Wilder Wein und Efeu

Haftwurzeln: Fassade von Bewuchs befreien

Selbstklimmer haften fest an Fassaden. Ihre Haftwurzeln oder -füße können Farbe und Putz angreifen. Hier erfahren Sie, wie Sie den Bewuchs entfernen und hartnäckige Rückstände ablösen.

 
Haftwurzeln entfernen © Christian Bordes
Mit Wasser oder Säure eingeweichte Haftwurzeln lassen sich mit dem Hochdruckreiniger meist gut entfernen

Starker Bewuchs mit Selbstklimmern wie Efeu oder Wildem Wein kann an Fassaden zu Beschädigungen der Farbschicht oder sogar zu Rissen und Ablösungen des Putzes führen. Während die Haftfüße des Wilden Weins meist gut entfernt werden können, dringen die Haftwurzeln von Efeu aktiv in die Fassadenfarbe ein. In die entstandenen Risse kann Wasser gelangen und den Putz angreifen.

Mit zunehmendem Wachstum verdicken sich die Wurzeln und bringen den Putz mittelfristig zum Abplatzen. Auch wenn die Triebe in den Unterschlag des Dachs wachsen oder die Dämmung angreifen, ist es Zeit, zu handeln.

Nach dem relativ mühelosen Ablösen der größeren Triebe werden Sie feststellen: Die Überreste der Haftwurzeln sind nicht nur unschön, sondern auch außerordentlich hartnäckig.
 

Haftwurzeln von der Fassade entfernen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Je rauer die Fassade ist, desto schwieriger sind die Haftwurzeln zu entfernen. Bringen Abbürsten, Abschleifen und auch der Einsatz des Hochdruckreinigers nicht den gewünschten Erfolg, bieten Fachbetriebe eine Behandlung mit Trockeneis oder das Abflammen an – notwendige Sicherheitsvorkehrungen eingeschlossen.

Vor dem neuen Fassadenanstrich ist es wichtig, den Untergrund auf seine Beschaffenheit zu prüfen. Von diesem Ergebnis hängt ab, wie Sie die Fläche für den Anstrich vorbereiten. Denn passend zur Zusammensetzung des Putzes gilt es, die passende Grundierung und Fassadenfarbe auszuwählen.
 

Bewuchs entfernen: Äste und Wurzeln kappen

Damit die Kletterpflanzen später nicht nachwachsen und im kommenden Jahr die frisch renovierte Fassade wieder erklimmen wollen, gilt es, die Wurzeln vollständig zu entfernen. Dafür kappen Sie die Äste am Fuße der Fassade. Graben Sie die Wurzeln aus dem Erdreich aus und beseitigen Sie das komplette Wurzelsystem so gut wie möglich.

Die oberirdischen Äste lassen Sie an der Fassade erst einmal drei bis vier Wochen trocken werden. Danach können Sie diese besser und schonender von der Fassade entfernen.
 

Äste von der Mauer lösen

Um die Äste und Zweige der Kletterpflanzen vom Putz zu lösen, können Sie sie mit der Hand wegziehen. Stellen Sie aber fest, dass sich so die Farbe oder Putz mit von der Wand löst, gehen Sie anders vor. Dann lösen Sie mit einem Spachtel oder einem scharfen Messer die Triebe nach und nach von der Wand.

Die verbleibenden Haftwurzeln oder -füße entfernen Sie im nächsten Schritt (siehe Liste). Ist der Putz aber locker und löst sich flächig, bleibt nichts anderes übrig, als ihn von der Wand abzuklopfen.
 

Haftwurzeln entfernen: Verschiedene Methoden

Welche Methode sich in Ihrem individuellen Fall am besten eignet, um haftende Pflanzenreste abzulösen, hängt von der Beschaffenheit der Fassade und der Größe der Fläche ab.

  • Einweichen der Anhaftungen: Mit Wasser werden die Haftwurzeln weich. Danach kann man sie mit Bürste, Schleifaufsatz oder Hochdruckreiniger besser von der Fassade lösen. Essig- oder Salzsäure wirken noch besser als Wasser. Sie in großen Mengen zu verwenden, ist aber nicht umweltfreundlich und nur punktuell empfehlenswert! Mineralische Untergründe darf man so ohnehin nicht behandeln, da die Säure diese anlöst und angreift.
  • Maschinelles Abschleifen: Mit einem Drahtbürstenaufsatz für eine Bohrmaschine oder für einen Winkelschleifer lassen sich die Pflanzenrückstände auch auf grobem, unebenem Putz entfernen. Diese Methode funktioniert meist gut und ist günstig, aber arbeitsintensiv und damit mühsam. Daher ist sie eher für kleinere Flächen geeignet. Tipp: Beim Abschleifen wird auch der Hausputz angeschliffen und feiner Staub aufgewirbelt. Sie sollten beim Arbeiten also unbedingt Mundschutz und Schutzbrille tragen.
  • Draht- oder Wurzelbürste: Das manuelle Arbeiten mit einer Draht- oder Wurzelbürste ist wegen des hohen Aufwands dort zu empfehlen, wo entweder besonders sanft gearbeitet werden muss, um die Fassade nicht zu schädigen, oder dann, wenn kleinere Bereiche nachgearbeitet werden sollen.
  • Hochdruckreiniger: Mit einem Hochdruckreiniger entfernen Sie eingeweichte Rückstände an der Fassade zeitsparend auch auf größeren Flächen. Beim Arbeiten eine Schutzbrille tragen! Den Druck sollten Sie nicht zu hoch einstellen, um die Fassade nicht unnötig zu beschädigen. Am besten erst an einer kleinen Stelle testen. Bleiben Rückstände, arbeiten Sie diese Stellen mit einer Bürste nach.
  • Gasbrenner: Auch durch das Abbrennen mit einem Propangas-Brenner kann man größere Flächen effizient bearbeiten. Das Abflammen funktioniert am besten auf Kalkputz. Nach dem Abbrennen entfernen Sie die verbliebenen Überreste mit einer Drahtbürste. Achtung: Diese Methode ist nicht für Wände mit einer Außendämmung geeignet. Die Flamme des Brenners kann die Dämmung beschädigen. Beim Arbeiten mit der Flamme besteht aktue Brandgefahr. Stellen Sie Löschmittel bereit!
  • Trockeneis: Zeitsparende und schonende Methode, aber nur durch Firmen machbar und daher teuer. Die Fassade wird dabei nicht durch Stahlbürsten, Hitze oder hohen Wasserdruck beschädigt.

 

Fassade neu streichen: Farbe und Grundierung

Um den vorhandenen Anstrich richtig renovieren zu können, müssen Sie eine passende Farbe und Grundierung wählen.

  • Silikonharzfarbe bietet etwa einen hohen Regenschutz und eine ebenso hohe Diffusionsoffenheit. Sie eignet sich gut für Putz, Altanstriche, Naturstein und Ziegel sowie für wärmegedämmte Fassaden.
  • Silikatfarbe kommt dagegen vornehmlich auf mineralischen und porösen Untergründen, Klinker, Ziegelsteinen oder Faserzement zum Einsatz. Anders als Dispersionsfarbe, geht sie eine unlösbare Verbindung mit dem mineralischen Untergrund ein. Sie ist stark alkalisch, daher mit Vorsicht streichen!
  • Polymerisatharzfarbe enthält kein Wasser als Lösemittel, sondern Acrylharze. Sie haftet sehr stark auf Untergründen wie Putzen, Ziegelmauern oder Beton und verfestigt diese.

Zu jedem Fassaden-Farbsystem gibt es eine auf die Eigenschaften des Untergrunds abgestimmte Grundierung: zum Beispiel Acryl- oder Silikatgrundierung. Sie bindet Staub, reduziert die Saugfähigkeit des Untergrunds und lässt den späteren Anstrich damit besser haften.

Falls Sie die Haftwurzeln oder -füße nicht komplett entfernen konnten, überstreichen Sie die Wand mit Sperr- und Isoliergrund. Das verhindert ein späteres Ausbluten und Durchschimmern nach dem Neuanstrich.

Hier finden Sie weitere Tipps und Tricks zur Außenwand-Renovierung.

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