Ohne Vorwissen zur perfekten Mauer!

Trockenmauer für den Garten: Das Multitalent

Im Allgemeinen sagt man: Mauern will gelernt sein, doch diese Trockenmauern schaffen Sie auch ohne Vorkenntnisse!

Trockenmauer mit großen Quadersteinen
Trockenmauer mit großen Quadersteinen© Voigt

Trockenmauern gehören seit jeher zum gewohnten Erscheinungsbild vieler europäischer Kulturlandschaften. Besonders in waldarmen Gegenden wie Irland, England, Wales und Schottland, aber auch auf den Balearen, Kykladen und Apulien, wo selten Material für den Zaunbau zur Verfügung stand, finden sich Trockenmauern zur Einfriedung.

Und so liegt es nicht fern, dass auch Hausbesitzer in unseren Breitengraden auf diese traditionsreiche Bauweise zurückgreifen. Nicht zuletzt auch, weil sie ganz ohne Mörtel herzustellen sind. Das heißt, dass die notwendige kraftschlüssige Verbindung beim Trockenmauerwerk allein durch Reibung und Verspannung entsteht.

Wir zeigen hier eine kleine Auswahl an Trockenmauern aus Natur- wie aus Betonsteinen, die zügig und einfach herzustellen sind:

Beispiele von Trockenmauern
Friesenwall/Natursteinwall
© Jalag/Hack

Schritt 1/6: Friesenwall/Natursteinwall

Aufsteigender Friesenwall/Natursteinwall mit Rasenfläche.

Natursteinmauer
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Schritt 2/6: Natursteinmauer

Kleine Natursteinmauer aus unterschiedlichsten Fundstücken und dichtem Pflanzenbewuchs.

Sandsteinbossen
© Jalag/Hack

Schritt 3/6: Sandsteinbossen

Sandsteinbossen ohne verfüllte Fugen. In den vielen offenen Fugen können sich gut Insekten ansiedeln und überwintern.

Geschichtete Natursteinblöcke
© Jalag/Hack

Schritt 4/6: Geschichtete Natursteinblöcke

Geschichtete Natursteinblöcke in unterschiedlichsten Abmessungen. Die Herstellung dieser faszinierenden Mauer bedarf viel Augenmaßes und Gespürs für Größenzusammenhänge.

Wall aus Findlingen
© Jalag/Hack

Schritt 5/6: Wall aus Findlingen

Eingewachsener Wall aus teilweise gespaltenen Findlingen. Die Fugen sind mit Erde verfüllt, so dass sich hier gut Pflanzen ansiedeln können.

Industrielle Betonsteinmauer
© Jalag/Hack

Schritt 6/6: Industrielle Betonsteinmauer

Industriell gefertigte Betonsteinmauer mit "bossierten" Seiten und Bepflanzungsmöglichkeit.

1. Bruchplattenmauer

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Gehwegplatten aus Beton bilden die Grundlage dieser Bruchplattenmauer. Da bei vielen Häusern solche Betonplatten zur preisgünstigen Erstausstattung auf Terrassen und Gartenwegen gehören, könnten Sie jetzt die Mauer zum Anlass nehmen, die vorhandenen Platten der Terrasse zu verarbeiten und die Terrasse neu zu pflastern.

Man kann natürlich auch einfach Platten kaufen. Gehwegplatten im Format 5 x 50 x 50 cm bekommen Sie für etwa 10 Euro/ qm auf jeden Fall im Baumarkt mit Baustoffabteilung beziehungsweise direkt beim Baustoffhändler.

Bruchplattenmauer
Bruchsteinplatten
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Schritt 1/4: Bruchsteinplatten

Um aus den Gehwegplatten Bruchsteine zu machen, schlagen Sie mit einem Fäustel, einem Vorschlaghammer oder einem Spalthammer nun einmal beherzt auf die Mitte jeder Platte, so dass Sie in nicht zu kleine Teile zerspringt. Und dann kann es losgehen.

Erste Plattenschicht verlegen
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Schritt 2/4: Erste Plattenschicht verlegen

Der Boden im Mauerverlauf wird geebnet, die erste Plattenschicht verlegt und alles nochmals mit der Wasserwaage überprüft. Nach jeder ausgelegten Reihe werden die Platten mit 2 bis 3 cm Erde bedeckt, so dass die nächste Schicht wackelfrei daraufgelegt werden kann.

Rückseitig mit Erde auffüllen
© Jalag/Hack

Schritt 3/4: Rückseitig mit Erde auffüllen

Die entstehende Mauer nach jeder Schicht rückseitig mit Erde anfüllen.

Platten einrücken
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Schritt 4/4: Platten einrücken

Die Platten sollten bei jeder Schicht etwa 5 bis 7 cm in den Erdwall einrücken, um eine schöne Treppung zu erhalten.

2. Sandsteinquader

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Bossenwerk oder Rustika (von lateinisch ländlich) ist ein Mauerwerk aus Steinquadern, deren Stirnseite nur grob behauen (bossiert) ist. Und aus solchen Quadern besteht diese Natursteinmauer. Der hellbeige Sandstein hat die Maße von etwa 40 x 40 x 20 cm und wiegt um die 26 kg je Stück.

Sandsteinquader
Boden ausrichten
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Schritt 1/4: Boden ausrichten

Für den Unterbau muss die Muttererde abgetragen und Verlegesand mit einer ungefähren Körnung von 0 bis 4 mm eingebracht werden. Dieser Unterbau sollte etwa 20 cm tief angelegt und mit einem schweren Handstampfer ordentlich verdichtet sein. Bevor die erste Steinschicht angesetzt wird, muss der lose Sandunterbau waagerecht ausgerichtet werden. Erst wenn der Sand gerade liegt, kann die erste Schicht aus den behauenen Sandsteinquadern verlegt werden.

Stetige Kontrolle der Ausrichtung
© Voigt

Schritt 2/4: Stetige Kontrolle der Ausrichtung

Gerade bei längeren Mauerabschnitten oder wenn die Mauer sich durch den Garten schlängeln soll, ist eine stetige Kontrolle der waagerechten Ausrichtung wichtig. Lassen Sie sich genügend Zeit für die erste Schicht, da Sie bei der zweiten keine Regulierungsmöglichkeiten mehr haben.

Keine Kreuzfugen
© Voigt

Schritt 3/4: Keine Kreuzfugen

Die zweite Schicht der Steine beginnt mit einem halben Stein. Das bedeutet also, die Steine werden so geschichtet, dass keine Kreuzfugen entstehen.

Mauerfugen bepflanzen
© Voigt

Schritt 4/4: Mauerfugen bepflanzen

Zuletzt wird das Erdreich rückseitig angeschüttet, leicht verdichtet und die Mauerfugen von oben mit Pflanzen versehen.

3. Mauern mit System

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Wenn alles schier und gerade sein soll, dann gibt es nur eines: die Verwendung eines Mauersystems, wie etwa das Bruchsteinmauersystem "Bossamur" der Firma EHL.

Die 16 kg schweren Betonsteine in den Abmessungen 25 x 24 cm bei einer Höhe von 12,5 cm lassen sich, bedingt durch das besondere Nut-und- Feder-System, schnell und einfach zu einer Mauer aufschichten.

Das Mauersystem besteht neben den Normalsteinen mit den zweiseitig "naturbelassenen" Flächen noch aus dreiseitig gebrochenen Anfangsbeziehungsweise Endsteinen in vollem und halbem Format sowie Ecksteinen, Kurvensteinen und Abdeckplatten.

Die Steine sind in den Farben granit-hell, grauanthrazit, braun, hellbraun, naturbraun und muschelkalk erhältlich.

Mauern mit System
Richtschnur spannen
© Jalag/Hack

Schritt 1/8: Richtschnur spannen

Entfernen Sie in Steinbreite die Grasnarbe und spannen Sie sich dann mit Hilfe von zwei Metallrohren oder Holzpflöcken eine Richtschnur, damit die Mauer ausgerichtet werden kann.

Boden ausheben
© Jalag/Hack

Schritt 2/8: Boden ausheben

Der Boden wird nun etwa 30 cm tief ausgehoben.

Frostschutzschicht einbringen
© Jalag/Hack

Schritt 3/8: Frostschutzschicht einbringen

Anschließend eine 20 cm tiefe Frostschutzschicht einbringen, die aus Sand mit Körnung 0 bis 4 mm besteht.

Holzbretter auf das Sandbett setzen
© Jalag/Hack

Schritt 4/8: Holzbretter auf das Sandbett setzen

Bevor das 10 cm dicke Betonfundament geschüttet wird, sollte aus Holzbrettern eine Art Rahmen bodenhoch auf das Sandbett gesetzt werden, damit das Fundament eine gerade Abschlusskante erhält. Ist der Beton eingebracht, wird mit einem Vierkantholz die Fläche gerade abgezogen. Ausnahme: Sollten sie eine solche Mauer auf schlechtem, nicht tragfähigem Grund errichten wollen, so sind eine Gründungstiefe von 80 cm sowie ein 20 cm dickes Betonfundament notwendig.

Steinschicht setzen
© Jalag/Hack

Schritt 5/8: Steinschicht setzen

Die erste Steinschicht wird dann in das noch erdfeuchte Betonfundament gesetzt.

Ausrichtung überprüfen
© Jalag/Hack

Schritt 6/8: Ausrichtung überprüfen

Überprüfen Sie nun noch einmal, ob alles waagerecht verläuft, denn schließlich ist dies die letzte Möglichkeit einer Korrektur.

Nut- und Feder-System
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Schritt 7/8: Nut- und Feder-System

Die zweite Schicht wird mit einem halben Anfangsstein begonnen, damit die Mauerfugen versetzt verlaufen. Hier sehr schön zu erkennen: das Nut-und Feder-System.

Abdeckplatten bilden den Abschluss
© Jalag/Hack

Schritt 8/8: Abdeckplatten bilden den Abschluss

Den Abschluss bilden mit Mörtel aufgesetzte Abdeckplatten.

4. Das bepflanzbare Mauersystem

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Genau genommen ist der Bossaflor-Stein der Firma Ehl gar kein Mauerstein, sondern eher ein eckiger Pflanzring, der mit Erde befüllt eine erstklassige Stützmauer und Hangbefestigung darstellt. Die über einen Zentner schweren Bauteile lassen sich zu zweit gut stapeln, benötigen kein Fundament und garantieren somit ein schnelles Vorankommen. Schwere Kost auf Paletten: Mit 53 kg pro Stein (40 x 40 x 25 cm) eine echte Herausforderung.

Bepflanztes Mauersystem
Bausteine befüllen
© Jalag/Hack

Schritt 1/3: Bausteine befüllen

Die Bausteine werden auf eine Drainschicht gestellt, waagerecht ausgerichtet und mit Sand oder Mutterboden bis zum Rand gefüllt.

Steine schichten
© Jalag/Hack

Schritt 2/3: Steine schichten

Die zweite Schicht beginnt links mit einem halben Stein und setzt sich dann mit vollen Steinen fort. Da so die Steinfugen verspringen, muss auch jede Steinschicht erst mit Sand befüllt werden, bevor die nächste Schicht aufgesetzt wird.

Steine mit Blumenerde füllen
© Jalag/Hack

Schritt 3/3: Steine mit Blumenerde füllen

Die letzte Schicht füllt man wegen der Pflanzen mit guter Blumenerde.

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