Arbeiten mit Winkel und Schmiege

Winkel zu messen und zu übertragen ist Grundlage jeder Bau­aus­­füh­rung. Auch für rechte Winkel wird ein präzises Gerät benötigt. Hier erfahren Sie, welche Werkzeuge man dazu braucht.

 
Winkel und Schmiege © René Lauert
Winkel und Winkelmessgeräte: vom Anlegewinkel bis zur Wasserwaage mit elektroni­scher Meßeinrichtung und Digitalanzeige zum Messen von Schrägen und Gefälle.

Um Winkel auszumessen und zu übertragen gibt es verschiedene nützliche Werkzeuge. Darunter befinden sich Anlegewinkel, Schmiege, Zeichendreieck oder Wasserwaage. Hier erfahren Sie, für was sich welches Werkzeug eignet und wie man damit arbeitet.
 

Winkel und Schmiege: Was ist der Unterschied?

Als Meßwerkzeug gibt es Winkel in starrer und verstellbarer Ausführung in Holz, Metall oder einer Kombination aus Holz und Metall. Der wichtigste ist mit 90 Grad der starre rechte Winkel. Je nach Verwendungszweck können seine Schenkel zwischen 150 und 1000 mm lang sein. Das ebenfalls starre Gehrungsmaß hat Winkel von 135 und 45 Grad.

Die Schenkel einer Schmiege sind dagegen nicht fest miteinander verbunden. Der bewegliche Schenkel (auch Zunge genannt) kann um einen Punkt gedreht und verschoben werden. Um den eingestellten Winkel festzuhalten, wird die Zunge durch eine Schraube fixiert. So können einmal eingestellte Winkel mehrfach übertragen und kontrolliert werden.

Eine Sonderform der Winkelmess­zeuge ist der Zentrierwinkel. Er hat als Anschlag die Schenkel eines rechten Winkels, von dessen Scheitelpunkt aus die Zunge diagonal verläuft. Damit kann man bei zylindrischen Werkstücken den Kreismittelpunk feststellen, zum Beispiel bei Drechselrohlingen.
 

Winkel abnehmen mit dem Zeichendreieck

Ein Set Zeichendreiecke besteht aus einem gleichschenkligen rechtwinkligen (Winkel 1 x 90 Grad, 2 x 45 Grad) und einem rechtwinkligen (Winkel 1 x 90 Grad, 1 x 30 Grad, 1 x 60 Grad) Dreieck. Durch das Aneinanderlegen beider Dreiecke lassen sich zusätzlich die Winkel von 75, 105, 120, 135 und 150 Grad konstruieren.

Mit Zeichendreiecken können Konstruktionszeichnungen hergestellt oder Schnittlinien auf dem Werkstück angerissen werden. Zur Kontrolle von Winkeln sind sie nicht so gut geeignet, weil sie keine Anschlagkante wie Zimmermanns- oder Schreinerwinkel besitzen.

Werden weitere Winkel benötigt, wird ein Winkelmesser mit Grad­ein­tei­lung zu Hilfe genommen. Damit können auf den Grad genau Winkel angezeigt werden.

Tipp: Dachneigungen lassen sich auch mit einem senkrecht abgehängten Faden und einem Geodreieck genau bestimmen.
 

Praktische Hilfen für Winkel

Auch wenn man das richtige Messwerkzeug nicht zur Hand hat, kann man Winkel festlegen und überprüfen. Es gibt viele Dinge des täglichen Lebens, die Hilfsfunktionen übernehmen können. Jeder Briefbogen, jede Zeitungsseite und ein maschinell zugeschnittener Bogen Packpapier sind genau rechtwinklig und können als exakte Winkelvorlage dienen.

Faltet man ein rechtwinklig zugeschnittenes Papier über die Ecke, indem man genau Kante auf Kante legt, wird der 90-Grad-Winkel auf die Hälfte geteilt – genau richtig, um eine Rahmengehrung anzuzeichnen oder zu überprüfen.

Hat der Hilfswinkel nur kurze Schenkel, lassen sich diese Strecken durch Anlegen einer langen Geraden verlängern. Auch mit er geometrischen Formel a2 + b2 = c2 (Pythagoras) kann man sich behelfen.

So kann man z.B. den rechten Winkel bei einer Gartenanlage ermitteln, indem man sich aus Bindfäden ein Dreieck knotet, bei dem die beiden Strecken, die am rechten Winkel anliegen, jeweils 3 und 4 m lang sind und die verbin­dende Schräge 5 m misst.

  1. SchnittüberprüfungSchnittüberprüfung© René Lauert

    Schnittüberprüfung

    So wird ein Sägeschnitt auf Winkligkeit überprüft. Zwischen Stahlschiene und Schnittfläche darf dabei kein Licht hindurchscheinen.
  2. Winkel mit langer SchieneWinkel mit langer Schiene© René Lauert

    Winkel mit langer Schiene

    Zum Anreißen breiter Werkstücke ist ein Winkel mit langer Schiene hilfreich. Sonst mit einem kurzen Winkel anzeichnen und mit einer Schiene verlängern.
  3. Großer Winkel mit BlechzungeGroßer Winkel mit Blechzunge© René Lauert

    Großer Winkel mit Blechzunge

    Große Winkel ab einer Länge von 60 cm haben im Anschlag eine Blechzunge auf Höhe der Stahlschiene, die verhindert, dass der Winkel abkippt.
  4. Winkelmesser regelmäßig prüfenWinkelmesser regelmäßig prüfen© René Lauert

    Winkelmesser regelmäßig prüfen

    Winkelmesswerkzeuge aus Holz müssen von Zeit zu Zeit überprüft und durch abschleifen korrigiert werden. Zum Test den Winkel an gleicher Kante umschlagen.
  5. GehrungsmaßeGehrungsmaße© René Lauert

    Gehrungsmaße

    Feste Gehrungsmaße mit einem Winkel von 45° bzw. 135° benutzt man zum Anzeichnen und kontrollieren von Gehrungsschnitten beim Rahmenbau.
  6. Gehrungsmaß überprüfenGehrungsmaß überprüfen© René Lauert

    Gehrungsmaß überprüfen

    Zum Überprüfen eines Gehrungsmaßes benötigt man eine rechtwinklige Plattenecke. Beidseitig angesetzt, müssen angezeichnete Linien parallel sein.
  7. Trick mit FuchsschwanzsägenTrick mit Fuchsschwanzsägen© René Lauert

    Trick mit Fuchsschwanzsägen

    Die Griffe der meisten Fuchsschwanzsägen haben zum Sägeblattrücken einen Winkel von 90° und 45° als Anschlag. Nicht supergenau, aber eine guter Behelf.
  8. SchmiegeSchmiege© René Lauert

    Schmiege

    Die Schmiege hat eine lose Schiene. Man kann sie verschieben, drehen und in jedem Winkel fixieren. So können Winkel abgegriffen und übertragen werden.
  9. ZentrierwinkelZentrierwinkel© René Lauert

    Zentrierwinkel

    Der Zentrierwinkel dient zum Feststellen des Zentrums runder Werkstücke. Zweimal versetzt den Durchmesser markieren, der Kreuzpunkt ist das Zentrum.
  10. Winkelmesser, Geodreieck, elektronischer MesserWinkelmesser, Geodreieck, elektronischer Messer© René Lauert

    Winkelmesser, Geodreieck, elektronischer Messer

    Um den Winkel zu messen, setzt man einen Stahl-Winkelmesser oder ein Geodreieck ein. Der elektronische Winkelmesser hat eine Digitalanzeige.