Garten im Glas

Flaschengarten: Ökosystem in Miniaturausführung

Bei einem Flaschengarten handelt es sich um ein kleines, geschlossenes Ökosystem, das nicht nur hübsch aussieht, sondern mit nur wenig Aufwand über Jahre hinweg überleben kann. Wie Sie sich einen Flaschengarten anlegen können und was Sie bei dem kleinen Garten im Glas beachten müssen, erfahren Sie hier.

 
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So legen Sie einen Flaschengarten an

Der Trend, das Zuhause oder den Arbeitsplatz mit einem Flaschengarten zu schmücken, ist nicht neu. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die kleinen Biotope gerne angelegt. Damals entwickelte der englische Arzt Dr. Nathaniel Ward den „wardschen Kasten“, eine Art kleines Gewächshaus. Was es mit diesen Flaschengärten auf sich hat, wie Sie selbst einen anlegen können und was Sie dabei beachten müssen, erklären wir Ihnen hier.
 

Was ist ein Flaschengarten?

Bei einem Flaschengarten handelt es sich um einen im Glas angelegten Garten in Miniaturausführung. Im Idealfall bildet es ein in sich geschlossenes Ökosystem, das sich in einem natürlichen Kreislauf alle Nährstoffe selbst zieht. Das Wasser, welches die Pflanzen aufnehmen und verdunsten, sammelt sich im Glasinneren und tropft erneut auf Blätter und Erde. Auch herabfallende Blätter werden zersetzt und bilden die benötigten Nährstoffe. So entsteht ein Kreislauf, der sich – nachdem man den Flaschengarten einmal angelegt hat – bestenfalls Jahre wiederholen kann. Oft wird dieses Gartenkonstrukt auch Hermetosphäre genannt. Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet zusammengefasst „verschlossene Hülle“.

Als Standort eignet sich für den Flaschengarten am besten ein heller Platz, der sich jedoch nicht in der direkten Sonne befindet. Sobald das kleine Gewächshaus nämlich zu viel Wärme ausgesetzt ist, können die Pflanzen im Innern verbrennen. Zudem raten manche Experten dazu, einen sehr dicht verschlossenen Flaschengarten hin und wieder zu öffnen, um Schimmelbildung zu vermeiden.
 

Flaschengarten anlegen: So geht’s

Für einen Flaschengarten können die verschiedensten Gefäße verwendet werden. Um ein eigenes Biotop zu schaffen, sollte das Glas jedoch einen Deckel haben und luftdicht verschlossen werden können. Ideal sind Modelle, die ein größeres Fassungsvermögen sowie eine bauchige Form haben. Um bereits von Beginn an Schimmel zu vermeiden, sollten Sie das Glas vorab gründlich reinigen und auskochen.

Der Aufbau im Glas-Garten ist außerdem besonders wichtig. So bilden verschiedene Schichten den perfekten Untergrund für das Ökosystem. Die Drainage bilden Granulat oder Kiesel, die das Faulen der Wurzeln verhindern und zugleich die notwendige Sauerstoffversorgung begünstigen. Diese Schicht wird – je nach Größe des Glases – ca. zwei bis fünf Zentimeter hoch im Glas aufgeschichtet.

Die zweite Schicht wird von rund einem Esslöffel grober Holzkohle gebildet. Auch bei dieser Mengenangabe sollten Sie sich an der Größe des Flaschenbodens orientieren. Die Kohle wirkt dem Bakterienbefall entgegen und verhindert so ebenfalls die Schimmelbildung an Wurzeln und Pflanzen. Wichtig: Die Kohle sollte nicht zu fein sein, da sie ansonsten die Drainage verstopfen kann. 0,5 Zentimeter sind perfekt.

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Im nächsten Schritt füllen Sie eine drei bis vier Zentimeter hohe Schicht trockene Aussaaterde in das Glas. Diese enthält weniger Nährstoffe als herkömmliche Erde und regt die Pflanzenstecklinge zu neuer Wurzelbildung an. Tipp: Sollte es sich bei der Öffnung des Gefäßes um einen schmalen Flaschenhals handeln, können Sie Steine, Erde und Co. durch einen Trichter ins Glas füllen. Auch eine Papp- oder eine einfache Papierrolle eignet sich dafür.

Nun können die kleinen Ableger der gewünschten Pflanzen in den Flaschengarten gesetzt werden. Um das Wachsen neuer Wurzeln anzuregen, kürzen Sie die bereits bestehenden Wurzeln um knapp die Hälfte und säubern diese vorsichtig von noch anhaftender Erde. Formen Sie nun für jede einzelne Pflanze eine kleine Mulde im Erdboden, setzen die Stecklinge behutsam hinein, bedecken die Wurzeln ausreichend mit Erde und drücken diese gut an. Im Anschluss kann der Erdboden noch mit Moosstücken bedeckt und die kleine Landschaft nach Wunsch mit Steinen und Figuren dekoriert werden. Hier sind der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt. Nun wird der kleine Garten mit handwarmen und bestenfalls destilliertem Wasser gegossen, bis die Erde gut durchfeuchtet, aber nicht zu nass ist. So verhindern Sie, dass sich das Wasser am Boden sammelt und es zu einer Staunässe und Fäule kommt.
 

Diese Pflanzen eignen sich für einen Flaschengarten

Damit der Garten hinter Glas möglichst lang erhalten bleibt, sollten Sie beachten, dass nicht alle Pflanzen für einen Flaschengarten geeignet sind. Generell werden Pflanzenarten empfohlen, die Feuchtigkeit und Nährstoffarmut gut vertragen. Aber auch tropisch-exotische Pflanzen eignen sich besonders gut für einen Flaschengarten, denn die feuchtwarmen Lebensbedingungen im Glas sind genau das Richtige für sie. Greifen Sie also zu Farn, Moos, Mini-Orchideen, Bubikopf oder Fleischfressenden Pflanzen. Auch Sukkulenten und Kakteen werden immer gerne in einem Flaschengarten gehalten. Erfahren Sie hier, wie Sie Sukkulenten vermehren können

Übrigens: Diese Pflanzen beeinflussen das Raumklima.

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