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Beistelltisch bauen - diese Varianten gibt es

Ein Beistelltisch ist die ideale Ergänzung für Ihr Wohnzimmer. Ob Sie sich für ein klassisches Modell entscheiden oder eher auf Funktionalität setzen - wir zeigen Ihnen vier verschiedene Möglichkeiten, wie Sie sich den perfekten Beistelltisch selber bauen können.

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Bauen Sie Ihren Beistelltisch mithilfe unserer Anleitungen einfach selber.© MIND AND I - stock.adobe.com

Ein Beistelltisch ist die perfekte Ergänzung für jede Wohnzimmer Einrichtung. Er kann sowohl als Abstellfläche für Dekorationen, als auch als praktischer Stauraum genutzt werden. 

Wer seinen Beistelltisch selbst bauen möchte, hat ebenfalls die Qual der Wahl. Denn es gibt unzählige Anleitungen und Tutorials im Internet, die zeigen, wie’s geht. In diesem Artikel finden Sie drei Varianten, wie Sie Ihren Beistelltisch ganz einfach selber bauen können. 

Das erwartet Sie in diesem Artikel:

1. Beistelltisch aus Bambusplatten selber bauen

Dieser Beistelltisch aus Bambusplatten ist robust und lässt sich für viele Dienste einsetzen. Das Material ist ökologisch und außerdem gut zu verarbeiten.

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© Chris Lambertsen

Bambus ist ein attraktiver Wirkstoff mit geringem Gewicht aber hoher Belastbarkeit. Besonders gut kommen die Oberflächen der sichtbaren Bambusstrukturen zur Geltung, wenn sie abschließend gewachst und poliert werden. Auf jeden Fall bietet der Beistelltisch nicht nur eine praktische Ablage für Teetassen, Lektüre und Laptop, sondern lässt sich nach Gebrauch platzsparend über die Sitzfläche schieben und steht nicht im Wege.

Platten aus Bambus werden in vielen Baumärkten in Maßen von 240 x 60 x 2,6 Zentimeter angeboten. 

Vorsicht: Beim Bearbeiten sollte man unbedingt Handschuhe tragen, da sonst haarfeine Splitter in die Haut eindringen können.
Beistelltisch aus Bambusplatten selber bauen - Anleitung
Beistelltisch aus Bambusplatten Bauzeichnung
© Tillmann Straszburger

Schritt 1/11: Die Bauzeichnung

Der Beistelltisch ist aus Bambusplatten (2,6 Zentimeter dick) zusammen gesetzt, wobei drei Platten ein quadratisches Maß von 40 Zentimeter haben. Wie man das Modell auch dreht und wendet, ob als Tisch oder Hocker, mit den vorgegebenen Maßen ergibt es immer ein harmonisches Gesamtbild.

Beistelltisch aus Bambusplatten
© Chris Lambertsen

Schritt 2/11: Platte zuschneiden

Die auf die Breite von 40 Zentimeter zugeschnittene Platte wird mit der Handkreissäge unter Zuhilfenahme einer Führungsschiene auf Gehrung geschnitten.

Großeinsatz für die Flachdübelfräse
© Chris Lambertsen

Schritt 3/11: Flachdübel anbringen

Um die Stabilität in der Verbindung der verklebten Platten zu erhöhen, werden sie mit Flachdübeln verbunden. Die Flachdübelfräse (DeWalt) wird zum einen auf die Dübelgröße (10er Flachdübel), zum anderen auf die Brettstärke und auf eine 45-Grad-Gehrung eingestellt.

Großeinsatz für die Flachdübelfräse
© Chris Lambertsen

Schritt 4/11: Einschnitte fräsen

Zuerst wird die Position der Flachdübel markiert. Am besten Malerkrepp auf die Kante kleben. Dann werden mit der Flachdübelfräse die passenden Einschnitte eingefräst.

Großeinsatz für die Flachdübelfräse
© Chris Lambertsen

Schritt 5/11: Holzleim auftragen

Die Kanten und die Flachdübel mit Holzleim (Ponal) bestreichen und dann die Flachdübel einstecken.

Großeinsatz für die Flachdübelfräse
© Chris Lambertsen

Schritt 6/11: Platten zusammenleimen

Zügig die beiden Platten miteinander verbinden, die beidseitig mit Holzleim eingestrichen werden.

Großeinsatz für die Flachdübelfräse
© Chris Lambertsen

Schritt 7/11: Rahmenholzleiste fixieren

Um die Rechtwinkligkeit beim Verbinden der beiden Platten zu halten, ist eine Rahmenholzleiste hilfreich. Diese wird mit Schraubzwingen an den Bambusplatten fixiert, bis der Leim abgebunden ist. Das dauert etwa eine halbe Stunde.

Drei Varianten für das Finish der Bambusplatten: Schellack
© Chris Lambertsen

Schritt 8/11: Erste Variante für das Finish der Bambusplatten - Schellack

Schleifen Sie die Flächen (120er Körnung) und tragen den Schellack-Streichlack (Clou) auf. Nach dem Durchtrocknen mit 200er Körnung schleifen und erneut mit Schellack einstreichen. Dadurch ergibt sich eine dunkle Oberfläche.

Drei Varianten für das Finish der Bambusplatten: Antikwachs
© Chris Lambertsen

Schritt 9/11: Dritte Varianten für das Finish der Bambusplatten - Antikwachs

Sie können das Antikwachs (PNZ) mit einem Lappen aufbringen und dann mit einer Wachsbürste, die mit Lederlappen versehen ist, polieren. Dadurch entsteht eine seidenmatte Fläche.

Drei Varianten für das Finish der Bambusplatten: Ballenmattierung
© Chris Lambertsen

Schritt 10/11: Zweite Variante für das Finish der Bambusplatten - Ballenmattierung

Beim Polieren mit der farblosen Ballenmattierung (Clou) verdunkelt sich die Fläche und wird ganz glatt und seidenmatt.

Saubere Kanten
© Chris Lambertsen

Schritt 11/11: Saubere Kanten

Damit eine umlaufende Stäbchenmaserung entsteht, wurde ein 5 mm breiter Streifen von der Stirnholzseite der Bambusplatte abgesägt und anschließend auf die Längsseiten aufgeleimt. Dadurch entsteht entlang der gesamten Kanten des Beistelltisches ein homogenes Muster. Arbeitstechnisch ein kleiner Mehraufwand, der sich aber lohnt.

2. Beistelltisch aus Baumstamm selber bauen

Der Trend zu naturbelassenen Möbelstücken verstärkt sich zunehmend. Ob Bücherborde, Hocker, Truhen – oder Tische: Frei stehende Möbelstücke im Raum, werden zum Blickfang in einer Einrichtung, die ansonsten mit perfektem Finish glänzt.

Teile aus Baumstämmen erhalten Sie zwar selten im Baumarkt, doch kann Ihnen jede gute Baumschule oder die örtliche Försterei einen Tipp geben, wo Sie fündig werden. Bedenken Sie beim Transport das Gewicht: Beispielsweise kann ein 40 Zentimeter hoher und breiter Akazienstamm schnell über 70 Kilogramm wiegen.

Baumtisch
© Christian Bordes

Für einen Beistelltisch aus einem Baumstamm benötigen Sie:

Außerdem:

Wichtige Informationen, bevor Sie starten: 

  1. Gehen Sie im Umgang mit der Glasplatte vorsichtig vor, um Abplatzungen an den Spitzen und Kratzer auf der Fläche zu vermeiden.
  2. Je höher der Baumstammtisch werden soll, desto größer muss der Durchmesser des Baumstamms sein. Ideal für die Stabilität: Durchmesser > Stammhöhe.
Beistelltisch aus Baumstamm selber bauen - Anleitung
Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 1/16: Holzblock abschleifen

Mit 80er-Schleifpapier und einer groben Feile die obere Fläche schleifen und die Kante brechen.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 2/16: Scheibe zuschneiden

Die Plexiglasscheibe mit Säge und Führungsschiene auf Maß schneiden. Eine starke Styroporplatte kann dabei als gute Unterlage dienen. 

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 3/16: Holzblock reinigen

Mit einer Wurzelbürste den Block reinigen. Achten Sie vor allem beim Querführen darauf, nur die wirklich losen Rindenstücke abzutragen. Beim Reinigen der Rinde die Bürste vor allem senkrecht führen.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 4/16: Platte vorbereiten

Die drei Bohrlöcher für die Stockschrauben sollten möglichst weit außen liegen und ungefähr im gleichen Winkel zueinander stehen. Zeichnen Sie diese auf der Plexiglasscheibe vor.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 5/16: Platte durchbohren

Mit einem Holzbohrer werden – durch die Schutzfolie! – die angezeichneten Löcher für die Stockschrauben gebohrt (zehn Millimeter).

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 6/16: Bohrlöcher vorzeichnen

Anschließend die Plexiglasscheibe auf den Baumstamm legen und die Borlochpositionen auf die Baumstammfläche übertragen. 

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 7/16: Bohrlöcher ansenken

Mit einem Senker werden die Bohrlöcher angesenkt. Entfernen Sie die Bohrspäne sofort, damit sie keine Kratzer verursachen. 

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 8/16: In Holzblock bohren

Mit einem acht Millimeter Holzbohrer werden die bereits angezeichneten Positionen für die Stockschrauben senkrecht vorgebohrt.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 9/16: Stockschrauben eindrehen

Beim Eindrehen der Stockschrauben auf deren lotrechte Position achten. Ein rechter Winkel zum Holz muss nicht entstehen! Drehen Sie die Schrauben aber nicht zum Anschlag ein, da alle drei Schrauben waagerecht zueinander ausgerichtet sein müssen.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 10/16: Schraubenhöhe beachten

Von jeder Schraubenhöhe ziehen Sie fünf Millimeter für die Hutmutter ab, ebenso die Stärke der Glasscheibe und von zwei Unterlegscheiben.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 11/16: Hülsen zuschneiden

Die Hülsen werden mit den gerade ermittelten Maßen zugeschnitten. Sie dienen als Träger der Glasplatte.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 12/16: Hülse anbringen

Die Hutmutter hat eher eine dekorative Funktion, ziehen Sie diese also nicht fest an, falls sie nicht bis zum Anschlag aufgeschraubt wird. Beim Aufsetzen darauf achten, dass jede Hülse auf die Schraube gesetzt wird, zu deren Maß sie passend gesägt wurde.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 13/16: Scheibe aufsetzen

Nach jeweils einer Hülse und Unterlegscheibe wird die Platte aufgesetzt. Anschließend folgt erneut eine Unterlegscheibe. 

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 14/16: Hutmutter anbringen

Die Hutmutter dient der Abdeckung. Nicht zu fest anziehen. Die Scheibe sollte nicht unter großer Spannung stehen.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 15/16: Rollen befestigen

Drehen Sie den Baumstamm und befestigen unten die drei Rollen. Um Kratzer zu vermeiden, können Sie das auch anfangs tun.

Baumtisch
© Christian Bordes

Schritt 16/16: Fertiger Baumtisch

Fertig ist der Baumtisch. Gut zu erkennen ist die waagerechte Plattenlage über der leicht nach rechts abfallenden Schnittfläche des Stamms.

3. Beistelltisch aus Holzresten selber bauen

Statt die Holzreste wegzuwerfen, können Sie daraus einen neuen Beistelltisch bauen. Die Dimensionen und die Art des Holzes können Sie je nach Geschmack und Platzangebot selbstverständlich variieren. So wird aus einem kleinen Beistelltisch auch schnell ein größerer Couchtisch. Ebenso können Sie das Holz noch farbig beizen, wenn Sie es eher bunt mögen.

Design aus Resten: Originellen Beistelltisch aus Holzresten selber bauen
© Christian Bordes/ Selbermachen Media
Beistelltisch aus Holzresten selber bauen - Anleitung
Eine Negativform aus Holzplatten fertigen

Schritt 1/6: Negativform fertigen

Fertigen Sie eine Negativform aus Holzplatten und umwickeln Sie die Form so mit Klebeband, dass die klebende Seite außen ist.

Die erste Schicht der Hölzchen auflegen, ohne sie zu verleimen.

Schritt 2/6: Erste Schicht Hölzchen auftragen

Danach können Sie die erste Schicht der Hölzchen auflegen, ohne sie zu verleimen. Sie werden von dem Klebeband zusammengehalten

Die zweite Schicht auflegen und dieses Mal mit Holzleim befestigen.

Schritt 3/6: Zweite Schicht mit Leim befestigen

Anschließend können Sie die zweite Schicht auflegen und dieses Mal mit Holzleim befestigen. Achten Sie darauf nicht zu weit über den späteren Rand hinauszuarbeiten.

Überschüssiger Leim, der zwischen den Hölzchen herausquillt, sollte sofort mit einem kleinen Spatel entfernt werden.

Schritt 4/6: Überschüssigen Leim entfernen

Der überschüssige Leim, der zwischen den Hölzern herausquillt, muss sofort mit einem kleinen Spaten entfernt werden, damit er nicht antrocknet. 

Der Überstand bei den Tischbeinen wird abgesägt.

Schritt 5/6: Überstand der Tischbeine absägen

Sobald Sie die dritte Schicht der Hölzchen angebracht haben, müssen Sie nur noch den Überstand bei den Tischbeinen absägen. 

Design aus Resten: Originellen Beistelltisch aus Holzresten selber bauen
© Christian Bordes/ Selbermachen Media

Schritt 6/6: Stützform entfernen und fertigstellen

Ist der Leim getrocknet, können Sie die Stützform entfernen und den Tisch umdrehen. Anschließend können Sie noch eine passende Glasplatte anbringen, um eine glatte Tischplatte zu erzeugen. 

Mit diesen drei Varianten können Sie schöne, günstige Beistelltische für Ihr Schlaf- oder Wohnzimmer bauen.

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