Gemüsegarten

Tomaten ins Freiland pflanzen

Tomaten sind sind einfach zu kultivieren und tragen innerhalb kurzer Zeit Früchte. Wenn Sie Tomaten ins Freiland pflanzen, gibt es allerdings einige Dinge zu beachten. Hier erfahren Sie alles zu Standort, Pflege und Ernte.

Tomaten
Was ist beim Pflanzen von Tomaten wichtig? © Dusan Kostic - stock.adobe.com

Wenn Sie Tomaten ins Freiland pflanzen, sind milde Temperaturen entscheidend für den Erfolg der späteren Ernte. Tomatenpflanzen vertragen keinen Frost, deswegen sollten Sie mit dem Auspflanzen ins Freie erst nach den Eisheiligen (12. bis 15. Mai) beginnen. Dann hat sich der Boden sicher auf 13 bis 15 Grad erwärmt und die Tomaten können optimal anwachsen.

Aussaat der Tomatensamen

Ziehen Sie die Tomatenkeimlinge zunächst in der Wohnung in Einzeltöpfen oder Saatschalen vor. Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat ist Ende März/ Anfang April. Sie benötigen dafür:

•    Qualitativ hochwertiges Saatgut
•    Anzuchterde
•    Anzuchttöpfe/ Saatschalen (alternativ: Eierkarton)

Säen Sie die Tomatensamen dünn in die Anzuchttöpfe und stellen Sie diese bei etwa 18 bis 20 Grad Celsius auf eine helle Fensterbank. Auch ein beheizbares Kleingewächshaus eignet sich hierfür sehr gut. Halten Sie die Erde immer feucht, dann beginnen die Tomatensamen nach etwa 8 Tagen zu keimen.

Nach weiteren drei Wochen haben die Tomatensämlinge ihre ersten beiden Blattpaare entwickelt. Jetzt setzen Sie die einzelnen Keimlinge jeweils in ca. 10 cm große Töpfe. Gießen Sie die jungen Tomatenpflanzen regelmäßig und legen Sie erst kurz vor dem Auspflanzen eine kurze Trockenphase ein, um damit einen Impuls für das Wurzelwachstum zu geben.

Tomaten Setzlinge
In den Anzuchttöpfen wachsen die jungen Tomatenpflanzen.© kaliantye - stock.adobe.com

Tomaten pflanzen: Umzug ins Freie

Vor dem Umzug ins Freiland ist es wichtig, sich Gedanken über den Standort der Tomatenpflanzen zu machen. Wichtig ist es, die Pflanzen vor Kälte, starkem Wind und Regen zu schützen. Diese Anforderungen erfüllt zum Beispiel ein sonniger Platz vor einer Mauer, die sogar Wärme zurückstrahlt.

Tomaten zählen zu den wenigen Nutzpflanzen, die nicht jedes Jahr den Standort wechseln müssen: Solange sie gesund gedeihen, dürfen sie über Jahre hinweg am gleichen Stammplatz verweilen. Allerding sollten Sie keine Nachtschattengewächse oder Kartoffeln in direkter Nähe zu den Tomaten pflanzen, diese beeinflussen durch starke Bodenauslaugung das Wachstum der Tomaten negativ. Das Erdreich sollte möglichst nährstoffreich, frisch und durchlässig sein.

Beachten Sie: Auch ein Tomatenhaus aus dem Fachhandel bietet einen guten Regen- und Windschutz. Die offene Seite muss von der Wetterseite abgewandt sein, darf also in unseren Breiten also nicht nach Westen zeigen. Rundum geschlossene Häuser oder spezielle Tomatenhauben für das Freiland sind als dauerhafter Regenschutz wegen des Kondenswassers und der erhöhten Gefahr von Pilzerkrankungen nicht zu empfehlen.

Um die Tomatenpflanzen schließlich in den Garten umzupflanzen, müssen sie robust genug sein, um die dortigen Witterungsbedingungen zu überstehen. Um dies zu erkennen, gibt es konkrete Merkmale:

•    Größe bzw. Höhe der Pflanzen von 30 bis 40 Zentimetern
•    beginnende Ausbildung der ersten Blütendolden
•    möglichst keine oder eine nur sehr gering ausgebildete Vergeilung (Seitentriebe)

Pflanzen Sie die jungen Tomatenpflanzen möglichst tief in den Gartenboden. Dafür entfernen Sie zunächst die unteren Blätter und lassen nur die obersten vier stehen. Dadurch können sich viele neue Wurzeln am Stiel in der Erde entwickeln. Außerdem können die tiefliegenden Wurzeln so auch bei Trockenheit noch Wasser aufnehmen.

Achtung! Bei veredelten Tomaten sollte der Topfballen gerade noch sichtbar sein.

Um die Durchlüftung des Bodens zu sichern, pflanzen Sie die Tomaten mit einem weiten Pflanzabstand von mindestens 50 x 60 Zentimetern in die Erde. Füllen Sie das Pflanzloch mit Kompost auf. Danach gießen Sie die Tomatenpflanzen stark an, um in den folgenden Tagen nicht zu gießen. So wird das Wurzelwachstum erneut angeregt.

Tomaten einpflanzen
Achten Sie beim Einpflanzen auf den richtigen Pflanzabstand.© Alexander Raths - stock.adobe.com

Pflege der Tomatenpflanzen

Damit an Ihren Pflanzen auch schöne Tomaten wachsen, müssen Sie regelmäßig die Seitentriebe entfernen. Diesen Vorgang nennt man Ausgeizen. Nur so können der Hauptstamm der Tomate und die Früchte gleichmäßig und stark wachsen, ohne dass Energie an die Geiztriebe „abgezweigt“ wird. Brechen Sie die aus den Blattachseln herauswachsenden Geiztriebe mit den Händen ab und entfernen Sie auch gleichzeitig gelbe, vertrocknete oder kranke Blätter.

Wie stark ausgegeizt wird, hängt von der Sorte ab: Cocktailtomaten können gut mehrtriebig bleiben, auch einige buschförmig wachsende Sorten brauchen nicht ausgegeizt zu werden.

Gießen Sie die Tomatenpflanzen immer nur unmittelbar an den Wurzelbereich. Dadurch verhindern Sie Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule. Außerdem braucht jede Tomatenpflanze eine Rankhilfe, damit der Hauptstamm der Tomate gut in die Höhe wachsen kann. Befestigen Sie den Stiel mit Draht oder einem Band am Stab.

Tomaten ausgeizen
Beim Ausgeizen werden die Geiztriebe entfernt.© fotoknips - stock.adobe.com

Tomaten ernten

Im August entfernen Sie dann die Blütenstände an der oberen Triebspitze. Diese Früchte würden bis Saisonende nicht mehr ausreifen und die Energie der Tomatenpflanze wird auf die restlichen Früchte konzentriert. Ernten können Sie die Tomaten zwischen Juni und Oktober.    

Beachten Sie: Grüne Tomaten sind aufgrund des Alkaloids Solanin giftig. Dieses bildet sich mit zunehmender Reife zurück. Ernten Sie die Tomaten erst, wenn sie ihre sortentypische Farbe voll ausgebildet haben. Dann verfügen Tomaten neben Vitamin B und C auch über viele gesunde Mineralstoffe.

Vor der ersten Frostnacht im Oktober schneidet man die restlichen, noch grünen Früchte ab und lässt die Tomaten nachreifen, indem man sie im Haus aufbewahrt.

Paprika anpflanzen

Neben Tomaten kann im Garten auch weiteres Gemüse, wie Paprika und Gurken, angebaut werden. Hier sind die Standortbedingungen dieselben wie bei den Tomaten: Paprika brauchen viel Sonne und ebenfalls eine Rankhilfe zum Wachsen.

Gehen Sie daher bei der Anzucht der Paprikasamen und dem Umzug ins Freie analog zu den Tomatenpflanzen vor. Allerdings wachsen Paprikapflanzen langsamer als Tomaten und bleiben deutlich kleiner. Alle Sorten der Paprika sind grundsätzlich mehrjährig, die Überwinterung ist aber nur im beheizten Gewächshaus oder Wintergarten möglich.

Gurken anpflanzen

Bei den Gurken werden Freiland- und Salatgurken unterschieden. Die Salatgurken werden in der Regel im Gewächshaus kultiviert. Bei den Freilandgurken gehen Sie wie bei der Paprika analog zu den Tomatenpflanzen vor. Die Besonderheit ist hier allerdings, dass Gurken nur einjährige Pflanzen sind, die zunächst am Boden liegen, dann emporkletternd wachsen und je nach Sorte ein bis vier Meter lange Triebe bilden können.

Was Sie beim Anbau von Gurken noch beachten müssen, lesen Sie hier.

Planen Sie daher ausreichend Platz für die Gurkenpflanzen ein (Pflanzabstand 100 x 40 cm). Damit die Gurkenpflanzen in die Höhe wachsen, können Sie die Haupttriebe mit einer Schnur an einer Rankhilfe anbinden. Hierfür eignen sich ein zwei Meter hoher Maschendraht, ein vergleichbares Rankgerüst oder auch kräftige Holzpfähle.

Übrigens: Hier lesen Sie, worauf es beim Gärtnern mit Kindern ankommt.

Was es im Juni sonst noch im Garten zu tun gibt, lesen Sie hier.

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!