Dachschrägen richtig nutzen

Der perfekte Schrank für die Dachschräge

Oft sind es die Schrägen, die die Nutzungsmöglichkeiten eines ausgebauten Dachbodens einschränken. Das muss nicht sein - mit dem richtigen Schrank für Ihre Dachschräge. Bestimmt haben wir auch für Sie die perfekte Lösung dabei.

Schrank für Dachschräge
Bauen Sie einen individuellen Schrank für Ihre Dachschräge!© Matthias Buehner - stock.adobe.com

"Dachschrägenräume sind keine vollwertigen Zimmer", das hört man immer wieder. Doch so muss es nicht sein. Denn auch mit dem Handicap Dachschräge kann man einen Raum optimal nutzen. Schon bei der Planung werden dabei die Weichen für die spätere Nutzung gestellt: Eine sinnvolle Überlegung ist es beispielsweise, nicht allein den Bereich des Drempels (Kniestock) mit festen Einbauten zu nutzen, sondern so weit wie möglich in Richtung First zu planen.

Besonders hilfreich bei unseren Versuchen war der Einsatz von fertigen Raumteilern von Knauf. Das sind etwa 7,5 cm dicke und 250 x 60 cm große Gipsbauplatten in Sandwichbauweise, mit denen eigentlich ganze Zimmer geteilt werden sollen: Außen je eine Gipskartonplatte, in der Mitte eine Füllung aus Pappkartonwaben. Absolut stabil, leicht zu verarbeiten und für eine einzelne Person ohne Schwierigkeiten zu bewegen.

Das beste an den Gipskartonplaten: Um zu einem wirklich guten Ergebnis zu gelangen, braucht man nur wenig Geschick und Werkzeug. Völlig ausreichend sind eine Stichsäge, eine Bohrmaschine und eventuell ein Surformhobel, um die Kanten der Gipskartonplatten zu glätten.

Eine einzelne Platte ist für etwa 37 Euro im Baumarkt erhältlich und bietet für ihr Geld einen guten Gegenwert. Also, worauf warten Sie noch? Erschaffen Sie sich Ihren individuellen Schrank für Ihre Dachschräge! Übrigens: Falls der Drempel in Ihrem Haus zu niedrig sein sollte – auch hierfür lässt sich die Bauplatte hervorragend einsetzen.

Der Schrank für Ihre Dachschräge: Vier verschiedene Entwürfe

Regal und Kleiderschrank: So lassen sich auf kleinem Raum ein begehbarer Kleiderschrank, ein Wohnregal mit Unterbringung für das Fernsehgerät und ausreichend Platz für Bücher sowie ein Arbeitsplatz unterbringen. Die Abmessungen der folgenden Entwürfe entnehmen Sie aus der Zeichnung.

© Tillman Straszburger

Archiv und Arbeitsplatz: Gut versteckt, quasi in der Abseite, steckt der Arbeitsplatz mit einem Tastaturauszug unter dem Tisch. Drucker und Computer-Tower stehen im vorderen Dachschrägenregal und sind durch eine Bohrung in der Rückwand mit dem Bildschirm und der Tastatur verbunden.

© Tillman Straszburger

Kinderhaus und Spielplatz: Bauen Sie niedriger, und schaffen Sie für Ihre Kinder ein "Eigenheim". Bei einer Türhöhe von 160 cm können Sie immer noch leicht nach dem Rechten sehen. Innen ist genügend Platz für Tisch und Stühle, eine Kinderküche sowie eine Puppenstube.

© Tillman Straszburger

Stauraum und Galerie: Hier lassen sich jede Menge Wäsche- und Handtücherstapel unterbringen. Dabei sind die Türen mit aufschraubbaren Topfbändern und Gipskartondübeln sicher und einfach in den Bauplatten verschraubt. Ein Raffrollo versperrt den direkten Blick in die "Kleiderkammer".

© Tillman Straszburger

Vorgezogenen Drempel in die Dachschräge stellen: Anleitung

Einen vorgezogenen Drempel in die Dachschräge stellen
Höhe Drempel festlegen
© Chris Lambertsen

Schritt 1/14: Höhe Drempel festlegen

Legen Sie die Höhe des gewünschten Drempels fest (hier 1 m) und zeichnen Sie mit der Wasserwaage einen Bleistiftriss an die Giebelwand.

Waagerechter Verlauf des Drempels markieren
© Chris Lambertsen

Schritt 2/14: Waagerechter Verlauf des Drempels markieren

Von diesem Riss aus markieren Sie ebenfalls mit der Wasserwaage den waagerechten Verlauf des Drempels über die gesamte Dachfläche.

Ausloten
© Chris Lambertsen

Schritt 3/14: Ausloten

Da zur Befestigung der Bauplatten eine auf dem Boden befestigte Dachlatte vonnöten ist (siehe auch Bild 5), wird mit einem Lot oder, falls nicht zur Hand, mit der Wasserwaage von eben dieser waagerechten Markierung aus die genaue Befestigungslinie festgelegt.

Dachlatte verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 4/14: Dachlatte verschrauben

Nun kann eine Dachlatte, die längs im Winkel der Dachneigung schräggeschnitten wurde, in die Dachschräge geschraubt werden. Um diesen Winkel zu ermitteln, benutzt man einfach eine Tischlerschmiege, die in der Ecke von Decke und Dachschräge angelegt wird.

Bodenleiste verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 5/14: Bodenleiste verschrauben

Die Bodenleiste wird an der Markierung mit Dübeln und Schrauben befestigt.

Bauplatte zuschneiden
© Chris Lambertsen

Schritt 6/14: Bauplatte zuschneiden

Nun kann die Bauplatte entsprechend der Dachneigung schräg zugeschnitten werden. Hierzu benötigen Sie ein langes Stichsägeblatt.

Bauplatte druchsägen
© Chris Lambertsen

Schritt 7/14: Bauplatte druchsägen

Ist keines zur Hand, so sägen Sie zuerst mit der Elektrosäge nur die erste Gipsschicht und den Pappkern durch und die zweite Schicht anschließend mit der Handsäge.

Pappkern entfernen
© Chris Lambertsen

Schritt 8/14: Pappkern entfernen

Der Pappkern muss nun in dem Bereich, in dem er an die Dachlatte geschraubt wird, entfernt werden. Das gelingt am besten mit einem Stück Holz und einem Hammer, mit denen man einfach den Pappkern runterklopft.

Schnittkanten begradigen
© Chris Lambertsen

Schritt 9/14: Schnittkanten begradigen

Unsaubere Schnittkanten werden mit dem Surformhobel begradigt.

Bauplatte auf untere Latte stellen
© Chris Lambertsen

Schritt 10/14: Bauplatte auf untere Latte stellen

Nun wird die Bauplatte auf die untere Latte gestellt, dann gegen die obere gelehnt.

Bauplatte verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 11/14: Bauplatte verschrauben

Die Bauplatte mit Gipskartonschrauben – eventuell mittels Bithalter mit Tiefenstopp – an der oberen Dachlatte befestigen.

Kanten entstauben
© Chris Lambertsen

Schritt 12/14: Kanten entstauben

Staubige Kanten mit einem Malerpinsel und etwas Wasser entstauben.

Eckstöße verfugen
© Chris Lambertsen

Schritt 13/14: Eckstöße verfugen

Die Eckenstöße mit Acryl verfugen.

Plattenstöße verspachteln
© Chris Lambertsen

Schritt 14/14: Plattenstöße verspachteln

Zum Schluss werden alle Plattenstöße mit Gipskartonspachtel verspachtelt.

Begehbaren Kleiderschrank in die Dachschräge bauen: So geht's

So entsteht ein begehbarer Kleiderschrank
Dachneigungswinkel abnehmen
© Chris Lambertsen

Schritt 1/10: Dachneigungswinkel abnehmen

Nehmen Sie zunächst mit einer Schmiege den Dachneigungswinkel ab und fertigen Sie ausgehend von diesem Winkel eine Pappschablone, mit der Sie die Schräge auf jede der Raumteilerplatten übertragen können.

Bauplatten zuschneiden
© Chris Lambertsen

Schritt 2/10: Bauplatten zuschneiden

Zuschnitt der Bauplatten mit der Stichsäge. Müssen Längsschnitte ausgeführt werden, spannen Sie sich am besten als Anschlagleiste eine gerade Latte auf die Bauplatte.

Befestigungslatte anbringen
© Chris Lambertsen

Schritt 3/10: Befestigungslatte anbringen

Ein Restabschnitt der Bauplatte erleichtert das Anbringen der ersten Befestigungslatten, denn damit erhalten Sie den genauen Abstand zur Wand.

Bauplatte auf Dachlatte aufschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 4/10: Bauplatte auf Dachlatte aufschieben

Die Bauplatte wird auf diese Dachlatten aufgeschoben und anschließend mit Gipskartonschrauben fixiert.

Rückwandplatte befestigen
© Chris Lambertsen

Schritt 5/10: Rückwandplatte befestigen

Die Rückwandplatte des Schrankkorpus wird seitlich ausgespart und oben angeschrägt, so dass sie mittels Holzlatten befestigt werden kann.

Raumteilerplatte aufschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 6/10: Raumteilerplatte aufschieben

Zum Befestigen der langen, rechten Seitenwand werden an Boden und Decke Dachlatten angeschraubt, die fertig zugeschnittenen Raumteilerplatten von vorne draufgeschoben.

Hölzer einschlagen
© Chris Lambertsen

Schritt 7/10: Hölzer einschlagen

Die Verbindung zweier Platten untereinander wird durch Holzabschnitte hergestellt.

Bauplatten aneinanderschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 8/10: Bauplatten aneinanderschieben

Hölzer in den Pappkern einschlagen, Bauplatten aneinander schieben und alles mit Schrauben fixieren.

Abdeckung aufsetzen
© Chris Lambertsen

Schritt 9/10: Abdeckung aufsetzen

Die Abdeckung des Pappkerns besteht aus farbig lackierten MDF-Platten-Streifen.

Regalleisten aufschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 10/10: Regalleisten aufschieben

Die Regalböden in U-Form werden auf 1 cm dicke Lagerleisten aufgeschoben.

 

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