Winter

Gärtnern auch im Winter

Viele Hobbygärtner stellen im Herbst wieder auf gekauftes Gemüse um. Dabei kann man durchaus auch zwischen Oktober und März Erträge erzielen. Wir verraten, was Sie beim Gärtnern im Winter beachten müssen.

Gärtnern im Winter
Auch im winterlichen Garten lässt sich einiges ernten.© ysbrandcosijn - stock.adobe.com

Im Winter ruht der Garten: Pflanzen stellen aufgrund niedriger Temperaturen und geringer Sonneneinstrahlung das Wachstum ein. Doch im Gewächshaus, in Frühbeet und sogar auf der Fensterbank können Sie auch im Winter gärtnern. 

Gärtnern auf der Fensterbank

Beim Gärtnern im Winter muss man sowohl Temperatur wie Einstrahlungsintensität im Auge behalten. Die einfachste Lösung, die von beidem reichlich bietet, ist die eigene Wohnung. Denn dort gibt es nicht nur ausreichende Wärme, sondern auch Licht und genau kontrollierbare Bewässerung.

  • Sie brauchen zunächst nur eine freie Fensterbank.
  • Das Fenster sollte nach Süden zeigen und der Blick zur Sonne frei sein und keine Abschattung der tiefstehenden Wintersonne stattfinden.
  • Dann braucht man nur noch Pflanzkästen oder große Blumentöpfe, Erde und kann loslegen.
  • Eine Begrenzung der Pflanzen auf robuste Sorten ist nicht notwendig.
  • Wer möchte, kann darüber auch noch Wachstumslampen installieren, um die Wintersonnen-Limitierungen zu überwinden.

Gärtnern im Frübeet

Der große Nachteil beim Gärtnern auf der Fensterbank ist der begrenzte Platz. Die Alternative dazu ist das Frühbeet*, bei dem es sich im Prinzip um ein sehr niedrig bauendes Gewächshaus handelt.

Das Frühbeet hat entweder einen offenen Boden und wird einfach in das bestehende Gemüsebeet gesetzt, oder es wird um einen Boden erweitert und kann dann an anderen Orten, zum Beispiel dem Balkon, aufgestellt werden.

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©parzelle94.de - stock.adobe.com

Frühbeete sind die schnell gebaut und auch noch im Sommer gut zu gebrauchen.

Das Schöne am Frühbeet ist, dass Sie es leicht selber bauen können.

  • Einen Rahmen aus Holz kann man selbst mit einfachsten Werkzeugen und teils sogar Holzabfällen zimmern.
  • Dazu noch ein an Scharnieren befestigtes Plexiglas-Dach und die Sache steht – sogar als Aufsatz für ein bestehendes, selbstgemachtes Hochbeet.

Das Frühbeet gibt Ihnen mehr Raum und kann an kühlen Frühlings- und Herbsttagen dafür sorgen, dass sonnen- und wärmehungrige Pflanzen auch dann noch gedeihen, wenn es im Freiland noch oder schon zu hart ist.

Allerdings: Das Frühbeet ist nichts für empfindliche Pflanzen. Eine Lichtquelle lässt sich noch relativ problemlos installieren, aber für Wärmequellen ist darin schlicht kein Platz.

Gärtnern im Gewächshaus

Um das richtige Gewächshaus* zu finden, haben Sie die Wahl zwischen fertigen Modellen in unzählige Varianten – Sie können ein Gewächshaus aber auch selber bauen.

  • Je nach Größe, Bundesland und Wohnort brauchen Sie eine Baugenehmigung, wenn Sie ein Gewächshaus bauen wollen. 
  • Sofern Sie keinen bestehenden Untergrund nutzen können, wird es bei den meisten Modellen auch noch nötig sein, zuvor ein sauberes Fundament zu bauen – schon damit Kälte von unten durch eine Dämmung eliminiert wird.
  • Schon in seiner nackten Form bietet ein Gewächshaus reichlich Platz. Das geht teilweise soweit, dass man im gleichen Häuschen gärtnern kann und dort zusätzlich winterempfindliche Zierpflanzen unterbringen kann.
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©S.Werner-Ney - stock.adobe.com

Je nachdem, was man ausgibt, kann man mit einem Gewächshaus natürlich schon sehr viel erreichen, auch in Sachen Ertragsmenge.

Für das Gärtnern im Gewächshaus gibt es eine Vielzahl an Zubehör. So hält der Handel eine riesige Auswahl an Wärmequellen speziell für diesen Zweck vor.

Das erstreckt sich von simplen Frostwächtern* bis hin zu Öfen, die genug Power entwickeln, um mitten im frostigsten Winter noch ernten zu können. Diese Wärmequellen gibt es sowohl als elektrische wie mit Gas oder Festbrennstoffen betriebene Option.

Automatische Belüftungssysteme sorgen dafür, dass das Verhältnis von Sauerstoff und Kohlendioxid im Gewächshaus immer auf optimalem Level bleibt. Zudem gibt es Leuchten und vielleicht sogar vollautomatische Bewässerungssysteme.

Gärtnern im Wintergarten

Zu so manchem Haus gehört ein Wintergarten. Doch in den meisten Fällen ist der nur Hort für Dekoratives – die klassische Sammlung aus schönen Pflanzen und einer gemütlichen Sitzecke. Doch böte sich nicht auch hier die Option…?

Ja, natürlich tut sie das. Und zwar sogar richtig gut. Denn der Wintergarten ist praktisch ein XXL-Gartenhaus, an dem man fast gar nichts mehr umbauen muss. Man kann es ganz einfach angehen, eine Ecke freiräumen und dort Pflanzkästen aufstellen.

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©kobackpacko - stock.adobe.com

Müssen Wintergärten immer nur Zierpflanzen-belebte Sitzecken sein? Natürlich nicht, sie taugen auch als hausnahes Gewächshaus.

Selbermacher könnten auch aus OSB oder MDF quadratmetergroße, niedrige Kisten anfertigen, diese auskleiden und mit Erde füllen – gibt man sich dabei Mühe, wird daraus sogar eine echte Zierde. Und dann gibt’s natürlich "No Limit"-Gärtnern ohne große Zusatzkosten. Man beheizt den Wintergarten ja sowieso.

Und gewisse dekorative Eigenschaften kann man natürlich auch nicht mitten im Schnee sprießenden Salatköpfen, Buschbohnen oder Chili-Sträuchern absprechen.

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