Raumfahrtskapsel selbst bauen

Kuschelhöhle im Kinderzimmer

Kinder lieben Kuschelhöhlen. Darin können sie sich zurückziehen, lesen und Abenteuer bestehen. Wir haben uns hier einfach mal von der Raumfahrt inspirieren lassen und für Sie eine Raumkapsel konstruiert.

Raumkapsel im Kinderzimmer: ein Paradies für die Kleinen
Raumkapsel im Kinderzimmer: ein Paradies für die Kleinen© Christian Bordes

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Viele von Ihnen werden sich bestimmt an den Vorspann der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" erinnern. Sie fragen sich, was eine TV-Serie, die in den 60er-Jahren über den Bildschirm flimmerte, mit unserem Spielobjekt zu tun hat? Die Anwort: Sowohl die Enterprise als auch die Raumkapsel von SELBER MACHEN sind kreativer Modellbau. Und beide Raumschiffe sind aus Holz.

©Christian Bordes

Wir wissen zwar nicht, was die amerikanischen Kollegen genau als Baumaterial verwendeten, wir aber haben 12 mm dickes MDF mit Lackierfolie benutzt, das wir anschließend mit einfacher Wandfarbe gestrichen haben. Dazu 7 x 7 cm starkes gehobeltes Konstruktionsholz, mehr nicht. Also: Lassen Sie sich von uns in ferne Galaxien entführen!

Skizzen für die Raumkapsel

Die Grundkonstruktion: Skizzen und Maße
Tischlerwinkel konstruieren
© T. Straszburger

Schritt 1/4: Tischlerwinkel konstruieren

Auch die kniffligsten Formen lassen sich mit der mathematischen Formel a2 + b2 = c2 konstruieren. Benötigtes Werkzeug ist dabei ein großer Tischlerwinkel, wie in der Zeichnung oben zu sehen ist. Die Längen a und b (sowie d) lassen sich ausmessen, daraus ergeben sich dann rechnerisch die Längen c und e.

Zeichnung der Raumkapsel
© T. Straszburger

Schritt 2/4: Zeichnung der Raumkapsel

Auch die kniffligsten Formen lassen sich mit der mathematischen Formel a2 + b2 = c2 konstruieren. Benötigtes Werkzeug ist dabei ein großer Tischlerwinkel, wie in der Zeichnung oben zu sehen ist. Die Längen a und b (sowie d) lassen sich ausmessen, daraus ergeben sich dann rechnerisch die Längen c und e.

Die Grundkonstruktion
© T. Straszburger

Schritt 3/4: Die Grundkonstruktion

Verwendet wird gehobeltes Konstruktionsholz 7 x 7 cm für eine 35-Grad-Dachschräge. Diese Längen benötigen die Holzstücke für die Grundkonstruktion benötigt: 2 Stück 214 cm, 3 Stück 119,3 cm, 1 Stück 192,5 cm, 1 Stück 123 cm, 1 Stück 160 cm, 1 Stück 128,6 cm, 1 Stück 160 cm (inkl. Schrägschnitt), 1 Stück 54,6 cm, 1 Stück 111,5 cm, 1 Stück 135 cm, 1 Stück 115 cm, 1 Stück 115 cm, 1 Stück 125 cm, 4 Stück 26 cm, 5 Stück 29 cm, 3 Stück 28 cm, 2 Stück 11 cm, 1 Stück 53 cm.

Holzleisten Hilfskonstruktion
© T. Straszburger

Schritt 4/4: Holzleisten Hilfskonstruktion

Um den schräg angebrachten Verkleidungsplatten eine ausreichende Auflage für die Befestigung zu bieten, werden Holzleisten in Treppenform als Hilfskonstruktion angebracht.

Die Grundkonstruktion für die Höhle

Die Grundkonstruktion für eine Dachschräge
Ringbalken ausrichten
© Christian Bordes

Schritt 1/12: Ringbalken ausrichten

Positionieren Sie die unteren Ringbalken auf dem Boden, und legen Sie dann die Eingangsbreite für den Einstieg fest. Ein Tischlerwinkel hilft, gleich alles genau auszurichten.

Höhe ermitteln
© Christian Bordes

Schritt 2/12: Höhe ermitteln

Nun kann die Höhe der ersten aufrechten Balken mit einem Maßband oder einem Zollstock ermittelt und zugesägt werden.

Dachneigung ermitteln
© Christian Bordes

Schritt 3/12: Dachneigung ermitteln

Wer so wie wir das Kinderhaus in eine Schräge bauen möchte, muss nun die genaue Dachneigung ermitteln. Dazu wird eine sogenannte Schmiege verwendet, ein Messwerkzeug mit zwei variablen Metallschenkeln.

Winkel übertragen
© Christian Bordes

Schritt 4/12: Winkel übertragen

Der Dachneigungswinkel kann nun mittels der Schmiege auf die Balken übertragen werden.

Sägeschnitt anzeichnen
© Christian Bordes

Schritt 5/12: Sägeschnitt anzeichnen

Damit Sie den genauen Sägeschnitt stets kontrollieren können, zeichnen Sie sich ihn ringsherum auf den Balken auf. Wenn Sie dann immer an allen Linien entlangsägen, erhalten Sie einen exakten Schnitt!

Balken absägen
© Christian Bordes

Schritt 6/12: Balken absägen

Damit Sie den genauen Sägeschnitt stets kontrollieren können, zeichnen Sie sich ihn ringsherum auf den Balken auf. Wenn Sie dann immer an allen Linien entlangsägen, erhalten Sie einen exakten Schnitt!

Balken verschrauben
© Christian Bordes

Schritt 7/12: Balken verschrauben

Mit 120 mm langen Holzschrauben (noch besser: Tellerkopfschrauben von Spax; siehe auch Serviceleiste) werden die Balken stumpf miteinander verschraubt.

Balken verschrauben
© Christian Bordes

Schritt 8/12: Balken verschrauben

Die aufrecht stehenden Balken werden von unten durch den Ringbalken verschraubt. Daher darf das Gerüst noch nicht an den Wänden festgedübelt werden.

Gerüst zusammensetzen
© Christian Bordes

Schritt 9/12: Gerüst zusammensetzen

Balken für Balken wird das Gerüst zusammengesetzt. Auch hier werden die langen vorderen aufrecht stehenden Balken von unten verschraubt. Daher ist es hilfreich, eine Person zur Hand zu haben, die das Gerüst während des Schraubvorgangs ein Stück vom Boden anhebt.

Schrägung ermitteln
© Christian Bordes

Schritt 10/12: Schrägung ermitteln

Die Schrägung vorn muss individuell ermittelt werden. Ausgehend von den kurzen Auflagern mit einer Schrägung von 22,5 Grad wird über eine Hilfskonstruktion (siehe rote Platten in der Zeichnung oben) die Schrägung, die in zwei Achsen verläuft, angezeichnet.

Auflager befestigen
© Christian Bordes

Schritt 11/12: Auflager befestigen

Die Schrägung vorn muss individuell ermittelt werden. Ausgehend von den kurzen Auflagern mit einer Schrägung von 22,5 Grad wird über eine Hilfskonstruktion (siehe rote Platten in der Zeichnung) die Schrägung, die in zwei Achsen verläuft, angezeichnet.

Schrägung ermitteln
© Christian Bordes

Schritt 12/12: Schrägung ermitteln

Die Schrägung vorn muss individuell ermittelt werden. Ausgehend von den kurzen Auflagern mit einer Schrägung von 22,5 Grad wird über eine Hilfskonstruktion (siehe rote Platten in der Zeichnung) die Schrägung, die in zwei Achsen verläuft, angezeichnet.

Der Liegeboden

Der Liegeboden, der in Teilstücken in das Spielhaus eingebaut werden sollte, kann mit jeder Art von Teppich belegt werden. Wir benutzten hier Rollenware von der Firma Tretford. Dieser Ziegenhaar-Teppich ist kuschelig warm und liegefreundlich, sodass man sich gleich wohlfühlt. Alternativ können auch die Teppichfliesen von Tretford verwendet werden, die es in den Abmessungen von 50 x 50 cm gibt.

Und so geht's:

Aufbau mit Spaßgarantie
Position für Balken aussägen
© Christian Bordes

Schritt 1/9: Position für Balken aussägen

Ermitteln Sie mit einem Zollstock und einem Tischlerwinkel die Position der aufrechten Balken. Anschließend werden diese unter Zugabe von etwa 5 mm ausgesägt.

Bodenplatten unterteilen
© Christian Bordes

Schritt 2/9: Bodenplatten unterteilen

Da eine Bodenplatte im ganzen Stück sehr kompliziert zu verarbeiten wäre, wird sie in handliche Stücke unterteilt. Dabei muss sichergestellt sein, dass sich unterhalb der Stoßfugen zwischen den einzelnen Bodenplatten jeweils ein ganzer Balken befindet, um die wirkenden Kräfte aufzufangen.

Ecke absägen
© Christian Bordes

Schritt 3/9: Ecke absägen

Die vordere Ecke der Bodenplatte wird erst nach dem Einbau abgesägt. Den genauen Schnittverlauf ermitteln Sie über eine Hilfskonstruktion.

Teppich zuschneiden
© Christian Bordes

Schritt 4/9: Teppich zuschneiden

Soll die Bodenplatte mit einem Stück Teppich (hier von der Firma Tretford) belegt werden, empfiehlt sich der vorherige Zuschnitt.

Teppich zuschneiden
© Christian Bordes

Schritt 5/9: Teppich zuschneiden

Soll die Bodenplatte mit einem Stück Teppich (hier von der Firma Tretford) belegt werden, empfiehlt sich der vorherige Zuschnitt.

Verkleidungsplatte befestigen
© Christian Bordes

Schritt 6/9: Verkleidungsplatte befestigen

Steht die Grundkonstruktion, werden die Verkleidungsplatten befestigt. Für sie sollten ausreichend Verschraubungsmöglichkeiten bei dem Grundgerüst berücksichtigt worden sein – besonders, wenn Sie eine individuelle, von unserem Spielhaus abweichende Form gewählt haben.

Verkleidungsplatten anschrauben
© Christian Bordes

Schritt 7/9: Verkleidungsplatten anschrauben

Die Verkleidungsplatten werden mit einem Spaltmaß von etwa 5 mm auf das Grundgerüst geschraubt, da später noch die Filzkanten aufgebracht werden. Diese Filzkanten haben zwei Aufgaben: Erstens kaschieren sie ein unregelmäßiges Spaltmaß, was bei komplizierten Schrägschnitten keine Seltenheit ist, und zweitens strukturieren sie die Form des Spielhauses nochmals.

Bauteil anzeichnen
© Christian Bordes

Schritt 8/9: Bauteil anzeichnen

Befestigen Sie zuerst alle geraden Platten und widmen sich dann den Formen der schrägen Bauteile. Dies kann durch Anzeichnen erfolgen oder durch rechnerische Ermittlung.

Bauteil ausschneiden
© Christian Bordes

Schritt 9/9: Bauteil ausschneiden

Befestigen Sie zuerst alle geraden Platten und widmen sich dann den Formen der schrägen Bauteile. Dies kann durch Anzeichnen erfolgen oder durch rechnerische Ermittlung.

Der Einstieg

Der reguläre Einstieg befindet sich fast unsichtbar an der Seite.

©Christian Bordes

Sperrige Dinge lassen sich aber auch über eine herausnehmbare Luke, die mit Magnetschnappern gehalten wird, ins Innere des Spielhauses transportieren.

©Christian Bordes

Und so geht's: Das Raumfahrtfenster

Die Raumfahrtfenster
Einstiegsloch bohren
© Christian Bordes

Schritt 1/6: Einstiegsloch bohren

Die ovale Form für die Fenster kann man konstruieren, oder man greift einfach zu einem großen Deckel eines ovalen Farbeimers. Damit man mit der Stichsäge das Oval aussägen kann, muss sozusagen ein "Einstiegsloch" für das Sägeblatt gebohrt werden.

Form aussägen
© Christian Bordes

Schritt 2/6: Form aussägen

Mit einer Elektrostichsäge und am besten einem Kurvensägeblatt, das auch am "Rücken" Sägezähne besitzt, um sich hinten freizuschneiden, wird die Form in einem Zug ausgesägt.

Kanten ebnen
© Christian Bordes

Schritt 3/6: Kanten ebnen

Ist das Fenster gesägt, sollten die Kanten kurz mit einem Stück Schleifpapier geebnet werden.

Flächen streichen
© Christian Bordes

Schritt 4/6: Flächen streichen

Als Farbe eignen sich Acryllacke oder einfache Wandfarben. Die zu streichenden Flächen müssen vor dem Anstrich kurz angeraut werden. Dies geht leicht mit einem Ballen Stahlwolle!

Leim auftragen
© Christian Bordes

Schritt 5/6: Leim auftragen

Sämtliche Kanten (Fenster und Plattenkanten) erhalten einen Streifen Filz. Der Filzstreifen sollte etwa 3 bis 4 mm breiter sein als die verwendete Plattenstärke, damit er ein wenig übersteht. Der Filzstreifen kaschiert mögliche Unebenheiten an den Kanten, und zudem brauchen so die Farbe saugenden MDF-Kanten nicht aufwendig versiegelt zu werden.

Filzstreifen auftragen
© Christian Bordes

Schritt 6/6: Filzstreifen auftragen

Sämtliche Kanten (Fenster und Plattenkanten) erhalten einen Streifen Filz. Der Filzstreifen sollte etwa 3 bis 4 mm breiter sein als die verwendete Plattenstärke, damit er ein wenig übersteht. Der Filzstreifen kaschiert mögliche Unebenheiten an den Kanten, und zudem brauchen so die Farbe saugenden MDF-Kanten nicht aufwendig versiegelt zu werden.

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