Salatgurken im eigenen Garten – Vorzucht und Anbau

Gurken sind ein äußerst beliebtes Gemüse für den eigenen Garten. Was Sie bei Vorzucht und Anbau beachten müssen, damit Sie eine üppige Ernte erzielen, erfahren Sie hier!

Gurkenpflanze
Gurken im eigenen Garten sind für jeden Hobbygärtner ein Muss!© lusyaya – stock.adobe.com

Gurken sind eine der beliebtesten Gemüsesorten für Hobbygärtner. Der Anbau ist sowohl im Gewächshaus, im Beet als auch in einem Kübel auf dem Balkon möglich. Klassische Salatgurken, auch unter dem Namen Schlangengurken bekannt, werden überwiegend im Gewächshaus angebaut. Es gibt aber spezielle Züchtungen, die sich für eine Pflanzung im Freiland eignen. 

Salatgurken vorziehen und pflanzen

Salatgurken können ab Mitte oder Ende April im Frühbeet oder im Haus vorgezogen werden. Dazu werden drei Pflanzensamen jeweils in einen Topf mit Anzuchterde gepflanzt und an einen sonnigen, warmen Ort gestellt. Wird die Erde gleichmäßig feucht gehalten, sind nach wenigen Tagen schon die ersten Keimlinge zu sehen. Die Keimdauer beträgt etwa ein bis zwei Wochen. Lassen Sie aber nur den stärksten Keimling pro Topf stehen. Alle anderen werden frühzeitig entfernt. So wird sichergestellt, dass man wirklich nur Pflanzen im Beet stehen hat, die am Ende eine reiche Ernte bringen.

Gurkenkeimlinge
Nur die stärkste Pflanze darf im Topf bleiben und kommt ins Freie.© skerenov – stock.adobe.com

Wollen Sie keine eigenen Gurkensetzlinge vorziehen, so können Sie im Fachhandel zu Jungpflanzen greifen. Kaufen Sie aber nur kräftige, gesunde Salatgurkenpflanzen – alles was kränkelt, sollte nicht den Weg nach Hause finden. Bei der Sortenwahl empfiehlt es sich, zu veredelten Exemplaren zu greifen: Diese sind resistent oder zumindest robuster gegenüber verschiedenen Krankheiten.

Sobald die Schlangengurkenpflanzen zwei bis vier Laubblätter zusätzlich zu den Keimblättern haben, sind sie groß genug, um auch im Beet zu überleben. Warten Sie jedoch mit dem Umzug ins Freie auf jeden Fall die Eisheiligen (Mitte Mai) ab, da Salatgurken auf späte Fröste empfindlich reagieren. Vor dem Einpflanzen der Schlangengurken reichern Sie die Erde mit ausreichend Kompost an, Gurken sind nämlich Starkzehrer und brauchen viele Nährstoffe. 

Setzen Sie die Gurkenpflanzen anschließend möglichst tief in das Beet oder den Kübel mit mindestens 20 Liter Fassungsvermögen ein und häufeln Sie die Erde etwas an – so bilden sich verstärkt Adventivwurzeln (Seitenwurzeln) aus. Bei veredelten Pflanzen sollten die Veredelungsstellen oberhalb der Erde liegen.

Tipp: Die optimale Tiefe der jungen Gurkenpflanzen erkennen Sie daran, dass auch die Keimblätter mit Erde bedeckt sind.

Wollen Sie die Salatgurken im Beet anbauen, so brauchen die Gurken zwischen den Reihen 130 bis 170 Zentimeter, in der Reihe 40 Zentimeter Abstand.

Der richtige Standort für Schlangengurken

Schlangen- beziehungsweise Salatgurken benötigen viel Licht und Wärme. Als Substrat ist humusreicher und lockerer Boden ideal. Dieser erwärmt sich schnell und kann dennoch genügend Wasser speichern. Sonnige und windgeschützte Standorte im Garten sind für die Gurke ausreichend - Optimal wäre allerdings ein Platz im Gewächshaus, da die empfindlichen Schlangengurken hier vor Temperaturschwankungen und starken Umwelteinflüssen abgeschirmt sind. Als Beetnachbarn sind Dill, Bohnen und Salat sehr gut geeignet, mit anderen Starkzehrern wie Tomaten- oder Kohlpflanzen verträgt sich die Gurke dagegen nicht so gut.

Genauso wichtig wie der ideale Standort sind die Rankhilfen, die direkt nach dem Einpflanzen der jungen Salatgurkenpflanzen im Beet oder Kübel angebracht werden müssen. Hier eignen sich im Gewächshaus vor allem vertikale Schnüre, im Freien sind Rankstangen oder Rankgerüste bzw. -gitter ideal. Diese Rankhilfen erleichtern nicht nur die Ernte, sondern fördern auch das Wachstum der Pflanzen.

Rankgitter
Rankgitter sind wichtig für das Wachstum der Gurkenpflanzen.© orestligetka – stock.adobe.com
Hätten Sie’s gewusst?
Gurken benötigen ab und zu einen Standortwechsel. Ansonsten können Krankheiten, die im Boden überdauern (zum Beispiel der Grauschimmel), auch die neue Pflanzengeneration befallen. Als Faustregel wird ein Abstand von vier Jahren zwischen zwei Schlangengurkenkulturen am gleichen Standort vorgeschlagen. Da ein kompletter Bodenwechsel sehr aufwendig ist, bietet es sich an, die Gurken in einen Topf anzubauen. So kann der Boden jährlich ohne großen Aufwand gewechselt werden.

Tipps zu Anbau und Pflege der Salatgurken

Auch Gurken brauchen regelmäßige Pflege, um eine gute Ernte zu tragen. Wässern Sie die Gurke in gleichmäßigen Abständen, sodass der Boden immer etwas feucht bleibt, aber trotzdem keine Staunässe entsteht. Wird die Schlangengurkenpflanze länger Trockenheit ausgesetzt, können die Gurken am Ende sehr bitter schmecken. Als Starkzehrer freut sich die Salatgurke auch über reichlich Nährstoffe. Im Durchschnitt brauchen Gurken ein bis drei Liter Wasser pro Pflanze und Tag.

Während der Wachstumsphase der Gurkenpflanzen ist es wichtig, die Ranken immer mal wieder neu um die Stangen zu wickeln. Neuaustriebe werden auch mehrmals wöchentlich in die Höhe geleitet. Ist der Haupttrieb der Salatgurkenpflanze dann schließlich so groß geworden, dass er mit seiner Spitze das Dach des Gewächshauses bzw. das obere Ende der Rankhilfe erreicht hat, schneiden Sie diesen ab. Die Seitenzweige können mit einem scharfen Messer direkt hinter der ersten Blüte abgeschnitten werden.

Nachwickeln
Regelmäßiges Nachwickeln der Triebe fördert das Wachstum der Salatgurken.© Akarawut – stock.adobe.com

Tipp: Für eine optimale Fruchtgröße und Fruchtmenge sollten Sie Seitentriebe unterhalb von 60 bis 80 Zentimetern Höhe der Pflanze laufend auf zwei bis sechs Blätter verringern. So verhindern Sie auch dschungelähnliche Wucherung.

Bei optimalen Bedingungen können bereits nach zwei Monaten die ersten Gurken gepflückt werden. Ernten Sie ohne Zurückhaltung: Häufiges Pflücken fördert sogar die Bildung neuer Früchte, sodass die Ernte üppiger ausfällt. Bei Salat- bzw. Schlangengurken können Sie gut und gerne drei Mal in der Woche die reifen Gurken entfernen. Trennen Sie die Früchte mit einem scharfen Messer ab, sonst kann es zu Verletzungen der Ranke kommen.

Reif sind die Gurken, wenn die Schale gleichmäßig grün gefärbt ist und sich glatt anfühlt.

Krankheiten bei Salat- bzw. Schlangengurken

Salatgurken oder Schlangengurken sind besonders anfällig für Krankheiten. Vor allem Pilze, wie der Echte Mehltau, der Grauschimmel oder die Sclerotina-Welke machen der Pflanze zu schaffen. Bei einem Befall ist oft nur noch Schadensbegrenzung möglich, also das zeitnahe Entfernen aller betroffenen Pflanzen

Um zu verhindern, dass die Gurkenpflanzen krank werden und die Gurken selbst am Ende möglichst groß und lecker sind, hilft es, das Gewächshaus regelmäßig zu lüften. Auch die empfohlene Rankhilfe fördert nicht nur das Wachstum der Pflanzen, sondern dient auch als eine Art „Wäscheständer“, an dem die Blätter nach Regen gut abtrocken können. Außerdem helfen die bereits erwähnten häufigen Standortwechsel, die Beachtung der Fruchtfolge und die Vermeidung von direkter Nachbarschaft mit Pflanzen, die ebenfalls pilzanfällig sind (u.a. Tomaten). Sie können allerdings bereits beim Kauf darauf achten, die Züchtungen zu kaufen, die gegenüber Mehltau resistent oder tolerant sind.

Gerade junge Gurkengewächse sind zudem bei Schnecken äußerst beliebt und sollten vor ihnen so gut es geht geschützt werden. 

Gurken ernten
Viel ernten bringt auch viele Früchte!© ManuPadilla – stock.adobe.com

Zum Weiterlesen: Tomaten im Freiland pflanzen

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