Schädlinge

Schaben und Kakerlaken in der Wohnung bekämpfen

Beim Gedanken an Schaben im Haus stellt sich schnell ein unangenehmes Gefühl ein – viele denken sofort an die Deutsche Schabe oder die größere Kakerlake. In den letzten Jahren breitet sich mit der Bernstein- Waldschabe aber eine weitere Schabenart in unseren Gärten und Wohnungen aus. Lesen Sie hier, wie Sie Schaben effektiv bekämpfen können. 

Kakerlake
Kakerlaken können gefährliche Krankheiten übertragen.© totapassara - stock.adobe.com

Schaben gehören zur Familie der Blattidae. Unter Ihnen befinden sich viele Arten, die als Vorratsschädlinge auftreten. Daneben gibt es aber auch noch die Waldschaben, die einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung des Waldes leisten.

Während die Deutsche Schabe oder die Küchenschabe tatsächlich gesundheitsschädlich sein können, ist die Bernstein-Waldschabe eigentlich ein Nützling und richtet keinen Schaden an, wenn er sich in die Wohnung verirrt. Trotzdem haben die wenigsten Menschen gern Schaben in der Wohnung. 

Deutsche Schabe
Die Deutsche Schabe unterscheidet sich durch zwei dunkle Längsstreifen auf dem Brustpanzer von der Bernstein-Waldschabe.© Irina K. - stock.adobe.com

Schaben erkennen

Wenn Sie eine Schabe in Ihrer Wohnung entdecken, ist es zunächst wichtig, das Insekt genau zu identifizieren, um die richtige Bekämpfungsmethode zu finden.

  • Die Deutsche Schabe wird 13 bis 16 Millimeter lang. Sie ist rotbraun gefärbt und an zwei dunklen Längsstreifen auf dem Brustsegment gut zu erkennen. Sie kann nicht fliegen.
  • Die Bernstein-Waldschabe ist leicht mit der Deutschen Schabe zu verwechseln. Sie wird neun bis 14 Millimeter lang und ist von eher hellbrauner Farbe. Auffällig sind besonders die stark bedornten Beine. Im Gegensatz zur Deutschen Schabe kann sie fliegen.
  • Die Gemeine Küchenschabe wird auch als Kakerlake bezeichnet. Mit einer Länge von 20 bis 30 Millimetern werden diese Schaben deutlich größer. Ihr Körper ist geplättet und einheitlich dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Flügel sind unterentwickelt und bedecken nur etwa drei Viertel des Körpers.

Mit einer Taschenlampe können Sie zweifelsfrei feststellen, um welche Schabe es sich handelt: Küchenschaben und Kakerlaken fliehen vor dem Licht, während die Bernstein-Waldschabe darauf zu krabbelt.

Küchenschabe
Die Gemeine Küchenschabe oder Orientalische Schabe ist an ihrer Größe und der dunklen Farbe zu erkennen.© Liz - stock.adobe.com

Die Küchenschabe oder Kakerlake stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde durch den globalen Handel und im Zuge des Klimawandels auch in Mitteleuropa angesiedelt. Sie bevorzugt feuchte und warme Lebensräume und ist daher oft in Gastwirtschaften, Schlachthöfen, Hallenbädern oder ähnlichen Einrichtungen zu finden. Weitere Hinweise, an denen Sie Kakerlaken erkennen können, sind Fraßspuren sowie Kotspuren. Diese sind etwa einen Millimeter lang und sehen aus wie Kaffeekrümel.

Auch die Deutsche Schabe ist in Gaststätten zu finden, darüber hinaus außerdem in Wäschereien, Großküchen und Krankenhäusern. Sie ist die hierzulande am weitesten verbreitete Schabenart und kommt auch in Privatwohnungen vor. 

Alle Schaben bewegen sich extrem schnell und sind sehr scheu. Experten gehen davon aus, dass Sie für jede Schabe, die Sie entdecken, von 200 Schaben ausgehen können, die versteckt in Ihrer Wohnung leben. 

Schaben übertragen Krankheiten

Während die Bernstein-Waldschabe für Menschen harmlos ist, sollten Sie unbedingt sofort handeln, wenn Sie eine Küchenschabe oder eine Deutsche Schabe in Ihrer Wohnung entdecken. 

Die Deutsche Schabe und die Gemeine Küchenschabe übertragen unterschiedliche Krankheiten. Dazu zählen Milzbrand, Tuberkulose und Salmonellen. Zudem können Kot- und Schalenreste Allergien und Asthma auslösen oder verschlimmern und auch für die Verbreitung von Fadenwürmern sollen die Schaben verantwortlich sein. 

Schaben-Befall
Schaben vermehren sich enorm schnell und werden so zur Plage.© Irina K. - stock.adobe.com

Schaben gelangen über Risse im Mauerwerk, über Rohre und durch Fenster und Türen in die Wohnung. Das beste Mittel gegen Schaben im Haus ist daher die Vorbeugung: 

  • Dichten Sie alle Risse ab
  • Versiegeln Sie Spalten und Risse, wenn nötig
  • Schützen Sie Fenster und Türen mit Fliegengittern. 

Wenn Sie dennoch Schaben in Ihrer Wohnung entdecken, finden Sie zunächst anhand der oben aufgeführten Unterschiede heraus, um welche Schabenart es sich handelt. Nur so können Sie die richtigen Maßnahmen ergreifen, um die Schaben zu bekämpfen.

Beachten Sie außerdem, dass Sie nur vereinzelte Schaben mit Hausmitteln bekämpfen können. Bei größeren Populationen sollten Sie unbedingt einen Fachmann hinzuziehen. 

Bernstein-Waldschaben bekämpfen

Bernstein-Waldschaben sind keine Vorratsschädlinge und richten in der Wohnung keinen Schaden an. Sie stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Wie alle Waldschaben leben sie in Wäldern und Gehölzen. Hier übernehmen Sie eine wichtige Rolle bei der Zersetzung pflanzlicher Abfälle und bei der Herstellung von Humus

Durch den Klimawandel sind Bernstein-Waldschaben zunehmend auch nördlich der Alpen in Süddeutschland anzutreffen. Besonders in warmen, trockenen Sommern können sie sich stark vermehren. 

Tagsüber sind die Schaben an schattigen Plätzen zu finden oder krabbeln ziellos an Wänden und Decken umher. Nachts jedoch werden sie wie Motten vom Licht angezogen und fliegen so auch in unsere Wohnungen. 

Waldschabe
Waldschaben sind keine Schädlinge und für Menschen ungefährlich.© Karin Jähne - stock.adobe.com

Da Bernstein-Waldschaben nicht als Schädlinge auftreten, ist eine aggressive Bekämpfung nicht nötig. Um Bernstein-Waldschaben abzuwehren, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen: 

  • Sichern Sie Ihre Fenster und Balkon- oder Terrassentüren mit einem Fliegengitter, um die Schaben draußen zu halten. 
  • Bauen Sie eine Waldschaben-Falle: Schneiden Sie das obere Drittel einer Plastikflasche ab. Geben Sie Blätter und andere Pflanzenteile in den unteren Teil. Entfernen Sie den Deckel vom oberen Drittel und stellen Sie es kopfüber in den unteren Flaschenteil. Die Schaben krabbeln in die Flasche, finden aber nicht mehr hinaus und können einfach nach draußen befördert werden. 
  • Bestimmte Gerüche schrecken Bernstein-Waldschaben ab. Dazu gehören Katzenminze, Pfefferminze und Nelken. Verdampfen Sie die ätherischen Öle in einer Duftlampe oder legen Sie zerriebene Blätter aus, um die Schaben abzuschrecken.

Die einfachste Methode, um Bernstein-Waldschaben loszuwerden, ist, sie einfach wieder nach draußen zu bringen. Stülpen Sie ein Glas über das Insekt, schieben Sie eine Postkarte oder Ähnliches unter Glas und Schabe und bringen Sie das Tier so ins Freie.

Kakerlaken und Schaben bekämpfen

Dagegen können Kakerlaken und Deutsche Schaben nicht nur Krankheiten übertragen, sondern auch in der Wohnung großen Schaden anrichten. Sie sind Vorratsschädlinge und ernähren sich von Nahrungsmitteln, aber auch von Leder, Krümeln und Lebensmittelresten. Daher sollten Sie Schaben unbedingt bekämpfen.

Hier erklären wir, wie Sie Kleidermotten bekämpfen.

Kakerlaken und Deutsche Schaben vermehren sich sehr schnell. Wenn Sie einen Befall in Ihrer Mietwohnung entdecken, informieren Sie Ihren Vermieter umgehend.
  • Auch Küchenschaben können Sie vertreiben, indem Sie Zweige und Blätter der Katzenminze an den Orten verteilen, wo Sie Schaben vermuten, leicht anquetschen und verteilen.
  • Auch Lorbeerblätter können Sie verwenden, um Schaben zu vertreiben.
  • Kieselgur hat sich ebenfalls bei der Bekämpfung der Schädlinge bewährt. Geben Sie das Pulver in alle Winkel und Ritzen, wo sich Schaben verstecken könnten. 
  • Rühren Sie aus Essig und Pfeffer eine dünne Paste und verstreichen Sie diese überall, wo die Schaben nicht vorbeikommen sollen. Essig und Pfeffer sind ein bewährtes Mittel, um Schaben zu bekämpfen, denn zusammen bilden sie eine für die Insekten unüberwindliche Hürde. 
  • Achten Sie auf Ordnung: Verwahren Sie Vorräte in luftdicht verschlossenen Gefäßen, lassen Sie keine Lebensmittel herumliegen oder benutztes Geschirr herumstehen und kehren Sie Krümel zeitnah auf. 

Im Baumarkt erhältlich sind außerdem Klebefallen. Diese sind mit einem Lockstoff präpariert und mit einer Leimschicht versehen, an der die Schaben kleben bleiben. Außerdem gibt es auch Fallen mit Fraßgift zu kaufen. Beide Arten von Fallen sind allerdings weniger sinnvoll, um die Schaben zu bekämpfen, sondern eher dazu geeignet, das Ausmaß des Befalls festzustellen. 

Diese Hausmittel eignen sich allerdings nur, um einzelne Tiere zu bekämpfen. Wenn Sie die Vermutung hegen, dass Sie es mit einem größeren Schabenbefall zu tun haben, rufen Sie auf jeden Fall einen Fachmann zur Hilfe, statt mit giftigen Sprays gegen die Schaben vorzugehen. Diese können die Gesundheit langfristig schädigen.
Kammerjäger
Bei einem Schabenbefall sollten Sie frühzeitig einen Kammerjäger hinzuziehen.© hedgehog94 - stock.adobe.com

Ein erfahrener Kammerjäger arbeitet mit speziellem Mitteln und verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz, um Schaben zu bekämpfen. So werden Sie die Schädlinge zuverlässig und sicher los. 

Schaben abwehren

Damit sich die Schaben gar nicht erst in Ihrer Wohnung einnisten, gibt es einige Dinge, die Sie im Alltag beachten können, um Schaben abzuwehren.

  • Saugen Sie regelmäßig unter und vor allem hinter den Möbeln. Rücken Sie dazu die Möbel ein Stück von der Wand weg. 
  • Reinigen Sie Schubladen und Vorratsschränke regelmäßig und wischen Sie sie mit Essigwasser aus. 
  • Lüften Sie regelmäßig gründlich, besonders in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit wie dem Bad und der Küche.
  • Wie auch bei Lebensmittelmotten befinden sich die Eier der Schaben oft schon in den Lebensmitteln, die man im Supermarkt kauft. Kakerlaken bilden bräunliche, fast rechteckige Eipäckchen aus, an denen man den Befall erkennen kann. 

Lesen Sie hier, wie Sie Lebensmittelmotten loswerden!

Schabeneier
Oft werden die Schädlinge über Schabeneier in Supermarkt-Einkäufen in die Wohnung getragen.© acarapi - stock.adobe.com

Wenn Sie Schaben in Ihrer Wohnung entdecken, finden Sie erst heraus, um welche Art Schabe es sich handelt. Während Sie Bernstein-Waldschaben einfach entfernen können, sollten Sie Deutsche Schaben und Kakerlaken aktiv bekämpfen. Dabei sollte auch ein Kammerjäger hinzugezogen werden. 

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!
U1 10_2021