Arbeitsschutz

Wie sicher sind Atemschutzmasken aus dem Baumarkt?

Es gibt Aufgaben im Leben eines Heimwerkers, bei denen besondere Vorsicht und der richtige Schutz entscheidend ist. Dazu zählen Arbeiten mit teilweise giftigen Stäuben und Dämpfen. Wir erklären, welche Schutzmaske aus dem Baumarkt sich wofür eignet.

Gasmaske
Wählen Sie beim Arbeitsschutz immer die sicherste Variante!© brillianata - stock.adobe.com

Die im Baumarkt erhältlichen Schutzmasken sind in drei Schutzgraden verfügbar: FFP1, FFP2 und FFP3. Diese Masken filtern kleinere und größere Partikel aus der Atemluft und schützen so Ihre Lungen und Atemwege. FFP steht für „filtering facepiece“. Der Schutz reicht dabei von ungiftigen Stäuben bis hin zum Schutz vor Viren und Bakterien.

Wie Sie Desinfektionsmittel selber machen, lesen Sie hier.

Nur unzureichenden Schutz bieten einfache Mund-Nase-Schutz-Masken (MNS). Der auch als „OP-Masken“ bekannte Mundschutz bildet eine Barriere gegen Tröpfchen, schützt Sie jedoch nicht ausreichend bei der Arbeit mit staubigen oder giftigen Materialien.

Mundschutz
Ein einfacher Mundschutz bietet nur unzureichenden Schutz gegen Staub, Rauch und Viren.© Viesturs - stock.adobe.com

Das können Atemschutzmasken

Greifen Sie daher immer zu den im Baumarkt erhältlichen FFP-Masken. Je nach Schutzgrad können Sie FFP-Masken zum Schutz bei der Arbeit mit Gips, Zement und sogar Zucker bis hin zum Schutz vor Viren, Bakterien und krebserregenden Stoffen wie Asbest verwenden.

FFP1-Masken bieten Schutz gegen ungiftige Stäube. Dazu zählen Zement, Gips und Kalkstein, aber auch Zuckerstaub und sogar Pollen. FFP1-Schutzmasken werden daher gern von Pollenallergikern genutzt, darüber hinaus kommen sie in allen Arbeitsbereichen zum Einsatz, wo ungiftige Stäube auftreten können, darunter Land- und Holzwirtschaft, bei Reinigungsarbeiten mit starker Staubentwicklung und beim Schneiden und Schleifen von Beton oder Eisen. FFP1-Masken filtern bis zu 80% alle Partikel bis zu einer Größe 0,6 μm aus der Atemluft.

Arbeitsschutz
Verwenden Sie für gefährliche Arbeiten die geeignete Atemschutzmaske!© Kzenon - stock.adobe.com

FFP2-Masken fangen schon 94% der Partikel bis 0,6 μm ab. Sie schützen vor gesundheitsschädlichen und erbgutverändernden Stoffen in der Atemluft und kommen überall dort zum Einsatz, wo mit gesundheitsschädlichen und krebserregenden Stoffen auf Wasser- oder Ölbasis gearbeitet wird, darunter zum Beispiel Betonstaub oder Granit. Des Weiteren schützen Masken dieses Schutzgrades beim Schleifen von Baustahl und Zink und im Umgang mit Schimmel und Bakterien der Risikogruppe 2.

FFP3-Masken: Der beste Atemschutz?

Den besten Schutz bieten FFP3-Masken: Sie filtern 99,5% der Partikel bis zu einer Größe 0,6 μm aus der Atemluft und werden in gefährlichen Arbeitsbereichen eingesetzt, in denen Sie beispielsweise den giftigen Stäuben von Chrom, Nickel und Kobalt ausgesetzt sind. Dazu zählen Schleif- und Schweißarbeiten an hochlegiertem Stahl, Edelstahl und Thorium-Elektroden sowie Arbeiten mit Asbest und Dieselrauch. Außerdem schützen Masken der Klasse FFP3 vor Schimmelsporen, Viren und Bakterien der Risikogruppe 3 und sogar vor radioaktiven Partikeln.

Übrigens: Auch wenn Sie Mehltau bekämpfen, sollten Sie eine Schutzmaske tragen!

Atemschutzmasken gegen Viren?

Experten des Robert Koch-Instituts haben eine klare Meinung: Der beste Schutz vor Ansteckung ist auch bei Viruserkrankungen das richtige Verhalten. Dazu zählen:  

  • Regelmäßiges Händewaschen und -desinfizieren
  • Nicht in die Hände, sondern in die Armbeuge husten und niesen
  • Abstand halten, wenn jemand Krankheitssymptome zeigt und Menschenmassen vermeiden.
Atemschutzmaske auf Reisen
Gerade auf Reisen fühlen sich viele Menschen mit Schutzmaske sicherer.© TeamDaf - stock.adobe.com

Handelsübliche Atemschutzmasken sind lediglich als Fremdschutz wirksam, also wenn eine infizierte Person die Maske trägt und so das Risiko reduziert, die Mitmenschen durch Husten oder Niesen zu gefährden. Für gesunde Menschen können die Masken als Schutzmaßnahme sogar schädlich sein: Wer sich durch die Maske in falscher Sicherheit wiegt, neigt dazu, bei der Hygiene nachlässiger zu sein und erhöht damit das Ansteckungsrisiko.

Übrigens: So können Sie einen Mundschutz selber machen!

Der richtige Sitz bei Atemschutzmasken

Um einen wirksamen Schutz zu gewährleisten, müssen diese Atemschutzmasken fest um den Kopf geschnallt werden. Dabei bleibt der Tragekomfort auf der Strecke, zudem verhindern dichte Bärte den korrekten Sitz der Maske und reduzieren so den Schutz. Auch für Kinder sind die Masken nicht geeignet: Sie sind zu groß für die kleinen Gesichter und sitzen nicht richtig, so dass kein ausreichender Schutz gewährleistet werden kann.
Hinzu kommt, dass Atemschutzmasken nicht für jeden Arbeitseinsatz geeignet sind: Selbst FFP3-Schutzmasken schützen nicht vor giftigen Gasen und Dämpfen. Greifen Sie in solchen Fällen unbedingt zu einer Atemschutzmaske mit einem Schraub- oder Steckfilter, die höheren Schutz bietet.

Zudem können FFP-Atemschutzmasken nur dann sicher benutzt werden, wenn der Sauerstoffgehalt der Luft am Einsatzort 19,5% nicht unterschreitet. Ist der Sauerstoffanteil niedriger, greifen Sie besser zu einer isolierenden Atemschutzlösung.

Beim Arbeiten in einer potentiell gefährlichen Umgebung gilt immer: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Greifen Sie deshalb lieber zur sichereren Maßnahme – Ihrer Gesundheit zuliebe!

Zum Weiterlesen: So finden Sie die richtige Schnittschutzhose!

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