Werkzeug

Oberfräsen im Test

Fräsen gilt als Königsdisziplin des Werkens. Für den Selbermacher interessant: die kraftvollen Oberfräsen ab 100 Euro – wie gut sind sie wirklich? Wir haben mehrere Oberfräsen im Werkstattbetrieb getestet.

Oberfräsen im Test
  © Christian Bordes

Wie gut funktionieren die Oberfräsen im Test, was unterscheidet sie? In der praktischen Prüfung haben wir drei Oberfräsen getestet. Die Konzepte ähneln sich, aber bei der Arbeitssicherheit sind die Unterschiede erheblich. Mehr erfahren Sie in unserem Test!

Alles Wichtige zu unserem Oberfräsen Test im Überblick

Oberfräsen im Test: So haben wir getestet

Jede Oberfräse bekommt einen Laufzettel, auf dem technische Daten und bei einer Funktionsprüfung Besonderheiten und Gebrauchseigenschaften erfasst werden. Um Vergleichbarkeit zu ermöglichen, haben wir die Geräte mit identischen, qualitativ hochwertigen Fräseinsätzen bestückt: Mit Nutfräser, Abrund- und Profilfräser werden in Weich- und Harthölzern sowie Holzwerkstoffen Frässchnitte durchgeführt, dabei Hubbegrenzung, Feststeller und Feinjustage geprüft.

Die Praxistauglichkeit muss sich zudem bei Tauchschnitten, beim Fräseinsatzwechsel und Arbeiten mit Systemzubehör bewähren. Entscheidend bei der Gesamtbewertung ist die Arbeit mit der Oberfräse und die Qualität der Fräsungen. Ein sorgfältig konzipiertes Produkt mit gutem Motor und guter Mechanik führt auch in dieser Disziplin zu unterscheidbaren Ergebnissen.

Oberfräsen-Test – Oberfräse
© Christian Bordes

Das ist uns aufgefallen

Eine hohe Leistungsaufnahme ab circa 1.000 Watt, präzise Justage und gutes Handling – hier gibt es viele Gemeinsamkeiten. In Fragen der Sicherheit verfolgen die Hersteller unterschiedliche Ansätze: Bei Bosch muss man zum Gerätestart eine mechanische Sperre lösen, um die Betriebstaste zu aktivieren. Die Fräse läuft, solange die Taste gedrückt bleibt - ein Arretieren ist nicht möglich.

Anders die Oberfräse von Triton: Der Schalter befindet sich zwar geschützt unter einer Abdeckung, aber man kann ihn feststellen, um die Oberfräse in den Dauerlauf zu versetzen. Das ist sinnvoll, wenn sie fest im Frästisch installiert ist, im Einsatz als handgeführtes Werkzeug ist das aber ein Sicherheitsrisiko.

In der getesteten Leistungsklasse sind Fräseinsätze mit 8 mm Schaftdurchmesser Standard, die Oberfräse sollte mit einer passenden Spannzange ausgestattet sein. Spannzangen sind, auch in anderen Größen, für die meisten Geräte als Zubehör erhältlich.

Bosch POF 1400 ACE

Die attraktivste der grünen Bosch-Oberfräsen: der Mehrpreis im Handel von etwa 30 Euro gegenüber der kleineren 1200 AE lohnt sich. Man bekommt den stärkeren Antrieb, eine souveräne Elektronik, die unter wechselnden Lasten stoisch die Drehzahl hält, sowie eine Feinjustage des Hubs.

Schönes Detail: Die Bosch hat als einzige der fünf getesteten Geräte eine Beleuchtung der Frässtelle.

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Bosch POF 1400 ACE

157,55 €

Positiv: Starker Antriebsmotor, Sanftanlauf, Konstantelektronik für gleichbleibende Geschwindigkeit, Feintrimm und Begrenzung der Frästiefe mit präziser Skalierung, leichtgängige, exakte Hubstangen, Feststellhebel für Fräshub arretiert selbsttätig nach loslassen, integrierte Beleuchtung, informative Bedienungsanleitung, robuster Transportkoffer

Negativ: keine Auffälligkeiten

Technische Daten im Überblick:

  • Leistungsaufnahme: 1.400 W
  • Gewicht: 3,5 kg
  • max. Frästiefe: 55 mm
  • Drehzahlbereich: 11.000 bis 28.000 U/min
  • Drehzahl regelbar: stufenlos mittels Rändelrad
  • Sanftanlauf: ja
  • Starttaste mit mechanischer Einschaltsperre: ja 
  • Starttaste mit Feststellmöglichkeit: nein
  • Staubabsaugung: Absaugadapter mit stehendem Anschluss für Werkstattsauger
  • Kabellänge: 250 cm
  • mitgeliefertes Zubehör: Parallelanschlag, Zirkelspitze, Kopierhülse, 3 Spannzangen, Adapter Staubabsaugung, Gabelschlüssel, Koffer für Aufbewahrung und Transport
  • Besonderheiten: Arbeitsbereich beleuchtet, konstante Drehzahl bei wechselnden Lasten, transparentes Schutzschild zum Fräserwechsel klappbar, Frästiefe über Stellschraube feintrimmbar
  • Das fiel noch auf: gute Fertigungsqualität, durchdachtes Bedienkonzept, gut funktionierende Absaugung

Black+Decker KW1200E

Die günstigste Oberfräse leistet sich kleinere Schwächen, im Betrieb liefert sie ordentliche Ergebnisse. Insgesamt reicht das nur für eine mittlere Platzierung.

Für wenige Euro mehr sind bessere Produkte erhältlich, die in der Werkstatt präziser agieren und mehr Spaß beim Arbeiten bringen. Etwas Modellpflege bei Bedienbarkeit und Verarbeitung wäre wünschenswert.

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Black + Decker KW1200E

82,89 €

Positiv: Niedriger Anschaffungspreis, Antriebswelle bei Fräserwechsel gut zugänglich, Bedienung Feststellhebel für Fräshub gut erreichbar

Negativ: Justage der Frästiefe zu dicht am Motorgehäuse, Adapter für Staubabsaugung schwach und bruchgefährdet, ​Hubstangen etwas hakelig, Durchzug in harten Materialien könnte besser sein

Technische Daten im Überblick:

  • Leistungsaufnahme: 1.200 W
  • Gewicht: 3,4 kg
  • max. Frästiefe: 55 mm
  • Drehzahlbereich: 8.000 bis 28.000 U/min
  • Drehzahl regelbar: stufenlos mittels Rändelrad
  • Sanftanlauf: nein
  • Starttaste mit mechanischer Einschaltsperre: ja
  • Starttase mit Feststellmöglichkeit: nein
  • Staubabsaugung: Absaugadapter mit stehendem Anschluss für Werkstattsauger
  • Kabellänge: 290 cm
  • mitgeliefertes Zubehör: Parallelanschlag, Zirkelspitze, Kopierhülse, 3 Spannzangen, Adapter, Staubabsaugung, Gabelschlüssel
  • Besonderheiten: Frästiefe über Stellschraube feintrimmbar
  • Das fiel noch auf: gut funktionierende Absaugung, Absaugadapter instabil

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Makita RP0900J

Die zierliche Makita gefällt mit ihrer guten Verarbeitung. Im Werkstatteinsatz fällt sie deutlich gegenüber ihren Konkurrenten ab: Ein maximaler Fräshub von 35 mm ist in dieser Preis- und Leistungsklasse zu wenig, das Fehlen einer Drehzahlregulierung nicht akzeptabel. Beim Wechsel des Fräseinsatzes werden zwei Gabelschlüssel benötigt – das geht auch komfortabler.

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Makita RP0900J

148,83 €

Positiv: Kompaktes und leichtes Gerät, gute Fräsleistung trotz geringer Leistungsaufnahme von 900 Watt, leichtgängiger und exakter Hub, Robuster Transportkoffer

Negativ: maximaler Fräshub mit 35 mm zu gering, Wechsel des Fräseinsatzes mit zwei Gabelschlüsseln, keine Drehzahlregulierung, Betrieb nur mit Maximaldrehzahl, keine Feinjustage der Frästiefe

Technische Daten im Überblick:

  • Leistungsaufnahme: 900 W
  • Gewicht: 2,7 kg
  • max. Frästiefe: 35 mm
  • Drehzahlbereich: 27.000 U/min
  • Drehzahl regelbar: nein
  • Sanftanlauf: nein
  • Starttaste mit mechanischer Einschaltsperre: nein
  • Starttaste mit Feststellmöglichkeit: nein
  • Staubabsaugung: Absaugadapter mit liegendem Anschluss für Werkstattsauger
  • Kabellänge: 240 cm
  • mitgeliefertes Zubehör: Parallelanschlag, 2 Spannzangen, Adapter für Staubabsaugung, Gabelschlüssel, Koffer für Aufbewahrung und Transport
  • Besonderheiten: kompaktes, leichtes Gerät
  • Das fiel noch auf: Verzicht auf Drehzahlregelung schränkt Einsatzbereich ein, Fräshub gering, gute Fräsleistung mit nur 900 Watt

Weitere Oberfräsen im Vergleich finden Sie hier:

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Sicheres Arbeiten mit der Oberfräse

Vor den hohen Drehzahlen einer Oberfräse muss sich niemand fürchten, aber Respekt vor dem Werkzeug, höchste Konzentration und ein fachgemäßer Umgang sind unabdingbar bei der Arbeit. Wie eine Oberfräse im Detail funktioniert, erfahren Sie hier.

Unsere Empfehlungen:

  • Der Arbeitsbereich sollte immer aufgeräumt und gut ausgeleuchtet sein
  • Kinder und andere Personen lieber fernhalten, Ablenkung vermeiden
  • Schutzbrille, Gehörschutz und bei Bedarf eine Staubmaske benutzen
  • Bei Arbeiten am Gerät (etwa Fräseinsatzwechsel) Netzstecker ziehen und im Sichtbereich ablegen
  • Vor Inbetriebnahme benutztes Werkzeug vom Gerät entfernen
  • Vor Anschluß an die Stromversorgung kontrollieren, ob Betriebsschalter /-taster ausgeschaltet ist
  • In feuchter Umgebung Fehlerstrom-Schutzschalter einsetzen
  • Die Oberfräse immer mit aktiver Staubabsaugung betreiben

Der richtige Fräskopf für die Oberfräse

Kanten profilieren oder bündig fräsen, Konturen kopieren, Kreisausschnitte herstellen oder Nuten fräsen – für Arbeiten in Holz, Holzwerkstoffen und Kunststoffen empfehlen wir zum Start einige universell verwendbare Einsätze:

  • Nutfräser: mit zweiter Schneide am Kopf, die auch das vertikale Eintauchen in das Werkstück ermöglicht.
  • Fasefräser: leicht die Kante brechen oder eine markante 45°-Schräge an die Platte fräsen.
  • Abrundfräser: Profilierung von Massivholzkanten im Rahmen- und Gestellbau.
  • Nut- und Bündigfräser: Kugellager am Nutfräser führt beim Besäumen entlang der Materialkante, zweite Schneide am Kopf für Tauchschnitte.
  • Profilfräser: Beliebter Einsatz für dekorative Abschlüsse an Möbeln und Leisten.

Artikel aktualisiert am 04.01.2024

Quellen: Recherchen der Redaktion und Angaben der Hersteller; "Preis im Handel" ermittelt bei diversen Anbietern im 1. Quartal 2019. Alle im Test gezeigten Werkzeuge wurden uns für die Dauer der Produktion von den Firmen zur Verfügung gestellt.

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