Schädlinge

Thripse bekämpfen: Das können Sie tun

Besonders an schwülen Sommertagen werden Thripse für den Menschen lästig. Doch befallen die Fransenflügler Pflanzen in Haus und Garten, können sie große Schäden anrichten. Zum Glück können Sie Thripse mit Hausmitteln bekämpfen.

Thripse bekämpfen
Die kleinen Thripse ernähren sich vom Zellsaft von Pflanzen.© knosoff - stock.adobe.com

Wenn sich im Sommer ein Gewitter anbahnt, treten die Fransenflügler plötzlich in Massen auf. Die nur zwei Millimeter großen Insekten können ihre Flugbahn nicht selbst bestimmen, sondern werden in Luftschichten vom Wind umhergetragen und gelten daher als Luftplankton. Vor Gewittern werden sie von schweren Luftmassen nach unten gedrückt. Daher sind Thripse auch unter dem Namen Gewittertierchen bekannt.

Zum Weiterlesen: Das ist im Garten im August zu tun.

Thripse kommen weltweit vor, die Polarregionen ausgenommen. Es gibt etwa 5500 verschiedene Unterarten. Einige davon überstehen den Winter und können auch in der Heizperiode auftreten.

Thripse bekämpfen
Thripse sind nur um die zwei Millimeter groß.© kazakovmaksim - stock.adobe.com

Da die Tiere so klein sind, kommen sie auch bei gekipptem Fenster leicht ins Haus und befallen nicht nur Pflanzen im Garten, sondern auch Zimmerpflanzen und Gewächshausbewohner. Besonders gefährdet sind Gurken, Paprika und Tomaten sowie Zimmerpflanzen wie Orchideen, Gummibaum und Alpenveilchen.

Ähnlich wie Blattläuse ernähren sich auch Thripse von der Zellflüssigkeit der Pflanzen. Dazu beißen sie in Blätter und Stängel und saugen den Zellsaft aus. Da Thripse so klein sind, fällt ein Befall häufig erst dann auf, wenn sich bereits viele Insekten angesammelt haben.

Dass Ihre Pflanzen von Thripsen befallen sind, erkennen Sie an den silbrig schimmernden Spuren, die entstehen, wenn durch die Bissstellen Luft in die Zellen der Pflanze gelangt. Bei einem starken Befall können sich Wachstumsstörungen an den Pflanzen zeigen.

Über die Blasenfüße der Insekten wird außerdem das Tomatenbronzeflecken-Virus übertragen, das verschiedene Pflanzenarten befallen kann.

Thripse vertreiben

In trockener, warmer Luft fühlen sich die Tiere am wohlsten. Um Ihre Pflanzen vor Thripsen zu schützen, können Sie die Blätter regelmäßig mit kalkfreiem Wasser, zum Beispiel Regenwasser, einsprühen.

Während der Heizperiode können Sie trockener Luft entgegenwirken, indem Sie Gefäße mit Wasser nahe der Heizung platzieren. Das vertreibt Thripse und sorgt für ein gesundes Mikroklima, von dem die Pflanzen profitieren.

Wenn Sie keine kleinen Gefäße aufstellen wollen, können Sie auch einen etwas zu großen Übertopf verwenden. Füllen Sie den Zwischenraum zwischen Blumentopf und Übertopf mit Tonkügelchen und halten Sie diese feucht. Die Feuchtigkeit wird nach und nach an die Raumluft abgegeben und die Pflanze genießt das gesunde Mikroklima.

Thripse bekämpfen
Die hellgrünen Larven finden sich zumeist an der Unterseite der Blätter.© Susan - stock.adobe.com

Untersuchen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig und inspizieren Sie auch die Blattunterseiten. Hier lagern sich häufig die hellgrünen Larven der Gewittertierchen an. Wenn Sie einzelne Fransenflügler oder ihre Larven entdecken, können Sie diese entfernen, indem Sie Ihre Pflanzen mit einem harten Wasserstrahl abduschen. Reinigen Sie auch die Blattunterseiten.

Wichtig: Decken Sie vorher das Substrat mit einer Frischhaltefolie ab, damit die Larven nicht in die Erde gelangen und dort weiterleben.

Thripse bekämpfen mit Hausmitteln

Sobald Sie an einer Pflanze einen Befall mit Thripsen entdeckt haben, sollte diese Pflanze von den anderen getrennt werden, damit sich die Gewittertierchen nicht ausbreiten. Thripse können Sie mit diesen Hausmitteln vertreiben:

  • Knoblauch-Brennnessel-Sud: Geben Sie 500 Gramm frische Brennnesseln und 150 Gramm gepressten Knoblauch in einen ausreichend großen Eimer und gießen Sie zwei Liter warmes Wasser hinzu. Lassen Sie den Sud zwölf Stunden ziehen. Anschließend füllen Sie die Mischung in eine Gießkanne und übergießen die Pflanze damit. Achten Sie darauf, jedes Blatt zu benetzen und denken Sie auch hier daran, die Erde abzudecken, um den Larven der Gewittertierchen keine Fluchtmöglichkeit zu bieten.
  • Seifenlauge: Mischen Sie eine Seifenlaufe aus 500 Millilitern Wasser und acht Gramm Schmierseife. Spülen Sie die befallene Pflanze mit der Seifenlauge ab und wiederholen Sie dies alle drei bis vier Tage.
  • Olivenöl und Spülmittel: Besonders für größere Pflanzen eignet sich eine Mischung aus vier Esslöffeln Olivenöl, zwei Liter lauwarmem Wasser und einigen Spritzern Spülmittel. Schütteln Sie die Mischung gut, damit sich alle Komponenten verbinden und sprühen Sie Ihre Pflanzen alle drei Tage mit der Mischung ein, um Thripse zu bekämpfen.

Übrigens: Lesen Sie hier, wie Sie aus Brennnesseln Dünger herstellen.

Neemöl gilt als besonderer Geheimtipp bei der Bekämpfung verschiedener Schädlinge. Auch Thripse lassen sich damit vertreiben. Dazu mischen Sie einfach einen Teelöffel Neemöl und einen Teelöffel Spülmittel mit einem Liter Wasser und sprühen die betroffene Pflanze alle vier Tage gründlich ein. Sie können auch die Larven direkt mit unverdünntem Neemöl betupfen, um Thripse zu bekämpfen.

Thripse bekämpfen
Gummibäume sind besonders anfällig für Thripse.© 7monarda - stock.adobe

Thripse ökologisch bekämpfen

Mit bestimmten Nützlingen lassen sich Thripse wirkungsvoll bekämpfen. Dazu zählen

  • Raubmilben
  • Florfliegenlarven
  • Nematoden

Diese Nützlinge sind im Handel erhältlich. Halten Sie sich bei der Anwendung eng an die Herstellerangaben, um Thripse erfolgreich zu bekämpfen.

Zusätzlich zu all diesen Maßnahmen können Sie Leimfallen aufstellen. Greifen Sie dabei zu Blautafeln, denn die im Kampf gegen Trauermücken bewährten Gelbtafeln haben auf Gewittertierchen nur eine vergleichsweise geringe Wirkung.

Wechseln Sie die obere Erdschicht  um die befallenen Pflanzen aus, nachdem Sie die Hausmittel gegen Thripse angewandt haben, um Larven in der Erde zu entfernen. Entnehmen Sie dazu die obere Erdschicht und tauschen Sie sie gegen frisches Substrat aus. Entsorgen Sie das befallene Substrat.

Thripse bekämpfen
Für Thripse sind blaue Klebefallen besser geeignet.© deaw59 - stock.adobe.com

Am besten lassen sich Thripse mit Hausmitteln bekämpfen, wenn Sie mehrere Methoden kombinieren.

Schutz vor Thripsen

Auch für Menschen sind Gewittertierchen lästig und können sogar schädlich werden und allergische Reaktionen auslösen. Um sich vor Gewittertierchen zu schützen, können Sie lange dunkle Kleidung tragen – meiden Sie dabei aber Blautöne.

Thripse können Sie ganz einfach vom Körper abschütteln oder mit einer Fusselbürste oder einem Mikrofasertuch abstreifen.

Wenn Sie gerne joggen oder Rad fahren, tragen Sie bei schwülem Wetter eine Schutzbrille, damit Sie keine Gewittertierchen ins Auge bekommen.

In der Wohnung können Sie Gewittertierchen loswerden, indem Sie zum Beispiel Leimfallen aufstellen. Die Fransenflügler lassen sich aber auch einfach zusammenkehren und nach draußen bringen.

Wenn Sie die Gewittertierchen mit dem Staubsauger beseitigen wollen, wechseln Sie danach den Staubsaugerbeutel, damit sich die Schädlinge nicht erneut in Ihrer Wohnung ausbreiten.

Zwar sind Gewittertierchen ein so fester wie lästiger Bestandteil des Sommers, doch mit Hausmitteln und Vorbeugungsmaßnahmen können Sie Thripse ganz einfach loswerden.

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