Zimmerpflanze

Alpenveilchen pflegen und übersommern

Alpenveilchen bringen vor allem im sonst eher tristen Winter tolle Farben in Ihr Zuhause. Im Sommer legen sie eine Pause ein und werden leider häufig entsorgt. Wie Sie Ihr Alpenveilchen wieder zum Blühen bringen und es pflegen, erfahren Sie hier.

Alpenveilchen in verschiedenen Farben
Alpenveilchen sind beliebte Winterblüher, die viele verschiedene Farben in Ihre Wohnung bringen können.© womue - stock.adobe.com

Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen persicum) gehören der Familie der Primelgewächse an und stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Lediglich das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) ist in den Alpen beheimatet.

Als hiesige Zimmerpflanze kommt aber vor allem die Cyclamen persicum zum Einsatz. Der lateinische Begriff dafür beinhaltet das Wort persicum, was auf die Herkunft des Alpenveilchens aus Persien oder besser Kleinasien zurückzuführen ist.

Das Alpenveilchen ist ein Knollengewächs und wächst üppig krautig mit vielen verschiedenen Blatt-Formen und -Farben. Die Variation reicht von Weiß über zartes Rosa bis hin zu kräftigem Rot. Der Handel bietet zudem inzwischen auch zweifarbige Versionen an.

Zweifarbiges Alpenveilchen
Neben den klassischen Farben gibt es das Alpenveilchen auch in zweifarbig.© Sylvio - stock.adobe

Alpenveilchen an den richtigen Standort stellen

Alpenveilchen mögen es nicht besonders warm, was es etwas schwierig macht, sie im Winter in einen beheizten Raum zu stellen. Am wohlsten fühlt sich das Alpenveilchen an einem hellen, luftigen Standort bei rund 16 °C.

Steht es hingegen zu warm, lässt es schnell die Blätter hängen und verblüht.
Direkte Sonneneinstrahlung ist ebenso wenig die richtige Wahl für das Alpenveilchen wie ein allzu zugiger Standort. Zugluft bekommt dem Alpenveilchen nicht.

Alpenveilchen richtig gießen und düngen

Alpenveilchen sind sehr empfindlich gegenüber Staunässe. Gieße Sie es also eher zurückhaltend. Am besten verträgt es das Alpenveilchen, wenn Sie es nur von unten gießen und überschüssiges Wasser zügig wieder entfernen.

Tipp: Füllen Sie einen Pflanzuntersetzer mit Wasser und stellen Sie das Alpenveilchen samt Untertopf mit Loch unten, hinein. Nach rund einer halben Stunde dürfte es ausreichend Wasser aufgesogen haben und kann wieder zurück in seinen Übertopf gestellt werden.

Außerdem sollten Sie darauf achten, Ihr Alpenveilchen nicht mit zu kaltem Wasser zu gießen. Verwenden Sie am besten lauwarmes Wasser und geben Sie etwa alle zwei Wochen etwas Dünger dazu.

Alpenveilchen pflegen

Auch bei guter Pflege verblühen Alpenveilchen irgendwann. Vereinzelt verblühte oder verschrumpelte Blüten und Blätter während der Vegetationsphase zwischen September und April können Sie einfach entfernen. Ab Mai hingegen sollten Sie Ihrem Alpenveilchen eine generelle Pause gönnen.

Dann begibt sich das Alpenveilchen sozusagen in Sommerurlaub. Noch verbleibende Blüten verblühen und es werden keine neuen gebildet. Verringern Sie zudem die Wassergabe und stellen Sie das Düngen ein. Ähnlich wie beispielsweise bei der Amaryllis beginnen nun auch die Blätter zu welken und die gesamte Pflanze zieht sich in seine Knollen zurück. Dort werden neue Kräfte für die kommende Blühphase gesammelt.

Hat sich Ihr Alpenveilchen an seinem bisherigen Standort wohlgefühlt, können Sie es dort guten Gewissens stehen lassen. Wer möchte, kann sein Alpenveilchen jedoch auch nach den Eisheiligen an einen halbschattigen Standort ins Freie bringen. Auch hier gilt wieder: Vermeiden Sie zu starke Zugluft. Außerdem sollte der Platz möglichst regengeschützt sein. Zu viel Nässe ist auch in der Ruhephase alles andere als gut für das Alpenveilchen.

Vergessen Sie nicht, Ihr Alpenveilchen im Herbst rechtzeitig wieder nach drinnen zu stellen. Die Blühphase des Alpenveilchens beginnt im September. Hat es die Sommerpause gut überstanden, sehen Sie allein daran schon, wann es Zeit wird, das Pflänzchen wieder hineinzustellen. Generell gilt jedoch: Sobald es nachts kälter als 16 °C wird, muss das Alpenveilchen ins Zimmer zurück.

Übrigens sollten Sie Ihr Alpenveilchen etwa alle zwei Jahre umtopfen und mit frischem Pflanzsubstrat versehen. Der beste Zeitpunkt hierfür liegt im September. Achten Sie dabei darauf, dass die Knolle ungefähr zu einem Drittel aus der Erde ragt.

Alpenveilchen – Schädlinge und Krankheiten

Alpenveilchen sind ein beliebtes Ziel für Dickmaulrüssler und Cyclamenmilben. Zu erkennen ist dies meist an Fraßschäden an den Blüten sowie Blättern des Alpenveilchens. Bei einem Befall durch Dickmaulrüssler sollten Sie diese abends regelmäßig absammeln und die Pflanze umtopfen. Dabei wird zudem der Wurzelballen gut gespült. Selbiges Vorgehen (abgesehen vom Absammeln der Tiere) hat sich auch bei der Bekämpfung der Cyclamilbe bewährt.

Dickmaulrüssler
Das Alpenveilchen ist ein beliebtes Ziel für Dickmaulrüssler.© ThKatz - stock.adobe.com

Ferner ist das Alpenveilchen anfällig für Grauschimmel. Die Blätter werden gräulich und bekommen einen leichten Belag, der gemeinem Schimmel sehr ähnelt. In den meisten Fällen ist ein zu warmer Standort hierfür ursächlich.
Zu feuchte Erde wiederum kann zur Knollenfäule führen. Knollenfäule bei Alpenveilchen äußert sich vor allem anhand welker Blätter. Hat Ihr Alpenveilchen die Knollenfäule ereilt, ist es in den meisten Fällen leider zu spät für die Pflanze.

Alpenveilchen sind tolle Winterblüher, aber nicht ganz einfach in der Handhabung, da es etwas empfindlich ist. Wie bei vielen Pflanzen gilt jedoch auch beim Alpenveilchen: Weniger ist häufig mehr.

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