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Individuelles Sideboard selber bauen

Der Flur wirkt schnell vollgekrempelt. Mit diesem Sideboard zum Selberbauen findet jedes Stück einen schönen Platz.

Sideboard
Mit dem Sideboard zum Selberbauen sorgen Sie stilvoll für Ordnung.© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

Eine unansehnliche Kommode stand im Flur, daneben ein Korb mit Altpapier. Um den Papiermüll und andere Utensilien zu verstecken und dabei gleich noch den Flur optisch aufzuwerten, sollte ein neues Möbel an die halbhohe Wand. Um es ganz nach den eigenen Wünschen und Anforderungen gestalten zu können, blieb nur das Selberbauen. 

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© eBay/Selbermachen Media
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Die Vorstellungen waren recht klar: Das Möbel sollte zwei „normale“ Stauraum-Fächer mit Türen haben, eine ausziehbare Schublade und ein Altpapierfach mit Kippmechanismus, sodass man die Zeitungen leicht herausnehmen kann. Dazu wollten wir die Höhe der Wand ausnutzen. Deshalb entschieden wir uns dazu, das Sideboard auf zwei „Ebenen“ anzulegen. Füße sollte es aber keine haben, sondern den Eindruck erwecken, als „schwebte“ es an der Wand. Dies erleichtert auch das Staubsaugen. Da wir es optisch besonders schön gestalten wollten, wählten wir ein Sägefurnier aus Kirschholz. Petrolfarbene Fronten und asymmetrisch gesetzte Messingriffe komplimentieren das neue Möbelstück.

Sideboard Skizze
© Tillman Straszburger

Im Überblick

Das Sideboard besteht aus drei langen und sechs kurzen Tischlerplatten. Die Fronten von drei Fächern sind aus 16 mm starkem MDF gefertigt, das Kippfach aus zwei Schichten MDF, die je 5 mm stark sind. Schublade und Kippfach sind rundum aus 5 mm starkem MDF.

Material
Tischlerplatte 16 mm
Sägefurnier Kirsche 2 mm
MDF 16 mm und MDF 5 mm
1x faserverstärkter PU-Leim
1x Flachstange Messing 1.000 mm lang (Griffe)
1x Zaponlack
Einlass-Scharniere
Flacheisen, Schrauben, Dübel, Nägel
Paraffinöl, Schellack entwachst und gebleicht, hier von Kremer München
1x Acryllack, hier in Petrol

Werkzeuge
Japansäge | Zollstock |Winkel | Zahnhobel | gezahnter Leimspachtel (Zahnung C4)| Stemmeisen | Zwingen | Hirnhobel | Putzhobel |Ziehklinge | Wetzstein | Beißzange | Bohrer mit Zentrierspitze | Schmiege | Oberfräse| Metallsäge| Lötwerkzeug |Stahlwolle |Wattebausch, Leinentuch und Küchenrolle | Farbwalze

Platten furnieren

Die Tischlerplatten lassen wir auf Maß schneiden. Um ihnen eine schöne Oberfläche zu verpassen, furnieren wir sie mit Kirschholz. Was beim Arbeiten mit Sägefurnier zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Tipp: Platten absperren: Wenn Holz Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt, dehnt es sich aus oder schwindet. Das geschieht aber nicht in alle Richtungen gleichermaßen. So kann es bei Massivholzmöbeln zu Rissen kommen. Alternativ benutzen wir hier „abgesperrte“ Platten. Tischlerplatten sind dadurch „abgesperrt“, dass auf einen Kern von parallel verleimten Massivholzleisten ein Sperrfurnier quer verleimt wurde. Wiederum quer darauf wird das sichtbare Deckfurnier verleimt.

1. Zunächst mit der Japansäge die Furniere zuschneiden. Damit wir später wissen, was wohin kommt, beschriften.

Furnier Aufbau
© Tillman Straszburger

2. Sägefurnier erkennt man am ganz feinen Schnitt in seiner Oberfläche. Mit dem Zahnhobel rauen wir diesen auf, damit der Leim später besser haften kann.

Tipp: Arbeiten mit dem Zahnhobel:  Der Zahnhobel bietet zwei Vorteile: Erstens ist sein Eisen „geriffelt“ gefräst, sodass sich an der Schneide feine Zähne bilden, die bestens für das Aufrauen gemacht sind. Zweitens steht sein Eisen fast senkrecht im Hobel. Durch das Aufrauen gehen zudem Unebenheiten im Furnier verloren.
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3. Mit gezahntem Leimspachtel faserverstärkten (nicht wasserbasierten!) PU-Leim auf Furnier-Rückseite und Tischlerplatte bringen.

Sideboard
© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

4. Beide Seiten furnieren. Furniere auf Tischlerplatte auflegen, eine Zulage dazu und festzwingen.

Sideboard
© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

5. Hat der Leim abgebunden, das überstehende Furnier mit gekröpftem Stemmeisen grob wegschneiden. Die letzten Überstände mit einem Hirnhobel entfernen.

6. Nun auf das für die umlaufenden Kanten vorgesehene Furnier Leim geben, anlegen und mit langen Zwingen fixieren.

7. Auch auf der sichtbaren Seite des Deckfurniers befindet sich ein Sägeschnitt. Mit einem Putzhobel weghobeln und mit der Ziehklinge nacharbeiten.

8. Erst die Ziehklinge sauber zurichten: die Seiten auf einem Wetzstein ganz glatt machen, Grat wegschleifen.

Sideboard
© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

9. Holzstück zwischen zwei Ziehklingen nehmen. Auf dem nassen Wetzstein bewegen, bis die Fläche flach und im Winkel ist.

Sideboard
© Tillman Straszburger

10. Ziehklinge flach auflegen und mit leicht geneigtem Stemmeisen mehrfach mit Druck entlang ziehen. So entsteht ein Grat.

Sideboard
© Tillman Straszburger

11. Das Material hat sich unter dem Druck ausgedehnt. Jetzt Stemmeisen senkrecht an der Ziehklinge vorbeiziehen. Der Grat wird hochgeklappt. Dieser Grat wird ganz feine Späne hervorbringen.

Sideboard
© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

12. Die Arbeit mit der Ziehklinge erfordert etwas Übung und Kraft, zahlt sich aber aus: Die frisch geschärfte Klinge entfernt die Überreste des Sägeschnitts.

Korpus zusammensetzen

Nun fügen wir die drei langen furnierten Tischlerplatten mit den kürzeren Abschnitten zusammen, welche die Fächer vorgeben. Um sie an die richtige Stelle zu setzen, behelfen wir uns mit einem einfachen, aber sehr wirksamen Heimwerkertrick.

1. Positionen für die senkrechten Bretter anzeichnen, Nägel an die Positionen der Dübel setzen.

Sideboard
© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

2. Eine festgezwungene Latte dient als Orientierungshilfe. Das Brett auf die Position setzen und herunterdrücken, sodass die Nägel sich abzeichnen.

3. Nägel herausziehen. Mit einem Bohrer mit Zentrierspitze Löcher bohren, Dübel zuschneiden und verleimen. Teile zusammenfügen.

Sideboard
© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

4. Um gerade Kanten zu bekommen, nehmen wir als Schleifklotz eine lange Latte, die wir über die gesamte Breite des Korpus legen. Schleifen.

Scharniere, Griffe und Finish

Da Küchenscharniere überstehen und dadurch Platz zum Verstauen nehmen, greifen wir zu Einlass-Scharnieren. Mithilfe der Oberfräse lassen sie sich versenken. Zudem fertigen wir Beschläge und Griffe an.

1. Neben die Tür eine Latte einspannen, damit die Oberfräse nach dem Fräsen nicht nach unten wegkippt. Einlassungen fräsen.

Tipp: Beschlag anfertigen: Damit ein Fach kipp- und herausnehmbar wird, müssen wir den Beschlag selber anfertigen. Wir zeichnen ihn in Seitenansicht, zeichnen die Klappe in geschlossenem und offenem Zustand, zeichnen die Diagonale und bestimmen auf dieser Linie den Drehpunkt. Indem wir mit dem Zirkel einen Kreis ziehen, finden wir den Weg, den die beiden Teile zurücklegen, wenn sie sich bewegen.
Sideboard
© Tillman Straszburger

2. Die Scharniere im Korpusinneren und an der Tür befestigen. Die Türen können jetzt genau eingepasst werden.

3. Aus einem Flacheisen sägen wir mit der Metallsäge das benötigte Stück für den Beschlag zu. Danach alle Kanten und Flächen feilen.

Sideboard
© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

4. Beim Einspannen Holzleisten zwischenlegen, damit keine Abdrücke entstehen. Das Teil zurechtfeilen, bis es die gewünschte Form hat.

5. Wir fertigen das Gegenstück. Rechts unten zapfen wir ein Gewinde und schrauben einen Stift ein, den Drehpunkt.

Sideboard
© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

6. Für die Griffe Flachmessing zusägen, zwei Löcher bohren, zwei Gewindestangen ablängen, einstecken und löten. Über die Gewindestangen werden Hülsen aus Messingrohr geschoben, das sind unsere Abstandshalter.

7. Mit 400er-Körnung in Längsrichtung schleifen, mit feiner Stahlwolle bearbeiten. Zaponlack verhindert das Anlaufen des Metalls.

8. Oberfläche mit Paraffinöl ölen. Danach mit entwachstem, gebleichtem Schellack satt einreiben. Mit Stahlwolle wienern. Fronten mit Acryllack streichen. Nach dem Trocknen montieren und Möbel an einer an der Wand festgeschraubten Leiste verschrauben.

Sideboard
© Selbermachen Media/Anneke Fuchs

Das Sideboard schafft platzsparend Stauraum und sieht dabei noch individuell und edel aus.

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