Verhalten im Ernstfall

Eichenprozessionsspinner: Wie gefährlich ist er wirklich?

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners sieht zwar harmlos aus, die giftigen Härchen können jedoch schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Gartenbesitzer sollten diese Gefahr nicht unterschätzen.

 
Eichenprozessionsspinner © boedefeld1969 - stock.adobe.com
Die feinen Haare der Raupe enthalten das Gift Thaumetopoein.

Atemnot und allergische Schocks: Das sind die Reaktionen, die nach Hautkontakt mit dem Eichenprozessionsspinner auftreten werden können. Konkret geht es um die feinen Brennhaare, die für Mensch und Tier gesundheitsschädlich sind.
 

Eichenprozessionsspinner: Gefährlich für Mensch, Tier und Natur

Während der ausgewachsene Falter komplett harmlos ist, sind die Haare der Raupe mit einem Nesselgift versehen, das im Extremfall allergische Reaktionen wie Juckreiz, Blasenbildung oder Hautausschlag auslöst. Diese Symptome können dann über mehrere Tage anhalten. Aber nicht nur äußerliche Reaktionen können beim Kontakt auftreten, sondern auch die Atemwege können gereizt werden. Beschwerden wie Atemnot oder Asthma sind die Folge.

Auch die Natur ist vor der kleinen Raupe nicht sicher: Der Eichenprozessionsspinner ist bekannt dafür, Schäden im Wald anzurichten, vor allem im Frühjahr bei Eichen. Welche Auswirkungen die Raupe auf die Tierwelt hat, lesen Sie bei unserem Partnerportal herz-fuer-tiere.de.

Vor allem in der Zeit von Ende Mai bis Anfang Juli sollten Sie besonders vorsichtig sein! In diesem Zeitraum verlieren die Raupen ihre giftigen Härchen, die dann vom Wind fortgetragen werden. Zudem befinden sich in den Nestern des Vorjahres noch Brennhaare, die sogar bis zu drei Jahre später noch gefährlich sein können. Auch diese werden vom Wind erfasst und landen somit auf Menschen oder Tieren.
 

So erkennen Sie den Eichenprozessionsspinner

Vor allem freistehende Eichenbäume sind ein beliebter Aufenthaltsort für den Eichenprozessionsspinner. Dort legt der unauffällige Falter seine Eier ab, aus denen im April und Mai dann die gefährlichen Raupen schlüpfen. Diese treten meist in Gruppen auf, kriechen wie bei einer Prozession hintereinander her und fressen den Baum nach und nach kahl. Auffällig sind vor allem die langen Nesselhaare der Raupe auf dem Rücken.

Um sich vor dem Eichenprozessionsspinner zu schützen, sollten Sie befallene Waldstücke meiden und die örtlichen Warnhinweise beachten. Zudem sollten Sie beim Waldspaziergang langärmlige Klamotten und Kopfbedeckung tragen.

In diesen Bundesländern tritt der Eichenprozessionsspinner häufig auf:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Brandenburg
  • Berlin
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Sachsen-Anhalt

Doch auch in allen anderen Bundesländern treten die Raupen immer öfter auf. In besonders gefährdeten Regionen werden bereits Gegenmaßnahmen mit Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmitteln durchgeführt.


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Nach Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner: So sollten Sie sich verhalten

In vielen Fällen führt die Berührung der Brennhaare zu keiner allergischen Reaktion. Dennoch sollten Sie nach dem Kontakt so schnell wie möglich Ihre Kleidung wechseln und bei 60 Grad waschen. Vergessen Sie auch nicht, Ihre Haare zu Waschen. Vermeiden Sie dabei, dass das Nesselgift in die Augen gelangt, da hier schlimmstenfalls eine Bindehautentzündung entstehen kann. Wenn Sie betroffene Hautstellen mit Eis kühlen, lindert dies den Schmerz.

Tritt nach dem Kontakt mit den Nesselhaaren des Eichenprozessionsspinners eine allergische Reaktion auf, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Merkmale sind Hautausschlag, Reizung der Atemwege, Atemnot, Husten oder Asthma. Gegen die allergischen Reaktionen helfen bestimmte Medikamente und Kortison-Salben, die Ihnen der Arzt verschreibt.

Lesen Sie hier weiter: Diese giftigen Pflanzen sollten Gartenbesitzer unbedingt kennen.

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