3,6-Volt-Schrauber

Mini-Akkuschrauber im Test

Mini-Akkuschrauber sind perfekt für schnelle Reparaturen oder als Helfer beim Umzug. Wir haben für Sie acht 3,6-Volt-Schrauber getestet.

Mini-Akkuschrauber Test
Stets griffbereit: Der Mini-Akkuschrauber.© beautiful-photo.de - stock.adobe.com

3,6-Volt-Akkuschrauber haben sich einen festen Platz in Werkzeugregal, Küchenschublade und Reisegepäck für die Wochenendtour reserviert, weil sie klein, praktisch und stets einsatzbereit sind.

Die Initialzündung zu diesem neuen Gerätetyp hatte Bosch vor einigen Jahren mit dem Ixo gestartet. Als weltweit erstes Werkzeug mit Lithium-Ionen-Technik kam der kleine wendige Schrauber auf den Markt, der nach Herstellerangaben bisher über zehn Millionen Mal verkauft wurde.

Dieser wirtschaftliche Erfolg rief natürlich auch andere Poduzenten auf den Plan – und so ist der Markt für die kleinen Akkuschrauber heute groß und vielfältig aufgestellt. In unserem selber machen-Prüflabor PZT in Wilhelmshaven haben wir deswegen acht der aktuellen Modelle für Sie testen lassen.

Trotz einheitlicher Gerätedaten waren die Gesamtergebnisse diesmal sehr unterschiedlich. Allen Schraubern gleich ist der Antrieb mit Lithium-Ionen-Akkus, die leicht, leistungsstark und ohne Memory-Effekt für Power sorgen.

Mini-Akkuschrauber im Test

  • Ausstattung: Das Ausleuchten des Arbeitsfeldes ist Standard, mit allen ließ sich daher auch in dunklen Ecken arbeiten. Doch bei anderen Punkten in der Ausstattung gab es Unterschiede: Nur Einhell und Skil lassen sich fix zu einem Stabschrauber für besonders enge Arbeitsbereiche verwandeln. Ferm und Skil bieten recht viel Ausstattung, Bosch ist besonders praktisch: Hier sorgen Winkel- und Exzenteraufsatz für ein Schrauben "um die Ecke" oder in besonders engen beziehungsweise flachen Situationen.
  • Akku-Lauftzeit: Wichtig für den Einsatz der Geräte ist neben der Akkuleistung auch die Akkuladezeit. Bei Ryobi und Black&Decker ist sie mit zehn bzw. gar zwölf Stunden Ladezeit sehr lang, und man muss die Geräte über Nacht am Adapter lassen. Einhell und Worx laden mit drei Stunden angenehm kurz.
  • Drehmoment: Wichtig ist auch das Drehmoment der Geräte: Ryobi und Skil haben mit fünf bzw. sieben Nm mehr Power als die anderen Kandidaten mit drei bis vier Nm. Bei Einhell und Ryobi lässt sich das Drehmoment einstellen, das erlaubt Schraubarbeiten bei gleichmäßigem Anzugsmoment.
  • Bit-Arretierung: Beide Geräte bieten auch eine Bit-Arretierung. Mit speziellen Bit-Bohrern sind leichte Bohrarbeiten in Holz kein Problem.

Mini-Akkuschrauber im Praxis-Test

Der Praxistest, der mit 35 Prozent in die Gesamtwertung einging, belegte die unterschiedliche Akkuleistungsfähigkeit der Testgeräte beim Eindrehen von SPAX-Schrauben.

  • Die kleinen Formate waren für alle Kandidaten außer Worx problemlos. 
  • Die großen SPAX schafften Worx und Brüder Mannesmann gar nicht, Black&Decker konnte nur zwei hineindrehen.
  • Ferm und Ryobi bildeten das Mittelfeld.
  • Skil und Einhell setzten sich mit 22 sowie Bosch mit 23 Schrauben an die Spitze. Mit ihnen lassen sich also auch größere Projekte verwirklichen.

Die Funktion der Schalter lag bei allen Testkandidaten zwischen Gut und Befriedigend – nur der Schalter beim Ferm war schlecht positioniert, brauchte zum Bedienen zu viel Kraft.

Ein weiterer Punkt der Tester war der Stromverbrauch der Ladegeräte im Standby. Bosch und Worx punkteten hier mit 0,1 Watt, während Skil und Ferm ganze 1,6 oder 1,5 Watt verbrauchten.

Kostenmäßig summiert sich das zwar erst beim dauernden Verbleib am Stromnetz auf – aber Ressourcenschutz und technische Machbarkeit sind hier von Interesse.

Mini-Akkuschrauber im Test: Die Testkandidaten 

Die getesteten Mini-Akkuschrauber
Mini-Akkuschrauber Test
© Michael Holz

Schritt 1/7: Bosch "IXO"

Preis: 69,99 Euro. Positiv: Sehr handlich und leicht, überwundenes Drehmoment: 4 Nm, Betriebszeit pro Akkuladung, Akkuladestation, Winkel- und Exzenteraufsätze, LED zur Ausleuchtung des Arbeitsbereichs, Geringer Stand-by-Verbrauch des Akkuladegeräts, Automatische Spindelarretierung. Negativ: Etwas unhandlicher Griff, keine Drehmomenteinstellung. Gesamturteil: Gut

Mini-Akkuschrauber Test
© Michael Holz

Schritt 2/7: Br. Mannesmann "17730"

Preis: 25 Euro. Positiv: LED zur Ausleuchtung des Arbeitsbereichs, automatische Spindelarretierung. Negativ: Keine Drehmomenteinstellung, anleitung ohne Bilder, sehr kurz gehalten, Ein-Schalter etwas unkomfortabel, Geräusch, überwundenes Drehmoment: 3 Nm. Gesamturteil: Befriedigend

Mini-Akkuschrauber Test
© Michael Holz

Schritt 3/7: Einhell "RT-SD 3,6/1 Li"

Preis: 39,95. Positiv: Vom Pistolen- zum Stabgriff verstellbar, Betriebszeit pro Akkuladung, Akkuladestation, LED zur Ausleuchtung des Arbeitsbereichs, Drehmoment einstellbar, Bit-Arretierung ermöglicht das Bohren, automatische Spindelarretierung. Negativ: Ohne Koffer/Tasche zur Aufbewahrung, überwundenes Drehmoment: 3 Nm, Stand-by-Verbrauch des Akkuladegeräts. Gesamturteil: Gut

Mini-Akkuschrauber Test
© Michael Holz

Schritt 4/7: Ferm "CDM1080"

Preis: 29,95 Euro Positiv: LED zur Ausleuchtung des Arbeitsbereichs, automatische Spindelarretierung, überwundenes Drehmoment: 4 Nm, Betriebszeit pro Akkuladung. Negativ: Keine Drehmomenteinstellung, Schalter unkomfortabel, Anleitung mit sehr kleiner Schrift, Stand-by-Verbrauch des Akkuladegeräts. Gesamturteil: Befriedigend

Mini-Akkuschrauber Test
© Michael Holz

Schritt 5/7: Ryobi "CSD4107BG"

Preis: 44,90 Euro Positiv: LED zur Ausleuchtung des Arbeitsbereichs, Drehmoment einstellbar, Bit-Arretierung ermöglicht das Bohren, automatische Spindelarretierung, Anzeige am Akkuladegerät, überwundenes Drehmoment: 4 Nm, Betriebszeit pro Akkuladung. Negativ: Gewicht, Handlichkeit: Gerät etwas unausgewogen, Akkuladedauer. Gesamturteil: Gut

Mini-Akkuschrauber Test
© Michael Holz

Schritt 6/7: Skil "2536 AC"

Preis: 39,99 Euro. Positiv: Handlich und leicht, vom Pistolen- zum Stabgriff verstellbar, Anzahl Schraubungen pro Akkuladung, überwundenes Drehmoment: 4 Nm, automatische Spindelarretierung, LED zur Ausleuchtung des Arbeitsbereichs, Betriebszeit pro Akkuladung. Negativ: Keine Drehmomenteinstellungl, Stand-by-Verbrauch des Akkuladegeräts. Gesamturteil: Gut

Mini-Akkuschrauber Test
© Michael Holz

Schritt 7/7: Worx "QBit WX253"

Preis: 49,99 Euro Positiv: Automatische Spindelarretierung, LED zur Ausleuchtung des Arbeitsbereichs, Bit-Magazin, Stand-by-Verbrauch des Ladegeräts. Negativ: Gewicht, Betriebszeit pro Akkuladung, nur Kartonverpackung zur Aufbewahrung, Handlichkeit: etwas unausgewogen, Griff leicht kantig. Gesamturteil: Befriedigend

Schraubendreher statt Mini-Akkuschrauber?

Die Küchenschublade, die Gartenpforte – früher reichte das Handgerät, um alles wieder in Gang zu bringen. Was aber über ein paar Umdrehungen hinausging, wie der Aufbau von Schrank oder Regal, war mühsam.

Die Bohrmaschine war für so leichte Arbeiten jedoch zu stark – allzu leicht überdrehten die Schraubenköpfe. Außerdem stets das gleiche Problem: Die Maschine ist so schwer, dass man beide Hände zum Halten braucht. Aber wer hält die Schraube fest?

Kleine Akkuschrauber sind für solche Arbeiten perfekt dimensioniert – gerade per Exzenteraufsatz kommt man mit ihnen in jede Ecke, hat schnell überschaubare bis umfänglichere Arbeiten erledigt und kann sogar einen kleinen Umzug meistern.

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