Holzoberflächen bearbeiten

Hobel: Typen und Funktion

Trotz elektrischer Schleif- und Hobelmaschinen ist der traditionelle Handhobel ein Werkzeug, auf das kein Tischler verzichten würde. Mit Doppel-, Putz- und Simshobel ist man für die meisten Arbeiten bestens gerüstet. 

Richtig hobeln
Holzoberflächen bearbeiten: Hobeln von Hand für saubere Ergebnisse© pixabay

Holz auf Maß abtragen, Holzoberflächen glätten, kleine Riefen entfernen oder Falze ausarbeiten – dabei ist der Hobel in seinem Element. Ein wenig Übung ist allerdings schon erforderlich, um ihn sicher zu führen. Und Präzision ist wichtig. Denn beim Hobeln wird das Holz mit dem Hobeleisen in dünnen Streifen abgeschält. Ist diese scharfe Klinge nicht richtig fixiert, hat man schnell zu viel Holz abgetragen.

Die wichtigsten Hobel: Übersicht

Hobel - Doppelhobel
© Chris Lambertsen

Doppelhobel: Mit dem Doppelhobel* können Sie Werkstücke aus Holz einpassen und Flächen, Kanten und Hirnholz bearbeiten. Die Hobeleisen-Klappe aus Metall des Doppelhobels bricht den Span sofort nach dem Schnitt und soll so den "vorauseilenden Span" verhindern.

Hobl - Putzhobel
© Chris Lambertsen

Putzhobel: Der Putzhobel* mit steil stehendem Hobelmesser lässt das Holz nicht so schnell ausreißen und ermöglicht geringsten Materialabtrag. Er ist die erste Wahl, wenn Holzoberflächen optimal geglättet, Bleistiftmarkierungen oder kleine Riefen entfernt werden müssen.

Hobel - Simshobel
© Chris Lambertsen

Simshobel: Der schmale Simshobel* mit seitlich etwas überstehendem Hobeleisen ist der Spezialist für Ecken und Falze.

Ein scharfes Eisen ist beim Hobeln unverzichtbar:
Ein scharfes Hobeleisen ist unverzichtbar für perfektes Hobeln. Mit speziellen Schleif-Vorrichtungen können Sie es auf einem Schleifstein winkelgenau nachschärfen. Wer es allerdings leid ist, Hobeleisen ständig zu schärfen, kann auch zum Hobel mit Wechselklingen greifen.

Hobeln von Hand: So geht's richtig

Zum Hobeln spannt man das Holz auf der Werkbank in Hüfthöhe fest ein. Da­mit der Oberkörper mitgehen kann, steht man seitlich zum Werkstück. Mit der linken Hand umfasst man die Hobelnase oder das "Hörnchen" und mit der rechten den Handschoner (das gilt für Rechtshänder, Linkshänder machen es umgekehrt).

Der Arbeitsdruck liegt beim Ansetzen auf dem vorderen Teil, am Ende der Bewegung auf dem Rückteil des Hobels. Es wird mit der Fa­serrichtung gearbeitet. Gehobelt wird mit viel Schwung über die gesamte Brettlänge. Je weiter das Hobeleisen über die Hobelsohle hinaussteht, desto größer ist der Spanabtrag und auch der Kraftaufwand.

Ist das Hobeleisen richtig eingestellt und die Bewegung zügig und mit gleichmäßigem Druck ausgeführt, bilden sich lange, dünne Späne. Die Einstellung erfolgt durch einen Schlag auf den Schlagknopf an der Rückseite des Hobels beim Zurücknehmen des Eisens. Durch Schläge auf das Hobeleisen wird es vorgestellt.

Je weiter das Eisen vorgestellt wird, desto dicker wird der Span. Inzwischen gibt es Hobel, an denen die Ein­stellung mit einem Einstellrad wesentlich ein­facher ist.

Hobel - Handschoner
© Chris Lambertsen

Schieben Sie den Hobel mit der rechten Hand am Handschoner ...

Hobel - Hobelnase
© Chris Lambertsen

... und führen Sie ihn mit der linken an der Hobelnase ...

Hobel - Oberfläche mit Schwung hobeln
© Chris Lambertsen

... stellen Sie sich dabei so, dass Sie die Oberfläche mit Schwung hobeln. Hirnholz immer in kurzen Stößen diagonal hobeln.

Welcher Hobel für welche Arbeit?

Zum Abhobeln dicker Holzschichten und starker Unebenheiten ist der Schrupphobel mit seinem bogenförmig geschliffenem Messer am besten geeignet. Die Fläche wird dann mit dem Schlichthobel oder der Rauhbank geebnet. Damit nimmt man noch relativ dicke Späne ab.

Für die Feinarbeiten und zum Bestoßen von Hirn­holzkanten gibt es den Putzhobel, mit dem saubere und ausrissfreie Flächen entstehen. Das Hobeleisen muss immer scharf sein. Weist es kleine Scharten auf, kann man es mit dem Abziehstein nachschleifen. Ein neuer Anschliff ist ohne Übung und entsprechende Vorrichtungen schwierig. Hier hilft ein zweites Eisen, das man zum Schärfdienst geben kann.

Dünne, lange, gelockte Späne entstehen beim richtigen Hobeln. Das Hobeleisen liegt bei richtiger Einstellung parallel zum Hobelmaul. Die Spandicke wird durch leichte Schläge auf das Eisen oder beim Lösen auf den Schlagknopf reguliert.

Die Beilage aus Abfallholz wird mit Zwingen an das Werkstück gespannt und verbreitert die Auflagefläche für den Hobel. Bei schmalen Kanten ist kippfreies Arbeiten möglich.

Beim Bestoßen von Hirnholzkanten besteht die Gefahr des Absplitterns. Das kann man durch an beiden Seiten vorgespannte Restholzstücke verhindern.

Die Rauhbank ist mit ihrer großen Länge besonders gut zum Bearbeiten langer Flächen und Kanten geeignet. Die normale Rauhbank ist 60 Zentimeter lang, die Kurzausführung 48 Zentimeter.

Hobeln bedarf etwas Übung. Nehmen Sie sich als Hobel-Anfänger besser zunächst ein nicht benötigtes Stück Holz und testen Sie Ihr Können, ehe Sie Ihr eigentliches Werkstück bearbeiten. 

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