Wandfarbe

Abtönfarben mischen: So treffen Sie den richtigen Ton

Manchmal ist es gar nicht so einfach, den richtigen Farbton für die eigenen vier Wände zu treffen. Wir zeigen Ihnen worauf es bei der richtigen Mischung von Abtön- und Dispersionsfarbe ankommt.

Wandfarbe mischen
Die Mischung macht's: Beim Auswahl des richtigen Farbtons gibt es einiges zu beachten.© Chris Lambertsen

Farben beeinflussen maßgeblich unsere Stimmung und damit unser Wohlbefinden. Das erfahren wir im Alltag immer wieder.

Wir kennen auch die Wirkung von Farbe auf die Dimensionen eines Raums: Hohe, schmale Räume können durch geschickte Farbgebung an Tiefe gewinnen, enge Räume weiter wirken.

Die richtige Wandfarbe finden  

© Chris Lambertsen

Die Farbenhersteller bieten heute eine große Auswahl fertig abgetönter Wandfarben an, darunter verschiedene Weißtöne und aktuelle Trendfarben. Diese sind allerdings, verglichen mit der weißen Grundfarbe, deutlich teurer. Und wer seine Wände individuell nach eigenen Vorstellungen gestalten möchte, für den ist (Selbst-)Anmischen das Mittel der Wahl.

Der richtige Farbton für die Wandfarbe

Hilfreich bei der Auswahl des Farbtons sind grundlegende Farbschemata, wie sie zum Beispiel über den Farbfächer erkennbar sind.

  • Ein harmonisches Farbbild ergibt sich, wenn nur ein einziger Farbton verwendet wird, der unterschiedlich hell beziehungsweise dunkel abgetönt wird.
  • Ruhige Kombinationen erzeugen Sie mit zwei oder mehr Farben, die im Farbfächer nebeneinander liegen.
  • Eine kontrastreiche Farbzusammenstellung ergibt sich, wenn mit Komplementärfarben (beispielsweise rot und grün) gearbeitet wird.
  • Schwarz, Weiß und Grau sowie braune, beige oder cremefarbene Töne können gut für Abtönungen und Schattierungen (Kontraste) genutzt werden.

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Informationen und Anregungen zu aktuellen Farbtrends und möglichen Farbkombinationen finden sich beispielsweise in Wohnzeitschriften. Praktische Beispiele lassen dort die Wirkung von Farben in Kombination mit der Einrichtung erkennen. Auch im Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten, interaktiv Farbpaletten zusammenzustellen, ganze Räume virtuell zu streichen und damit die eigenen Farbvorstellungen zu überprüfen.

Sind Sie dann Ihrer Wunschfarbe näher gekommen, ergibt sich letzte Gewissheit durch die Beratung im Fachhandel oder Baumarkt.

Wandfarbe richtig mischen – für ein optimales Farbergebnis

Beim Händler besteht die Möglichkeit, sich einen Farbton direkt anmischen zu lassen. Auch mitgebrachte Muster, sei es ein Tapetenschnipsel oder eine Fliese, stellen Farbmischgeräte der neuesten Generation kaum mehr vor Probleme. Sie "lesen" die Musterfarbe via Scanner ein und liefern dann die Formel für die Mischung. Allerdings empfiehlt es sich in jedem Fall, mittels Teststreifen zu prüfen, wie die getrocknete Farbe tatsächlich aussieht.

Ein entscheidender Vorteil des Mischenlassens ist natürlich die sichere Reproduzierbarkeit des Farbtons, falls man ihn einige Zeit später noch einmal benutzen möchte (oder sich in der benötigten Menge verschätzt hat). Wer die Farbkarte aufbewahrt oder sich den Code notiert, ist auf der sicheren Seite.

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Für alle, die selbst rühren wollen, stehen Abtönfarben in unzähligen Varianten und verschiedenen Größen zur Verfügung. Meist ist das Mischverhältnis für unterschiedliche Farbintensitäten auf der Verpackung angegeben. Auch clevere Dosiervorrichtungen helfen beim Erzielen des individuellen Wunschtons.

Mischen Sie stets in ausreichend großen Gefäßen – eckige sind weniger geeignet – und mit einem Rühraufsatz für die Bohrmaschine, Handrühren allein reicht nicht aus.

So sieht die Wandfarbe wirklich aus

Um beurteilen zu können, wie ein Farbton später an der Wand tatsächlich aussieht, sollte die Farbprobe gut durchgetrocknet sein – nasse Farbe wirkt immer etwas dunkler. Außerdem ist es wichtig, die Probe senkrecht zu betrachten und sie nicht flach hinzulegen, da die Wandflächen das einfallende Licht weniger reflektieren und dementsprechend dunkler wirken. Darüber hinaus sollten die Lichtverhältnisse, in denen man die Farbprobe beurteilt mit den realen Lichtverhältnissen im zu streichenden Raum in etwa übereinstimmen. Es lohnt sich also, sich kurz die Zeit zu nehmen, um – zum Beispiel aus dem Baumarkt – mit der Probe ins Freie zu treten und sie im Tageslicht zu betrachten.

Beide Farben vom selben Hersteller

Die Wandfarbe muss zur Abtönfarbe passen! Es empfiehlt sich daher, beide Produkte von demselben Hersteller zu kaufen, da diese genau aufeinander abgestimmt sind und deshalb in jedem Falle "die Chemie stimmt" beziehungsweise sich der gewünschte Farbton exakt herstellen lässt. Bei der Verwendung spezieller Dispersionsfarben ist dies besonders wichtig, und Sie sollten frühzeitig prüfen, ob ein Abtönen überhaupt beziehungsweise in der gewünschten Intensität möglich ist. Unter Umständen gehen die besonderen Eigenschaften (beispielsweise eine Sperre gegen Nikotinflecken) durch zu viel Abtönfarbe verloren.

Umweltfarbe abtönen

Und wer weiße Umweltfarbe abtönen will, sollte auch die ergänzende Abtönfarbe wählen. Wird keine Dispersionsfarbe verwendet, sondern eine Naturfarbe wie zum Beispiel Kaseinfarbe, muss sie mit entsprechenden Zusätzen – in diesem Fall Pigmenten – eingefärbt werden. Erkundigen Sie sich vorher, ob Ihr Wunschton mit natürlichen Pigmenten hergestellt werden kann.

Vor jedem Mischen – egal, ob mittels Maschine beim Händler oder im Eimer daheim – ist natürlich eine sorgfältige Bedarfsermittlung erforderlich. Seien Sie bei der Mengenberechnung nicht knauserig, es ist sehr ungünstig, wenn Ihnen in der Wandmitte (oder vor der letzten) die wohlkomponierte Farbe ausgeht.

SELBER MACHEN 01/2008

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