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Hefe selber machen und vermehren

Sie haben Lust auf Pizza, Brot oder Hefezopf, aber es ist keine Hefe im Haus? Hier finden Sie drei Rezepte, mit denen Sie Hefe selber machen können.

Hefe selber machen
Hefe können Sie ganz leicht selber machen.© sriba3 - stock.adobe.com

Selbst hergestellte Hefe ist oft bekömmlicher als industrielle Hefe, besonders für Menschen mit empfindlichem Magen. Zudem können Sie so jederzeit Ihr liebstes Hefegebäck zubereiten, ohne vorher nur wegen einem Würfel Hefe einkaufen gehen zu müssen.

Bevor Sie Hefe selbst herstellen, müssen Sie zunächst einmal alle Behältnisse und Werkzeuge desinfizieren, damit sich keine Keime in Ihre Hefe mischen, die entweder die Entwicklung der Hefebakterien oder aber Ihre Gesundheit gefährden. Dazu erhitzen Sie einfach alle Utensilien im Backofen oder kochen sie kurz in heißem Wasser aus.

Hefe selber machen aus Bier

Die Hefe im Bier können Sie nutzen, um Hefe selbst herzustellen. Dazu benötigen Sie:

  • 100 Gramm lauwarmes Hefeweizen – wiegen Sie die Menge ab, denn Volumen ist hier nicht gleich Gewicht
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 1 Teelöffel Weizenmehl, auch Dinkelmehl eignet sich

Füllen Sie das Bier in ein Einmachglas von ausreichender Größe. Geben Sie den Zucker und das Mehl hinzu und schütteln sie das gut verschlossene Glas, bis der Zucker sich aufgelöst und das Mehl sich gleichmäßig mit dem Bier verbunden hat.

Lassen Sie die Mischung über Nacht an einem warmen Ort ruhen. Am nächsten Tag können Sie die Mischung verwenden wie einen in 100 Milliliter Wasser aufgelösten Hefewürfel. Die Hefemenge ist ausreichend für 1 bis 2 Pfund Mehl.

Hefe selber machen mit Trockenobst

Aus Trockenobst und Wasser stellen Sie schnell selbst eine Hefelösung her. So geht’s:

  • 500 Milliliter handwarmes Wasser
  • 4 Esslöffel Rohrzucker oder Honig
  • 4 Esslöffel ungeschwefelte getrocknete Rosinen, Datteln oder Pflaumen

Geben Sie alle Zutaten in ein großes Einmachglas, schließen Sie das Glas und schütteln Sie die Mischung kräftig durch, so dass sich der Zucker oder Honig mit dem Wasser vermischt.

Lassen Sie den Hefe-Ansatz 3 bis 8 Tage stehen, bis die Flüssigkeit eintrübt und die Bläschenbildung nachlässt. Das fertige Hefewasser sollte vom Geruch her an Federweißen erinnern.

100 Milliliter der Mischung entsprechen einem in 100 Milliliter Wasser aufgelösten Hefewürfel.

Vorsicht: Da die Mischung so lange bei Zimmertemperatur gären muss, können sich unerwünschte Keime bilden. Empfindliche Personen und Schwangere sollten daher davon absehen, mit dieser Methode Hefe herzustellen.

Hefe selber machen aus Kartoffeln

Auch auf der Basis von Kartoffeln können Sie Hefe selbst herstellen. Dazu benötigen Sie

  • 3 mittelgroße Kartoffeln, gekocht
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 3 Esslöffel helles Bier

Zerdrücken Sie die Kartoffeln und rühren Sie sie mit dem Zucker und dem Bier zu einem dicken Brei.

Diesen Brei lassen Sie an einem kühlen Ort wie z.B. in der Speisekammer oder im Keller für 3 Tage vergären. Ideal eignen sich dafür Steinguttöpfe oder -schüsseln.

Bedecken Sie die Öffnung des Gefäßes mit einem Baumwolltuch, so dass die entstehenden Gase entweichen können, aber kein Schmutz oder Insekten in die Kartoffelhefe gelangen.

Diese Menge an Kartoffelhefe reicht für etwa ein Kilo Mehl und bietet sich besonders an, wenn Sie gleich mehrere Brote, Pizzen oder anderes Hefegebäck zubereiten wollen.

Hefe vermehren
Die vermehrte Hefe hält sich im Gefrierfach monatelang.© Natasha Breen - stock.adobe.com

Hefe vermehren

Wenn Sie das Glück hatten, Hefe zu ergattern, müssen Sie diese nicht rationieren. Stattdessen können Sie auch die gekaufte Hefe vermehren und sich so einen Vorrat an frischer Hefe anlegen.

Dazu brauchen Sie

  • Etwa einen halben Würfel Frischhefe oder ein Päckchen Trockenhefe
  • 100 Milliliter handwarmes Wasser
  • 2 Teelöffel Zucker
  • 100 Gramm Weißmehl, z.B. Weizen oder Dinkel

Wenn Sie weniger Hefe zur Verfügung haben, reduzieren Sie die Menge der übrigen Zutaten entsprechend.

Vermengen Sie alle Zutaten in einer großen Schüssel zum Vorteig. Lassen Sie diesen dann an einem warmen Ort etwa eine halbe Stunde gehen, bis sich das Volumen verdreifacht hat.

Dann füllen Sie den Vorteig portionsweise in einen Eiswürfelbehälter, decken diesen ab und frieren die vermehrte Hefe ein.

Im Gefrierfach ist der Vorteig bis zu 6 Monate haltbar, im Kühlschrank hält er sich einige Tage. Die so hergestellten Vorteig-Würfel können Sie nach derselben Methode immer wieder vermehren.

Auch frische Hefewürfel können Sie bedenkenlos einfrieren. So lässt sich die Hefe ganz einfach haltbar machen.

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