Mondkalender

Gärtnern nach dem Mondkalender – was ist dran?

Viele Gärtner schwören auf die Berücksichtigung des Mondkalenders bei der Gartenarbeit. Doch was steckt wirklich dahinter? Wir erklären, ob sich Gärtnern nach dem Mondkalender für Sie lohnen kann.

Gärtnern mit dem Mondkalender
Beim Gärtnern nach dem Mondkalender folgt man dem Zyklus des Mondes.© Людмила Прокопенко - stock.adobe.com

Der Mond hat unbestreitbar großen Einfluss auf das Leben auf der Erde. So bestimmt er etwa die Gezeiten und ist, zumindest nach Ansicht vieler Betroffener, bei Vollmond für schlaflose Nächte verantwortlich.

Auch auf das Pflanzenwachstum soll der Erdtrabant großen Einfluss haben: Viele Gärtner schwören auf Gartenarbeit nach dem Mondkalender.

Gärtnern nach Mondphasen

Beim Gärtnern nach dem Mondkalender werden den Mondphasen unterschiedliche Qualitäten und Einflüsse auf das Pflanzenwachstum zugeschrieben. Die Phasen des zunehmenden und abnehmenden Mondes werden dabei noch einmal unterteilt.

Ein Mondzyklus dauert insgesamt 28 Tage. Die Mondphasen beschreiben die Wandlung, die der Mond innerhalb dieses Kreislaufs durchläuft: Vom Neumond ausgehend nimmt der Mond langsam wieder zu, bis er voll und rund als Vollmond am Himmel steht. Anschließend nimmt der Mond wieder ab, bis schließlich wieder Neumond ist.

Gärtnern bei Neumond

Der Neumond ist der Anfang des Mondzyklus. Beim Gärtnern nach dem Mondkalender führt man jetzt Maßnahmen durch, die den Pflanzen dabei helfen, neue Kräfte zu entwickeln.

Dazu zählt, kranke oder tote Pflanzen und Pflanzenteile zurückzuschneiden und zu entfernen. Dem Volksglauben nach sammelt sich die Energie der Pflanze bei Neumond vollständig in den Wurzeln, so dass auch ein Radikalschnitt nicht schadet.

Gärtnern mit dem Mondkalender
Der Neumond ist der ideale Zeitpunkt, um Pflanzen zurückzuschneiden.© Marko Lücke - stock.adobe.com

Auch Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung an den oberirdischen Pflanzenteilen zeigen jetzt besonders gute Erfolge und bereiten die Pflanze optimal auf die Wachstumsperiode während des zunehmenden Mondes vor.

Gärtnern bei zunehmendem Mond

Im Volksglauben beeinflusst der zunehmende Mond vor allem die Teile der Pflanzen, die über der Erde liegen. So soll der Pflanzensaft vom Mond angezogen werden und das Wachstum wird angeregt.

Der zunehmende Mond ist daher ein guter Zeitpunkt, um sich allen Pflanzen zu widmen, die oberirdische Früchte tragen oder deren oberirdische Pflanzenteile geerntet werden sollen, etwa Lauch, Tomaten, Kohl und Gurken.

Gärtnern mit dem Mondkalender
Bei zunehmendem Mond sollen Tomaten gepflanzt werden.© DiedovStock - stock.adobe.com

Der zunehmende Mond ist auch die beste Mondphase, um genau diese Pflanzen auszusäen oder einzupflanzen. Erbsen sollten bei zunehmendem Mond kurz vor Vollmond ausgesät werden.

Die erste Hälfte des zunehmenden Mondes ist außerdem besonders gut geeignet um zu ernten, da die Früchte jetzt besonders voll und saftig sind.

Gärtnern bei Vollmond

Bei Vollmond gilt der Einfluss des Mondes auf den Garten als am stärksten. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Pflanzen zu düngen, denn Nährstoffe werden nun besonders gut aufgenommen.

Zum Weiterlesen: So einfach können Sie Dünger selber machen.

Gärtnern mit dem Mondkalender
Bei Vollmond nehmen die Pflanzen Dünger besonders gut auf.© Viktoria - stock.adobe.com

Allerdings sollten Sie bei Vollmond davon absehen, Hecken, Büsche, Rosen und ähnliche holzige Pflanzen zu schneiden. Auch andere Pflanzen vertragen einen Rückschnitt bei Vollmond weniger gut.

Eine Ausnahme sind Kräuter: Sie sollten bei Vollmond geerntet werden, da zu diesem Zeitpunkt ihre Heilkraft angeblich am größten ist.

Gärtnern bei abnehmendem Mond

Direkt nach Vollmond ist allerdings bereits der beste Zeitpunkt, um Rosen zurückzuschneiden. Während der Mond abnimmt, können Sie auch alle anderen Bäume und Sträucher zurückschneiden.

Gärtnern mit dem Mondkalender
Der beste Zeitpunkt, um Rosen zurückzuschneiden, ist direkt nach Vollmond.© rosinka79 - stock.adobe.com

Ansonsten ist die Zeit des abnehmenden Mondes ideal für alles, was sich unter der Erde abspielt, denn nach dem Volksglauben konzentrieren sich die Pflanzensäfte jetzt auf die Wurzeln der Pflanze.

Jetzt ist es Zeit, Wurzelgemüse wie Karotten, Kartoffeln oder Sellerie zu pflanzen und zu säen. Auch andere Pflanzen wachsen besonders gut an, wenn sie bei abnehmendem Mond gepflanzt werden.

Wenn Sie Schädlinge im Garten haben, ist der abnehmende Mond ein guter Zeitpunkt, um Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung zu ergreifen. Auch Unkraut lässt sich jetzt leichter und nachhaltiger entfernen.

Gärtnern nach dem Mondkalender – was ist dran?

An der Frage, ob die Berücksichtigung der Mondphasen einen Unterschied im Garten macht, scheiden sich die Geister. Während die einen auf die Wirkung des Mondes schwören und Blütenpracht und reiche Ernte auf den Mondkalender zurückführen, sehen die anderen das skeptischer.

Unbestreitbar ist jedoch, dass das Gärtnern nach dem Mondkalender dazu führt, dass der Garten regelmäßig gepflegt und versorgt wird. Da die Mondphasen sich immer wiederholen, werden die Pflanzen so regelmäßig versorgt und notwendige Gartenarbeiten werden nicht so leicht vergessen. Und dies tut jedem Garten gut – unabhängig vom Einfluss des Mondes. 

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