Juckende Hautstellen

Grasmilben erkennen und Bisse bekämpfen

Die Larven der Grasmilbe krabbeln bei der Nahrungssuche auf Mensch und Tier. Ihre Bisse verursachen Hautrötungen und Juckreiz. Wir zeigen, wie Sie Grasmilben erkennen und wie Sie Grasmilbenbisse bekämpfen können.

Grasmilbe
Grasmilben gehören zur Gattung Spinnentieren, genauer gesagt sogar zu den Zecken.© Georgy Dzyura - stock.adobe.com

An einem schönen Sommertag genießen viele den Tag draußen, laufen über eine Wiese oder setzen sich eine Weile ins Gras. Am nächsten Morgen entdecken sie dann viele kleine juckende Stellen und Pusteln an den Beinen. Die Ursache hierfür können Grasmilben sein.

Die kleinen, orange-roten Spinnentiere sind etwa 2 bis 3 Millimeter groß (die Larven sogar nur 0,2 bis 0,3 Millimeter) und mit bloßem Auge kaum erkennbar. Ihre Bisse dafür umso mehr. Die Grasmilbe legt ihre Eier zwischen April und November bevorzugt im Gras. Die Larven krabbeln auf Nahrungssuche an die Spitze von Grashalmen und warten auf ihre Opfer.

Grasmilbe auf Fingernagel
Grasmilben sind gerade einmal 0,2 bis 0,3 Millimeter groß und haben einen orange-roten Körper.© malykalexa777 - stock.adobe.com

Die Larven benötigen möglichst eiweißreiche Nahrung, bei der Nahrungsquelle sind sie jedoch nicht wählerisch und befallen Mensch und Tier gleichermaßen. Dann suchen sie sich eine Stelle mit eher dünner Haut beziehungsweise weichem Gewebe und beißen zu. Ihr Speichel enthält ein Enzym, welches das umliegende Gewebe des Opfers auflöst. Dieses saugt die Grasmilbenlarve dann auf. Den Biss spürt man in der Regel nicht. Unangenehm wird es erst, wenn der Biss einige Zeit später zu jucken beginnt.

Das hilft gegen Grasmilben-Bisse

Dass Sie von Grasmilben gebissen wurden, erkennen Sie an vielen kleinen, nah beieinanderliegenden und stark juckenden Pusteln. Besonders gerne beißen Grasmilben am Knöchel, in der Kniekehle oder auch am Rand der Unterwäsche zu.

  1. Desinfizieren Sie die juckenden Hautstellen.
  2. Tragen Sie eine juckreizstillende Salbe oder ein adäquates Gel auf.
  3. Besorgen Sie sich eine kortisonhaltige Salbe und reiben Sie die betroffenen Hautstellen großzügig damit ein.
  4. Kühlen Sie die juckenden Hautstellen mit kalten Umschlägen.
Achtung: Sie sollten von Grasmilbenpusteln befallene Haut auf keinen Fall kratzen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich Bakterien einnisten und die Haut sich entzündet. Besonders anfällige Menschen können aufgrund von Grasmilben-Bissen sogar Fieber bekommen. Ist das der Fall, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren.

Was Sie über Grasmilben wissen sollten

Die Grasmilbe gehört zur Gattung der Spinnentiere beziehungsweise zur Untergruppe der Zecken. Anders als die gemeine Zecke lassen Grasmilben jedoch nach kurzer Zeit wieder von ihrem Opfer ab oder sie werden zufällig abgestreift.

Aufgrund ihrer winzigen Größe sind Grasmilben fast unmöglich zu sehen. Meist entdeckt man sie erst, wenn es bereits zu spät ist. Grasmilben-Bisse treten fast nie vereinzelt auf. Vielmehr beißt die Grasmilbe Dutzende Male dicht nebeneinander zu.

Wenn man nicht allergisch gegen die Grasmilbe ist, sind die Tiere nicht gesundheitsgefährdend. Der Juckreiz hingegen kann tage-, teilweise sogar wochenlang anhalten. Hält der Juckreiz länger als eine Woche an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Grasmilbe entfernen
Meist bemerkt man Grasmilbenbisse erst Stunden später und die Tiere sind längst weg. Sollten Sie jedoch eine auf Ihrer Haut entdecken, entfernen Sie sie vorsichtig mit einer Pinzette.© Ocskay Mark - stock.adobe.com

Grasmilben-Bisse sehen übrigens den Bissen der Kriebelmücke sehr ähnlich. Was Sie gegen Kriebelmücken tun können und wie Sie den Juckreiz nach einem Kriebelmücken-Biss lindern, lesen Sie hier.

Grasmilben bekämpfen

Um festzustellen, ob Ihr Rasen von Grasmilben befallen ist, können Sie folgendes tun:

  • Legen Sie ein weißes Blatt Papier oder eine weiße Fliese auf eine sonnige Stelle im Gras. Haben Sie Grasmilben, werden sich die Tiere, angezogen von der Helligkeit, schon nach kurzer Zeit auf der weißen Fläche sammeln.
  • Legen Sie ein schwarzes Papier oder eine sehr dunkle Fliese auf eine sonnige Stelle im Gras. Die Sonne heizt dunkle Gegenstände auf. Grasmilben lieben Wärme und werden sich nach kurzer Zeit auf dem dunklen Objekt sammeln.

Wirklich schützen kann man sich vor Grasmilben leider nicht. Doch den ganzen Sommer mit langer Kleidung zu tragen, ist wenig ansprechend. Im eigenen Garten können Sie Grasmilben so bekämpfen:

  • Mähen Sie Ihren Rasen regelmäßig. Die kurzen Halme halten die Grasmilben näher am Boden und die Tiere kommen teilweise gar nicht erst in die Nähe von Knöcheln und nackter Haut. Jedenfalls dann nicht, wenn Schuhe getragen werden.
  • Lassen Sie den Rasenschnitt nicht liegen. Verwenden Sie besser einen Mäher mit Auffangkorb. Bleibt der Anschnitt liegen, bietet das Grasmilben eine geschützte und behagliche Umgebung nahe am Erdreich.
  • Entsorgen Sie Rasenanschnitt nicht auf dem eigenen Komposthaufen. Der Grashaufen wirkt geradezu einladend auf Grasmilben.
  • Entfernen Sie Moosschichten und vertikutieren Sie Ihren Rasen sorgfältig. Moos bietet Grasmilben einen hervorragenden Lebensraum. Entziehen Sie ihr diesen.
  • Wässern oder sprengen Sie Ihren Rasen regelmäßig und gründlich. Grasmilben meiden Feuchtigkeit und ziehen sich ins Erdreich zurück.

Hausmittel gegen Grasmilben

Grasmilben sind nicht leicht zu entdecken, da sie so klein und unscheinbar sind. Haben Sie dennoch eine oder mehrere Stellen mit Grasmilbenbefall ausfindig gemacht, können Sie Grasmilben mit diesen Hausmitteln bekämpfen:

  • Mischen Sie 100 Milliliter Niemöl mit fünf Liter Wasser. Besprühen Sie betroffene Rasenstellen großzügig damit.
  • Verwenden Sie Kalk-Stickstoff-Dünger auf mit Grasmilben besiedelten Rasenstücken.
  • Füllen Sie Alkohol mit mindestens 70 Vol.% in eine Sprühflasche und benetzen Sie betroffene Rasenstellen damit.
  • Bringen Sie Kieselgurpulver aus. Dieses wirkt auf Milben stark dehydrierend und beseitigt Grasmilbenansiedlungen.

So schützen Sie sich vor Grasmilben-Bissen

Grasmilben befallen allerdings nicht nur den heimischen Rasen, sondern auch öffentlich zugängliche Grünflächen. Hier können Sie zwar nicht allzu viel zur Beseitigung der Grasmilben beitragen, zumindest sich selbst können Sie jedoch schützen:

  • Reiben Sie sich vorab mit einem Anti-Insektenmittel ein. Dieses gibt es als Tücher, als Spray oder auch als Sticks. Ein hundertprozentiger Schutz gegen Grasmilben ist zwar auch das nicht, aber die Wahrscheinlichkeit, gebissen zu werden, ist geringer.
Sprühen Sie auch Ihre Haustiere vor dem Rausgehen mit einem Anti-Milbenspray einsprühen, um Grasmilben fernzuhalten.

Lange Kleidung hält Grasmilben zudem eher ab. Laufen Sie durch höheres Gras, sollten Sie den Saum Ihrer Hosenbeine in die Socken stecken.

Auch wenn die Bisse der Grasmilbenlarve nicht gefährlich sind, unangenehm sind sie allemal. Sich dagegen zu schützen ist schwierig. In Deutschland ist die Grasmilbe jedoch noch nicht so weit verbreitet, dass man überall auf das Spinnentier stößt.

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