Professionelle Beseitigung

Wespennest entfernen: Was ist dabei zu beachten?

Kaum ist die Zeit gekommen, dass man im Sommer viel Zeit im Grünen verbringen kann, rücken einem auch schon die schwarz-gelben Insekten auf den Leib. Doch darf man ein Wespennest im Haus oder Garten einfach entfernen? Hier erfahren Sie, was Sie darüber wissen müssen.

 
Wespennest © Tonia - stock.adobe.com
Ein Wespennest sollten Sie niemals selbst entfernen

Wespen sind nützliche Tierchen und integraler Bestandteil unseres Ökosystems. Sie vernichten Schädlinge wie Raupen, Blattläuse oder Fliegen und schrecken auch vor Aas nicht zurück. Aber spätestens bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse gehen sie uns auf die Nerven. Auch wenn manche dann die Insekten so schnell und effizient wie möglich loswerden wollen: Es ist verboten, ein Wespennest in Eigenregie zu entfernen. Das sollte man auch definitiv beherzigen, denn Wespen stehen unter Naturschutz. Bei Zuwiderhandlung droht ein saftiges Bußgeld!

In keinem Fall sollte bei der Entfernung eines Wespennestes Gewalt angewendet werden. Wenn ein Nest angezündet (Brandgefahr!), mit Wasserstrahl vernichtet oder sogar mit der Schaufel zerschlagen wird, greifen die Wespen an. Kaum verwunderlich, dass sich in solchen Fällen die Tiere bedroht fühlen und ihnen nichts anderes überbleibt, als zu stechen. Also sollten Sie auch aus diesem Grund auf voreilige und unüberlegte Maßnahmen verzichten.

In manchen Fällen ist vielleicht sogar eine friedliche Koexistenz mit den Wespen möglich. Befindet sich das Nest nicht in direkter Nähe zu Menschen, geht von den Insekten auch keine Gefahr aus. Wenn Sie jedoch in Haushalten mit kleinen Kindern leben, eine Allergie vorliegt oder der Wohnraum eingeschränkt wird, sollten Sie handeln.

Tipp: Um sich die Wespen vom Leib zu halten, reicht oft schon ein kleiner DIY-Hack. Knüllen Sie etwas Backpapier zu einer Kugel und hängen diese mit einem Bindfaden auf Terrasse oder Balkon auf. Die Wespen halten die braune Kugel für ein fremdes Nest und halten Abstand dazu. Simpel, aber effektiv!
 

Wespennest entfernen: Eine Sache für Profis

Aber was tun, wenn man die Heimstätte der Plagegeister nicht selbst entfernen darf? Experten raten dazu, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Üblicherweise wird das ganze Nest dann von Experten nicht zerstört, sondern umgesiedelt. In manchen Fällen ist der Kammerjäger dafür zuständig, der sich auch um die komplette Umsiedlung kümmert. Auch Imker oder Umweltschutzorganisationen können dabei helfen.

Einige Kammerjäger benutzen dabei giftigen Wespenschaum, der auch in Baumärkten erhätlich ist. Dies ist jedoch kein nachhaltige oder umweltfreundliche Alternative, weshalb Sie darauf lieber nicht zurückgreifen sollten.
 

Wespennest beseitigen: Was kostet es?

Die Kosten einer professionellen Wespennest-Beseitigung variieren je nach Größe, Dringlichkeit, Ort und Zugänglichkeit. Informieren Sie sich am besten vorab über die anfallenden Gebühren. In den meisten Fällen werden dabei Summen zwischen 100 und 250 Euro abgerufen.

Wichtig: Bei Mietwohnungen muss der Vermieter für die Beseitungskosten aufkommen. Sprechen Sie Ihren Vermieter an, wenn Sie ein Nest bei sich entdecken.
 

Wespennest: So stellen Sie den Antrag zur Beseitigung

Üblicherweise entscheidet ein Kammerjäger darüber, ob von einem Nest eine Bedrohung ausgeht. Dieser prüft dann die Situation und kann die nächsten Schritte einleiten. Den Antrag zur Entfernung des Wespennests stellen sie bei der für Sie zuständigen Behörde. In den meisten Fällen handelt es sich dabei entweder um die Stadtverwaltung, das Landratsamt oder auch eine Naturschutzbehörde.

In dem Antrag müssen Sie allerdings begründen, warum Sie das Wespennest entfernen möchten. Wenn eine Allergie gegen Insektenstiche vorliegt oder die Wohnqualität stark eingeschränkt ist, können Sie das als Grund angeben.
 

Was passiert, wenn man ein Wespennest unerlaubt entfernt?

Wespen stehen unter Naturschutz und wehren sich heftig, wenn sie angegriffen werden. Doch damit nicht genug: Bei einer eigenverantwortlichen Entfernung des Nests droht ein hohes Bußgeld. Die meisten Vergehen werden beispielsweise in Bayern mit 5.000 Euro belangt. Sind sehr seltene Wespenarten betroffen, können bis zu 50.000 Euro fällig werden. 

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