Parasiten

Bettwanzen bekämpfen - ohne Kammerjäger

Bettwanzen begegnet man manchmal im Hotel oder in einer Herberge. Die kleinen Insekten können sich aber auch bei Ihnen Zuhause einnisten. Wie Sie sie wieder loswerden und die Bettwanzen ohne Kammerjäger bekämpfen, erfahren Sie hier!

Bettwanzen
Bettwanzen sind lästige Parasiten, die schnellstmöglich loszuwerden sind!© Africa Studio - stock.adobe.com

Bettwanzen leben am liebsten in unseren Schlafplätzen, in Matratzen und in Kissen. Sie sind sehr klein, sodass sie mit bloßem Auge nur schwer erkennbar sind. Bettwanzen saugen menschliches Blut - Die Stiche sind allerdings nicht nur unangenehm und jucken, die Insekten können auch Krankheiten übertragen. Es gilt also, schnell zu handeln, wenn Sie Bettwanzen entdecken.

Was sind Bettwanzen? Merkmale und Aussehen
Bettwanzen (Cimex lectularius) gehören zur Familie der Plattwanzen und parasitieren normalerweise in den Schlafplätzen von Säugetieren und Vögeln - so sind auch Menschen besonders beliebt. Im Schutz der Dunkelheit ernähren sich die Wanzen vom Blut der Lebewesen.

Die Insekten können an folgenden Merkmalen gut erkannt werden:

- Größe von ungefähr 0,5 bis 0,6 cm
- Flacher Körper, oval und rotbraun (Form ähnlich einem Apfelkern mit Beinen)
- Farbe der Bettwanzen wird beim Blutsaugen mehr rot als braun (Körperlänge dann bis zu 0,9 cm)
- 6 Beine und 2 Fühler, Mundwerkzeuge auf der Unterseite des Körpers
- Bettwanzen haben verkümmerte Flügel und können nicht fliegen
- Nachtaktiv, tagsüber in dunklen Verstecken

Bettwanzenbefall erkennen

Um einen Bettwanzenbefall von anderen Parasiten, wie einem Flohbefall, zu unterscheiden, können Sie verschiedene Kriterien und Merkmale zu Hilfe nehmen, die eindeutig für Bettwanzen sprechen.

Bettwanze
So sieht eine Bettwanze aus!© smuay - stock.adobe.com

Bettwanzenbefall erkennt man an kleinen, schwarzen Punkten auf der Matratze, dem Bettlaken, der Bettdecke oder dem Kopfkissen. Diese Kotrückstände sehen aus der Ferne wie Schimmelsporen aus und können leicht mit diesen verwechselt werden. Ebenfalls kann es vorkommen, dass Sie auf dem Bettlaken, dem Kopfkissen oder unter dem Bett und dem Lattenrost tote Tiere oder die Häutungsschalen von lebendigen Tieren finden.

Die Bisse der Bettwanzen sind oft in einer Reihe angeordnet („Wanzenstraße“) und ähneln den Stichen von Mücken. Die Stiche der Bettwanzen färben sich ebenfalls rötlich und jucken stark. Zu starkes Kratzen ist hier allerdings zu vermeiden, da sich die Bisse sonst entzünden können. Wird ein Mensch besonders häufig gestochen, kann es langfristig zu allergischen Reaktionen kommen.

Bettwanzenbisse
Die Bisse einer Bettwanze ähneln Mückenstichen.© filistimlyanin1 - stock.adobe.com

Ist der Verdacht naheliegend, dass es sich um Bettwanzenbefall handelt, so suchen Sie auch an anderen dunklen Orten in Ihrer Wohnung nach den Parasiten. Beliebte Verstecke sind unter anderem:

  • Bettgestell und Bettbezug, sowie Matratzen und Decken          
  • Hinter Regalen, Bilderrahmen, Büchern, Türrahmen oder Wanduhren                             
  • Taschen, Rucksäcke, Gepäck oder Koffer                                                        
  • Kleidung (auch im Wäschekorb) und Schuhe                                                                            
  • Plüschtiere                            
  • Sessel, Sofa, Kissen          

Hilfreich ist es auch, wenn Sie sich auf der Suche nach den Bettwanzen überlegen, wann es angefangen hat, welche Räume betroffen sein können und welche Ursache dahinterstecken kann. Klären Sie, über welche Mittel Sie gegen Bettwanzen verfügen und welche Sie eventuell kaufen möchten.

Bettwanzen loswerden

Um die Bettwanzenplage schließlich zu beenden und die Parasiten zu bekämpfen, sollten Sie schrittweise vorgehen. Als erstes gilt es, alle befallenen Zimmer gründlich aufzuräumen. Je weniger Versteckmöglichkeiten Bettwanzen haben, desto besser. Ordnung hilft auch dabei, die Bettwanzen zu beobachten, wohin sie kriechen, um gezielt eine Ausbreitung einzudämmen.

Beachten Sie: Räumen Sie keine unbehandelten Sachen einfach in andere Zimmer. Dies kann zu einer weiteren Verbreitung der Bettwanzen führen!

Der nächste Schritt bei der Bekämpfung der Bettwanzen ist das gründliche Staubsaugen. Saugen Sie das oder die betroffenen Zimmer in allen Ecken und Kanten ab. Auch das komplette Bettgestell und alle Ritzen der Matratze müssen behandelt werden. Die Rückseite und das Innere der Möbel können ebenfalls befallen sein – rücken Sie also alle Einrichtungsgegenstände von der Wand und räumen Sie alle Regale aus, um alle Bettwanzen zu finden und loszuwerden. Der Staubsaugerbeutel muss anschließend in einem separaten und luftdicht verschlossenen Plastiksack direkt entsorgt werden!

Mann beim Aufräumen des Zimmers
Aufräumen ist der erste Schritt der Bekämpfung der Bettwanzen.© sevendeman - stock.adobe.com

Entdecken Sie beim Aufräumen und Saugen des Kleiderschranks Bettwanzen, so waschen Sie Ihre Kleidung bei mindestens 50°C und stecken diese anschließend nach Möglichkeit zusätzlich in den Wäschetrockner. Sind die Kleidungsstücke einmal bettwanzenfrei, so ist es besser, sie an einem anderen Ort aufzubewahren, um einem erneuten Befall vor Ende der Bekämpfung der Parasiten entgegenzuwirken.

Bei nicht-waschbaren Gegenständen ist die Bekämpfung der Bettwanzen schwieriger, aber nicht unmöglich. Sie können die Gegenstände einzeln von Bettwanzen und Bettwanzeneiern befreien. Dafür eignen sich je nach Gegenstand und Material der Staubsauger, heißer Dampf, sogenannte No-Pest Strips oder ein spezielles Anti-Bettwanzen/Anti-Insektenspray.

Um Bettwanzen aller Entwicklungsstufen – die Bettwanzeneier eingeschlossen – effektiv zu töten eignet sich ein Dampfreiniger zur Behandlung von Teppichen oder Matratzen. Hier hat der Dampf mindestens eine Temperatur von 65 Grad Celsius – ab einer Temperatur von über 50 Grad Celsius sterben die Bettwanzen.

Beachten Sie: nicht alle Materialien und Gegenstände vertragen die dabei entstehende Feuchtigkeit! Auch die Gefahr der Schimmelentstehung wird mit dieser Methode erhöht!

heißer Dampf
Man kann die Bettwanzen gut mit heißem Dampf bekämpfen.© xartproduction - stock.adobe.com

Kreative Alternative: Das Prinzip der Temperaturabtötung kann auch mit anderen Mitteln nachgeahmt werden. Legen Sie zum Beispiel die Gegenstände luftdicht verpackt in einem großen Plastikbeutel in die Sonne oder ins aufgeheizte Auto, ins Gewächshaus oder in eine Sauna. Die Wärme muss bis in die Tiefe vordringen und tötet alle Bettwanzen ab.

Um die Bettwanzen endgültig loszuwerden, bringen Sie im nächsten Schritt Bettwanzenbarrieren an. Als erstes hilft ein Bettwanzenschutzbezug auf der Matratze, der einen Befall dieser verhindert. Rücken Sie zudem das Bett nach Möglichkeit von der Wand weg – der Zugangsweg der Bettwanzen wird erschwert! Um den Zugang zum Bett komplett zu sperren, bringen Sie nun an den Beinen des Bettgestells doppelseitiges Klebeband an. Bettwanzen bleiben daran kleben und können nicht an den Bettbeinen auf das Bett krabbeln.

Mit dem Klebeband können Sie das Bettwanzenproblem über einige Wochen beobachten. Allerdings muss das Klebeband regelmäßig erneuert werden.

Um auch im letzten Schritt alle Löcher, Ritzen und andere Öffnungen von Bettwanzen zu befreien, können Sie Kieselgur an den bevorzugten Stellen verteilen. Kieselgur ist ein umweltverträgliches Mittel gegen Bettwanzen, welches in Pulverform gekauft wird.  Das Mittel besteht aus feinen und mikroskopisch scharfen Schalenbruchstücken, die den Chitinpanzer der Bettwanzen beschädigen und eine Austrocknung der Parasiten bewirken. Kieselgur ist für Mensch und Haustiere ungefährlich, es sollte aber nicht eingeatmet werden.

Kieselgur
Kieselgur ist ein feines Pulver, das Sie auch in Wasser lösen können.© MarekPhotoDesign.com - stock.adobe.com

Bettwanzen vorbeugen

Um Bettwanzen vorzubeugen und nach einem Befall keinen zweiten zu erleben, ist es zunächst wichtig, das zuvor betroffene Zimmer über einen längeren Zeitraum auf Anzeichen von lebenden Bettwanzen zu kontrollieren und einige der Behandlungsschritte zu wiederholen. Nach etwa 50 Tagen ohne Anzeichen gilt der Haushalt wieder als bettwanzenfrei.

Um präventiv gegen Bettwanzen vorzugehen, helfen folgende Tipps:

  • Stellen Sie Ihr Bett so auf, dass es keinen direkten Kontakt zur Wand hat. Decken, Kissen und andere Textilien sollten nicht auf dem Boden liegen.
  • Reinigen Sie das Schlafzimmer regelmäßig und gründlich. Hier gehört auch Staubsaugen und ein regelmäßiger Wechsel der Bettwäsche dazu.
  • Kleben Sie die Füße des Bettes mit doppelseitigem Klebeband ab.
  • Kontrollieren Sie gebrauchte Gegenstände auf Ungeziefer, bevor Sie sie in die Wohnung bringen.
  • Stellen Sie im Schlafzimmer Duftkerzen mit ätherischen Ölen auf. Stark riechende Öle, wie Nelkenöl, Lavendelöl oder Minzöl eignen sich hier besonders.
  • Achten Sie im Urlaub darauf, ob es im Hotelzimmer Bettwanzen gibt! Waschen Sie Ihre Kleidung nach dem Urlaub bei mindestens 60 Grad.
  • Untersuchen Sie Ihre Haustiere regelmäßig auf Bettwanzen und andere Parasiten (Flöhe).
  • Wechseln Sie Ihre Matratze alle fünf bis acht Jahre. Wählen Sie zudem einen abnehmbaren Bezug, der regelmäßig gewaschen werden kann.

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