Hilfe bei Juckreiz

Kriebelmücken erkennen und Bisse behandeln

Der Biss der Kriebelmücke führt zu starkem Juckreiz und kann weitere gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Wir erklären, wie Sie die Bisse erkennen und was gegen den Juckreiz hilft.

Kriebelmücke
Kriebelmücken sind nur etwa drei bis sechs Millimeter groß und sehen der gemeinen Fliege sehr ähnlich.© ViniSouza128 - stock.adobe.com

Kriebelmücken sind etwa drei bis sechs Millimeter groß, sehen aus wie kleine schwarze Fliegen und kommen vor allem in der Nähe von fließenden Gewässern und Viehweiden vor. Kriebelmücken-Weibchen legen pro Jahr bis zu 250 Eier. Die Eiablage erfolgt dabei auf der Blattunterseite von ufernahen Pflanzen. Besonders aktiv sind sie im Frühjahr sowie Herbst.

Für die eigene Ernährung sowie für die Aufzucht der Larven benötigt die Kriebelmücke Blut. Vor allem Kühe, Pferde und andere Weidetiere gehören zu den bevorzugten Opfern der Kriebelmücke. Kommt ein Mensch in Reichweite des gefräßigen Insekts, ist es jedoch nicht wählerisch.

Anders als die gemeine Mücke sticht die Kriebelmücke nicht, sie beißt. Übrigens beißt nur die weibliche Kriebelmücke. Männchen sind harmlos.

Bei einem Biss reißt die Kriebelmücke mit ihrem Mundwerkzeug winzige Wunden in die Haut, aus denen dann das Blut austritt. Die Gerinnung des austretenden Blutes wird durch ein spezielles Enzym (Eiweißmoleküle) im Speichel der Kriebelmücke gehemmt.

Meist wird der Biss der Kriebelmücke nicht sofort bemerkt, da der Speichel einen betäubenden Effekt hat. Lässt die Betäubung nach einigen Minuten jedoch nach, kann die Bissstelle extrem schmerzen und stark jucken. Das kann über mehrere Tage anhalten. Ferner ist das im Kriebelmücken-Speichel enthaltene Enzym toxisch. Einige Menschen reagieren deshalb mit Kopf- sowie Gliederschmerzen.

Allergien sind ebenfalls möglich. Dabei kann es an der Bissstelle zu Rötungen bis zu linsengroßen Schwellungen kommen, die sich in einigen Fällen sogar zu eitrigen Bläschen entwickeln. Stellen Sie diese oder ähnliche Reaktionen bei sich fest, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Kriebelmücken-Biss
Der Biss der Kriebelmücke schmerzt stark, führt zu enormem Juckreiz und kann bis Linsen-große Quaddeln oder blaue Flecken bilden.© savelov - stock.adobe.com
Die Bisse der Kriebelmücke sehen den Bissen von Grasmilben sehr ähnlich. Der Unterschied ist jedoch, dass Grasmilben-Bisse in der Regel weit weniger schmerzhaft sind als die Bisse von Kriebelmücken.

Wie Sie Grasmilbenbisse erkennen, was dagegen hilft und wie Sie Grasmilbenbisse verhindern, lesen Sie hier.

Aufgrund der gerinnungshemmenden Enzyme im Speichel der Kriebelmücke kann es ferner zu Blutergüssen unter der Haut – gemeinhin als „blaue Flecken“ bekannt – kommen. Wird der Stich aufgrund des Juckreizes aufgekratzt, kann Schmutz eintreten. Im schlechtesten Fall führt das zu einer Infektion oder gar zu einer Blutvergiftung.

Kriebelmücken – das hilft gegen den Juckreiz

Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollten Sie die Bissstelle kühlen. Desinfizieren Sie die Stelle zudem – wenn nichts anderes zur Hand, mit Ihrem eigenen Speichel.

Ist der Stick noch frisch, also nicht älter als ein bis maximal zwei Stunden alt, können Sie es mit einem sogenannten Hitzestick versuchen. Der Handel bietet diese inzwischen auch in sehr kompaktem Format, ideal für unterwegs an. Von heat_it beispielsweise gibt es ein Modell für den Schlüsselanhänger, der über den Smartphone-Akku gespeist wird. (heat_it für iPhone mit Lightning-Anschluss*, heat_it für Andoird-Geräte mit USB-C-Anschluss*).

An der Spitze von Hitzesticks befindet sich ein kleines Plättchen, dass auf rund 50 Grad Celsius erhitzt wird. Drück man dieses nun auf einen Stich beziehungsweise Insekten-Biss, wird das Gift durch die hohe Temperatur zersetzt und kann sich nicht im Körper ausbreiten.

Zur weiteren Behandlung können Sie außerdem Juckreiz-lindernde Cremes oder Salben aus der Apotheke verwenden.

Zeigen diese Selbstbehandlungsmethoden wenig oder keine Wirkung, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Kriebelmücken – So schützen Sie sich dagegen

Kriebelmücken sind grundsätzlich nur draußen anzutreffen. Dass sich eines der Insekten einmal ins Haus verirrt, ist relativ unwahrscheinlich. Da man aber nicht den ganzen Sommer über drinbleiben möchte, können Sie folgendes tun, um sich vor Kriebelmücken zu schützen:

  1. Meiden Sie das Jagdgebiet der Kriebelmücke. Die Tiere halten sich besonders gerne in der Nähe von fließenden Gewässern und Viehweiden auf.
  2. Tragen Sie lange Kleidung. Anders als die gemeine Mücke kann die Kriebelmücke nicht durch Stoff stechen.
  3. Verwenden Sie ein Insektenabwehrspray*. Tragen Sie dieses vorab auf, bleiben Sie meist von Kriebelmücken-Bissen verschont.

Die Kriebelmücke kommt ursprünglich aus dem skandinavischen Raum. Der fortschreitende Klimawandel verlagert beziehungsweise vergrößert den Lebensraum vieler Tiere wie eben auch den der Kriebelmücke zusehends auch in die hiesigen Breitengrade.

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