Pilzbefall

Mehltau bekämpfen – effektiv und ökologisch vertretbar

Mehltau ist als Pilzerkrankung an Nutz- und Zierpflanzen berüchtigt. Zur effektiven Bekämpfung können Sie in vielen Fällen auf umweltschonende Hausmittel zurückgreifen. Lesen Sie hier, wie Sie Mehltau bekämpfen!

Echter Mehltau
Der weiße Belag an der Blattoberseite ist typisch für Echten Mehltau.© Sombat - stock.adobe.com

Toxische Fungizid-Präparate, die die Umwelt stark belasten, müssen nicht immer zum Einsatz kommen.  Den Mehltau bekämpfen Sie adäquat in wenigen, einfachen Schritten sowohl im Innenbereich an Zimmerpflanzen als auch im Garten und auf dem Balkon. 

Lesen Sie hier, was es im Juni im Garten zu tun gibt.

Unterschiedliche Arten von Mehltau

Als Mehltau werden verschiedene, durch Pilzbefall verursachte Erkrankungen an Pflanzen bezeichnet. Als katalogisiert gelten weit mehr als 100 verschiedene Arten.  Am häufigsten sind jedoch nur zwei dieser Arten für Erkrankungen an Pflanzen verantwortlich, der Echte Mehltau und der Falsche Mehltau.

Der Falsche Mehltau ist eine sehr ernste Erkrankung und tritt zumeist bei kühlen und feuchten Wetterbedingungen auf. Er befällt vorzugsweise krautige Gewächse und wird begünstigt durch Stickstoff. Der Echte Mehltau kommt bei wärmeren und trockeneren Witterungsbedingungen vor. Er befällt bevorzugt junge Pflanzenteile und breitet sich relativ schnell aus.

Falscher Mehltau – Schadbild

Der Falsche Mehltau bildet einen gräulichen Belag an der Blattunterseite, den sogenannten Pilzrasen. Mitunter geht die Färbung von grau in violett über. An der Oberseite der befallenen Blätter finden sich gelbliche Flecken. Bei voranschreitendem Befall sterben dann ganze Pflanzenteile ab.

Echter Mehltau – Schadbild

Der Echte Mehltau ist erkennbar durch den typischen, weißen oder leicht bräunlichen Belag auf den Blattoberseiten von Pflanzen. Bei fortschreitender Erkrankung verfärbt sich das gesamte Blattwerk braun und vertrocknet.

Mehltau bekämpfen – Maßnahmen zur Schadenbegrenzung

Wenn Sie an einer Ihrer Pflanzen einen Mehltaubefall entdeckt haben, sollten Sie umgehend handeln. Denn die Pilzsporen, die für die Erkrankung verantwortlich sind, können sich im schlimmsten Fall ausbreiten und völlig gesunde Pflanzen in der näheren Umgebung infizieren.

Entfernen Sie zunächst alle bereits angegriffenen Pflanzenteile wie Blattwerk, Knospen und Blüten. Die entfernten Pflanzenteile müssen dann umgehend entsorgt werden, da die Pilzsporen sich durch Wind oder Insekten relativ schnell verbreiten können. Insbesondere vom Echten Mehltau befallene Blätter, Blüten oder Knospen dürfen nicht kompostiert werden, weil die stabilen Dauersporen nicht durch einen Zersetzungsprozess absterben. Da Mehltaubefall auch Allergien auslösen kann, sollten Sie bei der Entsorgung Handschuhe und gegebenenfalls eine Schutzmaske tragen.

Echten Mehltau bekämpfen mit Natron

Es empfiehlt sich besonders beim Thema Echten Mehltau bekämpfen Natron zu verwenden, da das Hydrogencarbonat in vielen alltäglichen Haushaltsmitteln enthalten ist. Hierzu zählen unter anderem Backpulver sowie andere Backtriebmittel, Zahnputzpräparate und bestimmte Mittel gegen Sodbrennen. Bezüglich des Falschen Mehltaus hat Natron keine, in seltenen Fällen eine sehr schwache Wirksamkeit.

Für eine Behandlung mischen Sie 2 Liter Wasser mit 20 Milliliter Öl und 1 Päckchen Natron. Die befallenen Pflanzen müssen dann in einem Abstand von circa 14 Tagen mit dem Gemisch besprüht werden.

Echten Mehltau bekämpfen mit Milch

Ebenfalls in nahezu allen Haushalten zu finden ist Kuhmilch, die auf natürliche und ökologisch vertretbare Weise gegen den hartnäckigen Pilzbefall verwendet wird. Am effektivsten sind hier Rohmilch und Buttermilch.

Für die Behandlung mischen Sie Milch mit Wasser im Verhältnis 1 zu 9.
Besprüht werden dann mehrmals wöchentlich alle befallenen und auch vor Befall zu schützenden Pflanzen. Leider hat diese Maßnahme ebenfalls keine Wirksamkeit bei einem Befall durch den Falschen Mehltau.

Die Natron- und Milchrezepturen eignen sich besonders gut für eine Behandlung gegen Mehltau bei Zimmerpflanzen.

Falscher Mehltau
Gelbe Flecken an der Blattoberseite sind ein Zeichen für Falschen Mehltau.© Volodymyr - stock.adobe.com

Falschen Mehltau bekämpfen

Bei Falschem Mehltau ist die effektivste Maßnahme die Vorbeugung. Halten Sie daher das Blattwerk von anfälligen Pflanzen trocken, indem Sie stets von unten gießen. Zudem sollten Sie Ihre Pflanzen immer mit genügend Abstand in Beete, Kübel oder Kästen setzen.

Auf eine zu einseitige Düngung mit Stickstoffpräparaten sollte verzichtet werden.
Bei einem Akutbefall von Falschem Mehltau können Sie auf eine umweltschonende Behandlung mit Knoblauch zurückgreifen. Die Behandlung kann auch vorbeugend bei kühlem und feuchtem Wetter durchgeführt werden.

Knoblauch gegen Falschen Mehltau

Für die Behandlung von befallenen Pflanzen übergießen Sie vier klein geschnittene Knoblauchzehen mit 1 Liter kochendem Wasser. Der Sud muss dann anschließend ziehen, bis er vollständig abgekühlt ist.
Besprühen Sie die gesamte Pflanze alle paar Tage mit dem Sud.

Marienkäfer als natürliche Maßnahme gegen Pilzbefall

Marienkäfer sind als Nützlinge aus dem heimischen Garten nicht wegzudenken. Sie stehen als natürliche Feinde der Blattläuse ganz oben auf der Liste der unentbehrlichen Lebewesen auf freiliegenden Grünanlagen.

Einige Marienkäferarten ernähren sich allerdings ausschließlich von Mehltau. Hierbei handelt es sich um den Sechszehnpunkt- und um den Zweiundzwanzigpunktmarienkäfer, nicht zu verwechseln mit der Zweipunktart, die sich von Blattläusen ernährt.

Marienkäfer sind also die effektivste und ökologisch sinnvollste Maßnahme, um Mehltau im Garten zu bekämpfen. Möchten Sie gegen Mehltau bei Zimmerpflanzen vorgehen, greifen Sie auf eine Behandlung mit Natron- oder Milchgemischen zu. 

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!