Technik

Wie funktioniert eine Oberfräse?

Wie funktioniert eine Oberfräse? Wir zeigen den Querschnitt und die Funktionsweise einer Oberfräse und stellen die wichtigsten Fräsköpfe vor.

Oberfräse
Eine Oberfräse ist ein vielseitiges Werkzeug© yanik88 - stock.adobe.com

Eine Oberfräse gehört nicht unbedingt zum absoluten Standardwerkzeug eines jeden Heimwerkers. Umso mehr lohnt ein genauerer Blick auf das vielseitige Werkzeug. Wir erklären anhand detaillierter Zeichnungen, was eine Oberfräse ist, wie sie funktioniert und liefern obendrein eine Übersicht zu den wichtigsten Fräsköpfen der Oberfräse.

Der Aufbau der Oberfräse

Vom Lüfter bis zum Fräserwerkzeug ist der senkrechte Spindelaufbau der Oberfräse einfach. Die mechanischen Bauteile wie das untere Spindellager, die Tauchsäulen, der Tiefenanschlag und die Arretierung müssen für gute Ergebnisse exakt ausfallen und hochwertig verarbeitet sein.

Oberfräse - Querschnitt - Zeichnung
© Tillman Straszburger
  1. Der Elektromotor der Oberfräse leistet rund 1.400 Watt und schafft die für Fräsen typischen hohen Drehzahlen von 10.000 bis zu 22.500 Umdrehungen pro Minute.
  2. Die Drehzahlvorwahl wird elektronisch geregelt. Unter Last wird die Maschinenleistung somit automatisch angepasst, um konstante Umdrehungszahlen zu erreichen.
  3. Wie der Name schon erahnen lässt, gibt der Entriegelungsknauf den Motor der Oberfräse frei. So kann sie auf ihren zwei Tauchsäulen bewegt werden.
  4. Die Dauerschaltung ermöglicht einen Betrieb ohne ständiges Herunterdrücken des Hauptschalters, was besonders bei großen Werkstücken eine deutliche Erleichterung ist.
  5. Die Absaugung erfolgt durch eine (Staubsauger-)Leitung, die im Ringausschnitt der Grundplatte endet. Dort entsteht ein leichter Unterdruck, der den starken Spanabtrag in die Absaugung führt. Ohne Absaugung sollte man keine großen Fräsarbeiten ausführen.
  6. Der Tiefenanschlag wird oberhalb und unterhalb der Skala mit den beiden Schrauben voreingestellt. Die obere Feinjustierung ist auf 0,1 Millimeter genau. Auf den beiden Tauchsäulen gleitet die Maschine dann herunter. Federn in den Säulen drücken die Maschine bei gelöster Arretierung wieder nach oben.
  7. Die Antriebsspindel ist durchgehend mit dem E-Motor verbunden. Weil es kein Getriebe und keine Umlenkungen gibt, ist die Maschine antriebsseitig robust und dabei sehr präzise gefluchtet.
  8. Diese zwei Kanäle nehmen die Stangen eines Parallelanschlags auf, der mit Klemmschrauben fixiert wird.
  9. Die Grundplatte mit Gleitboden ermöglicht die lotrechte Position des Fräsers sowie ein leichtgängiges Schieben der Fräse in der Horizontalen. Passend zum jeweiligen Untergrund kann man den Gleitboden wechseln.

Dank zahlloser Fräswerkzeuge kann die Oberfräse nicht nur variantenreich fräsen, sondern mit weiteren Zubehörteilen auch Aufgaben übernehmen, die ansonsten etwa Hobel oder Stichsäge zufallen.

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Ein entscheidendes Leistungskriterium ist die Tauchtiefe. Aus gutem Grund werden die meisten Formen in der Industrie durch Fräsen hergestellt.

Oberfräse - Fräsköpfe und ihr Schnittbild

Die Auswahl an Fräsern ist riesig. Auf jedem Schaft sollten die wichtigsten Spezifikationen eingraviert sein:

Die Schneiden können aus Wolframcarbit (Kürzel HW) beziehungsweise Hartmetall (HM) sein, günstigere Modelle aus Hochleistungsschnellstahl (HS/HSS). Unter "n max” ist die maximale Umdrehungszahl des Fräsers angegeben.

Oberfräse - Fräsköpfe
© Tillman Straszburger

Wie auf dieser Skizze zu sehen ist, sind für die Oberfräse folgende Fräsköpfe möglich: 

Verleimfräser grob, Verleimfräser fein, Nutfräser, Dübellochfräser, Bündigfräser, Hohlkehlfräser, Multiprofilfräser, Fasefräser, Planfräser, Flachstabfräser, Abrundfräser, Halbstabfräser, Konterprofilfräser, Scheibennutfräser sowie der V-Nutfräser.

Arbeiten mit der Oberfräse

Beim Arbeiten mit Fräsen muss man die Drehrichtung der Maschine beachteten. Denn ob mit oder gegen die Fräserdrehung gearbeitet wird, ist sowohl für das Handling, die Fräser-Standzeit als auch für das Schnittbild entscheidend. Grundsätzlich sollte man das Arbeiten gegen die Drehrichtung bevorzugen. Denn die Maschine lässt sich wesentlich einfacher und somit exakter führen. Ein zur Vorschubrichtung mitlaufender Fräser kann die Maschine unvorhersehbar beschleunigen oder gefährlich bocken lassen. Allerdings sind hierbei die Standzeiten der Fräserschneiden höher und das Schnittbild wird feiner. Viele Hand-Oberfräsen lassen sich auch in eine feste Tischfräse verwandeln respektive in einen Frästisch (von unten) integrieren. Wichtig dafür: eine anschraubbare Grundplatte, eine arrettierbare Dauerschaltung und eine Tauchtiefe, die weit über der Tischplattenstärke liegt. 

Zum Weiterlesen: Hier erfahren Sie, wie mit der Oberfräse Holzverbindungen entstehen. Zudem haben wir fünf verschiedene Oberfräsen unter 100 Euro getestet, lesen Sie dazu mehr in unserem Oberfräsen-Test. Alle Infos dazu und noch mehr Themen rund um die Oberfräse finden Sie auf unserer Übersichtsseite. Und wie Sie sich einen Frästisch selber bauen, in den Sie Ihre Oberfräse integrieren können, erfahren Sie hier.

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