflastern: Untergrund vorbereiten

Damit die Pflasterfläche nicht absinkt, müssen Sie den Untergrund verdichten. Zunächst benötigt man eine circa 40 cm dicke Tragschicht aus Schotter (0/ 32 mm Körnung), die schichtweise verdichtet wird.

Darüber kommt das Pflasterbett aus feinem Splitt (0/8 mm). Die Höhe des Pflasterbettes ergänzen Sie um den Höhenunterschied zwischen Platten und Pflastersteinen. Dicke Splittschichten verdichten Sie ebenfalls.

1. Entfernen Sie den Mutterboden. Idealerweise weist das verbleibende Erdreich ein leichtes Gefälle weg vom Haus auf.
2. Rings um den Pflasterbereich Stangen in den Boden schlagen. Die Höhe des Aufbaus mit dem Laser ausmessen und markieren.
3. An den Stangen die Höhen markieren und eventuell mit Schnüren verbinden. Wichtig: Bereits hier das Gefälle von 1 bis 2 cm pro Meter vom Haus weg einplanen.

Pflasterfläche
© Thomas Aabo

4. Tragschicht aus Schotter (hier: 30 cm hoch) auffüllen. Den Schotter schichtweise – alle 10 cm – mit einer Rüttelplatte verdichten.
5. Tipp: Zum gleichmäßigen Verteilen des Schotters können Sie einfach ein gerades Brett an einem Rechen befestigen.
6. Die Tragschicht kreuz und quer verdichten. Auch das Pflasterbett aus Splitt schichtweise verdichten.

Pflasterfläche
© Thomas Aabo

Große Pflasterlatten verlegen

Die Platten werden im Pflasterbett aus Splitt verlegt. Wichtig: Auch wenn bereits in der unteren Schicht auf das Gefälle geachtet wurde, muss auch das Pflasterbett vor dem Verlegen das korrekte Gefälle aufweisen: 1 bis 2 Zentimeter pro Meter vom Haus weg ist für diesen Plattenbelag nötig. Der Splitt lässt sich mit einer Abziehschiene, die in der Höhe verstellbar ist, glätten. Alternativ kann man auch (Wasser-)Rohre in das Kiesbett legen, korrekt ausrichten und den Kies mit einem langen geraden Brett abziehen.

1. Den Pflastersplitt mit einer Abziehschiene begradigen. Hier lässt sich das gewünschte Gefälle einfach einstellen.
2. Tipp zum Ausrichten der Führungsschiene: Am Ende der langen Wasserwaage Abstandhalter befestigen.
3. Beim Versetzen der Führungsschienen die Höheneinstellung der Abziehlatte beibehalten.
4. Den Splitt in kleinen Etappen abziehen. Einmal abgezogen, darf er nicht mehr betreten werden.
5. Die Platten in Inseln zu je vier Stück verlegen. Zwischen den Quadraten bleibt Platz für das Kopfsteinpflaster.
6. Anstatt den Abstand zwischen den Quadraten auszumessen, verwenden Sie passende „Abstands-Bretter“. Diese Bretter zwischen den „Platteninseln“ sorgen für den korrekten Abstand.

Pflasterfläche
© Thomas Aabo

Pflastern: Kopfsteine stabil verlegen

Sind die großen Platten verlegt, geht es an das Kopfsteinpflaster. Tipp: Sollten die Pflastersteine recht verschiedene Größen haben, hilft es, wenn man beim Verlegen immer einige Steine davon bereitlegt. So kann man besser einschätzen, welcher Stein als Nächstes passen könnte. Kopfsteinflaster und Betonplatten sollten am Ende eine ebene Fläche ergeben. Das Kopfsteinpflaster verfugen Sie mit Fugensplitt, die Betonplatten mit feinem Fugensand.

Pflasterfläche
© Thomas Aabo

1. Puzzlearbeit: In der Mitte aller Kreuzungen zwischen den Inseln sollte sich jeweils ein Stein befinden.
2. Je größer der Pflasterstein, desto tiefer wird er ins Pflasterbett vergraben. Abschließend mit einem Gummihammer festklopfen.
3. Die Fugen zwischen den Pflastersteinen werden mit Splitt verfüllt. Zwischen die Platten kommt feiner Fugensand.
4. Um die Fugen gründlich mit Sand zu füllen, kehrt man diesen diagonal über die Platten. Mehrere Male darüber gehen.

Pflasterfläche
© Thomas Aabo

5. Planen Sie von Anfang an, wo Sie die Beete in die Fläche integrieren möchten. Denn die großen Platten zu verlegen, ist aufwändig und sehr anstrengend. Schade wäre es, wenn Sie die Platten im Nachhinein wieder entfernen müssten!

Wichtig: Abschließend mit der Rüttelplatte auch über das Pflaster gehen. Dadurch bekommen die Steine einen festen Halt und der Fugensand sackt in die Fugen ein – was wiederum den Halt der Steine verbessert. Am besten Sie beginnen mit dem Verdichten nach der ersten Ladung Fugensand. Denn durch das Rütteln wird wieder Platz frei für die nächste Ladung. Erneut Sand auffüllen und noch einmal verdichten.

Tipp: Überprüfen Sie regelmäßig (etwa einmal im Jahr) alle Fugen auf Löcher und füllen diese bei Bedarf auf.

Ablaufrinne setzen

Wird eine große Fläche versiegelt, muss man sich auch um die Ableitung des Regenwassers
kümmern. Verwenden kann man dafür eine oder mehrere Entwässerungsrinnen, die das Regenwasser auffangen und ableiten. Wir verlegen eine Kastenrinne zwischen den „Platten-Inseln“. Wichtig: Berücksichtigen Sie bereits bei der Planung die Lage der Entwässerungsrinne. Das Gefälle sollte auf beiden Seiten auf die Rinne zulaufen.

1. Eine Schnur ziehen, um die Höhe der Rinne (5 mm unterhalb der Platten) zu markieren. Achten Sie auf das Gefälle zum Abfluss hin.
2. Prüfen Sie, ob die Vertiefung im Pflasterbett tief genug für Rinne plus 5 cm Betonschicht ist. Wenn nicht, graben sie etwas tiefer.
3. Erdfeuchten Beton auf den Boden der Vertiefung geben. Zwei Armierungseisen auf den Boden geben dem Fundament Festigkeit.

Pflasterfläche
© Thomas Aabo

4. Die Entwässerungsrinne montieren, bevor sie in die Vertiefung gelegt wird. Sicherstellen, dass der Abfluss zum Kanal frei ist.
5. Entwässerungsrinne in die Vertiefung einsetzen. In den Beton drücken, bis die Rinne 5 mm unter der Plattenebene liegt.

Pflasterfläche
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6. Die Seiten an der Rinne mit Splitt auffüllen. Die Rinne reinigen und einen Blattfänger am Abfluss montieren.

Pflastersteine und Verlegemuster stilvoll kombinieren

Es gibt viele verschiedene Steine und Muster. Hier stellen wir eine Auswahl vor  – lassen Sie sich inspirieren!

  • Große Formate: Sehr große Platten sind beliebt, erfordern aber maschinelle Unterstützung. Der Vorteil: Bei Platten vom Format 30 x 60 cm, im Halbverband verlegt, kann man an den Reihenenden 30 x 30 cm-Platten ohne Zuschnitt verlegen.
  • Natursteine: Diese Steine sind in der Regel etwas teurer, bestechen aber mit einer besonderen Optik. Die lebendige und natürliche Anmutung lässt sich noch durch Platten in verschiedenen Größen, Tönungen sowie bestimmten Verlegemustern, etwa dem „römischen Verband“, verstärken. Dieses Muster scheint zunächst wahllos, folgt aber einem geometrischen System und ergibt sich aus der Kombination verschiedener Plattengrößen.
  • Einfahrt: Gepflasterte Einfahrten sollten immer mit einer extra Kantensicherung versehen werden. Diese schließt die Platten zu einer zusammenhängenden Oberfläche zusammen. So vermeiden Sie, dass sich von schweren Fahrzeugen Fahrtrinnen bilden. Generell sollten für befahrene Flächen kleinere Steine mit einer Mindestdicke von 6 cm verwendet werden. Größere Pflastersteine sollten eine Dicke von 7 cm aufweisen.
  • Schwarze Steine: Schwarze Steine mögen modern sein, müssen aber zur gesamten Terrassengestaltung passen. Wer sich für schwarze Steine entscheidet, sollte darauf achten, dass das Fugenmaterial die Steine nicht verfärbt. Tipp: Verwenden Sie schwarzes Steinmehl zum Verfugen. Wenn Sie die Steine, wie auf dem Bild links, mit Kreuzfuge verlegen, dann sind sie nicht so „fest verschlossen“, wie wenn Sie diese im versetzten Verband legen. Dieses Muster eignet sich somit eher für kleine und zusätzlich eingefasste Bereiche wie auf der Terrasse und weniger für größere oder stark belastete Flächen wie etwa Einfahrten.
  • Wege: Große und kleine Steine ergeben auch auf Wegen eine schöne Dynamik. Werden große Betonplatten von quer liegenden Reihen aus Kopfstein unterbrochen, wirkt der Weg viel lebendiger. Auch Randstreifen aus kleinen Steinen verleihen das gewisse Etwas und erhöhen die Stabilität.
  • Katzenkopf: Zierkies oder sogenanntes Katzenkopfpflaster eignet sich gut, um große, graue Flächen zu unterbrechen. Die gesamte Fläche wirkt durch den Wechsel der Steinform und -größe sowie der Steinfarbe lebendiger. Maximieren lässt sich der Effekt noch, wenn man diese besonders gepflasterten Flächen mit einem anderen Material kombiniert wie etwa hier den Hochbeeten aus Cortenstahl.
  • Farben: Verschiedene Farben können einer grauen und gleichmäßigen Oberfläche zusätzlich Leben einhauchen. Hier führt das Muster mit den kleinen schwarzen Steinen dazu, dass die Steine leicht gegeneinander versetzt liegen. Das macht die Plattenfläche besonders haltbar.
Pflasterfläche
© Thomas Aabo

Verlegemuster für Pflasterflächen

Für eine haltbare Pflasterfläche empfiehlt es sich, die einzelnen Steine versetzt zueinander, also „im Verband“, zu verlegen. Hier zeigen wir einige klassische Muster:

  • Halbverband: Die Steine sind um eine halbe Plattenlänge gegeneinander versetzt. Drittelverband: Die Steine sind um ein Drittel der Plattenlänge gegeneinander versetzt.
  • Wilder Verband: Die Fliesen verlaufen in unregelmäßigen Abständen versetzt zueinander.
  • Klein & groß im Verband: Hier werden große und kleine quadratische Fliesen versetzt zueinander verlegt.
  • Blockverband: Die Platten werden paarweise gelegt und bilden jeweils ein Quadrat, das abwechselnd in verschiedene Richtungen gedreht wird. Achtung: Hier gibt es durchgehende Fugen.
  • Ellbogenverband: Typisches Verlegemuster für Fliesen, die doppelt so lang wie breit sind.
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