Schimmelbefall lokalisieren und bekämpfen

Hauspilz: Schimmel im Haus erkennen und entfernen

Wohnschimmel schädigt die Bausubstanz und die Gesundheit. Wir verraten, wie Sie den Schimmel erkennen und entfernen.

Schimmel entfernen
Schimmel im Haus muss so schnell wie möglich entfernt werden.© cegli - stock.adobe.com

Schimmelbefall ist immer ein Zusammenspiel von zu hoher Feuchtigkeit und idealem Nährboden. Dabei reicht schon eine Luftfeuchte von 70%. Dieser Wert wird vom Menschen oft noch nicht als unangenehm wahrgenommen und wird in einem normalen Haushalt leicht erreicht.

So gibt jeder Mensch durch Atmung und Transpiration pro Tag bis zu 1,5 Liter Wasser an die Raumluft ab. Kochen und Duschen schlägt jeweils mit weiteren 0,5 bis 1 Liter pro Person zugute. Auch beim Wäschetrocknen reichert sich Feuchtigkeit in der Luft an: Bis zu 3,5 Liter können es werden.

Richtiges Lüften ist daher entscheidend, um Schimmel zu verhindern. Empfohlen wird mehrmals tägliches Stoßlüften über jeweils 15 Minuten.

Ursachen für Schimmel

Weitere Ursachen, für Schimmel können sein: 

  • schwere Bauschäden sein, etwa ein alter, nicht fachgerecht trockengelegter Wasserschaden
  • Wasser, das von außen oder aus defekten Leitungen ins Mauerwerk eindringt.

Wenn Sie in Ihrer Wohnung Schimmel entdecken, sollten Sie auf jeden Fall gründliche Ursachenforschung betreiben, um auszuschließen, dass sich immer wieder Schimmel bildet.

Schimmel entfernen
Wohnschimmel entsteht bei zu hoher Luftfeuchtigkeit auf organischen Untergründen.© cegli - stock.adobe.com

Wir zeigen Ihnen wie Sie Schimmel erkennen und was Sie als Erste-Hilfe-Maßnahmen tun können, um den Schimmel zu bekämpfen. Wer bei Schimmel in einer Mietwohnung zur Verantwortung gezogen wird, verraten wir hier.

Schimmelpilze sollten Sie nur mit entsprechenden Schutzmaßnahmen bekämpfen!

Schimmel erkennen und bekämpfen

Es gibt einige immer wiederkehrende Anzeichen für Schimmelbefall.

  • Dunkle Flecken auf der Wand, meist in den Ecken, sind ein erster wichtiger Hinweis auf Schimmelbefall. Letzte Sicherheit bekommen Sie aber erst durch Tests aus der Apotheke oder durch Schimmelexperten vor Ort.
  • Neben den sichtbaren Flecken ist der Schimmelpilzbefall oft durch einen modrig-faulen Geruch zu erkennen, der schwer in der Luft liegt.
  • Auch leicht feuchte Stellen an der Wand können auf eventuell sogar giftige Sporen hinweisen.
  • Nicht zuletzt sind Allergien und Schleimhautreizungen ein Ernst zu nehmendes Anzeichen, falls es dafür keine andere schlüssige Erklärung gibt.
  • Müssen Sie nur in manchen Räumen husten, kann das auch auf Schimmelbefall hindeuten.
Spielen Sie auch einen noch so kleinen Schimmelflecken nicht herunter: Die Sporen können nämlich schon weit über die sichtbaren Stellen hinaus im Putz und in den Wänden verteilt sein und so für alle Bewohner ernste gesundheitliche Gefährdungen schaffen.

Schimmel vorsichtig bekämpfen

Haben Sie einen Schimmelverdacht, sollten Sie den Schimmel schnell beseitigen. Daneben gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen, mit denen Sie Ihre Gesundheit vor Schimmel schützen können.

  • Vermeiden Sie es ab sofort, in dem betroffenen Raum zu schlafen oder sich länger aufzuhalten. Wenn Sie sich im Raum aufhalten müssen, achten Sie darauf, stets gut durchzulüften.
  • Meiden Sie den Raum bis zur endgültigen Sanierung und tragen Sie bei allen Arbeiten und Untersuchungen Einmalhandschuhe und Mundschutz.
  • Textilien, die mit der befallenen Stelle in Berührung gekommen sind wie zum Beispiel Gardinen oder Vorhänge bitte unbedingt waschen.

Welche Schutzmasken geeignet sind, lesen Sie hier.

Bei sichtbar großflächigen, feuchten Flecken, an denen gegebenenfalls der Putz abplatzt oder die Tapete aufquillt, sollten Sie bei ausgewiesenen Schimmelexperten Rat einholen. Dieser kann den Grad des Schimmelbefalls und der Feuchtigkeit messen und, wenn nötig, weitere Schritte einleiten, etwa Testbohrungen für Sensoren vornehmen oder Trockenlüfter aufstellen.

Schimmel entfernen im Bad

Ist der Schimmel an Silikonfugen sichtbar geworden, gilt es, dem Pilz die Grundlage zu entziehen.

  • Dazu schneiden Sie das Silikon mit einem scharfen Cuttermesser heraus und lösen die Reste mit einem Silikonentferner.
  • Anschließend wird neu verfugt. Verwenden Sie dazu spezielles Sanitär-Silikon mit pilztötenden Inhaltsstoffen.
  • Allerdings verlieren die verwendeten Biozide mit der Zeit ihre Wirkung. So kann sich teilweise schon ein Jahr später erneut Schimmel im Bad bilden.

Außerdem sind sie extrem ungesund und sollten in der Küche nur eingesetzt werden, wenn der Hersteller dies ausdrücklich vorsieht.

Schimmel mechanisch entfernen

Eine oberflächliche Entfernung des Schimmels ist kurzfristig Wirksam und funktioniert auch mit haushaltsüblichen Mitteln. Die Chemikerin Susann Hübner aus Hamburg empfiehlt, den Schimmel immer erst mal mechanisch zu entfernen.

  • Dafür die Sporen mit Haarspray oder Sprühkleber fixieren, um ein Ausstauben der Sporen zu minimieren. Zur Not geht auch Wasser.
  • Dann die Tapete, die Holzvertäfelung oder auch den Putz entfernen.
  • Da die Pilzfäden oft darunter sitzen, sollten sie anschließend mit Isopropyl-Alkohol aus der Apotheke oder simplem Brennspiritus abgewaschen werden.

Die mechanische Entfernung des Schimmels ist aber nur die halbe Miete. Zusätzlich sollten Sie unbedingt die Ursachen für den Schimmel herausfinden und den tieferliegenden Schimmel entfernen.

Erste Hilfe gegen Schimmel

Welches Mittel Sie zur Schimmelvernichtung einsetzen, hängt von der Oberflächenbeschaffenheit ab. Zu unterscheiden sind glatte, nicht saugfähige Flächen wie Fliesen oder mineralische Untergründe wie Putz.

  • Die Erste-Hilfe-Maßnahmen sind gut geeignet, um dem Schimmelpilz unverzüglich den Garaus zu machen, sind aber nur der erste Schritt. Viele der Mittel enthalten Chlor, was einerseits streng riecht, andererseits aber eine sehr gute Wirksamkeit und einen vorbeugenden Effekt bietet.
  • Bei leichtem Befall wird der Schimmel mit Ethyl-Alkohol (70 % bei glatten Flächen und 80 % bei rauen Flächen) abgetötet.
  • Falls Sie Ihre Wände sowieso neu verputzen, tapezieren oder streichen wollen, können Sie gleich einen schimmelhemmenden Zusatz mit einrühren. Das funktioniert bei allen wasserbasierten Baustoffen. Ein Liter reicht dabei für etwa 40 Liter Farbe.
  • Auch spezielle Anti-Schimmel-Farbe kann dazu beitragen, Schimmel zu verhindern. Hier wurden der Farbe bereits spezielle Zusätze beigemischt, die den Schimmel abtöten.
Schimmel entfernen
Möbel an Außenwänden sollten etwa fünf Zentimeter Abstand zur Wand haben.© cegli - stock.adobe.com

Maßnahmen gegen Schimmel

Eine Ursache für Schimmel sind oft kalte Außenwandflächen, die durch Möbel verdeckt und nicht von der Heizungsluft erwärmt werden. Dadurch kondensiert hier Feuchtigkeit aus der relativ warmen Raumluft, und ein Wohlfühlmilieu für Schimmel entsteht. Wer aber diese Tipps beachtet, ist auf der sicheren Seite:

  • Mindestens fünf Zentimeter Abstand von einer Außenwand und hinreichend Abstand zu Boden und Decke lassen die Luft zirkulieren, die Wände hinter den Möbeln bleiben warm. Wo es nötig ist, sollten Sie Lüftungsöffnungen einbauen.
  • An Außenwänden niemals raumhohe Möbel aufstellen oder mit bodenlangen Gardinen den warmen Luftstrom von der Wand fernhalten. Denn auch hinter ihnen bleibt die Wand kalt.

Schutz vor Schimmel: Richtig lüften

Ständig bewohnte Räume sollten in Zeiten dicht schließender Isolierfenster dreimal am Tag gründlich gelüftet werden. Am besten sorgen Sie mit Querlüftung für ordentlich Durchzug. Wenn sich Fenster und Tür gegenüber liegen und beide ganz geöffnet sind, reichen fünf Minuten für einen kompletten Luftaustausch.

Auch Stoßlüften bei offenem Fenster erfordert höchstens zehn Minuten, um Feuchtigkeit, Staub und Schadstoffe abzutransportieren. Die kühle, frische Luft wird beim Aufheizen relativ trocken und kann wieder zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen.

Nicht immer ist Wohnschimmel allerdings auf falsches Lüften zurückzuführen. Auch eine fehlerhafte Wärmedämmung kann die Entstehung von Schimmel fördern. Wenn Sie trotz Einhaltung aller Vorbeungungsmaßnahmen immer wieder mit Schimmel zu kämpfen haben, lohnt es sich, einen Sachverständigen hinzuzuziehen, der tieferliegende Ursachen für Schimmel ermitteln kann.

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