Preiswerte Alternative

Brennholz selber schlagen

Die Preise für Heizöl, Gas und Strom galoppieren jedem Durchschnittsverdiener-Haushalt unaufhaltsam davon. Wer einen Kaminofen hat, steigt auf das preiswerte Holz um. Wir zeigen, wie Sie Ihre selbstgeschlagenen Stämme in verdauliche Häppchen teilen und dann richtig lagern.

 
Holz hacken © Selbermachen
Holz hacken

Wer mit Holz heizen will, steht vor der Frage, ob er fertig gehacktes Kleinholz für relativ viel Geld im Baumarkt kaufen will, oder sich die 1 bis 1,5 m langen frischen Stämme im Wald holt und selbst zerlegt. Wirkliches Einsparpotential bietet eher die letzte Variante, weil Brennholz durch die immens gestiegene Nachfrage immer teurer wird und jeder Zwischenhändler seine Kosten (und natürlich seinen Gewinn) noch oben draufschlägt. Erfahrene Selbsthacker sprechen darüber hinaus auch von einer gewissen geistig-seelischen Läuterung beim schweißtreibenden Holzhacken. Zwei Gründe also, das Holz selbst zu zerlegen. Und so landen also die dicken, langen und unhandlichen Baumstämme in Ihrem Vorgarten.

Die richtige Länge

© PRIdeales Brennholz muss zum Heizen trocken sein, denn zu frische und nasse Scheite sind nur schwer zu entzünden, stinken, qualmen und heizen nur mäßig. Die frisch eingelieferten Stämme trocknen wesentlich schneller, wenn Sie sie in möglichst kleine Scheite zerlegen. Die Scheitlänge richtet sich dabei nach der Größe Ihres Kaminofens, sollte aber nicht größer als etwa 30 cm sein. Zum Kürzen können Sie zwischen Bügelsäge und Kettensäge wählen.

Die Kettensäge ist zwar wesentlich schneller und für Sie bequemer, allerdings raten wir dringend dazu, das gute Gerät nur in voller Schutzmontur anzuwerfen. Die Montur umfasst Schutzhelm samt -brille und Gehörschutz, Schutzhandschuhe, Schnittschutzhose sowie -schuhe. Das alles anzulegen lohnt also erst ab mehrerer Festmeter zu schneidendem Holz. Die gemeine Bügelsäge hingegen können Sie relativ gefahrlos, aber eben nicht ohne eine gewisse körperliche Mindestanstrengung bedienen.

© PRVerwenden Sie zum sicheren Sägen immer einen Sägeblock. Die einfachste Ausführung bekommen Sie schon für wenige Euro im Baumarkt. Besser sind aber Böcke mit mindestens drei Auflagekreuzen, die das Reststück sichern und am Abkippen hindern. Bei der High-End-Variante klemmen Sie den Stamm an nur einem Ende ein und können ihn dann stückweise schneiden, ohne ihn ständig nachschieben zu müssen.

Holz spalten

© PRAuch beim Spalten des Holzes haben Sie grundsätzlich die Wahl manueller und motorisierter Arbeit. Für das manuelle, herkömmliche Holzhacken benötigen Sie zunächst einen stabilen Hackklotz. Idealerweise sollte der aus härterem Holz geschnitzt sein als das Brennholz, also etwa aus Eiche. Falls Sie solch einen Klotz nicht nicht zufällig schon im Garten haben, können Sie solche Abschnitte auch bei den örtlichen Forstämtern nachfragen und gegen einen kleinen Obulus für die Kaffeekasse mitnehmen. Eine gewisse Mindestgröße sollte Ihr Hackklotz haben, in jedem Falle sollte der Durchmesser größer sein als der größte Durchmesser des von Ihnen bearbeiteten Brennholzes.

Zum Hacken selbst ist eine Spaltaxt oder ein Spalthammer nötig. Die beiden haben gegenüber den normalen Äxten und Beilen eine breitere Geometrie, wodurch sie die Wucht der Schläge in eine größere Spreizwirkung umsetzen. Normale Äxte bleiben auch nach mehreren Schlägen noch im Holz stecken, weil die Spaltkraft einfach zu gering ist. Der Spalthammer hat zudem den Vorteil, dass Sie mit ihm auch Spaltkeile ins Holz eintreiben können. Aber Achtung: Schlagen Sie niemals mit einem Stahlhammer auf einen Stahlkeil! Es dürfen nur die Kombinationen Stahlhammer auf Aluminiumkeil oder Holz- /Kunststoffhammer auf Stahl-/Aluminiumkeil angewendet werden.

© SelbermachenLeichter und schneller geht es wie immer motorunterstützt. Die elektrischen Holzspalter bekommen Sie in stehender oder liegender Variante. Sie arbeiten mit Druckkräften zwischen 3 und 9 Tonnen. Falls Sie keine langen, sondern schon auf Fertigmaß gestutzte Stammabschnitte spalten wollen, reicht ein kleines Gerät aus. Die Zeitersparnis gegenüber dem Holzhacken hängt im Übrigen von der Hubgeschwindigkeit der Hydraulik ab.

Der Hackklotz muss für einen stabilen Stand einen Mindestdurchmesser von 30 bis 40 cm haben. Auch sollte er nicht niedriger als 70cm sein, damit das mitunter stundenlange Hacken nicht zur bandscheibenmordenden Tortur wird.

Saubere Zwischenlager fürs Holz

Damit das gerade gespaltene Holz gut trocknen kann, braucht es zwei Dinge: viel Zeit und eine funktionierende Holzlege. Die Trockenzeit hängt ab von der Holzart. Laubhölzer wie Birke, Buche, Eiche oder Ahorn brauchen mindestens zwei volle Jahre, um auf Brennfeuchte runterzutrocknen. Bei Nadelhölzern müssen Sie etwa ein Jahr warten, weil die porigere Struktur die Feuchte schneller an die Umgebungsluft entlässt. In dieser Wartezeit sollten Sie das Holz luftig und gegen Regenwasser geschützt lagern. Dazu brauchen Sie eine Holzlege.

Luftig und Trocken

© SelbermachenDie Lege muss so konstruiert sein, dass das Holz sicher lagert, aber trotzdem an möglichst vielen Seiten für die Belüftung offen ist. Die Legen, die Sie an die Hauswand stellen, sind durch den Dachüberstand geschützt und lassen sich im Mauerwerk verankern. Sie sind also einfacher zu konstruieren wie in unserem rechts gezeigten kleinen Beispiel. Die Lege sollten Sie an der Südseite des Hauses montieren, weil hier auch im Winter die Luft wärmer wird und die Feuchte schneller aus dem Holz abgegeben wird.

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