Heizen

Kaminofen kaufen und einbauen

Kaminöfen strahlen Behaglichkeit aus und sind als holzbetriebene Zusatzheizung gefragt. Lesen Sie jetzt, was Sie beachten müssen, wenn Sie einen Kamin kaufen und einbauen.

Zwei Menschen strecken Ihre Beine Richtung Kaminofen
Kaminöfen verbreiten Behaglichkeit und wohlige Wärme.© Alena Ozerova - stock.adobe.com

Die Verlockung ist groß: Kaminöfen werden in Baumärkten schon ab 300 Euro angeboten. Die Investition fällt in der Regel jedoch höher aus. 

Die Preise für Markengeräte beginnen bei etwa 600 Euro, erreichen aber schnell den vierstelligen Bereich. Ausgefallene und großzügig ausgestattete Kaminöfen kosten nicht selten 2000 Euro und mehr.

Die Preisunterschiede spiegeln nicht nur Individualität im Design wider, sondern auch Sorgfalt in Konstruktion und Herstellung. Denn die immer höheren Ansprüche an das Erscheinungsbild dürfen nicht zu Lasten der Funktion gehen.

Außerdem müssen Kaminöfen heute strenge Tests bestehen, bevor sie zugelassen werden. Mindestanforderung ist die DIN 18896, die zum Beispiel festlegt, dass der Kaminofen einen Wirkungsgrad von mindesten 70 Prozent haben muss. Ob der Kaminofen im Laden diesen Test bestanden hat, erkennt man am Ü-Zeichen ("Überwachungszeichen").

Weißer Kaminofen mit Feuer
Kaminöfen gibt es in vielen unterschiedlichen Gestaltungsformen und Designs.© Alex - stock.adobe.com

Qualitätsmerkmale bei Kaminöfen

Neben dem Ü-Zeichen gibt es weitere Qualitätsmerkmale, die die zum Teil erheblichen Preisunterschiede bei Kaminöfen verständlich machen.

  • Ein erster Anhaltspunkt ist das Gewicht. Je schwerer der Kaminofen, desto mehr Stahl wärmt den Raum.
  • Zusätzliche Verkleidungen aus Keramik, Marmor oder Speckstein haben nicht nur optischen Reiz, sondern verändern auch das Wärmverhalten eines Kaminofens. Ausreichende Materialdicke vorausgesetzt, können verkleidete Öfen noch Stunden nach der letzten Flamme die gespeicherte Wärme abgeben.
  • Achten Sie beim Kauf darauf, wie stabil die Tür wirkt. Wackeln Tür, Griff oder Anschlussstutzen, ist Vorsicht geboten.
  • Auch Roststellen an Korpus oder Griffen sind Zeichen für mangelhafte Qualität.
Tipp: Fragen Sie beim Kauf danach, ob und wie lange die Versorgung mit Ersatzteilen gesichert ist. Viele Markenhersteller liefern Ersatzteile noch nach 20 und mehr Jahren. Auch dieser Service ist natürlich im Verkaufspreis enthalten.

Die richtige Größe des Kaminofens

Einer der häufigsten Fehler ist der Kauf eines zu groß dimensionierten Kaminofens.

  • Als Faustregel gilt: 1 kW Nennwärmeleistung pro 10 Quadratmeter Wohnraum. Das kann jedoch nur ein grober Anhaltspunkt sein, da die genaue Abstimmung letztlich von den Dämmwerten des Hauses abhängt.
  • Außerdem sind die angegebenen Heizwerte auch nur ein Mittelwert, der je nach Befeuerung unter- oder überschritten wird. Lassen Sie sich beraten, etwa von Ihrem Schornsteinfegermeister.

Einen Kaminofen planen

Dreh- und Angelpunkt beim Ofenkauf ist der Schornstein Ihres Hauses, und über dessen Eignung kann nur einer endgültig richten: der Bezirksschornsteinfegermeister. Sie sollten ihn von Beginn an in Ihre Planungen einbeziehen. Nur so können Sie sicher sein, dass ein Kaminofen sich für Ihre Wohnung eignet.

Um das herauszufinden, wendet der Schornsteinfeger eine komplizierte Formel nach DIN 33884/1 an. Dafür gibt es spezielle Computerprogramme, die Laien in der Regel nicht zur Verfügung stehen. Außerdem begutachtet der Experte die räumlichen Voraussetzungen und sagt Ihnen, was Sie beim Aufstellen beachten müssen.

Eine erste Beratung durch den Bezirksschornsteinfeger ist übrigens kostenlos. Erst wenn Sie darangehen, Ihr Ofenprojekt zu verwirklichen, müssen Sie für die schriftliche Schornsteinfreigabe und die Schlussabnahme durchschnittlich 100 Euro kalkulieren.

Kaminofen selbst einbauen

Versierte Selbermacher können Ihren neuen Kaminofen grundsätzlich selbst aufstellen und anschließen. Äußerste Vorsicht ist jedoch bei neuen Schornsteinen geboten, die innen mit Schamottesteinen ausgekleidet sind. Wer diesen Schamottesteinen mit Hammer und Meißel zu Leibe rückt, kann nicht nur einzelne Platten für immer zerstören, sondern unter Umständen auch die gesamte Statik des Schornsteins ins Wanken bringen. Die Folge wären sehr teure Reparaturarbeiten durch einen Fachbetrieb.

Bei einfachen, gemauerten Schornsteinen müssen Sie ein entsprechend großes Loch schlagen, in das mit feuerfestem Mörtel ein so genanntes Doppelwandfutter eingesetzt wird. Es verhindert, dass das Rauchrohr in den Schornstein hineinragt und so die Leistung des Rauchabzuges mindert.

Beim Aufstellen des Kaminofens müssen Sie natürlich die Angaben des Kaminofen-Herstellers beachten. Brennbare Fußbodenmaterialien schützen Sie mit einer Bodenplatte aus Stahl oder Spezialglas.

  • Die Bodenplatte muss nach vorne mindestens 50 Zentimeter, zu den Seiten mindestens 30 Zentimeter größer sein als der Kaminofen.
  • Zu Rückwänden mit brennbaren Materialien beträgt der Abstand mindestens 20 Zentimeter.
  • Im Strahlungsbereich der Öffnung müssen brennbare Teile mindestens 80 Zentimeter entfernt sein.
Feuer im Kamin
Die richtige Sauerstoffzufuhr ist auch beim Kaminofen entscheidend.© Marcel Paschertz - stock.adobe.com

Kaminofen: Schornstein für den Rauchabzug

Schornsteinsysteme können natürlich auch nachgerüstet werden: Ist überhaupt kein für den Kaminofen geeigneter Rauchabzug im Haus vorhanden, können Sie einen ganz neuen anbringen.

Die eleganteste Methode sind Außenwandschornsteine aus korrosionsbeständigem Edelstahl. Sie werden entlang der Fassade bis über das Dach geführt. Für Einfamilienhäuser gibt es auch Bausätze, die innen nach oben geführt werden. Bei Sanierungen bestehender Kamine können keramische Rohre vom Dach aus in den alten Schornsteinzug eingesetzt werden.

Kaminofen: Was heißt "Bauart 1"?

Bei Kaminöfen der Bauart 1 bleibt die Feuerraumtür immer geschlossen – natürlich mit Ausnahme der Bedienung. Die meisten Kaminöfen entsprechen dieser Bauart und verfügen deshalb über Feuerraumtüren, die nach dem Loslassen von selbst in die geschlossene Position gleiten.

Öfen der Bauart 1 können an Schornsteinen Platz finden, an denen bereits andere Öfen angeschlossen sind. Im Gegensatz dazu benötigen Kaminöfen der Bauart 2 – sie können auch mit offenen Türen betrieben werden – einen eigenen Rauchabzug.

Feuerholz vor dem brennenden Kamin
Besonders Buchen- und Birkenholz eignet sich zum Heizen im Kaminofen.© Marco2811 - stock.adobe.com

Das richtige Holz für Kaminöfen

Für Kaminöfen empfiehlt sich Holz von Laubbäumen, besonders Buche und Birke. Das Holz muss zwei bis drei Jahre getrocknet sein, denn frisches Holz hat nur die Hälfte des Brennwertes und entwickelt zu viele Abgase.

Ein Raummeter Laubholz entspricht einem Heizwert von 2100 kWh beziehungsweise 210 Litern Heizöl oder 260 Kilogramm Kohle. 

Sie können auch selbst in den Wald gehen und Brennholz schlagen. Nachteil hier: Das Holz muss erst zwei bis drei Jahre trocknen. Wer das Holz selber schlagen möchte, wendet sich an das örtliche Forstamt.

So funktioniert ein Kaminofen

Kaminöfen bieten eine Kombination von Strahlungs - und Konvektionswärme.

  • Bei der Strahlungswärme wird die Wärme des Feuers direkt über die dichten Materialien des Kaminofens wie etwa Speckstein an die Umgebungsluft abgegeben.
  • Die Konvektionswärme entsteht, wenn kühle Raumluft angesogen, am Brennraum vorbeigeführt und als so erwärmte Luft wieder in den Raum abgegeben wird.
  • Die Primärluft ist die zur eigentlichen Verbrennung nötige Luft, während die Sekundärluft die Aufgabe hat, die Türscheibe zu hinterspülen und so von Ruß freizuhalten. Dazu wird sie über dem Brennraum zugeführt und auf etwa 300°C vorgeheizt.

Nach dem "Spülen" entweicht die Sekundärluft zusammen mit der Primärluft als Abgas. Im oberen Bereich des Kaminofens findet die Nachverbrennung der Heizgase statt. Die angefallene Asche fällt durch den Schüttelrost in die Aschelade. Die Auskleidung mit Schamottesteinen sorgt für eine gleichmäßige Verbrennung.

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