Wasser

Pool reinigen und warten

Der Badespaß im eigenen Gartenpool bleibt nur ungetrübt, wenn das Wasser wirklich sauber ist. Wissen Sie, worauf es ankommt, wenn Sie Ihren Pool richtig reinigen wollen? 

Pool Familie
Regelmäßige Reinigung und Wartung Ihres Pools stellt langfristig gesunden Badespaß sicher.© Halfpoint - stock.adobe.com

An heißen Sommertagen hat wohl jeder schon mal von einem eigenen Swimmingpool im Garten geträumt. Für ungetrübte Badefreude ist es unerlässlich, den Pool regelmäßig zu reinigen.

Pool reinigen nach dem Winter

Bei frühlingshaftem Wetter steigt auch die Wassertemperatur im Pool, was das Algenwachstum begünstigt. Sobald die Wassertemperatur konstant 15 Grad beträgt, können Sie den Pool in wenigen Schritten reinigen: 

  1. Entfernen Sie die Poolabdeckung.
  2. Entfernen Sie groben Schmutz wie Laub und Zweige mit dem Laubkescher. Ein Poolsauger* oder Poolroboter* beseitigt zusätzliche Verschmutzungen.
  3. Entfernen Sie Schutz aus der Filteranlage*, indem Sie die Filteranlage einige Minuten zirkulieren lassen und dann rückspülen.
  4. Lassen Sie nun das Poolwasser mit Hilfe einer Tauchpumpe ab. Achtung: Wenn Sie dem Poolwasser Überwinterungszusätze oder Algizide zugesetzt haben, dürfen Sie das Wasser nicht einfach im Boden versickern lassen, sondern müssen sich mit dem Kanalisationsbetreiber abstimmen, bevor Sie das Poolwasser in das öffentliche Abwassernetz einbringen.
  5. Reinigen Sie den Boden und die Wände des Pools gründlich. Folienpools sollten Sie besser mit Schwamm oder Poolbürste reinigen, da beim Pool reinigen mit dem Hochdruckreiniger Schäden an der Poolfolie entstehen können. Entfernen Sie zuerst Kalkablagerungen mit einem sauren Reiniger und anschließend organischen Schmutz mit einem alkalischen Reinigungsmittel.
  6. Montieren Sie sämtliches Zubehör, das Sie über den Winter frostsicher eingelagert hatten und überprüfen Sie die Funktionsfähigkeit der einzelnen Komponenten.
  7. Befüllen Sie den Pool erneut und kontrollieren Sie dabei mehrmals die Leitungen und Dichtungen auf Dichtheit.
  8. Stellen Sie den pH-Wert des Wassers ein: Der Wert sollte zwischen 7,0 und 7,4 liegen und kann mit pH-Hebern und pH-Senkern reguliert werden. 
  9. Stellen Sie auch den optimalen Chlorgehalt des Wassers sicher: Dieser liegt zwischen 1 und 3. 
Pool reinigen Kescher
Mit einem Kescher entfernen Sie groben Schmutz aus dem Pool.© bignai - stock.adobe.com

Pool von Schmutz und Blättern reinigen

Direkt neben einer reich belaubten Hecke oder unter einem Baum ist ein Blätter- und Blütenregen in den Pool programmiert. Besser platziert ist er in einiger Entfernung von laubabwerfenden Gehölzen und möglichst in einer windgeschützten Ecke.

Mindestens einmal im Jahr, zum Beispiel vor der Inbetriebnahme, steht eine mechanische Generalreinigung an: Wände, Boden, Winkel und Nischen sollten von Kalk- und Schmutzablagerungen befreit werden.

Ist das Wasser einmal eingelassen, hält eine Abdeckung bereits sehr viel Schmutz ab. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Von der einfachen Abdeckplane mit umlaufendem Spannseil über die isolierende Luftpolsterfolie oder die robuste Sicherheitsabdeckung bis zur bequemen automatischen Rollabdeckung reichen die Angebote.

Tools, um den Pool zu reinigen

  • Wenn Schmutz und Insekten auf dem Wasser treiben, entfernen Sie diese am besten mit einem Kescher*.
  • Im laufenden Betrieb beseitigt die Filteranlage einen Großteil der Schmutzpartikel und reduziert damit den Aufwand für die mechanische Reinigung und auch den Einsatz von Chemikalien. Sie brauchen eine leistungsfähige, selbstansaugende Pumpe aus korrosionsbeständigem Material. Sie muss so ausgelegt sein, dass die Füllmenge des Beckens innerhalb von vier bis sechs Stunden einmal komplett umgewälzt wird.
  • Schmutzpartikel sammeln sich vor allem an der Oberfläche. Dort werden sie über den Oberflächenreiniger, auch Skimmer genannt, erfasst. Die Ansaugdüsen sollten so positioniert sein, dass sie den Einlaufdüsen des Beckens gegenüberliegen. Damit ist eine ständige, gleichmäßige Wasserbewegung gesichert.
  • Grober, schwerer Schmutz sinkt oft zu Boden, bevor die Umwälzpumpe ihn über den Oberflächenreiniger ansaugen kann. Er sammelt sich vorzugsweise in sogenannten Todzonen wie den Ecken zwischen Wand und Boden, in denen das Wasser kaum bewegt wird.
  • Auch die chemische Reinigung kann hier mangels Wasserumwälzung nur sehr reduziert wirken, und der Schmutz wird zum Nährboden für Keime. Deshalb sollte die Filteranlage auch über einen Anschluss für einen Bodenreiniger verfügen, den man als einfaches mechanisches Gerät oder als vollautomatischen Reiniger, der sich sogar an den Wänden hocharbeitet, bekommen kann.
  • Das über den Oberflächen- und den Bodenreiniger angesaugte Wasser wird von der Pumpe durch den Filter gedrückt. Dort bleiben die Schmutzteilchen hängen. Ein Sandfilter ist dafür nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten die erste Wahl.
  • Anders als ein Kartuschenfilter, wie man ihn beispielsweise für die preiswerten Pools aus den Warenhäusern bekommt, bietet der Sandfilter die Möglichkeit des Rückspülens und erlaubt zudem den Einsatz von sogenannten Flockungsmitteln. Diese bewirken, dass feine Schmutzteile verklumpen und dadurch überhaupt erst vom Filter erfasst werden können. Den Filter sollten Sie in der Badesaison wöchentlich reinigen.
Poolroboter
Ein Poolroboter sorgt für Sauberkeit im Pool.© polack - stock.adobe.com

Wasserqualität im Pool kontrollieren

Um die Wasserqualität im Pool konstant auf einem hohen Niveau zu halten, kommen Sie wahrscheinlich nicht ohne regelmäßigen Zusatz von Chemikalien herum. Bevor Sie Algizide, Chlor oder pH-Regulatoren ins Wasser geben, ist jedoch zuerst einmal eine Wasseranalyse fällig. 

Pool-Profis empfehlen für Anfänger Teststreifen zur Wasseranalyse. Erfahrene Poolbesitzer können auch mit Reagenztabletten arbeiten. Führen Sie mindestens zwei Mal pro Woche eine Wasseranalyse bei Ihrem Pool durch. Nur so können Sie den Zustand des Wassers genau beurteilen und Pflegemaßnahmen darauf abstimmen.

Spezielle Poolpflege-Sets* bestehen aus Teststreifen und optimal aufeinander abgestimmten Produkten, mit denen Sie die Wasserqualität in Ihrem Pool erhalten.

Säuregehalt im Pool bestimmen

Zuerst wird der pH-Wert, also der Säuregehalt des Wassers gemessen. Dieser sollte zwischen 6,8 und 7,6 liegen. Bei einem zu hohen pH-Wert tritt verstärkt Kalkausfall auf und kann zu Hautunverträglichkeiten kommen. Ist der pH-Wert hingegen niedriger, so kann das auf Dauer Korrosionsschäden an Metallteilen des Beckens verursachen.

  • Ein zu hoher pH-Wert wird mit einem sogenannten pH-Senker korrigiert.
  • Bei einem zu niedrigen pH-Wert kommt ein pH-Heber zum Einsatz.

Ist der pH-Senker oder -Heber zugefügt, sollte die Pumpe erst mal ein bis zwei Stunden laufen, damit sich das Mittel gleichmäßig im gesamten Wasser verteilen kann.

Reinigungsmittel für den Pool
Mit Produktkits können auch Pool-Einsteiger die Wasserqualität ihres Pools sichern.© nazarovsergey - stock.adobe.com

Pool reinigen und desinfizieren

Dann wird noch einmal gemessen – zur Kontrolle des pH-Werts und zur Überprüfung des Desinfektionsmittels. Für die gängigen Mittel wie Chlor oder Brom gibt es kombinierte Teststreifen oder Tabletten, so dass der pH-Wert und der Gehalt an Desinfektionsmitteln in einem Arbeitsschritt ermittelt werden können.

1. Desinfektion mit Chlor

Im privaten Pool ist nach wie vor Chlor das am weitesten verbreitete Desinfektionsmittel: Es ist am bekanntesten und wohl auch am preisgünstigsten. Der Gehalt an freiem Chlor sollte zwischen 0,3 und 0,6 mg pro Liter liegen. Wird es zu hoch dosiert, riecht Chlor nicht nur unangenehm, es kann sich auch negativ auf die Gesundheit auswirken. "Häufige Folgen sind Reizungen der Schleimhäute und der Augen. Bei dauerhaft hoher Konzentration können chlororganische Verbindungen wie Chloroform entstehen, welche die Gesundheit insgesamt schädigen können", erläutert Verbraucherberater Ralph Walther.

2. Desinfektion mit Brom

Eine Alternative zu Chlor ist Brom. Da dies ebenfalls ein Halogen ist, sind die Nebenwirkungen bei Überdosierung jedoch vergleichbar.

Vorsicht: Aus Brom können sich Bromate bilden, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

Wem das zu risikoreich erscheint, dem bleiben Mittel auf Aktivsauerstoffbasis (Wasserstoffperoxid). "Auch sie haben zwar bei Überdosierung reizende Nebenwirkungen, doch diese sind insgesamt milder. Außerdem sind diese Substanzen umweltfreundlicher und stellen kein Entsorgungsproblem dar", urteilt Verbraucherschützer Walther. "Allerdings, so Verbandsexperte Eisele, entfalten die Sauerstoffmittel ihre desinfizierende Wirkung vergleichsweise träge."

Pool von Algen reinigen

Nicht nur Keime und Bakterien können zum Problem im Poolwasser werden, sondern auch Algen machen sich bei mangelnder Pflege breit. In einem Pool, der mit einer automatischen Dosieranlage und mit Chlor betrieben wird, können Sie auf Algizide verzichten, ansonsten sollten Sie ein algenabtötendes Mittel nach Bedarf zuführen.

Es gibt auch Produkte, in denen bereits ein Desinfektionsmittel und ein Algizid kombiniert wurden. Sie sind dadurch zwar bequemer in der Anwendung, meist jedoch auch etwas teurer und schwieriger zu dosieren.

Aufstellpool
Auch ein Aufstellpool muss regelmäßig gereinigt werden.© Dmytro - Stock.adobe.com

Welcher Pool passt zu Ihnen?

1. Planschbecken aus PVC oder Vinyl

Für die Kleinsten ist nach wie vor ein aufblasbarer PVC- oder Vinyl-Pool* mit zwei oder drei Ringen und Ablassventil am Boden gefragt.

  • Maße: Durchmesser zwischen 100 und 200 cm, Höhe von 20 bis 30 cm Befüllung bei 75 %: ab 0,24 cbm
  • Extras: gepolsterte Böden, mehr Stabilisierungskammern, dickere und damit stabilere Folie, Überdachungen, Abdeck- und Unterlegplanen
  • Preis: ab 10 Euro

2. Aufstellpool

Runde  oder rechteckige Aufstellpools* bestehen ebenfalls aus PVC oder Vinyl, haben jedoch feste, stehende Seitenwände. Vorsicht: Diese sind nicht zum Sitzen geeignet. Ein aufblasbarer Wulst am oberen Rand stabilisiert zusätzlich. Das Wasser wird in der Regel durch ein Seiten- und ein Bodenventil abgelassen. Auch bei diesen Produkten spielt die Optik eine wichtige Rolle.

  • Maße: Durchmesser zwischen 155 und 240 cm, Höhe von 30 bis 50 cm Befüllung bei 75 %: ab 0,85 cbm
  • Extras: Abdeck- und Unterlegplanen
  • Preis: ab 20 Euro

3. Jumbo- und Family-Pools

Jumbo- oder Family-Pools sind meist viereckige aufblasbare Becken für die ganze Familie. Über die dicken Wülste ist der Einstieg garantiert sanft. Die Folie ist etwas stärker als bei den Kinder-Planschbecken.

  • Maße: Länge meist 200 bis 300 cm, Breite zwischen 150 und 200 cm, Höhe 50 bis 60 cm Befüllung bei 75 %: ab 1,1 cbm
  • Extras: Pumpe zum Aufblasen, Abdeck- und Unterlegplanen
  • Preis: ab 25 Euro

4. Quick-Pool

Ein runder Quick-Pool ist je nach Größe innerhalb von 15 bis 30 Minuten auch von einer Person aufgebaut: Der Umlaufring wird aufgeblasen – am besten nicht mit einer gewöhnlichen Luft- oder Fußpumpe, sondern mit einem Kompressor. Dann wird das Wasser auf die ausgebreitete Bodenfolie gegeben. Dieses hebt dann den Beckenrand an. Solche selbstaufbauenden Pools sind aus mehreren beschichteten, reißfesten Kunststoffschichten gefertigt. Sie werden in der Regel mit einer Filterpumpe (Kartuschenfilter) verkauft.

  • Maße: Durchmesser von 240 bis 540 cm, Höhe von 60 bis 110 cm Befüllung bei 75 %: ab 4 cbm
  • Extras: Sandfilter, Skimmer, Einstiegsleiter, Abdeckplane und anderes Zubehör
  • Preis: ab 65 Euro

5. Frame-Set

Ein sogenanntes Frame-Set aufzubauen dauert nach Herstellerangaben eine Stunde, möglichst mit zwei bis drei Helfern: Dieser Pool wird durch ein Gestänge aus Metall in Form gebracht. Den oberen Abschluss bildet ein Handlauf. Auf dieses Gestänge wird eine Folie gehängt. Auch hier ist eine Filterpumpe mit Kartusche üblicherweise im Preis inbegriffen.

  • Maße: Durchmesser bei runden Modellen zwischen 300 und 550 cm, Höhe zwischen 75 und 120 cm Befüllung bei 75 %: ab 8 cbm
  • Extras: Sandfilter, Skimmer, Treppe, Abdeckplane und anderes Zubehör
  • Preis: ab 200 Euro

6. Stahlwandbecken

Ein Stahlwandbecken ist besonders strapazierfähig und korrosionsbeständig: Es besteht aus einem Metallrahmen und einer ausrollbaren Metallwand. Für den Aufbau werden viele helfende Hände benötigt. Durch eine Kunststoff-Innenhülle ist das Becken wasserdicht.

  • Maße: Durchmesser zwischen 300 und 800 cm, Höhe zwischen 120 und 150 cm Befüllung bei 75 %: ab 8 cbm
  • Extras: Unterlegvlies, Treppe, Abdeckplane, Scheinwerfer und anderes Zubehör
  • Preis: ohne Zubehör ab knapp 500 Euro, im Set mit Sandfilter, Skimmer, Handlauf, Einlaufdüse und Verbindungsschläuchen ab rund 1000 Euro

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