Praktische Gartenhelfer

Rasentrimmer-Test: Sechs Akku-Geräte im Vergleich

Keine Abgase, kein Lärm, kein Kabel – beste Voraussetzungen, um stressfrei den Rasen in Form zu bringen. Wir haben sechs akkubetriebene Rasentrimmer ab 100 Euro im Praxis-Test untersucht!

 
Rasentrimmer Test 2019 © Christian Bordes
Welcher trimmt am besten?

Sechs verschiedene Rasentrimmer der Akku-Generation haben wir in unserem Praxistest untersucht. Die getesteten Rasentrimmer unterscheiden sich bei Leistung, Bedienung und Ausstattung deutlich. Hier erfahren Sie, welches Gerät sich beim Kauf lohnt! Zudem erklären wir die richtige Technik beim Arbeiten mit dem Rasentrimmer und auf was Sie bei der Schutzkleidung achten sollten.
 

Rasentrimmer-Test: Diese Geräte haben wir getestet

Sechs Rasentrimmer unterschiedlicher Hersteller haben wir uns im Praxistes genauer angesehen:

Die detaillierten Ergebnisse des Rasentrimmer-Tests finden Sie weiter unten in diesem Artikel.
 

Rasentrimmer mit Akku-Power

Mit Akkus arbeiten Sie emissionsfrei, kabellos und bekommen dank Lithium-Ionen-Technik viel Antriebskraft und Ausdauer - auch bei Rasentrimmern. Im Alltag bewährt sich ein zweiter Akku, um ungewollte Arbeitspausen zu vermeiden. Wer markentreu seine Geräte bei einem Hersteller kauft, kann mit zwei oder drei Akkus einen ganzen Gerätepark vom Schrauber bis zur Gartenschere betreiben.

Tipp: Rasentrimmer des gleichen Typs sind alternativ ohne Ladegerät und ohne Akku erhältlich, etwa unsere Testgeräte von Bosch und Makita, die für rund 60 bis 80 Euro angeboten werden. Falls Sie also bereits mehrere Werkzeuge des gleichen Herstellers haben, sparen Sie sich die Anschaffung eines neuen Akkus.
 

Die richtige Schutzkleidung beim Rasentrimmen

Eine Brille, eventuell ein Gehörschutz, Handschuhe und festes Schuhwerk sind die Minimalausstattung bei der Arbeit mit den schnell laufenden Trimmern. Und: Warme Tage in der Gartensaison sollten Sie nicht dazu verleiten, Shorts und kurzärmelige Hemden zu tragen – das Schnittgut, aber vor allem aufgewirbelte Äste, Erdkrümel und kleine Steine, werden zu Geschossen. Ein langschaftiger Gummistiefel ist bei der Arbeit mit den Trimmern deshalb eine gute Wahl.
 

Rasentrimmer-Test: So haben wir getestet

Unsere wichtigsten Kriterien im Test sind Schnittleistung, Akku-Leistung und die Handhabung. Die Akku-Power wurde im Labor geprüft, ansonsten durften sich die Trimmer draußen bewähren. Im Praxistest haben wir Rasenflächen bearbeitet, Kanten an Übergängen getrimmt, dichten Bewuchs geschnitten und dabei auch Ergonomie und Ausstattung der Rasentrimmer berücksichtigt.
 

Unkraut und Kanten mit dem Rasentrimmer schneiden

Wie bei allen Werkzeugen arbeitet man  am effektivsten mit der richtigen Technik. Ein häufiger Fehler beim Trimmen ist, den Gerätekopf parallel zum Boden zu führen. Richtig ist es aber, den Trimmer hinten etwas anzuheben, maximal um 10°.

Der Arbeitsbereich beginnt 60 cm vor den Füßen, das Teleskoprohr muss also entsprechend weit ausziehbar sein. Mit Schwenkbewegungen von rund 40 cm zu jeder Seite trimmen Sie dann den Rasen. Vor allem bei hoch gewachsenem und verwildertem Bewuchs ist der Rasentrimmer eine große Hilfe, aber nur wenn er korrekt eingesetzt wird.

  • Unkraut trimmen: Bei hoch gewachsenem Unkraut kappen Sie zunächst die Spitzen und schneiden dann nach, bis der Untergrund sichtbar ist. Am Boden liegende Steine und Äste sammeln Sie zunächst ein, bevor Sie im letzten Schritt auf Bodenniveau schneiden. Wichtig: Auf Zweige und Kieselsteine achten, die das Schneidwerk beschädigen könnten.
  • Kanten schneiden: Die Bereiche, in die Sie mit dem Rasenmäher nicht vordringen können, übernimmt der Rasentrimmer. Das Praktische daran: Der Gerätekopf bei Rasentrimmern ist um die Längsachse drehbar. Nach der Entriegelung drehen Sie den Kopf einfach um eine Vierteldrehung. Dann können Sie den Trimmer mit der Rolle auf dem Schutzkorb entlang der Steinkante führen und den Bewuchs zurechtschneiden.

Tipp: Große Personen sollten beim Kauf unbedingt auf einen Teleskop-Auszug achten, um Rückenbeschwerden vorzubeugen.
 

Rasentrimmer: Messer oder Faden?

Bei dieser Frage spielt sowohl die persönliche Präferenz, aber auch die Beschaffenheit des Gartens eine wichtige Rolle. Für einen normalen Rasen sind beide Varianten gut geeignet. Wenn es jedoch um dichteren Bewuchs geht, kommt man um das Trimmen mit dem Messer nicht herum. Der Faden ist feiner und flexibler, das Messer ist dafür robuster und schafft auch hartnäckiges Gestrüpp. Natürlich sollten Sie dabei auch auf die Leistung des Geräts achten. Einige Modelle lassen sich von Faden- auf Messerbetrieb umrüsten, etwa bei dem getesteten Rasentrimmer von Ryobi.
 

Rasentrimmer reinigen: So geht's

Das Reinigen nach jedem Einsatz vermeidet das Trocknen des Schnittguts und harte, verkrustete Rückstände am Werkzeug. Wasser mit etwas Spülmittel, Schwamm und Geschirrbürste sind ausreichend, um den Grasschnitt schonend zu entfernen. Mechanische Elemente wie den Antrieb und die Fadenspule sollten Sie vorsichtig bürsten und abwischen, damit kein Wasser eindringt.

Im folgenden stellen wir die detaillierten Ergebnisse des Rasentrimmer-Praxistests vor.
 

1. Rasentrimmer im Test: Black+Decker STC 1840EPC

Eine Ladezeit von 120 Minuten ist kein Bestwert – aber wenn der Akku voll ist, kann sich sein nicht zu groß geratener Nutzer an guten, per Voreinstellung variablen Trimmleistungen und an einem klugen Bedienkonzept erfreuen. Als einer von zwei Trimmern im Test verfügt der Rasentrimmer von Black+Decker über eine Kunststoffrolle, die beim Kantenstechen eine willkommene Hilfe ist.

Positiv: ruhig laufender Antrieb, Verlängerung des Fadens mittels Taste am Pistolenhandgriff, Führung beim Kantenschneiden mit Rolle, Handhabung überzeugt, Trimmer gut ausbalanciert, Energiesparmodus, Drehzahlwahl für dichten Bewuchs
Negativ: Akkuladezeit etwas lang, bedingt geeignet für Körpergrößen über etwa 185 cm

Technische Daten:

  • Akku-Typ, Leistung, Kapazität: Li-Akku, 18 Volt, 4,0 Ah
  • Schnittbreite (Schneiddurchmesser): 30 cm
  • Schneidsystem: Faden
  • Laufzeit mit Akku (ohne Last bei Höchstdrehzahl): 60 min
  • Laufzeit mit Akku (im Garteneinsatz): 45 min (im Sparmodus länger)
  • Ladezeit Akku: 120 min
  • Gewicht inklusive Akku: 2,6 kg
  • Gerätekopf schwenkbar / neigbar: ja / nein
  • Verstellmöglichkeit (zum Kantenstechen): ja, Spurführung mittels Rolle
  • Mitgeliefertes Zubehör: Ladegerät, ein Akku
  • Besonderheiten: Fadenverlängerung fernbedienbar am Handgriff, zweistufige Geschwindigkeitsvorwahl, Schnellverstellung, Zusatzhandgriff
  • Das fiel auf: Teleskopstiel zu kurz, ab 180 cm Körpergröße kritisch, lange Akkuladezeit
  • UVP / Preis im Handel*: 160 / 120 Euro

 

2. Rasentrimmer im Test: Bosch ART 23-18Li

Kleiner oder mittlerer Garten, wenig Platz im Gerätehäuschen und auf der Suche nach einem preiswerten Rasentrimmer – der beeindruckend kompakte Rasentrimmer von Bosch ist dann eine gute Wahl, wenn man Rasen und -kanten regelmäßig schneiden will. Anspruchsvollere Trimmarbeiten wie hohen, dichten Bewuchs und den Schnitt von feuchtem Gras sind nicht der bevorzugte Arbeitsbereich.

Positiv: Arbeitsgeräusch niedrig, preiswertes Gerät, gute Verarbeitung, geringer Platzbedarf im Geräteschuppen dank zusammenschiebbarem Griff, Energiesparmodus

Negativ: ergonomisch nicht überzeugend ab etwa 185 cm Körpergröße, Durchzug des Antriebs könnte besser sein

Technische Daten:

  • Akku-Typ, Leistung, Kapazität: Li-Akku, 18 Volt, 2,5 Ah
  • Schnittbreite (Schneiddurchmesser): 23 cm
  • Schneidsystem: Kunststoffmesser
  • Laufzeit mit Akku (ohne Last bei Höchstdrehzahl): 75 min
  • Laufzeit mit Akku (im Garteneinsatz): 50 min (im Sparmodus länger)
  • Ladezeit Akku: 55 min
  • Gewicht inklusive Akku: 2,5 kg
  • Gerätekopf schwenkbar / neigbar: ja / nein
  • Verstellmöglichkeit (zum Kantenstechen): ja
  • Mitgeliefertes Zubehör: Ersatzmesser, Ladegerät, ein Akku
  • Besonderheiten: Höhenverstellung und Schwenken des Gerätekopfs mittels Drucktasten, Geschwindigkeitswahl, Anzeige Akkuladung
  • Das fiel auf: kompaktes, leichtes Gerät, Teleskopstiel etwas kurz
  • UVP / Preis im Handel*: 140 / 110 Euro

 

3. Rasentrimmer im Test: Gardena EasyCut Li-18/23R

Gefälliger Trimmer im typischen Gardena-Look. Klug konzipiertes, mit funktionalen Details versehenes Gerät, das sich für die Pflege kleinerer Grundstücke empfiehlt. Antriebskraft und Akkuleistung erreichen mittlere Werte. Arbeiten mit dem günstigen EasyCut bringt Freude, solange der Garten und sein Besitzer nicht zu groß sind.

Positiv: Arbeitsgeräusch niedrig, günstiger Einsteigertrimmer für regelmäßige Gartenpflege, Bedienelemente klug konzipiert

Negativ: Ladezeit des Akkus, Führung beim Kantentrimmen etwas ungenau, Durchzug des Antriebs gering, ergonomisch nicht überzeugend ab etwa 185 cm Körpergröße

Technische Daten:

  • Akku-Typ, Leistung, Kapazität: Li-Akku, 18 Volt, 2,6 Ah
  • Schnittbreite (Schneiddurchmesser): 23 cm
  • Schneidsystem: Kunststoffmesser
  • Laufzeit mit Akku (ohne Last bei Höchstdrehzahl): 55 min
  • Laufzeit mit Akku (im Garteneinsatz): 35 min
  • Ladezeit Akku: 210 min
  • Gewicht inklusive Akku: 2,8 kg
  • Gerätekopf schwenkbar / neigbar: nein / ja
  • Verstellmöglichkeit (zum Kantenstechen): nein
  • Mitgeliefertes Zubehör: Ersatzmesser, Ladegerät, ein Akku
  • Besonderheiten: Schnellverstellung des zweiten Handgriffs, kompaktes Ladegerät
  • Das fiel auf: sehr lange Akkuladezeit, Betriebsgeräusch niedrig
  • UVP / Preis im Handel*: 135 / 105 Euro

 

4. Rasentrimmer im Test: Makita DUR 181RF

Welchen Wert ein einfacher Gurt als Tragehilfe hat, zeigt sich beim Rasentrimmer von Makita, der als einziger dieses wichtige Zubehör (und auch eine Schutzbrille) dabei hat. So könnte der toll verarbeitete Makita richtig Spaß bringen – wenn nur nicht sein Akku so schwächeln würde. Da wird ein zweiter, am besten gleich einer mit höherer Kapazität, zum Pflichtkauf.

Positiv: gute Verarbeitung, auch für groß gewachsene Anwender geeignet, Handhabung im Einsatz, Trimmer gut ausbalanciert, sehr gute Schnellladestation, mitgeliefertes Zubehör (Tragegurt, Schutzbrille und Ersatzfaden)

Negativ: Akkuleistung (Einsatzzeit des Trimmers mit 28 min zu kurz), teuerstes Gerät im Test


 

Technische Daten:

  • Akku-Typ, Leistung, Kapazität: Li-Akku, 18 Volt, 3,0 Ah
  • Schnittbreite (Schneiddurchmesser): 26 cm
  • Schneidsystem: Faden
  • Laufzeit mit Akku (ohne Last bei Höchstdrehzahl): 40 min
  • Laufzeit mit Akku (im Garteneinsatz): 28 min
  • Ladezeit Akku: 20 min
  • Gewicht inklusive Akku: 3,1 kg
  • Gerätekopf schwenkbar / neigbar: ja / ja
  • Verstellmöglichkeit (zum Kantenstechen): ja
  • Mitgeliefertes Zubehör: Ersatzfaden, Ladegerät, ein Akku, Schutzbrille, Tragegurt
  • Besonderheiten: Verlängern des Mähfadens während des Betriebs durch Auftippen des Spulenkopfs, Warnleuchte für Akkuladung
  • Das fiel auf: schnelle Akkuladung, einziges Gerät mit Tragehilfe, Zubehör (Schutzbrille, Ersatzfaden)
  • UVP / Preis im Handel*: 199 / 160 Euro

 

5. Rasentrimmer im Test: Ryobi RLT 183225

Zur perfekten Anpassbarkeit an den eigenen Bedarf lässt sich beim Rasentrimmer von Ryobi neben der per clip-gesicherten Teleskopstange auch der Schneidkopf in seiner Neigung in drei Stufen einstellen. Schmerzlich (für die Pflanzen) ist der Verzicht auf einen Schutzbügel, mit der etwas weich anmutenden Aufnahme des Zusatzhandgriffs hingegen kann man leben.

Positiv: Handgriff in Neigung und Höhe auf Teleskoprohr verstellbar, auch für groß gewachsene Anwender geeignet, automatische Fadenverlängerung

Negativ: kein Pflanzenschutzbügel, spürbare Vibrationen, Kantenschneiden ohne Auflager (Rolle oder Bügel) mühsam


 

Technische Daten:

  • Akku-Typ, Leistung, Kapazität: Li-Akku, 18 Volt, 2,5 Ah
  • Schnittbreite (Schneiddurchmesser): 30 cm
  • Schneidsystem: Faden
  • Laufzeit mit Akku (ohne Last bei Höchstdrehzahl): 55 min
  • Laufzeit mit Akku (im Garteneinsatz): 40 min
  • Ladezeit Akku: 70 min
  • Gewicht inklusive Akku: 2,7 kg
  • Gerätekopf schwenkbar / neigbar: ja / ja
  • Verstellmöglichkeit (zum Kantenstechen): ja
  • Mitgeliefertes Zubehör: Ladegerät, ein Akku
  • Besonderheiten: Zusatzgriff in Höhe und Neigung verstellbar
  • Das fiel auf: Nachstellen des Mähfadens selbsttätig nach Maschinenstart
  • UVP / Preis im Handel*: 150 / 135 Euro

 

6. Rasentrimmer im Test: Stiga SGT 24AE

Topleistungen beim Trimmen, befriedigende Fertigungsqualität und etwas gewöhnungsbedürftiges Handling – Arbeitsleistung und Akkustandzeit lassen fast vergessen, dass vor allem benzinbetriebene Trimmer noch entschiedener im Grünen wüten. Durchzug, Trimmleistung und Ausdauer verdienen Bestnoten – wer das sucht, darf sich den fünften Stern dazudenken.

Positiv: exzellente Trimmleistung, guter Durchzug bei dichtem Bewuchs, Laufzeit mit geladenem Akku mehr als 90 min, Führung beim Kantenschneiden, geeignet auch für Anwender mit mehr als 185 cm Körpergröße

Negativ: spürbare Vibrationen, Zusatzhandgriff fällt qualitativ ab, Akku stört beim Arbeiten, Pflanzenschutzbügel zu kurz

Technische Daten:

  • Akku-Typ, Leistung, Kapazität: Li-Akku, 24 Volt, 4,0 Ah
  • Schnittbreite (Schneiddurchmesser): 30 cm
  • Schneidsystem: Faden
  • Laufzeit mit Akku (ohne Last bei Höchstdrehzahl): mehr als 120 min
  • Laufzeit mit Akku (im Garteneinsatz): 95 min
  • Ladezeit Akku: 75 min
  • Gewicht inklusive Akku: 3,0 kg
  • Gerätekopf schwenkbar / neigbar: ja / ja
  • Verstellmöglichkeit (zum Kantenstechen): ja, Spurführung mittels Rolle
  • Mitgeliefertes Zubehör: Ladegerät, ein Akku
  • Besonderheiten: Zusatzgriff in Höhe und Neigung verstellbar, einziges 24-V-Gerät im Test
  • Das fiel auf: lange Laufzeit mit einer Akkuladung, Position des Akkus im Betrieb etwas störend
  • UVP / Preis im Handel*: 160 / 150 Euro

Quellen: Recherchen der Redaktion, Herstellerangaben. Preise im Handel (*) ermittelt bei diversen Anbietern im 1. Quartal 2019. Alle in diesem Test gezeigten Rasentrimmer wurden uns von den Herstellern / Vertrieben für die Dauer der Produktion zur Verfügung gestellt

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