DIY-Trend

So einfach geht Shibori

Durch kunstvolles Falten entstehen bei der japanischen Färbetechnik namens Shibori die schönsten Muster auf Textilien und Accessoires. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Shibori selber machen – Schritt für Schritt.

Shibori
Shibori ist eine jahrhundertealte Färbetechnik und derzeit als DIY-Trend sehr beliebt. © usssajaeree - stock.adobe.com

Shibori ist eine japanische Färbetechnik, mit der man tolle Muster auf Stoffe, aber auch Papier zaubern kann – so ähnlich wie Batik. Dabei werden Stoffe oder Papierbögen vor dem Färben gewickelt, geschnürt und gefaltet. So entstehen die unterschiedlichsten Muster.

Die ältesten erhaltenen Stoffe, die mit Shibori-Techniken gefärbt wurden, lassen sich auf die Mitte des 8. Jahrhunderts datieren. Ursprünglich wurde die Batik-Technik vermutlich von ärmeren Bevölkerungsschichten angewandt, um alte Kleidung mit neuen Farbmustern aufzuwerten.

Shibori
Mit Shibori werden aus weißen Geschirrtüchern echte Hingucker© EMF

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich daraus eine ausgefeilte Färbetechnik. Shibori-Meister verbessern ihre Falttechnik über Jahre, bis die geometrischen Shibori-Muster perfekt sind.

Shibori-Techniken

Unter dem Oberbegriff Shibori sammeln sich verschiedene Färbetechniken, die sich nicht nur in der Falttechnik, sondern auch in den verwendeten Farben und Stoffen unterscheiden.

  • Kumo Shibori: Bei dieser Technik wird der Stoff in schmalen, sehr gleichmäßigen Abschnitten gefaltet und dann in engen Abständen gebunden. Das so entstehende Muster erinnert an ein Spinnennetz.
  • Arashi Shibori: Das diagonale Arashi-Muster stellt den Schlagregen eines schweren Sturms dar. Dabei wird der Stoff fest um eine Stange gewickelt und festgebunden.
  • Kanoko Shibori: Bei der Kanoko-Technik wird der Stoff gefaltet und dann gebunden. Das entstehende Muster hat erinnert an Wasser. 

Daneben gibt es noch eine Vielzahl anderer Techniken, bei denen zum Beispiel Abschnitte des Stoffes vor dem Färben durch Nähen abgetrennt oder mit Kieseln und anderen Gegenständen belegt werden, um unterschiedliche Muster zu erzeugen.

Shibori
Verschiedene Falt- und Färbetechniken erzeugen unterschiedliche Muster.© usssajaeree - stock.adobe.com

Shibori selber machen

Färben nach der Shibori-Technik ist auf für Anfänger einfach umzusetzen. In den seltensten Fällen ist das Ergebnis wirklich schlecht – meistens kommt es einfach nur anders heraus, als man es sich vorgestellt hat.

Hier lesen Sie mehr über die Reparaturtechnik Kintsugi.

Für einen Eyecatcher in der Küche können Sie beispielsweise mehrere Geschirrtücher am besten in verschiedenen Farben und/oder Techniken färben und mit Aufhängern in knalligen Neonfarben versehen. Hier ist die Shibori-Anleitung!

Shibori selber machen: Material

  • kochechte Textilfarbe in Dunkelblau
  • Salz
  • 2 große Schüsseln
  • Gummihandschuhe
  • weißes, vorgewaschenes Baumwollgeschirrtuch
  • Bügeleisen und Unterlage
  • einige Bastelhölzer, 15 x 2 cm
  • Kordel
Shibori
Der Stoff wird beim Shibori sehr fest gebunden, damit die Muster durch Farbkontraste wirken.© ohishiftl - stock.adobe.com

Färben mit Shibori: Anleitung

  1. Geschirrtuch auf die Bügelunterlage legen und ziehharmonikaartig zusammenfalten. Dabei jede Falte in Form bügeln.
  2. Ein Ende so umknicken, dass eine quadratische Fläche entsteht. Auch die Querfalten jeweils bügeln.
  3. Immer weiter hin und her quadratische Flächen aufeinanderfalten, bis am Ende ein ordentlicher Stoffstapel entsteht. 
  4. Mittig, immer direkt übereinander, in jede "Faltung" ein Bastelholz legen. Zum Schluss auch eines auf und unter den Stapel legen.
  5. Die Kordel erst eng um die Bastelholzenden auf der einen so wird’s Seite wickeln, sodass sie richtig fest zusammengedrückt werden. Dann um das Stoffpäckchen mit den Bastelhölzern und schließlich noch um die Bastelholzenden auf der anderen Seite wickeln und festknoten.
  6. ​Den vorbereiteten Stoff in kaltem Wasser 10 Minuten einweichen. Währenddessen das Färbebad nach Packungsanweisung zubereiten. Dabei Handschuhe nicht vergessen! Dann das Stoffpaket ca. 30 Minuten im Farbbad färben. 
  7. Das Geschirrtuch mit kaltem Wasser auswaschen, bis das Wasser klar bleibt. Kordel und Hölzer entfernen, Tuch auffalten und glatt bügeln.

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