Keller

Keller selbst ausbauen

Im Keller findet sich oft viel ungenutzter Platz. Lesen Sie jetzt, wie Sie Ihren Keller selbst ausbauen und nutzen können!

Keller fertig
Der fertig ausgebaute Keller wartet auf die passende Einrichtung.© Javani LLC - stock.adobe.com

Ob als Waschküche, Werkstatt oder als Souterrain-Wohnung: Wenn Sie den Keller ausbauen, können Sie Ihre Wohnfläche deutlich vergrößern. 

Keller ausbauen Schritt für Schritt

Wenn Sie Ihren Keller ausbauen, fallen folgende Arbeiten an:

  • Keller trockenlegen
  • Keller dämmen
  • Heizung einbauen
  • Boden und Bodenbelag einbringen
  • Wände verputzen und streichen oder tapezieren
  • Vorkehrungen zu Brand- und Einbruchschutz treffen

Wir erklären, worauf Sie besonders achten müssen, wenn Sie Ihren Keller ausbauen wollen.

Keller ausgebaut
Richtig ausgebaut, kann der Keller ein gemütlicher Wohnraum sein.© Javani LLC - stock.adobe.com

Keller trockenlegen

Wenn die Kellerwände ganz oder teilweise im Erdreich liegen, kann Feuchtigkeit durch die Wand drücken. Bevor Sie den Keller ausbauen, müssen Sie ihn daher abdichten und trockenlegen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • Außenabdichtung: Bei einer Außenabdichtung werden alle Kellerwände bis zum Fundament freigelegt und mit Bitumen oder einem mineralischen Anstrich abgedichtet. Außerdem können Sie bei dieser Gelegenheit eine Drainage verlegen. Allerdings ist eine Außenabdichtung sehr zeit- und kostenintensiv.
  • Innenabdichtung: Wenn eine Außenabdichtung für Sie nicht umsetzbar ist, kann eine Innenabdichtung der Kellerwände die Lösung sein. Dabei werden in mehreren Schichten Dicht- und Dämmputze auf die Innenwand aufgetragen, die die Feuchtigkeit abriegeln, so dass diese in der Wand verbleibt und nicht auf die Innenwand durchdrückt. Eine Innenabdichtung ist für gemauerte Kellerwände aus Stein oder Ziegel geeignet.
  • Horizontale Abdichtung: Eine Horizontalsperre verhindert, dass Feuchtigkeit ins Mauerwerk kriecht. Bewährt haben sich mechanische Horizontalsperren, bei denen Mauerpappe, Kunststoffplatten oder Bleche über den gesamten Mauerquerschnitt eingebracht werden, um ein Aufsteigen des Wassers zu verhindern. Dieser Arbeit wird allerdings schon beim Bau erledigt.
  • Für Bestandsbauten sind chemische Horizontalsperren interessanter: Über Bohrlöcher werden geeignete Stoffe wie Harz oder Acryl-Gel ins Mauerwerk eingebracht, die die Feuchtigkeit stoppen.
Feuchtigkeitsmesser
Bevor Sie den Keller ausbauen, müssen Sie die Wände trockenlegen.© PIOTREK@WYTRAZEK.PL - stock.adobe.com

Lesen Sie hier, worauf es ankommt, wenn Sie Ihren Keller entrümpeln.

Keller ausbauen: Dämmung

Damit der Keller nicht zum Energiefresser wird, sollten Sie beim Kellerausbau keinesfalls auf eine Dämmung verzichten. 

  • Trockenbauplatten aus Gipskarton sind ungeeignet. Sie können sich mit Feuchtigkeit vollsaugen.
  • Dämmplatten aus Kalziumsilikat oder Mineralschaum verhindern Schimmel.
  • Dichtschlämme wird in zwei Schichten aufgetragen und schützt gegen Feuchtigkeit.
Achten Sie darauf, im Keller Putz ohne Gipsanteil zu verwenden. Der Gips bindet Feuchtigkeit.

Heizung im Keller

Wenn Sie den Keller als Wohnbereich oder Hobbyraum nutzen wollen, empfiehlt es sich, eine Heizung einzubauen.

  • Wenn Sie eine Heizung im Keller einbauen, müssen die Kellerwände trocken sein. 
  • Oft befindet sich der Heizkessel im Keller. Nutzen Sie diesen räumlichen Vorteil und lassen Sie einen Heizkörper oder eine Flächenheizung durch einen Installateur ins System integrieren. 
  • Alternativ können Sie den Keller heizen, indem Sie elektrische Heizgeräte nutzen und über die Steckdose betreiben. Dies ist allerdings oft teuerer.
Wichtig: Wenn Sie Ihren Keller zum Wohnraum ausbauen, nehmen Sie eine Nutzungsveränderung vor, für die Sie eine Baugenehmigung brauchen. 

Keller ausbauen: Brandschutz

Wenn Sie Ihren Keller ausbauen und vermieten wollen, müssen gemäß gängiger Brandschutzbestimmungen mindestens zwei Fluchtwege vorhanden sein. Diese Fluchtwege müssen ebenso wie die Türen feuerfest sein, wenn sie an andere Räume angrenzen. 

Einbruchschutzgitter über Kellerfenstern
Achten Sie besonders an Lichtschächten und Kellerfenstern auf den Einbruchschutz.© Mr.Stock - stock.adobe.com

Einbruchschutz im Keller

Nicht nur wenn Sie den Keller ausbauen, sollte ein besonderes Augenmerk auf dem Einbruchschutz liegen. Ungesicherte Lichtschächte, Kellertüren und -fenster stellen eine Schwachstelle dar und können dazu führen, dass Versicherungen im Einbruchsfall die Entschädigung verweigern. 

Sichern Sie daher die Fenster und Lichtschächte zusätzlich mit Gittern und achten Sie auf eine stabile Eingangstür, die Sie in Abwesenheit stets verschlossen halten. 

Weitere Tipps zum Einbruchschutz finden Sie hier.

Bad im Keller einbauen

Wenn Sie sich häufig länger in Ihrem ausgebauten Keller aufhalten wollen, kann es komfortabel sein, eine Toilette oder gleich ein Badezimmer im Keller einzubauen. 

  • Bedenken Sie hier, dass Keller häufig unter der Rückstauebene liegen. 
  • Damit die Abwässer die Kanalisation erreichen und um Überflutungen bei Starkregen zu vermeiden, lassen Sie am besten eine Hebeanlage installieren. 

Keller ausbauen - DIY-Tipps

  • Ob Bauplatten oder Porenbetonsteine – mit Materialien, die leicht sind und sich einfach mit einer Säge zuschneiden lassen, können auch Ungeübte Einbauten vornehmen.
  • Statt einen Schreiner für Schränke nach Maß zu beauftragen, kann man auch genormte Möbel mit etwas Fantasie und genauem Maßnehmen zu passgenauen Einbauten verbinden.
  • Achten Sie darauf, dass genug Licht in den Keller kommt, wenn Sie die Räume als Wohnung oder Hobbykeller nutzen wollen. Gegebenenfalls müssen die Lichtschächte oder Fenster angepasst und ausgetauscht werden.
  • Wählen Sie den Bodenbelag in Hinblick auf die geplante Nutzung aus. Wenn möglich, verwenden Sie difussionsoffene Bodenbeläge, die den Feuchtigkeitsaustausch erlauben.
  • Achten Sie darauf, dass die Wände vollständig trocken sind, bevor Sie mit dem Streichen oder Tapezieren beginnen und wählen Sie nach Möglichkeit diffusionsoffene Materialien.
Tipp: Helle Farben und klare Raumaufteilung lassen den Keller hell und ordentlich wirken.

Lesen Sie hier, wie Sie eine Souterrain-Wohnung gemütlich einrichten!

Waschkeller
Egal wie Sie den Keller nutzen wollen: Beim Kellerausbau gibt es einiges zu beachten.© sveta - tock.adobe.com

Werkstatt im Keller bauen

Ein pflegeleichter, unempfindlicher Fußboden, eine gute Belüftungsmöglichkeit und ein mit 16 Ampere abgesicherter Elektroanschluss ist alles, was Sie brauchen, um im Keller eine Werkstatt einzurichten.

Das Zentrum der Werkstatt ist eine möglichst große, stabile Werkbank mit Werkzeugwand.

  • Grundelemente sind die Wandschienen, Konsolen und Lochplatten.
  • Die Schienen werden einfach mit Dübeln und Schrauben an der Wand befestigt.
  • In den beiden Schlitzreihen der Schienen finden sowohl die Konsolen für die Regale als auch die Lochplatten zum Aufhängen der Werkzeuge Halt.

Die Arbeitsplatte ist 70 Zentimeter tief und 90 Zentimeter hoch. Sie liegt auf 60 Zentimeter langen Konsolen und wird wegen der hohen Belastung vorn abgestützt. Die Vierkantbeine stehen auf einem 12 Zentimeter hohen Sockel, der gleichzeitig Abstellfläche für Kunststoffkästen, Staubsauger usw. ist.

Die Arbeitsfläche muss besonders stabil sein. Sie besteht aus zwei Schichten, die miteinander verleimt und verschraubt werden. Auf die 19 Millimeter starke Spanplatte wird die 18 Millimeter dicke Multiplexplatte (feinschichtiges Sperrholz) gelegt.

Dieses Material hat sich mit seiner harten Oberfläche bestens bewährt. Die am meisten gebrauchten Werkzeuge und Maschinen hängen in den Haltern griffbereit an der Wand. In Kunststoffkästen sind Kleinteile übersichtlich sortiert.

Egal ob Sie Ihren Keller als Wohnung, Werkstatt oder Hobbyraum nutzen wollen: Wenn Sie beim Ausbau sorgfältig vorgehen, haben Sie lange Freude an dem zusätzlichen Platz.

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