Schädlinge

Schnecken im Garten bekämpfen

Nacktschnecken können zur echten Plage für Hobbygärtner werden. Sie fressen sich zu Hunderten durch die Beete und machen jungen und alten Pflänzchen den Garaus. Lesen Sie hier, wie Sie Schnecken im Garten bekämpfen.

Schnecken vertreiben
Schnecken sind ungeliebte Gäste im Garten - aber mit den richtigen Tipps wird man sie wieder los© Simone - stock.adobe.com

Besonders nach einem feuchten Frühling und Frühsommer treten Schnecken unglaublich zahlreich auf. Da hilft nur, sich angemessen zu wehren. Hier erfahren Sie, mit welchen Hausmitteln Sie Schnecken im Garten bekämpfen können.

Neben der verbreiteten einheimischen Großen Roten Wegschnecke und der dunklen Gartenwegschnecke ist es vor allem die Spanische Wegschnecke, die Gartenbesitzern Kopfzerbrechen bereitet. In Süddeutschland hat sie die heimische Große Wegschnecke schon fast verdrängt.

Zwar ist sie der Großen Wegschnecke äußerlich sehr ähnlich, sie schmeckt jedoch bitter und wird deshalb von natürlichen Feinden wie Amseln, Drosseln, Mäusen oder Maulwürfen weitgehend verschmäht. Nur Igel nehmen es mit der spanischen Wegschnecken auf.

Neben Schnecken gibt es noch unzählige weitere Schädlinge im Garten. Darunter Kartoffelkäfer, Wühlmäuse, Schildläuse, Thripse und mehr. Lesen Sie hier, welche Hausmittel Sie zur Schädlingsbekämpfung einsetzen können.

Schnecken bekämpfen: Vorbeugen hilft

Wer Schnecken das Leben schwer machen möchte, sollte zunächst beim Boden anfangen.

  • Ein humoser, feinkrümeliger Unterboden ist nicht nur fruchtbar, er bietet auch wenige Risse und Spalten, in die sich die Schnecken verkriechen können.
  • Pflanzenschutzexperten empfehlen auch, den Boden in trockenen Zeiten zu hacken, damit sich die Feuchtigkeit verflüchtigt, die Schnecken benötigen. Gewässert werden sollte am frühen Morgen.
Da Nacktschnecken bevorzugt pflanzliche und tierische Abfälle fressen, sollten Gartenbesitzer auf das Kompostieren von Flächen verzichten. Auch der Komposthaufen – hier liegt meist eine wichtige Quelle für die Schneckenplage – sollte weit weg von schützenswerten Beeten stehen.
  • Von der Anlage des Gartens her können Rasenflächen ein gutes Hindernis sein, wenn das Gras kurz gehalten und das Mähgut abtransportiert wird. Beeteinrahmungen aus aromatischen Kräutern stellen hingegen kein Hindernis dar, schon gar nicht bei hoher Feuchtigkeit.
  • Ist die Schneckenplage erst einmal ausgebrochen, hilft eigentlich nur noch das regelmäßige Aufsammeln. Lockmittel wie die berühmte Bierfalle, Kartoffelschalen oder Katzenfutter sind mit Vorsicht zu genießen, da sie auch die Schnecken aus der Nachbarschaft anziehen.
Tipp: Am frühen Morgen und in der Dämmerung ist die Schneckenjagd besonders ergiebig. Am besten an feuchten und dunklen Stellen suchen. Die gefangenen Schnecken sollten mindestens 20 Meter weit entfernt vom Garten ausgesetzt werden.
Schnecken absammeln
Wer Schnecken wirkungsvoll bekämpfen will, kommt um das Absammeln nicht herum.© Astrid Gast - stock.adobe.com

Hausmittel gegen Schnecken

Die meisten Hausmittel gegen Schnecken haben allerdings einen Haken: Sind die Fallen effektiv, locken sie auch die Schnecken aus den Gärten der Nachbarn auf die eigene Scholle.

  • Feines Streumaterial wie Sägemehl, Steinmehl oder Branntkalk mögen die Tiere mit ihrer empfindlichen Sohle nicht, doch diese Barrieren halten nur bis zum nächsten Regen. Bei dauerhaft nassem Wetter – wenn Schnecken besonders gern unterwegs sind – haben sie gar keine Wirkung.
  • Der Geruch von Duftpflanzen wie Lavendel oder Thymian beziehungsweise von Jauchen aus Farnkraut wird zur Abschreckung gepriesen. Leider halten die Schnecken sich oft genug nicht daran.
  • Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau haben ergeben, dass nur eine Mischung verschiedener Bekämpfungsmethoden Erfolg verspricht: Absammeln, Schneckenzaun und der gezielte, fachgerechte Einsatz von Schneckenkorn.
  • Für eine Bierfalle sollte das Glas etwas aus dem Boden herausragen, um Käfer zu schonen. Am besten nur in einem abgegrenzten Beet einsetzen, damit nicht alle Schnecken der Nachbarschaft angelockt werden.

Auch Laufenten sind eine gute Möglichkeit, Schnecken umweltfreundlich zu bekämpfen.

Schnecken bekämpfen mit Schneckenködern

Wer auf Schneckenjagd geht, hilft am besten mit einem Lockstoff nach.

  • Ein in der Schweiz entwickeltes Rezept mischt Weizenkleie mit einem kleinen Anteil eingeweichtem Trockenfutter für Katzen. Mit einem Meter Abstand mehrfach im Beet auslegen.
  • Alte Holzbretter, Rhabarberblätter und welker Salat auf das Beet gelegt, nehmen die Schnecken gerne an – um sich am nächsten Morgen mit dem Gärtner konfrontiert zu sehen.
  • Zur Entsorgung überbrüht man sie am besten mit kochendem Wasser. Manche zerschneiden die Tiere auch mit der Gartenschere. Hauptsache, die Reste wandern in die Mülltonne: Das Aas zieht Artgenossen aus der Umgebung an.

Schnecken gibt es auch im Hochbeet. Lesen Sie hier, welche Fehler beim Gärtnern im Hochbeet sonst noch fast jedem unterlaufen.

Schnecken bekämpfen mit Schneckenzäunen

Schneckenzäune sind ein wirksamer Schutz, wenn kein Blatt als Brücke über den Rand hinaus- oder hineinragt. Allerdings müssen auch die Schnecken, die sich innerhalb des Zauns befinden, konsequent abgesammelt werden. 

Schneckenzäune eignen sich vor allem für Gemüsebeete. Im Fachhandel gibt es verschiedene Ausführungen.
Schneckenkorn
Schneckenkorn sollte schon im zeitigen Frühjahr ausgestreut werden, um Schnecken effektiv zu bekämpfen.© dima_pics - stock.adobe.com

Schnecken bekämpfen mit Schneckenkorn

Der Pflanzenschutzdienst Ingolstadt empfiehlt zwei Schneckenkornwirkstoffe, um Schnecken im Garten zu bekämpfen:

  • Bei Metaldehyd schleimen die Tiere aus. Der ungiftige Wirkstoff von nicht gefressenem Granulat wird bei Feuchte innerhalb von wenigen Tagen über Acetaldehyd zu Wasser und Kohlendioxyd abgebaut. Versuche der Biologischen Bundesanstalt haben ergeben, dass Schneckenkorn auf Metaldehydbasis Igel nicht gefährden.
  • Wer dies sicher ausschließen möchte, ist besser mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat bedient, der als einziger auch für den Bio-Anbau zugelassen ist. Diese Verbindung kommt auch natürlich im Boden vor.

Für beide Wirkstoffe gilt, dass Schneckenkorn unbedingt nach den Packungshinweisen der Hersteller angewendet werden sollte. Nur so kann es sein Potenzial richtig und umweltgerecht entfalten. Dabei beginnt man mit dem Ausstreuen bereits zeitig im Frühjahr, um die ersten Schnecken schon vor der Eiablage zu erwischen.

Die kleinen Körner des Schneckengiftes werden im Beet ausgestreut. Auch wenn chemische Mittel besonders wirkungsvoll sind, empfehlen sich für Privatgärten schonende Gifte wie "Ferramol" von Neudorff, die auch für andere Tiere oder kleine Kinder keine Gefahr darstellen.

Lesen Sie hier weiter: Der Igel ist ein natürlicher Fressfeind der Schnecken. Erfahren Sie hier, wie man ein Igelhaus für ihn baut!  

Schnecken lieben zudem Feuchtigkeit. Mit dem richtigen Gießverhalten können Sie zusätzlich für weniger Schnecken sorgen. Was sie beim Gießen Ihres Gartens außerdem noch beachten sollten, um zusätzlich Wasser zu sparen, lesen Sie hier.

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