Regenwürmer in Gefahr

Fleischfressender Wurm Obama Nungara bedroht Ökosysteme

Ein Neuankömmling aus Südamerika bedroht die Bodenbewohner Europas: Obama Nungara ist sieben Zentimeter lang, höchst anpassungsfähig und hat keine natürlichen Feinde.

Fleischfressender Wurm frisst Regenwurm
Die Invasion von Obama Nungara bedroht nicht nur die heimischen Regenwürmer.© Pierre Gros/PeerJ, https://peerj.com/articles/8385/#fig-6

Mit dem 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten hat der sieben Zentimeter lange Wurm nichts zu tun: Der Name setzt sich aus dem Worten für Blatt und Tier – „oba“ und „ma“ -  in der Sprache der Tupi, eines indigenen Volkes aus dem Nordosten Brasiliens, zusammen.

Fleischfressende Würmer im Elsass

Der fleischfressende Wurm kommt ursprünglich aus Argentinien und wurde vermutlich beim Import von exotischen Topfpflanzen eingeschleppt. Er hat in Europa keine natürlichen Feinde.

So kommt es, dass die Art sich rasant ausbreitet: In Frankreich, Belgien, Großbritannien, Spanien, Portugal und Italien wurden Funde gemeldet. Die Hauptfundorte liegen entlang der Atlantik- und Mittelmeerküste, doch auch nahe der deutschen Grenze, im Elsass, wurden die gefährlichen Würmer bereits entdeckt.

Fleischfressender Wurm frisst Schnecke
Auch Schnecken sind durch den fleischfressenden Wurm Obama Nungara in Gefahr© Pierre Gros/PeerJ, https://peerj.com/articles/8385/#fig-2

Fleischfressender Wurm stört Ökosysteme

Obama Nungara ist hochanpassungsfähig und siedelt sich auf unterschiedlichsten Böden an. Als fleischfressender Wurm ernährt er sich von Bodenlebewesen wie beispielsweise Regenwürmern und Schnecken. Ein Befall bedeutet eine deutliche Verschlechterung der Bodenqualität, zudem könnte der Wurm ganze Ökosysteme beeinträchtigen.

Aufatmen können Sie, wenn Sie auf 500 Metern über dem Meeresspiegel oder höher wohnen: Der Wurm scheint in den niedrigen Temperaturen der Höhenlagen nicht überlebensfähig zu sein.

Frankreich zu 75 Prozent von Würmern befallen

Eine französisch-australische Forschergruppe um den Pariser Parasitologen Jean-Lou Justine veröffentlichte am 06.02.2020 im Fachblatt „PeerJ“ einen Bericht, demzufolge die Plattwürmer bereits in 72 der 96 französischen Departements nachgewiesen wurden.

Die Studie ist das Ergebnis von fünfeinhalb Jahren Forschung und stützt sich auch auf die Beiträge von Privatpersonen, die Wurmbefall meldeten und fotografisch dokumentierten. Dabei wurde auch beobachtet, dass sich die Würmer auch auf kleinem Raum rasant vermehren: So wurden in einem kleinen Garten über hundert Würmer gezählt.

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