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Feinstaubfilter im Kamin – diese Kosten kommen auf Sie zu

Die Bundesimmissionsschutzverordnung zündet Stufe 2: Bis 31.12.2020 müssen hunderttausende Öfen, Feuerstellen und Kamine mit Feinstaubfiltern nachgerüstet werden. Wir erklären, mit welchen Kosten zu rechnen ist – und ob Sie von der Regelung betroffen sind.

 
Feinstaubfilter Kamin © Eberhard Spaeth - Stock.adobe.com
Hier ist ein Feinstaubfilter nötig.

Die 1. BImSchV eine Verordnung zur Reduzierung der Feinstaubbelastung. Sie betrifft Feuerstätten, also Herde, Kamine, Kachelöfen und ähnliche, die vor dem 1. Januar 2015 in Betrieb genommen wurden. Neuere Kaminöfen haben bereits Feinstaubfilter oder stoßen wenige Emissionen aus.

Feinstaubfilter für den Kamin – diese Öfen sind betroffen

Ältere Öfen hingegen müssen möglicherweise nachgerüstet werden. Dabei unterscheiden sich die zulässigen Grenzwerte nach Baujahr:

  • Für Öfen, die zwischen dem 1. Januar 1975 und 31. Dezember 1984 überprüft wurden, liegen die Grenzwerte für Feinstaub bei maximal 150mg/m³ und für Kohlenmonoxid bei maximal 4.000mg/m³. Die Übergangsfrist für diese Öfen endete bereits 2017.
  • Für Öfen, die zwischen 1. Januar 1985 und 31. Dezember 1994 zuletzt geprüft wurden, läuft die Frist zum 31.12.2020 aus. Kamine und Öfen aus dieser Zeit dürfen die Grenzwerte von maximal 40mg/m³ Feinstaub und maximal 125mg/m³ Kohlenmonoxid nicht überschreiten. Wer seinen Kaminofen noch nicht auf den neuesten Stand gebracht hat, sollte sich also in den kommenden Monaten darum kümmern.
  • Ofenbesitzer, deren Öfen zwischen dem 01. Januar 1995 und dem 01. März 2010 geprüft wurden, haben noch bis zum 31. Dezember 2024 Zeit, ihren Ofen nachzurüsten oder stillzulegen.

Kachelöfen beziehungsweise Grundöfen, die bis 2014 eingebaut wurden, müssen nur nachgerüstet werden, wenn sie nach Ablauf der Übergangsfrist die Grenzwerte der 1. Stufe, also 4000 mg/m³ Kohlenmonoxid und 150 mg/m³ Feinstaub überschreiten. Dann ist eine Nachrüstung in Form eines speziellen Einsatzes jedoch unumgänglich.

©heike114 - stock.adobe.com

Welcher Feinstaubfilter für Ihren Kamin?

Zur Auswahl stehen aktive und passive Feinstaubfilter, die sich insbesondere im Preis unterscheiden:

  • Aktive Feinstaubfilter kosten etwa 1000 Euro und müssen vom Fachmann eingebaut werden. Sie werden direkt in der Abgasleitung des Kamins angebracht und scheiden Feinstaub auf elektrostatischem weg ab. Ein Stromanschluss ist also notwendig. Hier muss mit zusätzlichen Kosten gerechnet werden. Diese Filter weisen einen Wirkungsgrad von 90% auf und sind für alle Öfen geeignet, deren Leistung unter 25 kW liegt.
  • Passive Feinstaubfilter liegen preislich bei etwa 300 Euro und mehr. Sie arbeiten mit Filterkassetten, die regelmäßig ausgetauscht werden. Die Kosten für den Einbau und für die nachzukaufenden Filterkassetten kommen also noch hinzu. Im passiven Feinstaubfilter wird der Feinstaub beim Durchströmen der Abgase am Katalysator angelagert und teilweise verbrannt, schädliche Stoffe werden in weniger schädliche Stoffe umgewandelt.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Auf Nachrüstung kann verzichtet werden, wenn durch den Schornsteinfeger oder mittels Herstellerbescheinigung nachgewiesen wird, dass der Ofen die Grenzwerte nicht überschreitet.

Zum Weiterlesen: Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihr eigenes Brennholz sägen.
 

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