Schädlinge

Kleidermotten bekämpfen mit Hausmitteln

Wenn im Lieblingspulli plötzlich Fraßlöcher auftauchen, ist der Grund schnell gefunden: Ein Befall mit Kleidermotten kann den Inhalt des Kleiderschranks stark in Mitleidenschaft ziehen. Wir erklären, wie Sie Kleidermotten bekämpfen.

Kleidermotten bekämpfen
Die Larven der Kleidermotte beschädigen Kleider, Polster und Heimtextilien aus Wolle, Leder und Pelz.© Tomasz - stock.adobe.com

Zwar ist die Kleidermotte an sich für den Menschen ungefährlich, ihre Larven können aber umso größeren Schaden anrichten. Die Kleidermotten-Larven benötigen zum Wachsen das Faserprotein Keratin. Dieses Protein ist nicht nur Bestandteil unserer Haare, sondern findet sich im Kleiderschrank auch in Wolle, Leder und Pelzen. Auch Seide und Daunen sind gefährdet.

Leinen, Baumwolle und Synthetikfasern sind dagegen für die Larven der Kleidermotte unverdaulich und somit nicht betroffen. Mischgewebe werden von den Larven der Kleidermotten allerdings gerne zum Bau ihres Kokons verwendet.

Die Kleidermotte ist ein Nachtfalter und gehört zur Familie der Echten Motten. Eine erwachsene Kleidermotte ist zwischen sechs und neun Millimeter lang. Die Flügel sind hellgelb bis dunkelbraun und haben eine Spannweite von zehn bis 15 Millimeter.  Eine erwachsene weibliche Kleidermotte kann bis zu 300 Eier auf einmal legen. Nach 14 Tagen schlüpfen die Larven und gehen auf Nahrungssuche. Die Entwicklung vom Ei zum Schmetterling dauert bei der Kleidermotte zwischen 60 Tagen und mehreren Monaten, abhängig von den Umgebungsbedingungen. Pro Jahr entstehen bis zu vier neue Generationen. Erwachsene Kleidermotten haben nur verkümmerte Mundwerkzeuge und sterben bereits nach zwei bis drei Wochen. Sie schlüpfen nur, um sich fortzupflanzen.

Der Entwicklungszyklus der Kleidermotte ist abhängig von der Umgebungstemperatur. Kleidermotten entwickeln sich auch im Winter, allerdings dauert der Zyklus dann länger. So kann der Eindruck entstehen, dass es im Winter keine Kleidermotten gibt. Trotzdem sollten Kleidermotten auch im Winter bekämpft werden.

Kleidermotten bekämpfen
Die Larven der Kleidermotte brauchen das Protein Keratin zum Wachsen.© Little Adventures - stock.adobe.com

Kleidermotten: Befall erkennen

Entgegen der landläufigen Meinung ist fehlende Hygiene keine Ursache für Mottenbefall. Wenn sich Kleidermotten im Schrank einnisten, dann hauptsächlich deshalb, weil das Nahrungsangebot stimmt und viele Kleidungsstücke aus tierischen Materialien im Schrank lagern.

Ein Befall mit Kleidermotten lässt sich relativ leicht erkennen. Deutliche Anzeichen sind natürlich die Fraßspuren: Wenn Sie in Wollpullovern, Seidenblusen oder anderen Kleidungsstücken mit Fasern tierischen Ursprungs plötzlich fransige, kreisrunde Löcher entdecken, steckt oft ein Kleidermottenbefall dahinter. Herumfliegende erwachsene Tiere sind ein weiteres deutliches Anzeichen für einen Kleidermottenbefall.

Diese Bereiche sind besonders gefährdet:

  • Warme, dunkle Schränke
  • Muffige, ungelüftete Behälter
  • Ungewaschene Kleidung

Bei den herumfliegenden Motten handelt es sich ausschließlich um Männchen. Die weiblichen Kleidermotten ziehen sich in Nischen und Ritzen im Kleiderschrank zurück, um hier ihre Eier abzulegen. Die Larven der Kleidermotten brauchen Keratin, um zu wachsen, und sorgen so für die typischen Fraßspuren.

Neben Kleidung können auch Polstermöbel oder Heimtextilien betroffen sein. Hier befallen die Kleidermotten sowohl den Bezug als auch die in vielen älteren Möbeln noch anzutreffende Füllung mit Tierhaaren.

Mottenkugeln gegen Kleidermotten

Ein klassisches Mittel gegen Kleidermotten sind die bekannten Mottenkugeln. Trotzdem sollten Sie darauf lieber verzichten: In vielen Mottenkugeln ist mit Naphthalin ein extrem gefährlicher Stoff enthalten, der zu Reizungen der Haut und der Atemwege führen und die roten Blutzellen beschädigen kann. Auch eine krebserregende Wirkung kann nicht ausgeschlossen werden.

Auch andere industriell hergestellte Mottengifte enthalten für Menschen gefährliche Nervengifte und können auch die Umwelt schädigen. Sinnvoller und nachhaltiger ist es, stattdessen zu bewährten Hausmitteln gegen Kleidermotten zu greifen.

Kleidermotten bekämpfen
Lavendelsäckchen sind eine preiswerte und umweltfreundliche Alternative zu Mottenkugeln.© bilderfee - stock.adobe.com

Hausmittel gegen Kleidermotten

Wenn Sie Kleidermotteln mit Hausmitteln bekämpfen, geht es häufig darum, ein Umfeld zu schaffen, das die erwachsenen Weibchen meiden, oder darum, die Tiere und Eier abzutöten, ohne die Umwelt oder die Gesundheit zu gefährden.

  • Lavendel: Säckchen mit getrockneten Lavendelblüten oder tropfenweise verteiltes Lavendelöl können helfen, Kleidermotten zu vertreiben. Der Geruch ist für die Insekten unangenehm.
  • Zirbenholz: Auch der Geruch von Zirbenholz wirkt abschreckend auf Kleidermotten. Befüllen Sie zum Beispiel ein Stoffsäckchen mit Zirbenspänen oder platzieren Sie Ringe oder Kugeln aus Zirbenholz im Kleiderschrank. Eine vergleichbare Wirkung hat Zedernholz.
  • Sonnenschein: Hängen Sie Ihre Kleidung auch zur Vorbeugung regelmäßig für mehrere Stunden direkt ins Sonnenlicht. Das vertreibt Kleidermotten und kann die Eier sogar abtöten, wenn Sie die Kleidungsstücke vorher in schwarze Folie verpacken.
  • Heiß waschen: Waschen Sie Ihre Kleidungsstücke regelmäßig bei mindestens 60 Grad, um die Eier der Kleidermotten abzutöten.
  • Essigwasser: Reinigen Sie den Kleiderschrank regelmäßig gründlich, indem Sie jede Ritze mit dem Staubsauger aussaugen und das Innere des Kleiderschranks anschließend mit Essigwasser auswischen. So entfernen Sie bereits abgelegte Eier, der Essiggeruch wirkt zusätzlich abschreckend auf die erwachsenen Tiere.
  • Kälte: Empfindliche Kleidungsstücke, die nicht heiß gewaschen werden dürfen, werden für mindestens eine Woche eingefroren, um Kleidermotten zu bekämpfen. Diese Methode eignet sich auch, um Kissen oder Polster von den Kleidermotten zu befreien.
  • Unruhe: Räumen Sie den Kleiderschrank regelmäßig aus, lüften Sie die Kleidung durch und schichten Sie sie neu ein, um Kleidermotten zu vertreiben.
  • Plastikbeutel: Lagern Sie teure und empfindliche Kleidung in gut verschlossenen PlastikTüten oder -boxen, so dass die Kleidermotten nicht an das Kleidungsstück herankommen.
Tipp: Saugen Sie Teppiche und Polstermöbel regelmäßig gründlich ab, um Haare und Hautschuppen zu entfernen.
Kleidermotten bekämpfen
Ringe aus Zedern- oder Zirbenholz wirken abschreckend auf Kleidermotten.© Shpiller - stock.adobe.com

Schlupfwespen gegen Kleidermotten

Diese Hausmittel können gegen Kleidermotten wirken. Eine besonders sichere Methode, um Kleidermotten zu bekämpfen, ist der Einsatz von Schlupfwespen.

Genau wie gegen Lebensmittelmotten sind Schlupfwespen auch gegen Kleidermotten sehr wirkungsvoll. Die nur 0,4 Millimeter großen Insekten legen ihre Eier in die Eier der Kleidermotten. Hier frisst die Schlupfwespenlarve das Motten-Ei von innen auf und verhindert so, dass eine Larve schlüpft.

Sobald die Schlupfwespen keine Nahrungsquelle mehr finden, verschwinden sie von selbst. Um die Kleidermotten wirksam zu bekämpfen, sollten Sie den Schrank mehrmals hintereinander mit Schlupfwespen bestücken.

Übrigens: Schlupfwespen sind auch gegen niedrige Temperaturen resistent und können somit auch im Winter eingesetzt werden, um Kleidermotten zu bekämpfen.

Pheromonfallen gegen Kleidermotten

Die Klebefallen mit Sexuallockstoffen ziehen ausschließlich männliche Kleidermotten an. Die Insekten werden von den Duftstoffen angezogen und bleiben auf der Leimschicht kleben. Eine Pheromonfalle bleibt etwa drei Monate wirksam.

Wichtig: Halten Sie die Fenster in dem betroffenen Raum geschlossen, wenn Sie Klebefallen einsetzen, um keine Kleidermotten von draußen anzulocken.

Pheromonfallen eignen sich zwar für sich genommen nicht, um Kleidermotten zu bekämpfen, können aber eingesetzt werden, um einen Mottenbefall im Kleiderschrank nachzuweisen. In Kombination mit Schlupfwespen können sie zusätzlich dazu beitragen, Kleidermotten zu bekämpfen.

Bei schwerem Mottenbefall und wenn die oben genannten Mittel gegen Kleidermotten keine Wirkung zeigen, sollten Sie sich an einen Kammerjäger wenden. Dies gilt insbesondere, wenn nicht nur Kleidung, sondern auch Polstermöbel befallen sind.

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