Kübelpflanzen

Oleander pflegen, schneiden und überwintern

Oleander kommt ursprünglich aus dem mediterranen Raum, findet aber auch hierzulande zunehmend Liebhaber. Wie Sie Oleander richtig pflegen, schneiden und überwintern, erfahren Sie hier.

Oleander
Oleander kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, kann aber mit der richtigen Pflege auch bei uns gehalten werden.© Horváth Botond - stock.adobe.com

Das Klima in Mittel- und Nordeuropa wird stetig milder, was es ermöglicht, auch Pflanzen aus gemäßigteren Zonen wie zum Beispiel dem Mittelmeerraum im Garten zu halten. Deshalb sieht man nun auch vermehrt Pflanzen wie Oleander und Co bei uns.

Aber diese Gewächse benötigen, wie jede andere auch, spezielle Pflege. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie:

Oleander pflegen – so geht’s

Das A und O beim Halten von Pflanzen ist die richtige Pflege. Beim Oleander pflegen ist es zunächst wichtig zu wissen, dass er nicht winterhart ist. Wie Sie Ihren Oleander überwintern, erfahren Sie weiter unten im Text. Theoretisch kann man Oleander zwar auch ins Freiland setzen, einfacher ist es jedoch, ihn als Kübelpflanze zu halten.

Oleander pflegen – der richtige Standort

Der Oleander braucht viel Wärme und Sonne. Der beste Standort ist deshalb an einer Süd- oder Südwestseite eines Hauses in der Nähe der Hauswand - am besten mit Vollsonne. Allerdings sollten Sie Ihren Oleander etwas geschützt platzieren. Andernfalls leidet insbesondere in regnerischen Sommern die Blütenpracht.

Der richtige Standort für Oleander
An einer leicht geschützten Stelle an der Südseite mit Vollsonne fühlt sich Oleander besonders wohl.© Horváth Botond - stock.adobe.com

Oleander pflegen – das richtige Gießverhalten

Ein vollsonniger Standort bedingt ein gut ausbalanciertes Gießverhalten. Die Sonne lässt das Wasser beziehungsweise die Feuchtigkeit schnell verdunsten. Die vielen grünen Blätter des Oleanders sorgen zudem dafür, dass die Pflanze einen hohen Wasserbedarf hat. An besonders heißen Tagen kann es deshalb gegebenenfalls auch erforderlich sein, den Oleander zweimal am Tag zu gießen.

Ideal ist es, wenn Sie einen Kübel mit Untersetzer verwenden. Damit kann überschüssiges Wasser ablaufen, steht der Pflanze danach jedoch trotzdem zur Verfügung. Wie viel Wasser Ihr Oleander genau braucht, hängt vom gewählten Standort und der damit verbundenen Sonneneinstrahlung sowie der Größe der Pflanze ab. Bekommt Ihr Oleander gelbe Blätter, kann das ein Zeichen für Wassermangel sein.

Achtung: Vermeiden Sie Staunässe! Andernfalls kann es zu Wurzelfäule und dergleichen kommen.
Möchten Sie Ihrem Oleander etwas besonders Gutes tun, können Sie ihn auch hin und wieder mit Wasser aus der Sprühflasche versorgen.

Oleander pflegen – Düngegabe

Oleander hat einen recht hohen Nährstoffbedarf und sollte zwischen März und Oktober etwa alle fünf Wochen gedüngt werden. Wie auch bei Wassermangel kann es bei Nährstoffmangel beim Oleander zu gelben Blättern kommen. Auch eine verminderte Blütenbildung ist ein Anzeichen dafür. Während der Überwinterung sollte der Oleander übrigens nicht gedüngt werden.

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Oleander schneiden – so geht’s

Bevor es ans Oleander überwintern geht, sollten Sie ihn zurückschneiden. Oleander ist im allgemeinen gut schnittverträglich. Der beste Zeitpunkt, um Oleander zu schneiden, ist im Herbst nach der Blüte. So verringern Sie auch den Platzbedarf im Winterquartier.

Entfernt werden vor allem sehr dünne Triebe und solche, die die Wuchsform negativ beeinträchtigen. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Oleander vor allem im Inneren nicht zu dicht wächst, sondern durchweg eher licht bleibt. Ordentlich gelichtet wird der Oleander jedoch nur alle drei bis vier Jahre. Dazwischen sollten Sie nur einzelne Triebe entfernen.

Beim Auslichten können Sie ruhig bis ins alte Holz schneiden. Auch damit wird eine besonders schöne Wuchsform begünstigt und Ihr Oleander wächst zunehmend buschig und bildet viele neue junge Triebe. Beachten Sie allerdings, dass es nach einem dieser starken Rückschnitte eine Weile dauern kann, ehe Ihr Oleander wieder in voller Blüte steht, auch, wenn Oleander Rückschnitte gut verträgt.

Achtung: Vermeiden Sie es unbedingt, Ihren Oleander zu schneiden, wenn er in voller Blüte steht. Andernfalls würden Sie abgesehen von den schönen Blüten auch Knospen entfernen.

Übrigens können Sie Ihren Oleander auch im zeitigen Frühjahr nach dem Überwintern beschneiden. Hier ist es jedoch wichtig, keine Knospen und dergleichen zu entfernen.

Oleander überwintern – so geht’s

Oleander verträgt keinen Frost. Etwa ab Ende Oktober, jedoch spätestens Anfang November sollte die Kübelpflanze nach Drinnen verbracht werden. Unter keinen Umständen sollten die Temperaturen sowohl tagsüber als auch nachts bereits unter null fallen. Kurzfristig schaden diese Temperaturen dem Oleander zwar nicht, wird es allerdings noch kälter oder ist Ihr Oleander mehrfach Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt, könnte das sein Ende bedeuten.

Anders als viele Pflanzen genügen beim Oleander, Frostschutzmaßnahmen wie zum Beispiel das Umwickeln mit einem Frostschutzflies übrigens nicht. Dieses Vorgehen kann lediglich in Regionen angewandt werden, wenn kaum Nachtfrost ansteht. Und selbst dann ist es eine Gratwanderung.

Das optimale Winterquartier für den Oleander ist ein heller, kühler Raum mit Temperaturen zwischen null und zehn Grad Celsius. Achten Sie außerdem auf eine gute Durchlüftung des Raumes. Gut geeignet ist zum Beispiel ein heller Kellerraum oder ein wenig bis gar nicht geheizter Wintergarten.

Die Garage hingegen sollte Sie nicht als Winterquartier für Ihren Oleander wählen. Es sei denn, Sie können gewährleisten, dass die Pflanze dort keinen Frost abbekommt und auch der Boden der Garage nicht zu kalt wird. Letzteres können Sie aber etwa auch vernachlässigen, wenn Sie eine Styroporplatte oder dergleichen unter den Kübel legen.

Verringern Sie im Winterquartier die Wassergabe, lassen Sie den Oleander jedoch nicht völlig austrocknen. Außerdem ist es ratsam, die Pflanze etwa einmal die Woche auf Schädlinge und Krankheiten zu untersuchen.

Oleander mit Schädlingen
Untersuchen Sie Ihren Oleander auch im Winterquartier regelmäßig auf Krankheiten und Schädlingsbefall.© Tomasz - stock.adobe.com

Ist der Winter vorbei, kann man allmählich wieder ans Auswinter des Oleanders denken. Dafür geht man am besten schrittweise und eher behutsam vor. Gewöhnen Sie Ihren Oleander langsam an die Bedingungen im Freiland, nicht mittels Schock-Therapie.

Die Blütezeit von Oleander beginnt bereits im März, dies ist jedoch kein Indiz für den richtigen Zeitpunkt zum Auswintern. Warten Sie ab, bis die Gefahr von Nachtfrösten nicht mehr besteht. In der Regel ist dies etwa ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, der Fall.

Zum Auswintern empfiehlt sich ein eher bedeckter Tag mit Temperaturen von mindestens zehn Grad. Stellen Sie Ihren Oleander jedoch besser nicht sofort in die volle Sonne. Es ist besser, ihn zunächst an einen windgeschützten Standort im Halbschatten zu stellen. Hier ist auch die Gefahr davor, dass Ihr Oleander Sonnenbrand bekommt, geringer. Wenn möglich, sollte der gewählte Platz zudem windgeschützt sein. Geben Sie Ihrem Oleander etwas Zeit und stellen Sie ihn erst nach zwei bis drei Wochen an seinen endgültigen Standort.

Oleander bringen etwas Mittelmehrflair in unsere Breitengrade und können bei guter Pflege viele Jahre alt werden.

Übrigens: Oleander ist für Haustiere wie zum Beispiel Hunde giftig! Welche Pflanzen für Tiere außerdem gefährlich sind, erfahren Sie bei unseren Kollegen von Ein Herz für Tiere.

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