Gießharz

Epoxidharz-Tisch selbst gebaut

Epoxidharz zu verarbeiten ist ganz einfach mit der richtigen Anleitung. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Wohnzimmertisch aus Epoxidharz und Massivholz selber machen.

Epoxidharz-Tisch selbst gebaut
Der Kontrast aus schimmerndem Epoxidharz und urigen Baumscheiben macht den Designertisch zu einem ganz besonderen Blickfang© Christian Bordes

 Epoxidharz lässt sich aus dem DIY-Bereich nicht mehr wegdenken. Epoxidharz gießen ist an sich nicht schwierig, dennoch müssen Sie dabei einige Dinge beachten.  

Hier erfahren Sie, was beim Arbeiten mit Epoxidharz wichtig ist und wie Sie in fünf Schritten aus Epoxidharz und Eichenholzscheiben einen stilvollen Couchtisch bauen!

Epoxidharz gießen: Worauf kommt es an?

Um Holz und Kunstharz in einem Objekt zu verarbeiten, ist Epoxidharz gut geeignet. Im Gegensatz zu Polyesterharz haftet es gut an Holz oder Metall.

Harz oder Fett im Holz können allerdings die Verbindung zwischen Holz und Epoxidharz schwächen und die Aushärtung und Stabilität beeinträchtigen.

Kaufen können Sie das Epoxidharz zum Beispiel im Baumarkt, im Fachgroßhandel oder auch im Internet*. Dabei können Sie verschiedene Farben für das Epoxidharz wählen. Auch Metallic-Effekte sind denkbar.

Epoxidharz und Holz

Sollten Sie zudem mit einer besonders fetthaltigen Holzart wie Kiefer, Lärche oder Akazie arbeiten, müssen Sie die Oberfläche zusätzlich gut mit Aceton beziehungsweise einem Fettlöser reinigen. Bei geschlossenen Oberflächen reicht ein einfaches Abwischen. Löcher und Risse dagegen müssen gründlich gewaschen und getrocknet werden.

Beim Aushärten von Epoxidharz kommt es zu einer chemischen Reaktion mit Wärmeentwicklung. Je dicker die Gussschicht, desto schneller reagiert das Harz und wird heißer. Das kann zu Spannungsrissen und Siedeblasen führen.

Für dicke Gussobjekte verwendet man daher Harze, die langsam reagieren und so weniger Hitze entwickeln, aber auch langsamer aushärten als Harze für dünne Schichten.

Darauf sollten Sie beim Arbeiten mit Epoxidharz achten:

  • Mischverhältnis: Mischen Sie Harz und Härter immer exakt im angegebenen Verhältnis an.
  • Schutzkleidung: Im flüssigen Zustand sollte Epoxidharz nicht auf die Haut gelangen. Handschuhe und Schutzbrille gehören zur Grundausstattung.
  • Lüften: Auch wenn der Geruch von flüssigem Epoxidharz nicht auffällig ist, sollten Sie beim Gießen immer gut lüften und beim Glattschleifen den Epoxidstaub gut absaugen oder eine Atemschutzmaske tragen.
  • Temperatur: Achten Sie auf die richtige Raumtemperatur. Sie sollte nicht unter 19° Celsius fallen.
Wichtig: Vorsicht bei flüssigem Epoxidharz, denn es löst schnell Allergien aus. Tragen Sie deshalb immer eine Schutzbrille und Handschuhe aus Nitril. Gelangt das Harz auf die Haut, wischen Sie es mit einem Tuch ab und waschen Sie die Stelle mit milder Seife und Wasser – zur Not auch mit Aceton. Anschließend die Haut mit einer Creme nachfetten. Ausgehärtetes Epoxidharz ist ungefährlich.

Tragen Sie bei der Arbeit mit flüssigem Epoxidharz zur Sicherheit eine Schutzbrille. Die beliebtesten Schutzbrillen finden Sie hier:

Anzeige

Epoxidharz anmischen

  1. Harz und Härter in zwei Gefäßen gemäß den Herstellerangaben abwiegen oder nach Volumen abmessen.
  2. Gießen Sie den Härter zum Harz und vermischen Sie beide Komponenten gründlich miteinander.
  3. Danach ruhen lassen, damit Luftblasen aufsteigen können.

Epoxidharz färben

Gießharz wird mit Farbkonzentraten eingefärbt. Die flüssigen Konzentrate werden je nach Farbintensität im Verhältnis von zwei bis zehn Prozent zur Gesamtmenge in das fertige Gießharz gemischt.

Neben flüssigen Konzentraten kann man außer dem Effektpigmente verwenden. Diese sollten Sie mit entsprechenden Verdünnern lösen, da sich trockene Pigmente nicht immer gut mit Harz mischen.

Epoxidharz gießen

  • Gießen Sie das flüssige Epoxidharz langsam in die abgedichtete Gussform.
  • Achten Sie auf die maximale Schichtdicke und beachten Sie die Herstellerangaben.
  • Dicke Schichten erhärten und erhitzen schneller – es können sich Spannungsrisse und Siedeblasen bilden.
  • Dies vermeidet man, indem man dicke Gussformen aus mehreren Schichten aufbaut.
  • Bevor Sie die nächste Schicht auftragen, muss die jeweils darunterliegende bereits ausgehärtet und vollständig abgekühlt sein.

Tisch aus Epoxidharz und Massivholz bauen

Material für die Tischplatte:

  • Eichenholzscheibe
  • Gießharz und Härter
  • Farbe zum Abtönen des Gießharzes
  • Hairpinlegs + passende Schrauben

Material für die Gussform:

  • Spanplatte, 22 mm dick, glatt & melaminbeschichtet
  • Schrauben für die Gussform
  • Silikon zum Abdichten
  • Trennmittel (Teflonspray)

Sonstiges Material:

  • Schleifpapier (Körnung: 80, 120, 140, 180, 240)
  • eventuell Aceton zum Reinigen

Werkzeuge: Akkuschrauber, Bleistift, Bohrer zum Vorbohren der Tischbeinbefestigung, Drahtbürste, Handkreissäge mit Führungsschiene, Handschleifgerät (Exzenterschleifer), Handschuhe, Heißluftfön, Keile aus Hartholz, kleine Farbrolle zum Versiegeln, 4 Mischeimer, optional: Oberfräse, Rührer für die Bohrmaschine, Stechbeitel, Stofflappen, Styroporplatte (EPS) mit 3 Zentimeter Dicke, Wasserwaage, Winkel, Zollstock, Zwingen

Kosten: rund 400 Euro

Aufwand: 1 Woche

Epoxidharz-Tisch 1: Holzscheibe zuschneiden

Verwenden Sie eine trockene Baumscheibe, die mindestens zwei bis drei Jahre gelagert wurde und ein Holz mit wenig Harz. Etwaige Risse können Sie beim Zuschneiden entfernen.

Tipp: Eine 3 Zentimeter dicke Styroporplatte (EPS) unterlegen.
Epoxidharz-Tisch: Holzscheibe zuschneiden
Scheibe aus Eichenholz
© Christian Bordes

Schritt 1/5: Scheibe aus Eichenholz

Diese Baumscheibe dient als Grundlage. Wichtig ist, dass das Holz gut getrocknet ist.

Baumscheibe durchsägen
© Christian Bordes

Schritt 2/5: Baumscheibe durchsägen

Die gut durchgetrocknete Baumscheibe in zwei Hälften sägen.

Rechter Winkel
© Christian Bordes

Schritt 3/5: Rechter Winkel

Zeichnen Sie die Schnittlinie im rechten Winkel auf die Hälften. Achten Sie darauf, dass die Schenkel gleich lang werden.

Rinde entfernen
© Christian Bordes

Schritt 4/5: Rinde entfernen

Entfernen Sie mit einem Beitel die Rinde und säubern Sie anschließend die Flanken gründlich mit einer Drahtbürste.

Gründlich schleifen
© Christian Bordes

Schritt 5/5: Gründlich schleifen

Schleifen Sie die Oberfläche mit 40er- Körnung, dann mit 80er- und abschließend mit 120er-Schleifpapier.

Epoxidharz-Tisch 2: Gussform erstellen

Das Kunstharz geben Sie in eine dafür vorgefertigte Gussform. Der Gussrahmen wird aus 22 Millimeter dicker, glatt beschichteter Spanplatte gefertigt.

Tipp: Beim Abdichten der Gussform sehr genau vorgehen, denn das dünnflüssige Gießharz "findet" jede undichte Stelle.
Epoxidharz-Tisch: Gussform herstellen
Rahmenbretter verschrauben
© Christian Bordes

Schritt 1/4: Rahmenbretter verschrauben

Die Rahmenbretter stumpf aneinanderschrauben. Die Platten sollten nicht verzogen sein, da sonst leicht undichte Stellen entstehen.

Fugen mit Silikon abdichten
© Christian Bordes

Schritt 2/4: Fugen mit Silikon abdichten

Alle Fugen des Gussrahmens mit Silikon abdichten. Die Qualität des Silikons ist dabei nicht entscheidend.

Mit Teflonspray einsprühen
© Christian Bordes

Schritt 3/4: Mit Teflonspray einsprühen

Die Form gründlich entstauben und großzügig mit Teflonspray als Trennmittel einsprühen. Sorgen Sie für eine gute Belüftung.

Ausrichten und Verzwingen
© Christian Bordes

Schritt 4/4: Ausrichten und Verzwingen

Den Rahmen sowie die Tischecken exakt waagerecht ausrichten, dazu gegebenenfalls einen Holzkeil verwenden. Die geviertelten Baumscheiben mit Schraubzwingen in den Ecken sichern, damit sie später nicht aufschwimmen.

Diese Akkuschrauber sind bei Heimwerkern besonders beliebt:

Anzeige

Epoxidharz-Tisch 3: Epoxidharz anmischen

Wie viel Gießharz Sie brauchen, ist abhängig vom Volumen der Tischplatte und den Maßen Ihrer Baumscheibe.

Tipp: Planen Sie lieber etwas mehr ein, denn das Holz "saugt" das Kunstharz auf.
Epoxidharz-Tisch: Gießharz anmischen
Harz und Härter anmischen
© Christian Bordes

Schritt 1/4: Harz und Härter anmischen

Mischen Sie die benötigte Menge an Harz und Härter genau im vom Hersteller angegebenen Verhältnis an.

Verrühren
© Christian Bordes

Schritt 2/4: Verrühren

Verrühren Sie die Komponenten mindestens 2–3 min lang sehr sorgfältig miteinander.

Einfärben
© Christian Bordes

Schritt 3/4: Einfärben

Teilen Sie das Kunstharz in zwei Eimern auf. Geben Sie in einen Eimer die transparente tiefblaue Farbe. Auch hier gut aufrühren.

In vier Eimer aufteilen
© Christian Bordes

Schritt 4/4: In vier Eimer aufteilen

Jetzt erneut das Kunstharz auf zwei Eimer verteilen, ebenso das nicht eingefärbte Harz. Es sollten jetzt vier Gefäße mit Kunstharz bereitstehen.

Epoxidharz-Tisch 4: Tischplatte gießen

Achten Sie darauf, dass die Raumtemperatur nicht unter 20° Celsius sinkt (auch beim Aushärten nicht). Gießen Sie das Harz langsam aus und vermeiden Sie Spritzer und Luftblasen.

Epoxidharz-Tisch: Tischplatte gießen
Harz von vier Seiten eingießen
© Christian Bordes

Schritt 1/4: Harz von vier Seiten eingießen

Gießen Sie nun das Gießharz gleichzeitig von vier verschiedenen Seiten in die Form. Lassen Sie sich dabei helfen.

Masse ruhen lassen
© Christian Bordes

Schritt 2/4: Masse ruhen lassen

Lassen Sie die eingefüllte Masse etwas ruhen. So können eingeschlossene Luftblasen aufsteigen.

Luftbläschen beseitigen
© Christian Bordes

Schritt 3/4: Luftbläschen beseitigen

Die restlichen Luftbläschen beseitigen Sie, indem Sie sie mit einem Heißluftfön zum Platzen bringen.

Niveau überprüfen
© Christian Bordes

Schritt 4/4: Niveau überprüfen

Überprüfen Sie nach einigen Stunden das Niveau. Wenn viel Harz ins Holz geflossen ist, vorsichtig nachgießen.

Epoxidharz-Tisch 5: Tischplatte nachbearbeiten

Frühestens nach 72 Stunden, besser nach der Endaushärtung von insgesamt sieben Tagen, können Sie die Tischplatte aus der Gussform nehmen und weiter bearbeiten.

Epoxidharz-Tisch: Tischplatte nachbearbeiten
Rahmen entfernen
© Christian Bordes

Schritt 1/10: Rahmen entfernen

Entfernen Sie den Rahmen. Mit einem Stechbeitel und Keil aus Hartholz trennen Sie die Bodenplatte von der Tischplatte.

Niveau angleichen
© Christian Bordes

Schritt 2/10: Niveau angleichen

Häufig senkt sich das Niveau des Kunstharzes unter das der Holzscheiben. Dann ist Abschleifen oder -fräsen angesagt!

Platte schleifen
© Christian Bordes

Schritt 3/10: Platte schleifen

Platte von beiden Seiten schleifen (Körnung 40, 80, 120, 180, 240e). Unbedingt Staubmaske und Absaugung verwenden!

Rand beschneiden
© Christian Bordes

Schritt 4/10: Rand beschneiden

Beschneiden Sie den Rand der Tischplatte mit einem Anschlag. Auch hier wieder eine Styroporplatte (EPS) unterlegen.

Kanten brechen
© Christian Bordes

Schritt 5/10: Kanten brechen

Den umlaufenden Rand schleifen und anschließend mit Schleifpapier und Schleifklotz die Kanten brechen.

Oberfläche entstauben
© Christian Bordes

Schritt 6/10: Oberfläche entstauben

Die Tischoberfläche mit einem nebelfeuchten Lappen gründlich entstauben. Staub zeichnet sich leicht unter Lack ab.

Oberfläche versiegeln
© Christian Bordes

Schritt 7/10: Oberfläche versiegeln

Mit Kunstharz (SKresin 72) oben und an den Seiten versiegeln und aushärten lassen. Dann die Unterseite versiegeln.

Schleifen und entstauben
© Christian Bordes

Schritt 8/10: Schleifen und entstauben

Erneut die Oberfläche abschleifen (Körnung 120, 180, 240), entstauben und ein zweites Mal rundum versiegeln.

Tischbeine montieren
© Christian Bordes

Schritt 9/10: Tischbeine montieren

Die Löcher für die Schrauben vor dem Verschrauben vorbohren. Hairpin-Legs gibt es online in verschiedenen Längen.

Fertig!
© Christian Bordes

Schritt 10/10: Fertig!

Durchscheinend, aber massiv – dank der stabilen Verbindung von Kunst und Natur.

In diesem Text verwenden wir sogenannte Affiliate-Links. Produkte, die mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind, können Sie käuflich erwerben. Kommt der Kauf zustande, erhalten wir eine kleine Provision. Mehr zum Thema Affiliate finden Sie hier.

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!
U1 10_2021