Verschiedene Schraubköpfe

Das kleine Bit-ABC

Die kleinen Schraubköpfe sind in jeder Werkzeugkiste zu finden, doch oft sind sie namenlos oder haben nur einen Gattungsbegriff wie "Schlitz" oder "Kreuz". Wie sie wirklich heißen und was sie unterscheidet, wissen Sie in fünf Minuten.

Bitsatz
Ein vollständiger Bitsatz ist das A&O eines jeden Heimerkers!© EKH-Pictures - stock.adobe.com

Ein guter Akkuschrauber ist für jeden Selbermacher ein wichtiges Heimwerker-Tool. Das Allroundtalent beschleunigt nicht nur das Aufbauen von Möbeln, sondern kann, je nach Modell, auch als Bohrer genutzt werden. Doch ein Akkuschrauber allein reicht zum Schrauben nicht aus - man braucht auch die richtigen Bits dazu.

So können Sie Bohrlöcher reparieren!

Unter einem Bit versteht man eine auswechselbare Schraubendreherklinge für ein bestimmtes Schraubenkopfprofil. Die meist sechseckige Aufnahme ist so geformt, dass man es in einen Bithalter bzw. Akkuschrauber einsetzen kann.

Ein Bit für Holz oder Stein ist wichtig, um den Akkuschrauber verwenden zu können. Den Bit muss man in die sogenannte Aufnahme (auch Bohrfutter genannt) einsetzen, das ist der vordere Maschinenteil, der sich dreht. Man muss den Bit dafür zwischen die Spannbacken klemmen, damit er fest sitzt. Diese schließen sich automatisch, wenn man die Aufnahme festhält und den Auslöser betätigt.

In jedem Fall sollte deshalb in ein gut sortiertes und qualitativ hochwertiges Bit-Set investiert werden. Wie die kleinen Schraubköpfe heißen und was sie unterscheidet, haben wir für Sie kurz zusammengefasst.

Schraubköpfe
Für jeden Schraubenkopf gibt es einen passenden Bit!© Odua Images - stock.adobe.com

Schraubenköpfe in Schlitz- oder Kreuzschlitzform sind dabei die gängigsten Formen für Bits – aber bei weitem nicht alle. Wichtig, damit die Schraube nicht verschleißt, sind diese Hinweise:

  • Prüfen Sie vor dem Schrauben, ob der Bit in einwandfreiem Zustand ist.
  • Die Form des Bits muss zum Schraubenkopf passen: Folglich sollte die Größe von Bit und Schraubenkopf übereinstimmen.
  • Setzen Sie den Bit gerade an für optimale Kraftübertragung.
  • Achten Sie auf die richtigen Anwendungsgebiete der verwendeten Bits.
Magnet oder Rille – oder beides? Damit die Bits nicht aus dem Halter fallen, haben sie meist umlaufende Kerben, die in einen Federring einrasten. Oder sie haben schlicht einen Magneten, der Eisenschrauben gleich mit hält. Manche Halter haben sogar beides.

Unterschiedliche Bits: eine Übersicht über die verschiedenen Formen

Das kleine Bit-ABC
Clutch
© Chris Lambertsen

Schritt 1/12: Clutch

CLUTCH heißt so viel wie greifen, festhalten, kuppeln – alles Begriffe, die auf diese Bitform zutreffen. Damit werden Schrauben gelöst, die eigentlich nur für Fachleute lösbar sein sollen – aber was anderes hat man ja auch gar nicht vor …

Einfacher Schlitz-Bit
© Chris Lambertsen

Schritt 2/12: Einfacher Schlitz-Bit

EINFACHER SCHLITZ-BIT für die ganz klassischen Schrauben. Meist nur noch dort verwendet, wo Hersteller Geld sparen wollen und wo es um ästhetische Verschraubung geht – z.B. Messing schrauben, deren Schlitze in Maserrichtung ausgerichtet sind.

Phillips
© Chris Lambertsen

Schritt 3/12: Phillips

PHILLIPS (PH) ist sozusagen der "Ur-Kreuzschlitz" und besteht einfach aus zwei gekreuzten Klingen. Die Angriffsfläche und damit die Kraftübertragung auf die Schraube ist deutlich höher als bei klassischen Schlitzschrauben. Man findet ihn bei vielen Schrauben mit Feingewinde.

Pozidriv
© Chris Lambertsen

Schritt 4/12: Pozidriv

POZIDRIV (PZ) ist ein "eineinhalbfacher" Kreuzschlitzschrauber. Zusätzlich zum Klingenkreuz stehen in den Vertiefungen kleine Rippen, die die Kraftübertragung noch erhöhen. Mit diesem Antrieb sind heute die meisten Holz- und Universalschrauben ausgestattet.

Sechskant
© Chris Lambertsen

Schritt 5/12: Sechskant

SECHSKANT oder "Inbus" (nach "Innensechskant Bauer und Schauerte", den Erfindern in Neuss). Bei Fahrrädern und schwedischen Möbeln kaum mehr wegzudenken.

Spanner
© Chris Lambertsen

Schritt 6/12: Spanner

SPANNER heißt dieses Bit für Schrauben, die jeden Dieb verzweifeln lassen – viele Hobbybastler allerdings auch.

Square
© Chris Lambertsen

Schritt 7/12: Square

SQUARE (SQ) ODER ROBERTSON nach dem Mann, der diesen Schraubenantrieb 1908 in Kanada erfand und auch in den USA patentieren ließ. In Deutschland kaum gebräuchlich.

Torq (TS)
© Chris Lambertsen

Schritt 8/12: Torq (TS)

TORQ (TS) Diese Bits haben vier Klingen die windmühlenflügelartig zueinander stehen. Die entsprechenden Schrauben sind mit einem normalen Kreuzschlitz nicht zu packen.

Torx (T)
© Chris Lambertsen

Schritt 9/12: Torx (T)

TORX (T) heißen diese sternförmigen Bits, die sich anschicken, die gute alte Pozidriv-Form zu verdrängen. Hier gibt es sechs statt vier Möglichkeiten, das Bit anzusetzen, und die Kraftschlüssigkeit ist kaum zu überbieten.

Torx
© Chris Lambertsen

Schritt 10/12: Torx (TR)

TORX (TR oder T) Nur mit dem Loch in der Mitte können diebstahlgeschützte Torxschrauben gelöst werden. Sie haben einen Stift in der Mitte, der verhindert, dass man die Schraube mit einem üblichen Torx-Bit lösen kann.

Tri-Wing
© Chris Lambertsen

Schritt 11/12: Tri-Wing

TRI-WING, also "Dreiflügler" für meist industriell verwendete Spezialschrauben. Mit diesem Bit müssen kleine Reparaturen an Wecker & Co. nicht scheitern.

Triple
© Chris Lambertsen

Schritt 12/12: Triple

TRIPLE SQUARE (XZN) steht für ein Innenvielzahnprofil mit rechtwinkliger Zahngeometrie – eine Art Doppel-Torx. Triple Square ist darauf zurückzuführen, dass sich die Geometrie ergibt, wenn man drei gleich große Quadrate übereinanderlegt und um jeweils 30 Grad verdreht. Man findet es oft im Maschinen- und Fahrzeugbau.

Gut zu wissen: Was steckt hinter dem „Cam-Out-Effekt“?

Beim sogenannten „Cam-Out-Effekt“ rutscht der Schraubendreher oder der Bit aus dem Schraubenkopf, sobald das Drehmoment die erforderliche Kraft übersteigt. Beim Akkuschrauber mit Drehmoment-Regelung sollte diese deshalb immer nur auf die mindestens erforderliche Stufe eingestellt werden. Rutscht der Bit immer wieder aus der Schraube, verschleißt sie mit der Zeit und lässt sich eventuell nicht mehr entfernen.

Sie wollen mehr über Akkuschrauber wissen? Wir haben Mini-Akkuschrauber getestet. Und hier finden Sie einen Vergleich der Baumarkt-Eigenmarken!

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!
U1 02_2021