Düngen

Dünger selber machen

Egal ob Tomaten, Erdbeeren oder der Rasen: In der Wachstumsperiode freut sich Ihr Garten über eine zusätzliche Dosis Nährstoffe. Lesen Sie hier, wie Sie Dünger selber machen.

Dünger selber machen
Wirksamen und umweltverträglichen Dünger können Sie ganz einfach selber machen.© tanacha - stock.adobe.com

Selbstgemachter Dünger ist oft preiswerter als gekaufter Dünger und wird von den Pflanzen besonders gut aufgenommen. Zudem sind die Zutaten für viele Düngerrezepte leicht zu beschaffen, so dass Sie auch nach Ladenschluss kurzfristig Dünger selber machen können, wenn Sie bei Ihren Pflanzen einen Bedarf feststellen.

Nährstoffmangel bei Pflanzen

Anzeichen für Nährstoffmangel bei Pflanzen können zum Beispiel sein:

  • Verfärbungen der Blätter: Rötliche Verfärbungen deuten auf Phosphormangel hin, während helle Flecken auf den Blättern Magnesiummangel anzeigen. Auch Stickstoffmangel zeigt sich durch Vergilbungen an den Blättern.
  • Verzögertes Wachstum: Wenn die Pflanze trotz optimalem Standort und regelmäßiger Wasserversorgung nicht richtig wächst und irgendwie schlapp wirkt, kann ein Nährstoffmangel die Ursache sein. Oft fehlt Kalium, was sich auch an den typischen dürren Blatträndern erkennen lässt.
  • Fäule: Besonders Bormangel kann zur sogenannten Herztrockenfäule führen. Dabei stirbt der Vegetationspunkt ab, die Pflanze kann nicht mehr richtig wachsen.

Wenn Sie diese Anzeichen an Ihren Pflanzen feststellen, ist es nötig, zusätzliche Nährstoffe bereitzustellen. Dazu können Sie ganz einfach Dünger selber machen.

Tomatendünger selber machen

Als Starkzehrer sind Tomaten besonders häufig von Nährstoffmangel betroffen. Daher sollten die Pflanzen regelmäßig gedüngt werden, damit sie reichlich Tomaten ausbilden. Besonders gut eignen sich Pflanzenjauchen aus Brennnessel oder Beinwell. Dazu benötigen Sie:

Brennnesseljauche
Die Zutaten für eine Brennnesseljauche sind Brennnesseln, Wasser und Zeit.© fotoliaanjak - stock.adobe.com
  • 1 Kilo frisches Kraut
  • 10 Liter Wasser (am besten Regenwasser)
  • Ein Gefäß mit mindestens 10 Litern Fassungsvermögen
  • Ein luftdurchlässiges Tuch
  1. Zerkleinern Sie die frischen Pflanzen und geben Sie diese in das Gefäß. Wichtig: Dieses sollte nicht aus Metall, sondern aus Plastik sein, um ungewollte chemische Reaktionen zu vermeiden.
  2. Gießen Sie Wasser darüber und achten Sie darauf, dass alle Pflanzenteile bedeckt sind.
  3. Decken Sie die Mischung mit dem Tuch ab und lassen Sie die Jauche 2 bis 3 Wochen reifen. Wenn sich auf der Oberfläche kein Schaum mehr bildet, ist der Tomatendünger fertig.
  4. Sieben Sie die Pflanzenteile ab und verdünnen Sie zum Düngen jeweils 1 Teil Jauche mit 10 Teilen Wasser.
Tipp: Diese Mischung können Sie auch auf die Blätter Ihrer Gemüsepflanzen sprühen, um Schädlinge zu vertreiben!

Kompost: Der Dünger-Klassiker

Kompost ist reich an Nährstoffen und ein echter Klassiker unter den selbstgemachten Düngern. Wie Sie einen Kompost anlegen, erfahren Sie hier. Kompost lockert zudem schwere Böden und gibt sandigen Böden mehr Substanz. Darüber freuen sich auch Regenwürmer und andere Bodenbewohner, die zur Verbesserung des Bodenqualität beitragen.

Um mit Kompost zu düngen, arbeiten Sie einfach etwa 6 Monate gereifte Komposterde in den Boden rund um die Pflanzen ein. Stark zehrende Pflanzen vertragen bis zu vier Schaufeln Kompost pro Quadratmeter, genügsamere Gewächse sind schon mit zwei Schaufeln pro Quadratmeter zufrieden.

Kaffeesatz als Dünger
Kaffeesatz ist ein preiswerter und wirksamer Dünger.© Monthira - stock.adobe.com

Kompostwasser als Dünger

Einen schnellen Flüssigdünger erhalten Sie, wenn Sie bis zu zwei Schaufeln Kompost in 10 Litern Wasser für zwei Tage ziehen lassen. Gießen Sie mit diesem Wasser und gönnen Sie Ihren Pflanzen einen schnellen Nährstoffschub. Kompostwasser bietet allerdings nur eine kurzfristige Versorgung mit Nährstoffen, für die Langzeitwirkung müssen Sie doch wieder Kompost in die Erde einarbeiten.

Stallmist als Dünger

Frischer Pferde- oder Kuhmist kann im Herbst in die abgeernteten Beete eingearbeitet werden, um so eine Grundlage für das kommende Frühjahr zu schaffen.

Allerdings können dabei Nitrate ausgeschwemmt werden, die das Grundwasser belasten. Alternativ können Sie den Mist auch für ein halbes Jahr ruhen lassen – wählen Sie dabei eine Stelle, die die Nachbarn nicht stört.

Stallmist als Dünger
Stallmist muss den Winter über reifen, wenn er im Frühjahr ins Beet soll.© pusteflower9024 - stock.adobe.com
Tipp: Rosen, Beeren und andere robuste Pflanzen können sie auch im Herbst noch mit einer dünnen Schicht Stallmist düngen.

Den über den Winter gereiften Mist arbeiten Sie dann im zeitigen Frühjahr etwa spatentief in die Erde ein, bevor Sie mit dem Bestellen der Beete beginnen. Verwenden Sie dazu keinen frischen Stallmist, denn dieser kann beim Verrotten die zarten Wurzeln nicht nur von Jungpflanzen verbrennen.

Der Mist verrottet über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren und gibt während der ganzen Zeit Nährstoffe an den Boden ab.

Düngen mit Küchenabfällen

Viele Küchenabfälle, die normalerweise im Biomüll landen, sind reich an Nährstoffen und für Zimmerpflanzen und Gemüsebeet gleichermaßen gut verträglich.

Kaffeesatz: Um Kaffeesatz als Dünger zu verwenden, lassen Sie einfach das benutzte Kaffeepulver gut trocknen und arbeiten es dann gründlich in die Erde ein. Oder Sie mischen den Kaffeesatz mit dem Gießwasser, um Ihren Pflanzen eine Extraportion Nährstoffe zuzuführen.

Eierschalen: Zerkleinerte Eierschalen enthalten viel Kalk und erleichtern Ihren Pflanzen damit die Aufnahme weiterer enthaltener Mineralstoffe wie Eisen und Phosphor. Zudem lockert Kalk den Boden. Fein gemahlene Eierschalen können Sie dem Gieswasser zufügen und als Flüssigdünger verwenden oder direkt in die Erde einarbeiten.

Eierschalen als Dünger
Zerkleinerte Eierschalen versorgen die Pflanzen mit Kalk, Kupfer, Phosphor und Eisen.© ThamKC - stock.adobe.com

Bananenschalen: Bananen sind besonders reich an Kalium, das sich auch in den Schalen wiederfindet. Wenn Sie das nächste Mal Bananen essen, werfen Sie die Schalen nicht weg, sondern verarbeiten Sie die frischen Schalen mit dem Messer oder deem Mixer in feine Stücke.

Diese Stücke können Sie entweder direkt in die Erde einbringen und als Dünger verwenden oder Sie sammeln und trocknen die zerkleinerten Schalen, um sich einen Vorrat an Bio-Dünger anzulegen.

Wichtig: Verwenden Sie ausschließlich Bio-Bananen, die nicht mit giftigen Pestiziden und Fungiziden behandelt wurden.

Aus den zerkleinerten Bananenschalen können Sie auch einen Flüssigdünger selber machen, indem Sie die frischen zerkleinerten Schalen mit Wasser aufkochen – etwa 100 Gramm Bananenschalen auf einen Liter Wasser – und die Mischung über Nacht ziehen lassen.

Verdünnen Sie dann den abgeseihten Bananendünger im Verhältnis 1:5 mit Wasser und gießen Sie Ihre Pflanzen damit.

Dünger für drinnen: Der Bokashi-Eimer

Eine andere Verwendungsmöglichkeit für Küchenabfälle bietet ein Bokashi-Eimer. Mit dieser japanischen Kompost-Methode können Sie in der Wohnung Dünger selber machen. In dem Behälter zersetzen Mikroorganismen Ihre Küchenabfälle unter Luftabschluss, so dass kein unangenehmer Geruch entsteht.

Die bei der Fermentierung entstehende Flüssigkeit können Sie über einen am Bokashi-Eimer angebrachten Zapfhahn ablassen und ohne weiteres Verdünnen direkt als Flüssigdünger für Ihre Zimmerpflanzen verwenden.

Düngen mit Exkrementen?

Auch menschliche Exkremente sind sehr nährstoffreich. So enthält Urin beispielsweise besonders viel Stickstoff und kann, mit Wasser verdünnt im Verhältnis 1:20, auch als Flüssigdünger verwendet werden. Purer Urin ist oft zu hochkonzentriert und kann aufgrund seines Salzanteils sogar Pflanzen regelrecht verbrennen.

Wichtig: Im Urin finden sich auch Rückstände von Medikamenten. Deshalb sollten Sie keine Gemüsepflanzen oder Beerensträucher mit Urin düngen, denn die Pflanzen reichern die Medikamentenrückstände an. Bei der Verhütung mit der Anti-Baby-Pille sollten Sie ganz darauf verzichten, mit Urin zu düngen.

Auch im menschlichen Kot finden sich Medikamentenrückstände und gefährliche Bakterien. Zudem ist der Anteil an Pflanzen in der menschlichen Nahrung deutlich geringer als bei Pflanzenfressern wie Pferd oder Kuh.

Um menschliche Exkremente als Dünger zu verwenden, müssen diese erst aufwendig aufbereitet und erhitzt werden, um gefährliche Rückstände zu zersetzen. Verzichten Sie daher besser auf diese Methode und wählen Sie einen der oben genannten selbstgemachten Dünger – diese sind deutlich einfacher in der Verwendung und zudem umweltfreundlicher.

Übrigens: Erfahrene Gärtner schwören auch auf Blut und Knochen als Dünger.

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