Schädlinge

Spinnmilben erkennen und bekämpfen

Spinnmilben sind Pflanzenschädlinge, die sowohl bei Zimmerpflanzen als auch im Außenbereich vorkommen. Wir erklären, woran Sie Spinnmilben erkennen und wie Sie sie bekämpfen.

Spinnmilben-Netzte
Einen Spinnmilben-Befall bemerkt man vor allem durch die feinen Netze an den Blattachsen- und -rändern, sowie durch Flecken auf Blättern.© faithie - stock.adobe.com

Ein Spinnmilben-Befall ist in der Regel daran zu erkennen, dass sich kleine weiße Flecken auf den Blättern abzeichnen und kleine wollartige Gespinste an der Blattachse sowie an den Rändern der Blätter auftauchen.

Spinnmilben erkennen

Die kleinen Spinnentiere werden je nach Art zwischen 0,1 und 0,8 Millimeter groß und haben, wie alle Spinnentiere, acht Beine. Die Farbe der Spinnmilben variiert abhängig von der Farbe der befallenen Pflanze sowie der Jahreszeit zwischen Hellgrün, Gelbgrün bis zu Orange und Rostrot.

Ohne Lupe sind Spinnmilben eigentlich kaum zu erkennen. Einen Befall bemerkt man eher durch den angerichteten Schaden beziehungsweise die Netze der Spinnmilben.

Spinnmilben-Netze an Blattrand
Ihre Netze bilden die Spinnmilben vor allem an den Blattachsen sowie an den Blatträndern.© Christine Grindle - stock.adobe

Spinnmilben bevorzugen warme und trockene Luft. Deshalb findet man sie im Winter vor allem an Zimmerpflanzen, die in beheizten Räumen stehen. Im Sommer belagern die Schädlinge auch Garten- und Balkonpflanzen sowie Gewächshäuser.

Zimmerpflanzen können aber auch im Sommer von Spinnmilben befallen werden. Die Spinnmilben-Weibchen legen in ihrem Leben bis zu 100 Eier. Lediglich drei Tage nach der Eiablage schlüpft der Spinnmilben-Nachwuchs. Dieser wiederum ist nach gerade einmal einer bis maximal drei Wochen selbst fortpflanzungsfähig. Entsprechend schnell verbreiten sich Spinnmilben also.

Schadensbild der Spinnmilbe

Spinnmilben bilden nicht nur unschön aussehende feine Netze an den Blattachsen und -rändern, sie schädigen die befallenen Pflanzen vor allem durch ihre Saugtätigkeiten. Mit ihren stechend-saugenden Mundwerkzeugen dringen Spinnmilben in die Blattunterseite ein und saugen die Blattzellen aus. Zu erkennen ist dies durch silbrig weiße punktartige Flecken auf dem Blatt.

Spinnmilben-Schaden auf Blatt
Spinnmilben hinterlassen helle, punktförmige Flecken auf den Blättern ihrer Wirtspflanze.© 7monarda - stock.adobe.com

Der Speichel der Spinnmilbe beinhaltet außerdem ein Gift, das die Pflanzen zusätzlich schädigt. Die befallenen Blätter beginnen sich zu rollen, trocknen aus und sterben schlussendlich ab. Ferner können Spinnmilben für Pflanzen schädliche Viren übertragen.

Spinnmilben sind nicht gerade wählerisch in Bezug auf ihre Wirtspflanzen. Bevorzugt werden allerdings bereits geschwächte Pflanzen.

Besonders häufig befallen werden im Freiland Obstbäume sowie Beerensträucher und Weinstöcke. Im Gewächshaus sind in erster Linie Gemüsepflanzen auf dem Speiseplan der Spinnmilbe:

  • Gurken
  • Bohnen
  • Tomaten
  • Chili

Im Zimmer wiederum sind Spinnmilben an annähernd jeder Pflanze denkbar.

Übrigens: Anders als ihre Artgenossen bildet die Orchideenspinnmilbe keine Netze an der befallenen Pflanze. Sie sind mit nur 0,1 Millimetern mit bloßem Auge fast unmöglich zu sehen. Das Schadbild an den Blättern ist jedoch dasselbe wie das von anderen Spinnmilben-Arten.

Spinnmilben bekämpfen

Egal ob im Innen- oder Außenbereich: Haben Sie einen Spinnmilben-Befall bemerkt, ist schnelles Handeln gefragt. Eine Erste-Hilfe-Maßnahme ist die Behandlung mit Wasser. Brausen Sie die betroffenen Pflanzen großzügig ab. Gehen Sie dabei allerdings behutsam vor. Ansonsten kann es zu Schäden an den Pflanzen kommen. Achten Sie bei dieser Behandlung unbedingt darauf, auch die Blattunterseite mit Wasser zu benetzen.

Generell gilt es, die Luftfeuchtigkeit in die Höhe zu treiben. Spinnmilben bevorzugen ein trockenes Klima. Vorbeugend und als Langzeitbehandlung können Sie Ihre Pflanzen regelmäßig mit Wasser aus der Sprühflasche (bei Zimmerpflanzen) oder dem Schlauch (im Garten) vor Spinnmilben schützen. Außerdem bewährt haben Sie kleine Wasserschalen direkt neben den Pflanzen. Durch die Verdunstung des Wassers wird die Luftfeuchtigkeit direkt in der Umgebung der Pflanzen erhöht. Eine hundertprozentige Garantie gibt es für den Erfolg allerdings nie.

Spinnmilben-Netz an Baum
Von Spinnmilben befallene Pflanzen oder -teile müssen im schlechtesten Fall entfernt und entsorgt werden.© Sergey Kohl - stock.adobe

Eine befallene Pflanze muss umgehend von allen anderen (hoffentlich noch nicht betroffenen) Gewächsen isoliert werden.

Hausmittel gegen Spinnmilben

  1. Nikotin: Nikotin ist ein altbewährtes Pflanzenschutzmittel und hilft neben vielen anderen Schädlingen auch gegen die Spinnmilbe. Vermischen Sie etwas Zigarettenasche mit Wasser und gießen Sie befallene Pflanzen damit.
  2. Rapsöl: Um Spinnmilben mit Rapsöl zu bekämpfen, füllen Sie dieses pur in eine kleine Sprühflasche und benetzen die Blätter vorsichtig damit. Alternativ können Sie auch Teebaumöl verwenden. Dieses sollte allerdings unbedingt stark verdünnt werden (10 - 15 Tropfen auf 0,5 l Wasser). Befallene Pflanzen werden damit mehrmals täglich besprüht.
  3. Seife-Spiritus-Gemisch: Etwas radikaler ist die Bekämpfung von Spinnmilben mit einem Gemisch aus einem Liter heißem Wasser, 20 Gramm Seife und 30 Milliliter Brennspiritus. Füllen Sie die Lösung nach dem Abkühlen in eine Sprühflasche und benetzen Sie die Pflanze großzügig damit. Vergessen Sie dabei vor allem nicht die Blattunterseiten.

Ferner können Sie verschiedene natürliche Fressfeinde wie zum Beispiel Florfliegenlarven gegen Spinnmilben einsetzen. Und auch der Handel bietet eine Fülle an verschiedenen Produkten, die gegen Spinnmilben helfen können.
Generell gilt: Nicht jedes (Haus-)Mittel eignet sich für jede Pflanze. Testen Sie die Methode Ihrer Wahl besser zunächst an einer kleinen Stelle.

Spinnmilben sind lästig und vor allem hartnäckig. Befallene Pfalzen sind jedoch nicht automatisch verloren. Mit etwas Geduld und Ausdauer werden Sie die Schädlinge wieder los.

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