Ausgleichsmasse

Dielenboden ausgleichen: So geht's

Ein dünner Fließestrich macht alle Böden eben – sogar einen schiefen Dielenboden!

Dielenboden mit Fließestrich ausgleichen
Dielenboden mit Fließestrich ausgleichen© Jürgen Dreymann

Die Ansprüche an einen Dielenausgleich sind nicht einfach zu erfüllen: Das geeignete System muss die Unebenheiten des Bodens ausgleichen, bei Dielen die Bewegungen des Holzes in gewissem Umfang mitmachen, eine absolut ebene Oberfläche bieten – gleichzeitig soll aber die Aufbauhöhe des Ganzen nicht zu groß sein.

Holzdielen mit Fließestrich selbst ausgleichen

Das alles leistet eine Ausgleichsmasse wie zum Beispiel "Neu auf Alt" (Lugato). Dabei handelt es sich um ein Kunststoff-Zement-Gemisch, das in einer Dicke von 5 bis 20 mm auf den Dielen ausgegossen wird und dort zu einer harten, aber flexiblen Ebene abbindet.

Das Geheimnis: Die Masse geht mithilfe einer Grundierung und eines aufgetackerten Armierungsgewebes einen festen Verbund mit dem Dielenboden ein. Allerdings sind zum Gelingen dieser im Übrigen recht "spritzigen" Arbeit umfangreiche Vorarbeiten nötig.

Ausgleichsmasse für Holzdielen: Was ist zu beachten?

Wichtig ist, dass die Masse an keiner Stelle weglaufen kann, weshalb alle Fugen dicht sein müssen. Der Randdämmstreifen, den Sie an die Wand kleben, verhindert, dass zwischen Boden und Wänden eine Schallbrücke entsteht. Und schließlich müssen Sie die Dielen unbedingt nachverschrauben, um ein Federn zumindest zu minimieren.

Wollen Sie unterschiedliche Beläge ausgleichen, müssen Sie unbedingt eine Bewegungsfuge in die Ausgleichsmasse einbauen. Die Schicht darf auf keinen Fall durchgehen, sonst gibt’s Risse in der Oberfläche. Kleben Sie den Übergang deshalb mit einem Styroporstreifen ab.

Holzboden mit Fließestrich ausgleichen: Anleitung

Dielenboden ausgleichen
Ausgangszustand des Dielenbodens
© Jürgen Dreymann

Schritt 1/12: Ausgangszustand des Dielenbodens

So sah der Boden nach der Entfernung des alten PVC-Belags aus. Die Fläche unter dem ehemaligen Ofen ist gefliest, die Holzdielen sind mit PVC-Kleber zugesetzt.

Kleber- und Lackreste entfernen
© Jürgenn Dreymann

Schritt 2/12: Kleber- und Lackreste entfernen

Mit einer Einscheiben-Schleifmaschine und einer 24er-Schleifscheibe werden alle Kleber- und Lackreste entfernt.

Dielen nachverschrauben
© Jürgen Dreymann

Schritt 3/12: Dielen nachverschrauben

Die Dielen müssen in jedem Balken mit je zwei Spaxschrauben nachverschraubt werden.

Fugen zuschmieren
© Jürgen Dreymann

Schritt 4/12: Fugen zuschmieren

Alle größeren Fugen schmieren Sie mit der Ausgleichsmasse in dickerer Konsistenz (weniger Wasser zugeben) zu.

Grundierung auftragen
© Jürgen Dreymann

Schritt 5/12: Grundierung auftragen

Die Grundierung reguliert das Saugverhalten des Holzes und verbessert die Haftung. Sie ist genau auf die Ausgleichsmasse abgestimmt.

Aussparung aufkleben
© Jürgen Dreymann

Schritt 6/12: Aussparung aufkleben

Am Übergang zu den Fliesen kleben Sie als Aussparung einen Styroporstreifen mit Klebestreifen auf die Fuge.

Abschluss bilden
© Jürgen Dreymann

Schritt 7/12: Abschluss bilden

Den Abschluss an der Tür bilden Sie mit einer Winkelleiste, die der Aufbauhöhe der Ausgleichsschicht entspricht.

Randdämmstreifen ankleben
© Jürgen Dreymann

Schritt 8/12: Randdämmstreifen ankleben

Rundherum kleben Sie einen Randdämmstreifen mit doppelseitigem Klebeband an die Wand.

Armierungsgewebe auftackern
© Jürgen Dreymann

Schritt 9/12: Armierungsgewebe auftackern

Beim Auftackern des Armierungsgewebes lassen Sie die Bahnen um 5 cm überlappen.

Höhe markieren
© Jürgen Dreymann

Schritt 10/12: Höhe markieren

Um die Höhe von 2 cm rundherum an den Wänden zu markieren, legen Sie einfach eine Wasserwaage flach auf die Seite.

Dichtigkeit prüfen
© Jürgen Dreymann

Schritt 11/12: Dichtigkeit prüfen

Jetzt noch mal alle Anschlüsse auf Dichtigkeit prüfen, bevor die Ausgleichsmasse angerührt und auf den Boden gekippt wird.

Masse verteilen
© Jürgen Dreymann

Schritt 12/12: Masse verteilen

Ist die Masse eingebracht, muss sie verteilt und entlüftet werden. Am besten geht das mit einem groben Besen. Dabei sollte man rückwärts in Richtung der Zimmertür arbeiten.

© Jürgen Dreymann

Statt Ausgleichsmasse können Sie auch mit Plattenmaterialien einen ebenen Untergrund schaffen. Dafür stehen Verlegespanplatten und Bodenplatten aus Gips zur Verfügung. Sie sind ohne angerührte Masse zu verlegen, allerdings sind diese Rohböden deutlich dicker (ab ca. 20 mm, Fließestrich ab 5 mm). Eines haben sie aber gemeinsam: Sie nehmen es mit allen Belägen auf.

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