Nachhaltiges Haus

Von Dach bis Keller CO2 sparen

Klimaschutz ist Ihnen wichtig, aber Sie wissen nicht, wie Sie als Einzelperson einen Beitrag dazu leisten sollen? Wir zeigen, wie Sie zuhause Ihren CO2-Verbrauch senken können.
 

 
CO2 sparen im Haushalt © Tillman Straszburger
Schon mit kleinen Maßnahmen können Sie viel CO2 einsparen.

Die eigenen CO2-Emissionen verringern: Da denken viele mit schlechtem Gewissen als Erstes an ihre Autofahrten, Flugreisen und ans Online-Shopping. Doch die meisten CO2-Emissionen pro Bürger entstehen zu Hause.
 
Das hat das Umweltbundesamt in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden. Dabei wurden Daten und Informationen zu den Themen Mobilität, Haushaltsführung und Konsumverhalten ebenso erfragt wie Einstellungen zur Umwelt und zum Ressourcenverbrauch. Das Ergebnis: 17 Prozent der CO2-Emissionen pro Bürger entfallen auf den Einkauf, 31 Prozent auf die Mobilität und 52 Prozent auf den Bereich „zu Hause“.
 
Jeder sollte also quasi „vor der eigenen Haustür kehren“, wenn es um das Einsparen von CO2-Emissionen geht. Am meisten CO2 spart man, indem man auf eine effiziente Dämmung und ein verbessertes Heizsystem setzt. Daneben helfen auch weniger aufwendige Maßnahmen wie den Wechsel zum Ökostrom-Anbieter, das Anschaffen und Montieren eines Stecker-Solargeräts sowie das Verwenden einer besonderen Suchmaschine beim Surfen im Netz.

So geht’s: CO2 sparen im eigenen Haus

Eine effiziente Dämmung birgt große Sparpotenziale, was CO2-Emissionen und Heizenergie angeht: Das hat co2online, eine gemeinnützige Beratungsgesellschaft für Klimaschutz, durch die Auswertung von rund 22.000 Gebäude- und Verbrauchsdaten bestätigt. Den Berechnungen zufolge kann man bei einem Einfamilienhaus (Baujahr 1983) mit einer Fläche von 125 Quadratmetern durch das Anbringen einer Fassadendämmung bis zu 860 Kilogramm CO2 respektive 19 Prozent der Heizenergie pro Jahr einsparen. Die Dämmung der obersten Geschossdecke bringt eine Ersparnis von rund 320 Kilogramm CO2 (sieben Prozent) der Heizenergie, die Dämmung der Kellerdecke bis zu 230 Kilogramm CO2 und damit fünf Prozent der Heizenergie.
©Tillman Straszburger
 

Heizen mit wenig CO2

Auch durch die Umstellung auf ein anderes Heizsystem können Sie viel CO2 vermeiden. Wärmepumpen etwa gelten zu Recht als umweltfreundlich, denn drei Viertel der Energie zum Heizen fördern sie – je nach Art der Wärmepumpe – aus Luft, Erde oder Grundwasser. Das restliche Viertel kommt in Form von Strom dazu.
So funktioniert eine Wärmepumpe: In ihren Rohren zirkuliert ein flüssiges Kältemittel, das Erdwärme aufnimmt, verdampft und nach oben steigt. Der Kältemittel-Dampf wird komprimiert und dadurch auf eine höhere Temperatur gebracht. Die Wärme wird dann an den Heizkreislauf im Haus übertragen, der Dampf verliert an Temperatur, verflüssigt sich, wird auf niedrigeren Druck und auf seine Ausgangstemperatur gebracht. Dann geht der Kreislauf von vorne los.

Solaranlage: CO2 sparen mit der Kraft der Sonne

Durch den Einsatz von Solaranlagen kann eine Menge CO2 eingespart werden.  Zwei Arten von Solaranlagen gibt es:
Die Solarthermieanlage, die Sonnenergie in Wärme umwandelt, und die Photovoltaik-Anlage, die aus der Solarenergie Strom gewinnt. Ganze 3,3 Tonnen CO2 kann eine einzige Photovoltaik-Anlage einsparen, wenn das Dach eines freistehenden Einfamilienhauses maximal mit Solarzellen bedeckt wird. Im Jahr produziert diese Anlage 7.000 Kilowattstunden (kWh) Strom. Schnell und einfach eigenen Strom erzeugen kann man mit kleinen Stecker-Solargeräten. Das Gerät wird an die Außensteckdose angeschlossen und kann in einer Halterung am Boden oder am Balkongeländer montiert werden. Teilen Sie die Nutzung einer solchen Kleinanlage unbedingt Ihrem Netzbetreiber mit, bevor Sie sie in Betrieb nehmen!

CO2-Sparen durch Ökostrom

Auch wenn Sie Ökostrom anstelle von konventionellem Strom beziehen, können Sie enorm an CO2 einsparen. Echter Ökostrom kommt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Wasser- oder Solarkraft. Das muss der Stromanbieter mit Herkunftsnachweisen im Herkunftsnachweisregister belegen. Strom, dessen Herkunft nicht bekannt ist, bezeichnet man als Graustrom. Anbieter können ihren Strom als Ökostrom bezeichnen, ohne strenge Kriterien erfüllen zu müssen. Woran erkennt man also echten Ökostrom?

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen definiert Ökostrom nach den folgenden Kriterien: Der Strom muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen und der Anbieter muss die Energiewende vorantreiben, etwa durch Investitionen in Energiewende-Projekte und in den Bau neuer Anlagen. Dass Ökostrom immer teurer ist, stimmt übrigens nicht: Rund ein Drittel der Deutschen bezieht zu einem recht teuren Tarif Strom vom örtlichen Grundversorger. Durch den Wechsel zum Ökostromanbieter würden sie Geld sparen: Nach Angaben von co2online könnte eine vierköpfige Familie so pro Jahr rund 70 Euro und 2,2 Tonnen CO2 sparen.

©Christian Bordes

CO2 sparen: Schnelle Maßnahmen

Nicht nur die großen Maßnahmen, auch die kleinen Handgriffe im Alltag können CO2 sparen. Fangen Sie gleich an: mit unseren Tipps für Wohn- und Arbeitszimmer, Bad und Küche.

  • Wohnzimmer: LED-Lampen sind das Leuchtmittel der Wahl, wenn es um Umweltfreundlichkeit geht, denn im Vergleich zu Energiesparlampen verbrauchen LEDs weniger Strom und stoßen so weniger CO2 aus. Zudem haben sie eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten.
  • Küche: Alte Haushaltsgeräte durch neue, effizientere ersetzen – das ist die große Einsparmaßnahme in der Küche. Das EU-Energielabel gibt an, wie effizient ein Gerät ist. Sie sind sich aber nicht sicher, ob sich etwa der Austausch Ihres Kühlschranks lohnt? Dann machen Sie den Kühlcheck auf www.co2online.de.
  • Arbeitszimmer: Wer einen Laptop statt Desktop-PC nutzt, hat schon CO2 gespart. Denn Laptops brauchen etwa dreimal weniger Strom. Wenn Sie die Bildschirmhelligkeit anpassen und den Energiesparmodus aktivieren, arbeiten Sie noch energieeffizienter. Zum Surfen im Internet können Sie die Suchmaschine Ecosia nutzen und mit Ihren Suchanfragen das Pflanzen von Bäumen unterstützen.
  • Bad: Etwa 450 Kilogramm CO2 und 135 Euro im Jahr können smarte Thermostate an Heizkörpern im Einfamilienhaus mit einer Fläche von 110 Quadratmetern einsparen. Ideal für den Einstieg: smarte Thermostat-Starter-Kits. Thermostat am Heizkörper befestigen, mit dem Router und dem Internet verbinden. Nun kann der Heizkörper per App gesteuert werden, auch von unterwegs.

CO2 sparen: Diese Fördermöglichkeiten gibt es

Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes werden durch unterschiedliche Fördermöglichkeiten unterstützt.

Effiziente Dämmung
Herkömmliche Dämmung: bundesweite Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Dämmung mit Naturdämmstoffen: Förderung durch die KfW und Zuschüsse von einigen Kommunen
 
Alternative Heizsysteme
Einbau einer neuen Gas-/Ölheizung: Förderung durch die KfW.
Einbau eines Heizsystems, das erneuerbare Energien nutzt: Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
 
Photovoltaik-Anlage
Von der KfW, einigen Bundesländern, Städten und Kommunen gefördert.
 

Anneke de Kemp