Bodenbeläge

Terrazzo verlegen, reinigen und pflegen

Terrazzo ist als Bodenbelag schon seit der Antike bekannt und beliebt. Heutzutage erfreut sich der bunte Bodenbelag wieder zunehmender Beliebtheit. Lesen Sie hier, wie Sie Terrazzo verlegen und was Sie bei der Reinigung und Pflege beachten sollten.

Terrazzo
Terrazzo erlebt als Bodenbelag derzeit ein Revival.© ykvision - stock.adobe.com

Terrazzo war von der Antike bis in die Nachkriegszeit ein beliebter Bodenbelag. Nachdem er zwischenzeitlich zugunsten billigerer Bodenbeläge wie Teppichboden oder PVC aus der Mode war, wird Terrazzo heute wieder zunehmend gern als Bodenbelag verwendet und ist auch mit der beliebten Fußbodenheizung kombinierbar.

Inhalt

Terrazzo ist ein mit Kalk oder Zement gebundener Bodenbelag, der durch verschiedenfarbige Steinchen besonders bunt und lebendig wirkt. Durch Zugabe farbiger Bindemittel, kontrastreicher Granulate und Mosaiksteine lassen sich beim Terrazzo ganz unterschiedliche Designs erzeugen. Terrazzo wird heutzutage meist als Estrich vor Ort gegossen und bleibt so fugenlos. Zunehmend beliebt sind auch Arbeitsplatten und Fensterbänke aus Terrazzo.

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Terrazzo verlegen

Klassischer Terrazzo besteht aus einer Beton-Unterschicht. Darauf wird als Oberschicht der Terrazzovorsatz, eine Mischung aus Steinchen und Splitt, mit einem Estrich gegossen. Durch Walzen werden die beiden Schichten verbunden. 

Nach dem Aushärten wird der Terrazzo-Boden dann abgeschliffen, Poren und Luftlöcher werden verspachtelt und wieder abgeschliffen, bis ein vollkommen ebener Bodenbelag entstanden ist. Zum Schluss wird der Terrazzo mit Ölen, Wachsen oder Polymeren imprägniert und versiegelt. 

Nicht vergessen: Wie Sichtestrich braucht auch Terrazzo Dehnfugen – sonst können sich Risse bilden.

Dank neuer Bindemittel ist moderner Terrazzo leichter zu verarbeiten als der Klassiker und es gibt sogar Terrazzo-Varianten, die ohne Beton-Unterschicht direkt auf dem Boden gegossen werden können.

Terrazzo zu verlegen ist sehr aufwändig und bedarf besonderer Geräte und Erfahrung, damit das Endergebnis wie gewünscht ausfällt. Laien sollten davon absehen, Terrazzo selbst zu verlegen, und stattdessen lieber einen Fachmann beauftragen.

Beachten Sie außerdem bei der Planung, dass zementgebundener Terrazzo mehrere Tage, kalkgebundener Terrazzo sogar mehrere Monate trocknen muss.

Terrazzo-Platten
Terrazzo-Platten sind eine preisgünstigere Alternative zu gegossenem Terrazzo.© Jodie Johnson - stock.adobe.com

Was kostet Terrazzo?

Terrazzo gehört zu den Bodenbelägen im höheren Preissegment. Durch die aufwändige Herstellung und die Verlegung in mehreren Schritten, inklusive mehrmaligem Abschleifen, müssen Sie für einen klassischen Terrazzo-Boden ab etwa 150 Euro pro Quadratmeter berechnen. Je nach verwendetem Material kann dieser Preis auch höher ausfallen.

Eine preisgünstigere Alternative zu gegossenem Terrazzo sind vorgefertigte Terrazzo-Platten: Hier belaufen sich die Kosten auf etwa 30 Euro pro Quadratmeter, hinzu kommen etwa 60 Euro für das Verlegen.

Terrazzo reinigen und pflegen

Terrazzo besteht zu großen Teilen aus Kalkstein und reagiert daher empfindlich auf säurehaltige Reiniger. Zudem benötigt Terrazzo einen Reiniger mit leicht rückfettenden Eigenschaften. Auch können scharfe Chemikalien die glänzende Oberfläche des Bodens stumpf machen. 

Am besten lässt sich Terrazzo reinigen, indem Sie einfach mit Schmierseife und Wasser eine klassische Seifenlauge herstellen und den Boden damit wischen. Wichtig: Terrazzo sollte immer nass gereinigt werden, allerdings wird der Boden dabei sehr glatt – es besteht Rutsch- und Verletzungsgefahr.

Auch ein wachshaltiges Reinigungsmittel eignet sich, um Terrazzo zu reinigen. Der Vorteil hierbei ist, dass der Boden in nassem Zustand weniger glatt ist.

Terrazzo
Terrazzo ist als pflegeleichter und robuster Bodenbelag beliebt.© GCapture - stock.adobe.com

Nach dem Trocknen können Sie den Terrazzo zusätzlich mit einer Bürste mit Naturborsten polieren.

Wenn Sie einen Terrazzo-Boden im Bestand wieder auf Hochglanz bringen wollen, wenden Sie sich direkt an einen Fachmann, zum Beispiel einen Spezialisten für Böden aus Naturstein. Unsachgemäße Behandlung mit Hausmitteln kann einen angegriffenen Terrazzo weiter schädigen. Einen Terrazzo aufzuarbeiten ist eine Aufgabe für Profis.

Terrazzo pflegen im Außenbereich

Da Terrazzo sehr robust und pflegeleicht ist, ist der Bodenbelag auch im Außenbereich beliebt. 

Verzichten Sie darauf, Terrazzo-Flächen im Winter mit Salz zu streuen und verwenden Sie stattdessen besser Sand. 
Durch die höhere Beanspruchung durch Wettereinflüsse muss der Terrazzo im Außenbereich jährlich imprägniert werden. Wenden Sie sich auch dazu an einen Naturstein-Fachmann Ihres Vertrauens.

Terrazzo ist ein seit der Antike beliebter Bodenbelag, der aktuell ein Revival erlebt. Zwar ist Terrazzo relativ aufwändig in der Herstellung und Verlegung, dafür ist er aber auch sehr pflegeleicht und langlebig.

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